Das Thermostat Eve Thermo 5. Gen arbeitet laut Testbericht von heise bestenlisten vom 5. November 2026 zu 100 % lokal und braucht weder Cloud noch Benutzerkonto. Die Zeitpläne lassen sich laut Test allerdings nur mit iOS oder Google Home anlegen. Die Regelgüte bewertet heise als exzellent. Der Preis beginnt laut heise bei 72,99 EUR.
Thermostat ohne Cloud: Wenn der Heizkörper zu Hause bleibt
Das Thermostat Eve Thermo 5. Gen setzt laut dem Test vom 5. November 2026 vollständig auf den Matter-Standard und das Funkprotokoll Thread. Matter ist ein herstellerübergreifender Standard für Smart-Home-Geräte. Thread ist ein stromsparendes Funknetz, in dem sich die Geräte gegenseitig weiterreichen. Das Gerät richtet sich laut heise an Anwendende, die Wert auf Datenschutz und lokale Ausführung legen, etwa in Apple Home, Google Home oder Home Assistant.
Die kurze Version: Es läuft zu Hause und bleibt zu Hause. Als Vorteile nennt heise die lokale und private Arbeitsweise, die exzellente Regelgüte und Matter-Bindings auch über Home Assistant. Home Assistant ist eine quelloffene Smart-Home-Zentrale, die Sie selbst betreiben. Ein Matter-Binding koppelt zwei Geräte direkt miteinander.
Als Nachteile führt heise drei Punkte an: Zeitpläne nur mit iOS oder Google Home, keine Temperaturanpassung bei Eve Thermo Control und den hohen Preis. Billig ist das Thermostat nicht. Dafür arbeitet es laut Test ohne Hersteller-Hub.
Matter erlaubt es, ein Gerät gleichzeitig in mehreren Systemen zu nutzen (Multi-Admin). Wie Eve und Aqara das weitertreiben, steht in unserem Beitrag zum Matter-2.1-Rollout.
Schlankheitskur: Maße, Montage und Display des Thermostats
Das Thermostat misst laut Testbericht 55 × 55 × 89 mm und fällt damit kompakter aus als der Vorgänger mit 54 × 67 × 85 mm. Heise lobt die Mischung aus glänzenden und matten Oberflächen. Die Verarbeitung ist solide. Der Motor arbeitet angenehm leise.
Auf der Oberseite sitzt ein gut ablesbares Display mit Touch-Bedienfeld. Darüber stellen Sie die Zieltemperatur in 0,5-Grad-Schritten ein. Alternativ steuern Sie per App oder Sprachbefehl.
Im Lieferumfang liegen laut heise zwei AA-Batterien, eine Montageschraube mit Mutter und drei Adapter für Danfoss RA, RAV und RAVL. Der Standardanschluss ist M30 × 1,5 mm. Die Montage an einer Handtuchheizung im Bad verlief im Test unkompliziert.
Eine Schwäche teilen alle Heizkörperthermostate. Das Thermostat sitzt direkt am Ventil. Der interne Sensor misst laut heise wegen der abstrahlenden Wärme des Heizkörpers in der Regel zu hohe Temperaturen. Das ist, als hängten Sie das Zimmerthermometer neben die Kaffeemaschine. Eve bietet deshalb mit dem Thermo Control einen externen Raumsensor an. Alternativ lässt sich der interne Sensor kalibrieren.
Erst Home Assistant, dann Apple Home: zwei Chefs, ein Thermostat
Die Inbetriebnahme des Eve Thermo 5. Gen erfolgt laut heise bestenlisten in zwei Schritten. Zuerst wurde das Thermostat direkt in Home Assistant über einen eigenen OpenThread Border Router (OTBR) eingebunden, also eine Funkbrücke zwischen Thread-Netz und Heimnetz. Home Assistant arbeitet dabei als Matter-Controller und stellt die Thread-Infrastruktur bereit. Das erlaubt laut Test die vollständige lokale Steuerung ohne Cloud und ohne Hersteller-Hub.
Dieses Bild wurde mit KI generiertProviderhiggsfieldModellgpt_image_2_5 flare high 1k 16:9PromptMagazine cover style illustration, flat isometric infographic in two steps, read from left to right. Step one: a small mini server box with a house symbol, sending curved radio waves to a white radiator thermostat on a radiator. Step two: from the same box, a glowing connection line leads to a smartphone showing a simple home icon and a schedule symbol, with a small label "Matter". Clean teal, deep navy and warm orange palette, soft gradients, generous white space, no digits, no charts with values, no people, no logos. No watermark, no signature.Im zweiten Schritt teilten die Testenden das Gerät per Matter-Code an Apple Home beziehungsweise die Eve-App. Dieser Schritt ist laut heise nötig, um die Zeitpläne der Eve-App zu nutzen. Für die Einrichtung mit der Eve-App braucht es eine Bluetooth-Verbindung zum iPhone.
