Der Einfluss der Digitalisierung auf das Klima

Digitale Dienste haben konkrete Auswirkungen auf die analoge Welt. Das liegt an den Herstellungskosten der Endgeräte, dem Stromverbrauch, der Entsorgung und vielem mehr. So kommt es, dass der Energieverbrauch im Verlauf der digitalen Transformation nicht ab-, sondern zunimmt. Wer also wirklich etwas für die Umwelt tun möchte, sollte sein eigenes Nutzerverhalten in der digitalen Welt hinterfragen und den eigenen digitalen Fußabdruck so klein wie möglich halten.

Der Energieverbrauch steigt durch die Digitalisierung

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Das Portal heise.de stellt unter Berufung auf eine Studie von „The Shift Project“ die steile These auf, dass Youtube für das Weltklima schädlicher sei als der Flugverkehr. Allerdings wird direkt nachgeschoben, dass dieser Vergleich nicht ganz fair sei, aber einen wahren Kern beinhalte. Denn tatsächlich ist es so, dass viele digitale Dienste auf eine konkrete Infrastruktur in der analogen Welt zurückgreifen. Hinzu kommt, dass digitale Geräte und Services einen massiven Energieverbrauch haben. Das zeigt sich unter anderem daran, dass der Energiebedarf im Informations- und Kommunikationssektor ansteigt, während er in der Gesamtwirtschaft abnimmt. Die Studie zeigt, dass heute im Vergleich zu 2010 37% mehr Energie für jeden in die Digitalisierung investierten Dollar verbraucht werden. Somit hat die Digitalisierung klare Auswirkungen auf den Emissionsausstoß und damit auf das Klima.

Die schwierige Datenlage im Rahmen der Digitalisierung

Das Problem bei Aussagen über die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Klima besteht darin, dass kaum verlässliche Daten, Studien und Erfahrungen zur Verfügung stehen. Viele der Informationen, die in diesem Bereich im Umlauf sind, sind daher gnadenlos veraltet und werden kaum aufeinander abgestimmt, miteinander verglichen oder objektiv bewertet. Weder national noch International wurden bisher brauchbare Daten erhoben, mit deren Hilfe solide Aussagen über die ökologische Komponente der digitalen Transformation gemacht werden könnten. Alle Prognosen und Schlussfolgerungen sind daher mit gewissen Unsicherheiten behaftet.

Für die aktuelle Studie wurde ein Modell aus dem Jahr 2015 verwendet, das mit aktuellen Daten angereichert wurde. Hierbei hat sich gezeigt, dass 10 Minuten HD-Streaming auf dem Smartphone etwa ebenso viel Energie verbraucht wie ein Herd, der 5 Minuten auf voller Energie läuft. Wenn man diese Werte hochrechnet, sind digitale Technologien für etwa 3,7% des aktuellen Emissionsausstoßes verantwortlich, wohingegen es der Flugverkehr von 2018 auf gerade einmal 2,0% bringt. Abhängig von den gewählten Parametern könnte der Energieverbrauch des Digitalsektors bis 2025 auf 8% steigen. Somit läge er über dem von Autos und Motorrädern.

So wirkt sich die digitale Transformation auf die Umwelt aus

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Vielen Menschen ist der Einfluss der digitalen Medien auf das Klima meist gar nicht bewusst. Das liegt daran, dass die Geräte sehr klein sind und die für den Service benötigte Infrastruktur nahezu unsichtbar ist. Hinzu kommt, dass die genutzten Dienste durch die Cloud noch virtueller und weniger greifbar werden. Wir verlieren somit immer mehr das Bewusstsein dafür, wie wir digitale Dienste konsumieren und welche konkreten Auswirkungen das auf unsere Lebenswelt hat. Denn um den Einfluss digitaler Medien auf das Klima einschätzen zu können, müssen eine Vielzahl von Faktoren berücksichtigt werden.

Zum einen ist da der Stromverbrauch. Tatsächlich ist es so, dass mobile Endgeräte einen hohen Energieverbrauch haben und im Laufe ihrer Lebenszeit unzählige Male aufgeladen werden. Ebenso verbrauchen die Dienstleister Energie, die Daten speichern und immer und überall bereitstellen. In der Studie wurden deshalb neben Smartphones und Laptops auch intelligente Fernseher und weitere Komponenten von Smart Homes berücksichtigt, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen und sich kontinuierlich ausbreiten. Der Energieverbrauch, der nach der Lebenszeit digitaler Medien für deren Entsorgung aufgewendet werden muss, wurde im Rahmen der Studie noch gar nicht berücksichtigt.

Die beiden stärksten Einflüsse der digitalen Transformation auf das Weltklima sind der Studie zufolge jedoch Video-Anwendungen sowie der Hang der Menschen, ihre digitalen Endgeräte in immer kürzeren Abständen auszutauschen und durch Neue zu ersetzen. Denn der größte Energieverbrauch entsteht nach wie vor bei der Produktion von Smartphones. Je kürzer die Abstände zwischen zwei neuen Geräten sind, desto größer ist der Einfluss auf die Umwelt.

Was können wir konkret tun?

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Wer wirklich einen Beitrag zum Umweltschutz leisten möchte, sollte den eigenen Umgang mit digitalen Medien kritisch hinterfragen. Denn es gibt kein Anzeichen dafür, dass Nachhaltigkeit und Digitalisierung automatisch Hand in Hand gehen. Stattdessen ist es wichtig, bei allen digitalen Anwendungen ökologische Fragestellungen mitzudenken und das eigene Nutzerverhalten so anzupassen, dass die Umwelt hiervon profitiert. Die Hoffnung, durch die Digitalisierung würden sich unsere ökologischen Probleme wie von selbst lösen, ist jedenfalls illusorisch. Die Studie sagt zudem ganz klar, dass die Digitalisierung aktuell weder von Vorteil noch neutral für die Umwelt ist. Im Gegenteil würde unser „digitaler Überkonsum“ negative Auswirkungen für das Weltklima mit sich bringen.

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