Digitalisierung – Was ist das? Die Definition einfach erklärt.

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Obwohl sie in nahezu allen unseren Lebens- und Arbeitsbereichen eine große Rolle spielt, ist die Digitalisierung für viele noch immer nicht klar definiert. Das liegt unter anderem daran, dass die Digitalisierung viele Gesichter hat und von unterschiedlichen Standpunkten aus jeweils anders aussieht. Wir versuchen hier einfach zu erklären und zu definieren was Digitalisierung ist und was sie bedeutet.

Für die einen ist sie ein Jobwunder, das viele neue Arbeitsplätze schafft, während andere in ihr eine potenzielle Gefahr und einen Jobkiller sehen. Für IT-Experten und Unternehmen bedeutet Digitalisierung die Anschaffung und Integration neuer Systeme, während sie für Anwender und Kunden eine Vereinfachung der Arbeitsprozesse oder ein Plus an Serviceleistungen, Komfort und Unterhaltung bedeutet.

Da die Digitalisierung grundsätzlich also das Potenzial zum kompletten Wandel unserer Art zu leben hat, lohnt es sich, einen Blick darauf zu werfen, was genau sie ist und wie sie funktioniert. Das werden wir im Folgenden tun.

Was ist Digitalisierung? Eine Definition.

Salopp gesagt bedeutet Digitalisierung Umwandlung. Laut dem Oxford English Dictionary ist Digitalisierung „die Umwandlung von Text, Bildern oder Ton in eine digitale Form, die von einem Computer verarbeitet werden kann“. Doch das ist sicherlich zu sehr vereinfacht und bezieht sich nur auf einen Teilbereich der Digitalisierung.

Die einfachste Definition von Digitalisierung besagt, dass analoge Inhalte oder Prozesse in eine digitale Form oder Arbeitsweise umgewandelt werden.

 

Unterschied zwischen Digitalisierung und digitaler Transformation

Digitalisierung ist zu einem Modewort geworden. Das Gleiche gilt für die digitale Transformation. Lassen Sie uns gar nicht erst mit dem Begriff „digitale Transformation“ anfangen. Diese Begriffe und Phrasen werden oft austauschbar und leider auch oft falsch verwendet. Auch wenn jeder dieser Begriffe in der aktuellen Wirtschaftsterminologie seinen Platz hat, ist es wichtig, die feinen Unterschiede zwischen diesen Begriffen zu kennen, um zu verstehen, wie sie sich auf die Geschäftsprozesse von Unternehmen oder unser Privatleben auswirken können.

Digitalisierung

Laut dem Oxford English Dictionary ist Digitalisierung „die Umwandlung von Text, Bildern oder Ton in eine digitale Form, die von einem Computer verarbeitet werden kann“. Wer seine alten Schallplatten, Fotos und VHS-Kassetten von einem analogen Format in ein digitales umwandelt, um sie zu sichern oder unterwegs dabeihaben zu können, nimmt an der Digitalisierung teil. Das Problem ist jedoch, dass viele Menschen bei dieser einfachsten Form der „Digitalisierung“ stehenbleiben. Dabei hat die schöne, neue, digitale Welt viel mehr Möglichkeiten zu bieten.

Der Zweck der Digitalisierung besteht nicht nur darin, etwas „Papierbasiertes“ oder Analoges in ein digitales Format, einen Code oder Daten umzuwandeln, die von einem Computer gelesen und verarbeitet werden können. Die Digitalisierung erleichtert auch den Austausch von Daten und das Erkennen von Mustern in großen Informationsmengen. Sie kann sich auf die Kernprozesse und -systeme eines jeden Unternehmens auswirken, von Logistik- und Lieferkettenprozessen bis hin zu Kundenkenntnissen und Finanzen.

Die Digitalisierung ist also viel breiter angelegt. Dabei handelt es sich um den Prozess, bei dem ein Unternehmen digitale Tools, Technologien und Ökosysteme einsetzt, um Kunden und Klienten einen größeren Nutzen durch digitale Geschäftsmodelle zu bieten und die eigenen Prozesse zu optimieren und zu automatisieren.

digitale Transformation

Die Digitalisierung ist also auch …

… die Nutzung digitaler Technologien, um ein Geschäftsmodell zu verändern und neue Umsatz- und Wertschöpfungsmöglichkeiten zu schaffen.

Digitalisierung findet auch immer dann statt, wenn ein Unternehmen digitale Tools und Services nutzt, um seine Kunden auf eine andere Art und Weise zu erreichen. Sie findet jedes Mal statt, wenn ein Unternehmen ein neues Produkt entwickelt, das dem Kunden einen größeren Wert bietet. Und sie findet jedes Mal statt, wenn ein Unternehmen eine neue Technologie einführt, die es ihm ermöglicht, mit Hilfe der digitalen Technologie besser zu sein als die Konkurrenz. Digitalisierung findet immer dann statt, wenn sich ein Produkt oder eine Dienstleistung (aufgrund von Technologie) so verändert, dass das Kundenerlebnis oder das Interaktionsmodell auf der Grundlage digitaler Kommunikations- und Medieninfrastrukturen umstrukturiert wird.

Bei der digitalen Transformation handelt es sich also nicht nur um den Prozess der Umwandlung der Akten eines Unternehmens von Papier in ein digitales Format. Es geht auch nicht darum, eine einzelne Maßnahme zu ergreifen, um beispielsweise eine neue Art der Bearbeitung von Produktreklamationen über die Website eines Unternehmens einzuführen. Die digitale Transformation ist der Zusammenschluss mehrerer Maßnahmen, Projekte und Prozesse, um ein Unternehmen von einem anfänglichen Zustand analoger Kompetenz zu einem fortgeschrittenen Zustand echter digitaler Funktionsfähigkeit zu bringen.

