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In der Sparkassen-App kostet Bitcoin 0,99 Euro je Order, eine eigene Wallet gibt es nicht

Die Sparkasse verkauft Bitcoin per App für 0,99 Euro je Order, verwahrt die Coins aber zentral bei der DekaBank. Was das bei kleinen Beträgen bedeutet und was Nutzende nicht mitnehmen können.

Smartphone mit geöffneter App der Sparkasse vor einem Bitcoin-SymbolDieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellgpt_image_2PromptHand holding a plain smartphone with an abstract banking app showing a rising price chart, a physical gold coin with abstract circuit pattern on a wooden desk, soft evening light. Photorealistic editorial magazine photo, 16:9. Absolutely no text, no letters, no numbers, no logos, no brand marks.
Die App der Sparkasse bietet Zugang zu Bitcoin und weiteren Kryptowährungen (Symbolbild)

Ob Bitcoin über die Sparkassen-App günstig ist, lässt sich nur zur Hälfte beantworten: Laut Dekabank kostet jede Order 0,99 Euro, ob und wie viel Aufschlag im garantierten Preis steckt, ist nicht beziffert; auf eine eigene Wallet lassen sich die Coins nicht übertragen. Eine Auslieferung ist nur an Wallet-Adressen bestimmter Kryptowerte-Dienstleister möglich. Wer Selbstverwahrung will, ist hier falsch; wer Bequemlichkeit in vertrauter Umgebung sucht, bekommt sie mit Einschränkungen.

Start ist seit Montag, dem 19. Oktober 2026, bei den ersten teilnehmenden Häusern. Laut dpa/Handelsblatt sollen pro Monat 30 bis 40 weitere Sparkassen dazukommen. Der Angebotsname lautet „Krypto – powered by Deka“.

Was der Start in der Sparkassen-App konkret bedeutet

Laut Deutschem Sparkassen- und Giroverband (DSGV) können Kundinnen und Kunden über die bestehende App Kryptowährungen handeln. Vorgesehen sind zunächst Bitcoin, Ethereum, Ripple, Solana und Polygon. Die Deka-Angebotsseite nennt dieselben fünf Coins.

Einen bundesweit einheitlichen Starttermin gibt es nicht. DSGV-Vorstand Joachim Schmalzl sagte der dpa: „Wann eine Sparkasse startet, entscheidet sie selbst.“ Ob Ihre Sparkasse schon dabei ist, hängt also vom Haus ab, und ein Blick in die App oder eine Nachfrage vor Ort ersetzt jede Pauschalaussage.

Bereitgestellt wird das Angebot von der Dekabank, dem Wertpapieranbieter der Sparkassen. Die Sparkasse selbst tritt dabei vor allem als Zugang auf: Die Oberfläche kennen Nutzende bereits, Handel und Verwahrung liegen woanders. Eine Depotverbindung sei laut dpa-Bericht nicht zwingend notwendig. Das senkt die Einstiegshürde, denn ein eigenes Wertpapierdepot muss man dafür offenbar nicht eröffnen.

Das Rollout-Tempo ist ambitioniert. Der DSGV will laut Schmalzl im ersten Halbjahr 2027 einen großen Teil der interessierten Sparkassen angebunden haben. „Interessiert“ ist dabei das entscheidende Wort: Nicht jedes Haus muss mitmachen.

Was Bitcoin dort kostet und was unklar bleibt

Die Gebühr beträgt laut Dekabank (via dpa/Handelsblatt) 0,99 Euro je Order. Das ist eine klare Zahl, aber nur ein Teil des Preises. Laut dpa zielt das Angebot bei den Preisen auf die Konkurrenz von Smartphone-Banken. Wie sich das im Einzelfall rechnet, belegt der Bericht allerdings nicht.

Die Deka-Angebotsseite schreibt, dass für jede Transaktion für einen begrenzten Zeitraum ein verbindlicher, von der DekaBank garantierter Preis bereitgestellt wird. Ob und in welcher Höhe darin ein Aufschlag steckt, nennen weder Deka-Seite noch Bericht. Ein Aufschlag (Spread) ist die Differenz zwischen dem Preis, zu dem Sie kaufen, und dem Preis, zu dem Sie verkaufen könnten.

„Garantiert“ heißt hier: Der Preis steht für kurze Zeit fest. Das sagt nichts darüber, wie er zustande kommt und ob eine Marge enthalten ist. Die Sparkasse wirbt mit der Gebühr, der Preis im Preis bleibt vorerst Verschlusssache.

Wie wirkt die Gebühr bei kleinen Beträgen?

Eine Festgebühr je Order trifft kleine Beträge prozentual stärker. Wie Ordergebühren die Kostenwirkung verschieben, zeigt auch der Blick auf Kosten bei Altersvorsorgedepots, dort allerdings in anderem Zusammenhang.

Die dm-Rechnung: 0,99 Euro bei einer Order über 50 Euro sind 1,98 Prozent je Kauf. Kauf und Verkauf kosten zusammen 1,98 Euro, das entspricht rund 3,96 Prozent von 50 Euro. Bei 500 Euro sind es für Kauf und Verkauf (Round Trip) ebenfalls 1,98 Euro, also etwa 0,4 Prozent. Beides ohne einen möglichen Aufschlag im Preis und ohne Kursveränderung.

Der Effekt ist simpel: Je kleiner die Order, desto größer der Anteil der Gebühr. Wer mehrfach kleine Beträge kauft, zahlt jedes Mal erneut. Das ist keine Kritik an der Höhe, sondern Arithmetik, die bei jeder Festgebühr gilt.

