Klimakiller Internet – wie schädlich ist die Digitalisierung für den Planeten?

Klimawandel
Montage: digital-magazin.de, Originalbild: phasin –stock.adobe.com
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Es ist eines der wichtigsten Themen der Gegenwart: der Klimaschutz. Wer der Umwelt einen Gefallen tun will, kann auf Flugreisen verzichten, weniger Fleisch konsumieren und Plastikverpackungen meiden. Aber auch unser Umgang mit dem Internet und der digitalen Welt hat Einfluss auf unsere CO2-Bilanz und damit auf das Klima. Vor allem das Streamen verbraucht eine ungeheure Menge Energie. Nur wer hier bewusst lebt und möglichst umweltverträglich im Internet unterwegs ist, fördert den Umweltschutz, statt den Planeten weiter zu gefährden.

CO2-neutrales Internet ist (noch) eine Illusion

Grundsätzlich ist es vorstellbar, den gesamten Strombedarf des Internets aus erneuerbaren Energien zu decken. Hiervon ist die Menschheit aber noch sehr weit entfernt. Aktuell stammt nur ein Bruchteil der für das Web aufgewendeten Energie aus erneuerbaren Quellen. Für einen Großteil werden hingegen Kohle, Öl und Gas verbrannt. Der Verbrauch des Internets ist hierbei beachtlich. Im Jahr werden für das Web etwa 440 Millionen Tonnen Öleinheiten verbraucht. Zum Vergleich: Ganz Japan verbraucht in einem Jahr 445 Millionen Tonnen Öleinheiten. Damit verbraucht das WWW viele kostbare Ressourcen und trägt wesentlich zum Klimawandel bei.

Es gibt vielfältige Bereiche, in denen das Internet Strom verbraucht. Besonders relevant ist zum Beispiel das Streaming. Die Speicherung, Bereitstellung und Anzeige von Youtube-Videos führt zu einem immensen Energieverbrauch. Ebenso verursacht eine einzige Bitcoin-Überweisung etwa 270 kg umweltschädliches Kohlendioxid. Einen ebenfalls großen Energiebedarf haben Smartphones und andere mobile Endgeräte. Nahezu täglich hängen solche Geräte an der Steckdose und saugen kostbare Energie. Somit tragen auch Messenger-Nachrichten, Posts in den sozialen Netzwerken und der Einsatz digitaler Geräte wie Kameras zum Klimawandel bei.

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Die Streaming-Nutzung steigt rapide

Die letzten Jahre haben gezeigt, dass sich die Menschen immer mehr für das Streaming begeistern und verstärkt Serien gucken, hebt Jörg Schieb auf blog.wdr.de herovor. Youtube-Videos stehen hierbei ebenso hoch im Kurs wie Angebote von Netflix oder anderen Streaming-Diensten. Diese Entwicklung führt zu einem riesigen Energiebedarf. Jetzt könnte man das Problem kleinreden und sagen: Der Flugverkehr und die Fleischindustrie verursachen deutlich größere Umweltschäden. Das stimmt. Dennoch ist der Verbrauch an Strom durch Streaming-Dienste mittlerweile so groß und nimmt immer noch so stark zu, dass er als Faktor für den Klimawandel nicht mehr vernachlässigt werden kann.

Hinzu kommen die indirekten Auswirkungen des Streamings auf den Klimawandel. So werden immer mehr Geräte produziert und verkauft, die sich für das Streaming anbieten. Diese reichen von Smartphones und Tablets bis hin zu Großbildfernsehern. Bei der Herstellung solcher Produkte wird sehr viel Energie aufgewendet und bei ihrer Entsorgung entsteht Elektroschrott, der ebenfalls eine Belastung für die Umwelt darstellt. Deswegen ist es wichtig, bewusst zu streamen und sich nur die Dinge anzusehen, die einen wirklich interessieren. Außerdem haben Konsumentinnen und Konsumenten durch die Wahl der Streaming-Anbieter die Möglichkeit, Einfluss auf den Energieverbrauch zu nehmen.

Umweltbewusst leben und surfen

Beim Klimaschutz geht es nicht darum, den Menschen Dinge zu verbieten und ihnen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben. Es geht darum, sich die Auswirkungen des eigenen Handelns in Bezug auf die Digitalisierung bewusst zu machen und sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Es sind vermutlich nicht so viele Menschen, die wissen, dass digitale Technologien mittlerweile 3,7% der weltweiten Treibhausgasemissionen ausmachen. Wer das aber weiß, wählt Youtube-Videos und andere Streaming-Angebote mit Sicherheit bewusster und weniger inflationär aus.

Eine gute Möglichkeit, um einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, ist die Wahl der passenden Anbieter. So arbeiten zum Beispiel Apple, Facebook und Google an Strategien, um ökologischer zu wirtschaften und ihren Energiebedarf aus erneuerbaren Energien zu beziehen. Von Amazon sind solche Maßnahmen hingegen nicht bekannt. Dienste wie Netflix und Spotify verwenden jedoch die Amazon-Infrastruktur, um ihre Kundinnen und Kunden zu erreichen. Durch einen Wechsel zu anderen Anbietern oder durch öffentlichen Druck auf diese Dienstleister ist es möglich, diese zu einem Umdenken zu bewegen. Niemand sollte meinen, die Welt im Alleingang retten zu können, aber kleine Schritte führen hier zum Ziel und können große Energieeinsparungen bewirken.

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