Darüber hinaus steht bei der digitalen Transformation der Kunde im Mittelpunkt aller Entscheidungen und Strategien. Unternehmen, die versuchen, die digitale Transformation mit der Absicht zu vollziehen, den Kunden einen größeren Mehrwert zu bieten, werden wohl am ehesten erfolgreich sein.

Beispiele für Digitalisierung

Digitale Vernetzung

Im digitalen Zeitalter heißt eines der Zauberwörter „Vernetzung“. So können sich beispielsweise die Geräte, wie Smartphones von Familienmitgliedern, miteinander verbinden, sodass zum Beispiel aufgenommene Video- und Musikdateien allen gleichermaßen zur Verfügung stehen und jederzeit, zum Beispiel von einem Cloud-Server, abgerufen werden können. Doch das ist nur eines von vielen Beispielen, die uns die digitale Vernetzung bringen kann.

Digitalisierung bezeichnet also auch die Vernetzung von Geräten und Gegenständen – und somit auch von Menschen, die diese benutzen. Die digitale Vernetzung spielt vor allem in Bereichen wie Smart Homes und Smart Citys eine wichtige Rolle. Wenn der Kühlschrank mit dem Speiseplan auf dem Smartphone vernetzt ist, kann dieser mitteilen, wenn für ein bestimmtes Gericht noch Lebensmittel eingekauft werden müssen. In einigen Fällen ist der Kühlschrank sogar in der Lage, diese selbst zu bestellen.

Wenn die Heizung zu Hause mit dem Smartphone verbunden ist, stellt Sie sich immer dann ein, wenn Sie sich Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus nähern. So haben Sie es im Winter immer schön warm, wenn Sie nachhause kommen, und sparen Energiekosten.

Diese Vernetzung von Gegenständen nennt man auch Internet of Things (zu deutsch: Internet der Dinge). Die Erwartungen der IT-Branche in Bezug auf die Digitalisierung von Alltagsgegenständen sind hoch. Umfragen dazu zeigen klar, dass Fachleute eine verstärkte Nachfrage in diesem Bereich erwarten.

Auch Anwendungen des Internets der Dinge im produzierenden und industriellen Umfeld, dem Industrial Internet of Things (IIoT), werden ein gigantisches Wachstum vorausgesagt. Die zunehmende Verbreitung von intelligenten, digitalen Fabriken und Versorgungsunternehmen, die Datenanalysen für die Echtzeitsteuerung und -überwachung von Industrieanlagen und ihrer Prozesse benötigen, treibt die digitale Vernetzung voran.

Im besonderen die Nachfrage nach Technologien des digitalen Zeitalters wie künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) für die industrielle Automatisierung, treiben die digitale Vernetzung zwischen allen verbundenen Systemen und Maschinen voran und tragen zum Wachstum des Marktes für das industrielle Internet der Dinge (IIoT) und somit zur Digitalisierung bei.

 

Digitalisierung von Geschäftsprozessen

In der Arbeitswelt bedeutet Umwandlung zudem eine Neuausrichtung der Unternehmens- und Geschäftsprozesse sowie eine Veränderung der klassischen Arbeitsplatzes. Das bedeutet zum einen, dass neue digitale Technologien angeschafft werden müssen, und zum anderen, dass sich die Arbeitsweise dadurch drastisch verändert.

Deswegen fürchten sich viele Menschen vor der Digitalisierung, weil sie traditionelle Arbeitsplätze obsolet macht und nicht abzusehen ist, welche und wie viele neue entstehen werden. Doch ebenso wie die Industrielle Revolution die menschliche Arbeit nicht abgeschafft hat, so wird es auch die digitale Revolution nicht tun.

6 Hauptvorteile der Digitalisierung von Geschäftsprozessen

Die Prozesse sind es, die ein Unternehmen am Laufen halten und dafür sorgen, dass sich Kunden angesprochen und Mitarbeitende wohl fühlen.

Die meisten Unternehmen haben die zahlreichen finanziellen und betrieblichen Vorteile der Digitalisierung und Automatisierung von Geschäftsprozessen erkannt. Sie können Reaktionszeiten verbessern, manuelle, papiergestützte Arbeitsabläufe rationalisieren und ihre Kunden besser bedienen.

Unabhängig davon, ob Unternehmen eine vollständige digitale Transformation in Erwägung ziehen oder einfach nur Ihre Arbeitsabläufe rationalisieren möchten, hier sind nur einige der zahlreichen Vorteile, die Unternehmen aus der Investition in die Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen ziehen kann:

Zeit und Geld sparen

Jedes Mal, wenn ein Prozess auf eine Aktion wartet oder ein Teammitglied in verschiedenen Systemen oder Dokumenten nach dem nächsten Schritt suchen muss, verlieren Unternehmen an Produktivität und damit Zeit und Geld. Die Verwaltung von PDF-Formularen und Papierdokumenten in unterschiedlichen Umgebungen ist nicht nur kostspielig und ineffizient, sondern auch mühsam und fehleranfällig.

Durch die Digitalisierung veralteter, arbeits- und zeitaufwändiger Prozesse ermöglicht die Digitalisierung Ihrem Unternehmen, die Aufgabenverantwortlichen auf dem Laufenden zu halten, indem es einen einfachen Zugriff auf den Status von Prozessen bietet, wodurch der Aufwand für die Fortführung von Prozessen verringert wird.