Wem gehören bei der Sparkasse die Schlüssel?

Laut Deka-Angebotsseite erfolgt die Verwahrung zentral bei der DekaBank. Diese ist notifizierte Kryptowerte-Dienstleisterin, also ein bei der Aufsicht gemeldeter Anbieter (CASP, Crypto-Asset Service Provider), der solche Werte für Kundschaft verwahren darf. Laut dpa/Handelsblatt arbeitet sie dabei mit der Börse Stuttgart zusammen.

Die Private Keys, also die geheimen Schlüssel, die über Bitcoin verfügen, werden treuhänderisch in einer gemeinsam verwalteten Omnibus-Wallet gehalten. Eine Wallet ist die Software oder Hardware, in der diese Schlüssel liegen. „Omnibus“ meint: Die Bestände vieler Kundinnen und Kunden liegen gebündelt in einer Struktur.

dm-Einordnung: Für Nutzende heißt das, dass sie Bitcoin wirtschaftlich besitzen, die Schlüssel aber nicht selbst in der Hand halten. Wer sie hält, entscheidet praktisch auch darüber, wohin Coins gelangen können. Das spart Aufwand und Fehlerquellen, etwa verlorene Zugangsdaten, kostet aber die Kontrolle.

Eine Auslieferung ist nur an Wallet-Adressen bestimmter CASPs möglich, an andere Adressen ist sie laut Deka ausgeschlossen. Welche Anbieter zulässig sind, nennt Deka nicht. Eine eigene Hardware-Wallet scheidet damit offenbar aus. Die Sparkasse verkauft Bitcoin also mit Verwahrung inklusive, und der Schlüssel bleibt im Haus.

Beratung gibt es nicht, Warnhinweise schon

Sparkasse-Beratung: Kundin und Berater sprechen am Schalter über Bitcoin und KryptoDieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellgpt_image_2PromptCustomer and bank advisor talking at a modern savings bank counter, a tablet with abstract charts between them, bright friendly branch interior. Photorealistic editorial magazine photo, 16:9. Absolutely no text, no letters, no numbers, no logos, no brand marks.
Kryptohandel über die Hausbank (Symbolbild)

Das Angebot richtet sich laut Deka ausschließlich an Selbstentscheider. Das sind Menschen, die ohne Beratung eigenständig entscheiden; laut Deka erfolgt ausdrücklich keine Beratung in der Sparkasse. Laut DSGV ist eine Beratung oder aktive Bewerbung in der Breite nicht vorgesehen. Wie Aufsicht und Werbung bei Krypto zusammenspielen, beleuchtet der Beitrag zur BaFin und Finfluencern.

Der DSGV nennt Kryptowährungen „hochspekulative Anlagen“ und weist auf „starke Kursschwankungen und das Risiko eines Totalverlusts“ hin. Für die breite langfristige Vermögensbildung stünden weiterhin Wertpapieranlagen, Sparpläne und Beratung im Vordergrund. Die Gruppe positioniert Krypto damit als Ergänzung für Entschlossene, nicht als Empfehlung für alle.

Die Deka-Seite ergänzt, Anlegerinnen und Anleger sollten mit einer hohen Volatilität rechnen, die bis zum Totalverlust führen kann. Bitcoin mit Warnhinweis also, immerhin ehrlich. Dieser Text ist keine Anlageberatung.

Welche Freigrenze gilt und was mit der Haltefrist offen ist

Deka nennt eine Freigrenze von 1.000 Euro pro Jahr für private Veräußerungsgeschäfte (Stand: 2026). Dazu zählen nach aktueller Rechtslage auch Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen. Eine Freigrenze bedeutet: Bleibt der Gewinn darunter, ist er steuerfrei; wird sie überschritten, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig.

Laut Deka hängt die steuerliche Behandlung von persönlichen Verhältnissen ab und kann sich künftig ändern, auch rückwirkend. Zur Haltefrist liegt ein BMF-Referentenentwurf zur Haltefrist vor; beschlossen ist daraus nichts. Eine Steuerberatung ersetzt das nicht.

Handel kann eingeschränkt sein, Einlagensicherung fehlt

Laut Deka kann der Handel in besonderen Marktsituationen, bei technischen Störungen oder in vorgegebenen Wartungszeitfenstern eingeschränkt sein. Dann ist ein Kauf oder Verkauf nicht jederzeit zum gewünschten Zeitpunkt oder zum angestrebten Preis möglich. Wer in einer Stressphase verkaufen will, sollte das wissen, denn gerade dann zählt der Zeitpunkt.

Außerdem unterliegen Kryptowährungen im Gegensatz zu Bankeinlagen nicht der gesetzlichen Einlagensicherung, dem staatlich vorgeschriebenen Schutz für Guthaben auf Konten bis zu einer Höchstgrenze. Auch bei professioneller Verwahrung bleiben laut Deka Risiken, etwa durch externe Angriffe auf Blockchain-Infrastrukturen. Das vertraute Sparkassen-Logo ändert an dieser Rechtslage nichts.

Die dm-Einordnung: Prüfen Sie vor dem ersten Kauf, ob Ihre Sparkasse bereits teilnimmt, wie hoch Ihre typische Ordergröße wäre und ob Sie Ihre Coins je woandershin bewegen wollen. Das Rollout-Tempo ist laut DSGV hoch, bis zum ersten Halbjahr 2027 soll ein großer Teil der interessierten Häuser angebunden sein. Wer heute noch nicht dabei ist, muss also nicht lange warten, aber auch nichts überstürzen.