Rationalisierung von Arbeitsabläufen

Bei manuellen Prozessen kann es schwierig sein, alle Schritte zu überwachen, die anfallen. Durch die Digitalisierung von Geschäftsprozessen kann man jedoch jede Aufgabe und jede Entscheidung analysieren und automatisieren, um Verbesserungen zu erzielen, die dazu beitragen, Schwachstellen zu beseitigen, Reibungsverluste zu vermeiden und Arbeitsabläufe zu optimieren.

Auflösen von Datensilos

Durch den Einsatz von Plattformen für die Prozessdigitalisierung, die flexible Systemintegrationen ermöglichen, können Unternehmen schnell Datensilos auflösen, die bisher Optimierungen behinderten und die Produktivität bremsten.

Mit digitalisierten Prozessen können Unternehmen aufhören, Papierkram zu verarbeiten oder Daten aus verschiedenen analogen Quellen zusammenzusuchen, was kostspielig und zeitaufwändig ist. Stattdessen kann man automatisch Daten in Echtzeit abrufen und abfragen, wann und in welchem Format auch immer sie benötigt werden.

Sicherstellung der Richtlinieneinhaltung (Compliance)

Unabhängig davon, ob es sich um interne Best Practices in Unternehmen oder um behördliche Verwaltungsprozesse handelt, kann die Digitalisierung von Prozessen und die Verbesserung der Verwaltung der zugehörigen Dokumentation dazu beitragen, dass Compliance- und Sicherheitsanforderungen zeitnah und genau erfüllt werden.

Mit digitalen Lösungen kann nicht nur verhindern werden, dass wichtige Schritte in einem regulierten Prozess übersehen werden, sondern auch automatisch eine prüfbare Aufzeichnung jedes Schritts erstellen, um die Einhaltung von Vorgaben zu überwachen.

Mitarbeiter einbinden

Die Digitalisierung von Prozessen ermöglicht es Unternehmen, die Zusammenarbeit mit und von Mitarbeitern zu verbessern. Digitale Plattformen, die jederzeit Zugriff auf Unternehmensdaten von jedem Gerät aus ermöglichen, ob online oder offline – ermöglichen es Mitarbeitendne, effizienter zu arbeiten, potenzielle Hindernisse zu umgehen, die durch Papierdokumente entstehen und direkt miteinander zu kommunizieren.

Während Mitarbeitende ihre Arbeit erledigen, weisen integrierte Kommunikations- und Benachrichtigungsfunktionen den nächsten Aufgabeneigentümer:innen auf die erforderlichen Maßnahmen hin und liefern den Prozessverantwortlichen auf anpassbaren Dashboard Echtzeit-Updates.

Beschleunigung des Wachstums

Durch die Digitalisierung können Unternehmen nicht nur ihre Prozesse modernisieren, sondern auch das Unternehmenswachstum beschleunigen und sich Wettbewerbsvorteile sichern. Wenn sich Teams mehr auf die Erledigung ihrer Aufgaben und den Austausch untereinander konzentrieren und weniger auf der Suche nach Unterlagen und die Recherche von Aufgaben, haben sie mehr Zeit für ihre eigentliche Mission und strategischere Aufgaben.

digitale Geschäftsmodelle

Was ist ein digitales Geschäftsmodell?

Ein digitales Geschäftsmodell ist im Grunde genommen die Art und Weise, wie ein Unternehmen online Geld verdient – oder anders gesagt, wie das Unternehmen das Internet nutzen, um seine Produkte oder Dienstleistungen gewinnbringend mit Kunden auszutauschen.

Ein digitales Geschäftsmodell ist die Art und Weise, wie ein Unternehmen digitale Technologien nutzt, um Produkte oder Dienstleistungen mit Kunden auszutauschen.

In einem digitalen Umfeld sind die Geschäftsmodelle vom technologischen Fortschritt und von Innovationen eines Unternehmens abhängig. Um einen funktionierenden Rahmen zu schaffen, müssen Unternehmen überlegen, wie das Internet und moderne Softwarelösungen es ihnen ermöglichen, eine Brücke zwischen den Bedürfnissen der Kunden und ihren Produkten zu schlagen.

Ein digitales Geschäftsmodell kann als ein Modell definiert werden, das digitale Technologien nutzt, um verschiedene Aspekte eines Unternehmens zu verbessern. Von der Art und Weise, wie das Unternehmen Kunden akquiriert, bis hin zu den Produkten und Dienstleistungen, die es anbietet. Ein digitales Geschäftsmodell ist ein solches, wenn digitale Technologien helfen, das Wertversprechen zu verbessern.

Beispiele für digitale Geschäftsmodelle

Googles digtiales Geschäftsmodell

Wenn man sich ein Geschäftsmodell wie das von Google anschaut, dann erscheint es einem von Anfang an als sehr komplex. Es dauerte jedoch Jahre, bis Google alle Bausteine entwickelte, um ihr digitales Geschäftsmodell so extrem skalierbar zu machen.

Anfänglich schloss Google (heute Alphabet) lediglich Werbegeschäfte auf seinen Suchergebnisseiten ab und nutzte dabei menschliche Verkäufer:innen, genau wie ein traditionelles (analoges) Unternehmen. Als Google schließlich seine beiden primären digitalen Anzeigenplattformen (AdWords, jetzt Google Ads und AdSense) aufbaute, nahm das Geschäftswachstum zusammen mit dem Wachstum des Datenverkehrs zu.

Netflix´digitales Geschäftsmodell

Es dauerte Jahrzehnte, bis Netflix zu einer brauchbaren Streaming-Plattform wurde. Und davor war es in erster Linie ein DVD-Verleih-Unternehmen. Der DVD-Verleih machte im Jahr 2019 weniger als zwei Prozent des gesamten Netflix-Umsatzes aus (interessanterweise meldete das Unternehmen 2019 immer noch über zwei Millionen DVD-Mitglieder).

Doch als Videostreaming technisch machbar wurde, entwickelte sich auch das digitale Geschäftsmodell von Netflix, sodass das Unternehmen nun auf einem anderen Markt, dem Videostreaming, als dem DVD-Verleih unterwegs ist.

Lesen Sie hier: Top 10: erfolgreiche digitale Geschäftsmodelle – Vorteile, Nachteile & Beispiele

Digitalisierung im Gesundheitswesen

Durch die Digitalisierung des Gesundheitsweses, z.B. durch die elektronische Patientenakte, entstehen völlig neue Geschäftsmodelle. Die E-Akte kommt bei vielen gut an und die Krankenassen blicken der elektronischen Patientenakte positiv entgegen. So ist der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) davon überzeugt, dass die Patienten durch die elektronische Akte einen besseren Zugang zur Digitalisierung und ihren Möglichkeiten bekämen. Das wäre wünschenswert, da nur das angenommen und genutzt wird, was die Menschen verstehen und was ihnen einen konkreten Mehrwert im Alltag bietet.

Diese Lebens- und Arbeitsbereiche betrifft die Digitalisierung besonders

Digitalisierung im privaten Bereich

Digitalisierung im Privatleben
Smartphones sind unser täglicher Begleiter und treiben die Digitalisierung weiter voran.

Die meisten von uns halten einen der größten Treiber der Digitalisierung täglich mehrfach in der Hand: das Smartphone. Im privaten Bereich ist es vor allem die Kommunikation, in der die Digitalisierung um sich greift. Vorbei die Zeiten, in denen Urlaubsfotos herumgezeigt und Diaabende veranstaltet wurden. Heute werden Fotos mit Digitalkameras und Smartphones digital aufgenommen und Sekunden nach der Erstellung in sozialen Netzwerken hochgeladen. Freunde und Bekannte nehmen somit unmittelbar am Urlaub teil, als wären sie mit auf Reisen.

Instant Messaging ist der Nachfolger von Telefonaten und Postkarten und der digitale Einkaufszettel ersetzt die handgeschriebenen Notizzettel im Supermarkt. Smart Homes und Smart Cars vernetzen unsere Lebenswelt immer weiter, sodass das Auto von selbst fährt und sich die Heizung oder der Herd zu Hause immer kurz bevor wir zu Hause sind, einstellen.

Digitalisierung in der Arbeitswelt

Digitalisierung der Arbeitswelt
Die Digitalisierung der Arbeitswelt bedeutet effizientere Geschäftsprozesse und besser Kommunikation.

In der Arbeitswelt bedeutet Digitalisierung vor allem Vernetzung von einzelnen Prozessen. Alle Unternehmensdaten sind jetzt nicht nur in der Firmenzentrale abrufbar, sondern stehen allen Mitarbeitern immer und überall zur Verfügung. So können Materialien direkt vom Außendienstmitarbeiter bestellt und die Warenwirtschaft optimiert werden. Auch hier spielt das Thema Kommunikation eine große Rolle.

Die einzelnen Filialen eines Betriebes stehen miteinander in Verbindung, sodass Ressourcen optimal genutzt und Engpässe vermieden werden können. Die Wartung und Reparatur von Maschinen ist dank der Digitalisierung meist über das Netz möglich und erfordert keine Mitarbeiter vor Ort. Nicht zuletzt bedeutet Digitalisierung immer auch die Sammlung von Daten in einem großen Pool, auf den bei Bedarf jederzeit zurückgegriffen werden kann.

Die zwei Gesichter der Digitalisierung – Evolution oder Revolution?

Immer wieder ist von der digitalen Revolution die Rede. Hierdurch soll die Bedeutung der Digitalisierung hervorgehoben werden, die einen ebenso großen Einfluss auf unsere Lebens- und Arbeitswelt hat, wie einst die Industrielle Revolution. Sie wird somit in einen geschichtlichen Zusammenhang gestellt und kann besser verstanden und nutzbar gemacht werden. Und tatsächlich erscheint es uns häufig, als würde in der digitalen Welt alles mit einer riesigen Geschwindigkeit ablaufen.

So hat das Smartphone gerade einmal 10 Jahre nach seiner Erfindung gebraucht, um von der Hälfte der Menschheit genutzt zu werden. Amazon kündigt von der Drohne über eigene Filialen bis hin zum Fire-TV immer neue Patente und Services an und Facebook vernetzt mittlerweile knapp ein Drittel der Menschheit.

Facebook - Anzahl der Nutzer pro Monat
Ungefähr ein Drittel aller Menschen unserer Welt nutzen Dienste von Facebook / Meta. (Quelle: https://datareportal.com/essential-facebook-stats)

In Wahrheit läuft die Digitalisierung eher als evolutionärer Prozess denn als Revolution ab. Das zeigt sich an kleinen und mittelständischen Betrieben – insbesondere in Deutschland. Diese schaffen sich in der Regel nicht von heute auf morgen neue Techniken an.

Sie erstellen keinen gigantischen Webauftritt, setzen nicht einen eigenen Mitarbeiter ein, der sich um die digitale Präsenz des Unternehmens und die Kommunikation mit Followern und Fans in den sozialen Netzwerken kümmert. Sie fördern ihren Mitarbeitern auch keine regelmäßigen Schulungen, um in Sachen Digitalisierung auf dem neuesten Stand zu bleiben. Viele verfolgen kein digitales Konzept, sondern probieren zunächst einmal Einzelmaßnahmen aus, um zu testen, ob die Digitalisierung für das eigene Unternehmen von Vorteil ist.

Zudem setzen sich neue Möglichkeiten und Services in der digitalen Welt teilweise nur sehr langsam durch. So wird das bargeldlose Bezahlen via Smartphone noch nicht in der Breite genutzt, wie das möglich wäre. Die Menschen hängen noch zu sehr am Bargeld und altbewährten Zahlungsoptionen. Es ist möglich, dass sich das mit der Zeit ändern wird, aber eben schrittweise und nicht in Form einer Revolution.

Unsere Lebens- und Arbeitswelt verändert sich ebenfalls kontinuierlich und nicht spontan. So schaffen sich immer mehr Menschen einen Smart TV an, doch von einer Welt der Smart Homes, in der jeder in einem vernetzten Haushalt lebt, sind wir noch weit entfernt. Ebenso stehen nicht allen Mitarbeitern in Unternehmen Tablets und Smartphones zur Verfügung, mit denen sie auch unterwegs arbeiten könnten.

Um die Digitalisierung für sich nutzbar zu machen, braucht man also einen langen Atem. Zwar werden in regelmäßigen Abständen neue Apps und Techniken von immer neuen Anbietern zur Verfügung gestellt, ob diese sich aber langfristig durchsetzen, ist längst nicht gesagt. Deswegen entscheiden sich viele Betriebe dafür, ein digitales Konzept zu verfolgen, mit dem sie ihre Aktivitäten um Rahmen der Digitalisierung koordinieren und Ziele für die kommenden Jahre definieren.

Digitalisierung in Deutschland

Wir sind ein digitales Entwicklungsland und Deutschland hat in Sachen Digitalisierung noch eine Menge Arbeit vor sich, insbesondere, was den Breitbandausbau betrifft – eine der Grundvoraussetzungen für erfolgreiche digitale Transformation. So haben die Menschen in den großen Metropolen zwar in der Regel zuverlässige und schnelle Internetzugänge zur Verfügung, doch gerade auf dem Land sieht die Versorgung mit schnellem Internet noch sehr dürftig aus.

Entwicklung der Breitbandverfügbarkeit in Deutschland nach Bandbreitenklassen
Entwicklung der Breitbandverfügbarkeit in Deutschland nach Bandbreitenklassen (Quelle: https://www.bmvi.de/)

Die Ausstattung der Schulen mit Smart Boards und modernen Technologien lässt stark zu wünschen übrig. Das liegt nicht unbedingt am Geld, davon ist aktuell genug da. Es fehlt jedoch am politischen Willen, die Digitalisierung voranzutreiben, und auch klare Konzepte, wie das aussehen könnte, sind Mangelware.

Es fehlt am politischen Willen und klaren Konzepten, wie das aussehen könnte, um die Digitalisierung voranzutreiben.

Aktuell ist im Bereich der Digitalisierung jeder seines eigenen Glückes Schmied. In der Regel sind es die Unternehmen selbst, die eigene Digitalisierungskonzepte verfolgen und ihre Mitarbeiter:innen schrittweise auf die neuen Arbeitsweisen und Möglichkeiten vorbereiten. Wenn aber staatliche Unterstützung fehlt, ist es schwierig, langfristig zu planen und die bereits vorhandenen Möglichkeiten optimal auszunutzen.

Dasselbe gilt für den Schulbetrieb. Wenn die Lehrer nicht ausgebildet und darauf vorbereitet werden, ihren Schülern die digitale Welt zu erläutern, dann sind sie nicht in der Lage, fundierte und sachgerechte Informationen zu vermitteln und ihre Schüler auf die neue digitale Arbeitswelt vorzubereiten. Selbst dann nicht, wenn ihnen – wie in Zukunft – ausschließlich „Digital Natives“ gegenübersitzen.

Digitale Kompetenz spielt eine entscheidende Rolle

In diesem Zusammenhang spielt die digitale Kompetenz eine entscheidende Rolle. Hierzu gehören einerseits technische Fähigkeiten, die den Umgang mit bestimmten Geräten, Medien und Tools umfassen. Andererseits beschreibt die digitale Kompetenz die Qualifikation, die eigenen Fähigkeiten in der digitalen Welt gewinnbringend für das Unternehmen einsetzen zu können – beides fehlt jedoch in den meisten Unternehmen.

Ein Beispiel: Kommunikation ist in nahezu allen Betrieben und Unternehmensbereichen von entscheidender Bedeutung. Die Kommunikation mit einem Gegenüber unterscheidet sich jedoch maßgeblich von der digitalen Kommunikation. Es ist einfach nicht dasselbe, ob ich mit einem Kollegen telefoniere oder Informationen per Instant Messaging austausche. Ebenso unterscheidet sich die Kommunikation in den sozialen Netzwerken massiv von der Kommunikation in der analogen Welt.

Dass jemand gut kommunizieren kann, ist somit eine Grundvoraussetzung für viele Berufe. Doch die digitale Kompetenz besteht darin, diese Fähigkeiten in der digitalen Welt anwenden zu können. Wer gut mit Menschen kann ist noch lange kein Experte in den sozialen Netzwerken. Und wer ein hohes Fachwissen hat, ist deswegen noch nicht zwingend in der Lage, ein professionelles und zielführendes Unternehmens-Wiki zu erstellen, das den Mitarbeitern weiterhilft und das Unternehmen voranbringt.

Deswegen sind der Erwerb und die Vermittlung von digitaler Kompetenz von so großer Bedeutung. Hinzu kommt, dass Mitarbeiter lernen müssen, die digitalen Möglichkeiten optimal zu nutzen, ohne sich selbst zu überfordern. Denn nicht umsonst greifen neue Krankheitsbilder wie der digitale Burnout um sich.

Digitalisierung – Grenzen zwischen Realität und Virtualität lösen sich auf

E-Commerce in 10 Jahren
Umfrageteilnehmer sind überzeugt, dass Einkaufen in 10 Jahren mit einer VR-Brille von zu Hause aus möglich sein wird. (Bild: VR-Easy.com)

Eine weitere Eigenschaft der Digitalisierung besteht darin, dass sie die Grenzen zwischen Realität und Virtualität auflösen. Bestes Beispiel hierfür ist die VR-Brille. Für viele Unternehmen ist ein solches Tool durchaus interessant. Potenzielle Kunden werden hierdurch in die Lage versetzt, eine virtuelle Rundreise durch den Shop oder das Warenlager zu machen, ohne dass sie hierfür ihr Zuhause verlassen müssten.

Sie setzen einfach die VR-Brille auf und befinden sich in der schönen neuen Einkaufswelt. Aber ist ein solcher virtueller Onlineshop ebenso real wie die Ladenfiliale um die Ecke? Immerhin ist das Ergebnis dasselbe: Die gewünschten Produkte gelangen nach dem Kauf zu uns nachhause.

Ebenso verändert „die digitale Realität“ unsere Art zu arbeiten. So führt die Gestensteuerung dazu, dass wir im Büro und an der Werkbank gar nicht mehr in direkten Kontakt mit einzelnen Gegenständen treten, sondern die Planung und Durchführung von Projekten einzig über unsere Gesten regeln.

Sprachsteuerung ermöglicht es, mit der digitalen Welt zu kommunizieren, als hätten wir ein menschliches Gegenüber, das uns versteht und uns antwortet. Sprachassistenten wie Alexa, Siri, Bixby, der Google Assistant und Cortana werden quasi zu Kollegen und Mitarbeitern, auf deren Rat und deren Fähigkeiten nicht mehr verzichtet werden kann. Uns selbst der E-Commerce hat schon einen Begriff für das Shoppen per Sprachassistenten gefunden: „Conversational Commerce„.

Conversational Commerce wächst immens
Conversational Commerce wächst immens

Überhaupt wissen Algorithmen und digitale Informationen oft mehr über uns, als wir meinen. Das gilt nicht nur für Dating-Plattformen, die anhand von persönlichen Informationen mittels eines Algorithmus potenziell geeignete Partner für uns finden. Auch Suchmaschinen und Onlineshops wissen aufgrund unserer Suchanfragen und bestellten Produkte jede Menge über unsere Vorlieben und unsere Art zu leben.

Zudem geben wir in den sozialen Netzwerken sehr viel von uns preis. Das ist geradezu das Geschäftsmodell solcher Plattformen. Ohne selbst etwas herzustellen erwirtschaften soziale Netzwerke Milliarden, einfach nur, indem sie die Nutzerdaten gewinnbringend einsetzen.

Wer sagt uns also, dass das „Ich“, von dem wir meinen, dass wir es sind, tatsächlich realer ist, als das „Ich“, das in der digitalen Welt aufgrund der von uns eingegebenen Daten entsteht? Vielleicht ist es inzwischen schon soweit, dass uns die Algorithmen der digitalen Welt besser kennen, als wir uns selbst.

Dass wir das nicht mit Gewissheit sagen können, ist ein sicheres Anzeichen dafür, dass wir noch keinen festen Begriff von der Digitalisierung haben und diese nicht beherrschen. Vielmehr nutzen wir einzelne Facetten und Ausprägungen der Digitalisierung, ohne ein festes Konzept zu haben und unsere Daten komplett im Griff zu behalten.

Digitale Ethik

Die Digitalisierung ist eng mit dem Internet der Dinge (Internet of Things → IoT) verknüpft. Denn in Smart Homes, Smart Cars und virtuellen Realitäten sind viele Gegenstände zu finden, die das analoge Leben mit der digitalen Welt verknüpfen. Das IoT stellt uns vor ganz neue Fragen und Probleme. Wer hat zum Beispiel nach unserem Tod das Verfügungsrecht über unsere Daten?

Sind wir wirklich haftbar, wenn unser Nachwuchs ungehemmt auf den Smartphone herumdrückt und zwei Tonnen Katzenfutter bestellt? Wie bindend sind digital geschlossene Kaufverträge und welche Rückrufrechte haben Verbraucher? Solche rechtlichen Fragen müssen geklärt sein, weswegen sich ganze Berufszweige mit dem Internetrecht beschäftigen.

Die digitale Ethik umfasst aber noch viele weitere Bereiche als bloß das digitale Recht. So spielen hier Wirtschaftsethik, Informationsethik und Technikethik eine große Rolle. Welche Rechte und Pflichten hat ein Unternehmen beispielsweise seinen Mitarbeitern und Kunden gegenüber?

Wie darf zum Beispiel ein Unternehmen wie Meta (Facebook) mit den Daten verfahren, die von den Nutzern aktiv und wissentlich auf die Plattform gestellt werden? Und gelten für einen Betrieb, bei dessen Arbeiten Mitarbeiterdaten anfallen und gesammelt werden, dieselben Rechte und Pflichten? Wie dürfen und müssen Fertigungsprozesse in der digitalen Welt aussehen, um Unternehmen, Mitarbeitern und Kunden gleichermaßen gerecht zu werden?

Ebenso stellen sich Fragen nach der Verantwortung der Konsumenten. Wie stark müssen sie auf ihre persönlichen Daten aufpassen und welche Rechte und Pflichten haben sie im Falle eines Missbrauchs? Wie können Menschen, die an der virtuellen Welt teilnehmen, geschützt werden und welche Verhaltensweisen sind im Netz angeraten? Zu diesem Themenfeld gehört nicht zuletzt der digitale Umgang miteinander.

Es gibt Netiquetten und Regeln für das Miteinander im Internet. Diese nicht auszunutzen und Unternehmen beispielsweise nicht mit schlechten Bewertungen zu drohen, um bestimmte Ziele zu erreichen, sind einige der Themen, mit denen sich die digitale Ethik beschäftigt.

Big Data und die Gefahr des Kontrollverlusts der Daten

Eine Haupteigenschaft der Digitalisierung besteht in der Sammlung von großen Datenmengen. „Big Data“ sorgt dafür, dass niemals wieder etwas vergessen wird. Das Sprichwort „Das Internet vergisst nichts“ setzt sich immer mehr durch und sollte von allen Menschen beherzigt werden. Aktuell gibt es nämlich keine einheitliche Kontrolle der Informationen im Internet.

Wir sind nur bedingt Herr über unsere Daten und können nicht immer mit Gewissheit sagen, wie diese von Unternehmen genutzt werden und in wessen Hände sie gelangen.

Deswegen ist es sinnvoll, immer so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich über sich preiszugeben.

Big Data und Internet of Things
„Das Internet vergisst nicht“ – dank Big Data und Internet of Things wird das immer mehr allgegenwärtig

Auf der anderen Seite ist Big Data ein riesiger Vorteil. Das Internet ist der beste Beweis dafür, wie sinnvoll und angenehm es ist, wenn die gesamte Menschheit alle verfügbaren Informationen zur Hand hat. Es entsteht eine enorme Autonomie, weil niemand abhängig von einzelnen Informationsquellen ist, sondern sich unabhängig und vielseitig informieren kann.

In Unternehmen ist es für die alltägliche Arbeit ein enormer Vorteil, dass alle Unternehmensdaten gesammelt und abrufbar sind. Informationen lassen sich dank Algorithmen viel besser speichern und durchsuchen als analoge Akten und Papierberge. Zudem bleiben die Grundinformationen immer erhalten, ganz egal wie viele Abwandlungen und Veränderungen an bestimmten Daten vorgenommen werden.

Entscheidend ist, die Digitalisierung nicht blauäugig vorzunehmen. Daten sind ein kostbares Gut, das von vielen gewünscht und ausgenutzt wird. Deswegen ist es entscheidend, im Internet und auch in privaten Netzwerken sorgsam damit umzugehen und alle Maßnahmen zu ergreifen, um die eigenen Daten zu schützen.

Warum wir die Digitalisierung umarmen sollten

Zunächst einmal aus ganz praktischen Gründen:

Die Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten.

Deswegen ist es besser, sich frühzeitig mit ihr auseinanderzusetzen und sie für sich nutzbar zu machen, als die Zeichen der Zeit zu verschlafen und irgendwann dem Rest der Welt hinterherzurennen.

Außerdem verändert die Digitalisierung unsere Lebenswelt zum Positiven. Mit der Digitalisierung hält eine neue Art des Arbeitens Einzug, die alles anders und das meiste sogar besser machen wird.

So wie die Fließbandarbeit für Menschen vor 120 Jahren zum Alltag gehörte und bei uns nur noch ein ungläubiges Kopfschütteln auslöst, so werden auch in weiteren 100 Jahren die Menschen den Kopf schütteln, wenn sie sich vorstellen, wie wir bisher gearbeitet haben.

Aber auch im privaten Umfeld eröffnet die Digitalisierung großartige neue Möglichkeiten. Unsere Art zu wohnen, Auto zu fahren und zu kommunizieren wird sich immer weiter verändern und unser Leben wird deutlich angenehmer werden. Wichtig ist, dass wir diese Entwicklungen beherrschen und uns nicht von ihnen überrollen lassen.

Das bedeutet zum Beispiel auch, digitale Kompetenz zu erlangen und einschätzen zu können, wie viel Digitalisierung uns guttut. Die Fähigkeit, abschalten zu können und sich an der analogen Welt zu erfreuen, ist von großer Wichtigkeit. Solange uns das gelingt, bringen uns Big Data, das Internet der Dinge, Instant Messaging, die Cloud und all die anderen Merkmale der Digitalisierung zahllose Vorteile, die es wert sind, sie zu umarmen.

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Kommentare 7

  1. Avatar Thomas says:

    Guter Artikel
    Gut geschrieben und informativ

  2. Avatar Joachim Felix Hornung says:

    Hallo Patrick, Dein Artikel ist ja fachlich ganz ok, aber Dein Zukunfts-Optimismus „und unser Leben wird deutlich angenehmer werden“ ist ja nun doch wohl fern all dessen, was uns bevorsteht. Herzliche Grüße JFH

    • Patrick Tarkowski Patrick Tarkowski says:

      Hallo Joachim,

      vielen Dank für dein Feedback. Ich sehe natürlich auch die Gefahren, die eine intensive Digitalisierung mit sich bringt (Verlust der digitalen Selbstbestimmung, Überwachung und vieles mehr). Deswegen plädiere ich im letzten Absatz ja für den Erwerb digitaler Kompetenz, die einen dazu befähigt, die Digitalisierung im eigenen Sinne zu nutzen und Risiken zu meiden. Zwar schützt auch das nicht umfassend vor einem möglichen Missbrauch der Digitalisierung, aber es ist ein wichtiger Schritt. Insgesamt halte ich die Digitalisierung aber wirklich für etwas Gutes (sonst könnte ich wohl nicht für das digital-magazin schreiben 😉 ) und verspüre tatsächlich einen Zukunfts-Optimismus von dem ich hoffe, dass er sich nicht als naiv herausstellen wird.

      Viele Grüße,
      Patrick

  3. Avatar jÖrG says:

    Fließbandarbeit gab es nicht nur vor 120 Jahren, sie gehört immer noch zur aktuellen Arbeitswelt. Sowohl in ihrer ursprünglichen Form zum Beispiel als Näherin, als auch ins digitale Zeitalter übertragen: macht ein/e durchschnittlicher Sachbearbeiter/in etwas anderes als digitale Fließbandarbeit? Zu behaupten, das wäre ein Ding vor 120 Jahren gewesen und heute unvorstellbar, finde ich reichlich naiv.

    Auch die Vorstellung, dass „wir“ (wer sind eigentlich „wir?) auch nur ansatzweise diese Entwicklungen beherrschen oder die Kontrolle über „unsere“ Daten behalten könnten, ist fern ab jeder Realität. Wir wissen nicht mal, wo und auf welchen Wegen unsere Daten gesammelt werden, wo sie überall landen, wer sie mit welchen Mitteln verarbeitet und vort allem miteinander verknüpft. Jede digitale Bewegung wird irgendwo mehrfach aufgezeichnet, zunehmend auch jede Bewegung in der realen Welt: kaum ein Schritt wird nicht getrackt und gefilmt. Wir holen uns die Kameras und Mikrofone der Datensamller freudig in die Wohnung, das wird ja schon nicht so schlimm sein – ich hab nichts zu verbergen! Gigantische Konzerne außerhalb des Zugriffs einer sowieso kaum vorhandenen Kontrolle, denen Menschen als kleiner Teil der großen Maschine dienen, die mit ihren kleinen Puzzlestückchen helfen, den Moloch zu füttern. Internet, Fernsehen, Auto, Wohnung, Freizeit – alles wird vom ursprünglichen Selbstzweck hintransformiert zu etwas, das wir noch nicht wirklich einschätzen können. Informelle Selbstbestimmung ist eine Illusion.

    Wie kann man etwas umarmen, das einen längst gefesselt hat?

  4. Avatar Sascha Thattil says:

    Sehr interessanter und ausführlicher Beitrag zum Thema Digitalisierung.

    Ich denke der Begriff wird oft verwendet. Jedoch weiss noch nicht jeder was damit gemeint ist.

    Laut unterschiedlichen Quellen sind bereits mehr als die Hälfte der Fortune 500 Unternehmen seit dem Jahr 2000 ausgeschieden, weil eine passende Digitalstrategie fehlte.

    Danke auch für den Hinweis auf den Bereich Digital Ethik.

    Viele Grüsse
    Sascha Thattil

  5. Avatar Gladis Maritza Calderón Ysmodes says:

    Herzlichen Dank sehr Interessanter Artikel über Digitalisierung

  6. Avatar Bruno Hürlimann says:

    Als Grafiker bin ich seit 30 Jahren digital. Das bringt technische wie organisatorische Vorteile und Möglichkeiten wie z.B. 3D.
    Andrerseits fehlen mir die manuellen Arbeiten mit Stift, Schere und Leim, die Maquetten und Modelle.
    Und es fehlen die direkten Kontakte mit den Kunden, die Besuche in den Druckereien. War ich früher jeden Tag irgendwo draussen, sitze ich nun wochenlang allein vor meinem Gerät. Kommunikation mittels moderner Medien ist halt nicht dasselbe wie ein Austausch von Angesicht zu Angesicht.

    Privat beschränke ich das Digitale auf das Minimum. Mein iPhone ist da zum Telefonieren oder für SMS, dient als Uhr und Wecker, ausser Haus kann ich die Mails abrufen. Aber in meinem Kühlschrank hat es nichts verloren. Gegen einen von Hand geschriebenen Einkaufszettel spricht nichts, kann jeder tun, wie er will. Ich trainiere damit meine Handschrift.
    Bezahlt wird in bar, da weiss ich, wie viel Geld ich habe, der kleine Laden muss keine Gebühren bezahlen. Mit dem gewöhnlichen Schalter das Licht einschalten und die Vorhänge zuziehen, dazu kann ich aufstehen und muss nicht faul auf dem Sofa liegend das Smartphone bemühen (ich hasse das Wort Smart).

    Digitalisierung ist etwas Tolles – in beiden Bedeutungen des Wortes. Wo es Vorteile bringt, kann es ausgebaut werden. Kinder müssen dafür geschult werden, ältere sollen sich darüber informieren. Aber immer muss es dem Menschen dienen und dem Natürlichen, Analogen Platz lassen. Es gibt auch Menschen, die die Fliessbandarbeit schätzen.

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