Die Eve-App bietet laut heise einen aufgeräumten und optisch ansprechenden Verlaufsbereich. Sie zeigt den Temperaturverlauf mit Ist- und Zielwert als Liniendiagramm in Tages-, Wochen- und Monatsansicht. Der Ventilverlauf erscheint als Stufendiagramm mit der prozentualen Öffnung. Dazu kommen Thermostat-Details samt Zeitplan-Balken, Luftfeuchtigkeit und Ventilstatus. Apple Home bietet anders als die Eve-App kaum Einstellungsmöglichkeiten.
Android-Nutzende haben es schwerer. Es gibt zwar eine Eve-App im Google Play Store, doch sie unterstützt laut heise ausschließlich Eve-Geräte, die über Google Home verbunden sind. Ohne Google Home mit Thread-Border-Router sei die App nutzlos, schreibt der Test. Das Pairing des Thermo Control klappt dagegen auch ohne Eve-App über Home Assistant. Wie Sie Matter dort sauber aufsetzen, zeigt unser Leitfaden Home Assistant Matter einrichten.
Pläne aus der Eve-App speichert das Thermostat laut heise direkt im Gerät. Sie laufen autark, auch wenn Home Assistant, Smartphone und Cloud nicht erreichbar sind. Pläne aus Integrationen wie der Scheduler Card laufen dagegen nur, solange der Home-Assistant-Server aktiv ist. Fällt er aus, wird nicht geheizt, schreibt heise. (Ein Heizplan, der an einem einzigen Server hängt, ist im Ernst ein Bastelprojekt mit Frostrisiko.)
Tipp: Wer maximale Ausfallsicherheit will, legt die Heizpläne in der Eve-App an, weil sie dort im Thermostat selbst liegen.
Home Assistant im Detail: viele Entitäten, ein paar Lücken
Die native Matter-Integration in Home Assistant stellt für das Eve Thermo laut heise eine breite Palette an Entitäten bereit, also an einzelnen Werten und Schaltern. Dazu zählen die Hauptentität climate mit den HVAC-Modi off und heat, die Ist-Temperatur und ein Offset zur Kalibrierung des internen Sensors. Hinzu kommen Kindersicherung, Thread-Diagnosedaten, Batteriestatus und Fehlermeldungen für Hardware, Funkmodul und Netzwerk. Firmware-Updates laufen laut Test ebenfalls über Home Assistant.
Der wertvollste Wert ist die Ventilstellung zwischen 0 und 100 %. Sie ist laut heise der direkte Indikator für die Heizaktivität. Die Diagramme im Test zeigen, wie das Thermostat sein Ventil nach Erreichen der Zieltemperatur in feinen Stufen herunterfährt. Heise attestiert eine stufenlose PID-Regelung, die Abweichungen laufend ausgleicht, statt simpel ein- und auszuschalten. Das ist ein Gaspedal statt eines Lichtschalters. Ein Anstieg der Luftfeuchtigkeit samt kurzem Überschwingen der Raumtemperatur deutet im Diagramm auf eine Dusche hin.
Die Tabelle stellt das Eve Thermo 5. Gen zwei Zigbee-Modellen gegenüber, die heise in Home Assistant verglichen hat.
| Merkmal | Eve Thermo 5. Gen | Sonoff TRV Gen2 | Danfoss Ally |
|---|---|---|---|
| hvac_action | nicht nativ | running_state | running_state |
| Heizbedarf | Ventilstellung (%) | Ventilposition + Stundenwert | pi_heating_demand |
| Temperatur-Offset | temperatur_offset | local_temperature_calibration | regulation_setpoint_offset (eingeschränkt) |
| Externe Sensoren | über Thermo-Control-Binding | nativ + Blueprint | external_measured_room_sensor |
| Fenster offen | nur externe Automatisierung | Switch + Binary Sensor | ja |
| Native Presets | 8 Stück | nachbaubar | Programmiermodi |
| Zeitpläne in HA | nein, nur Eve-App | editierbare Text-Entitäten | nur über MQTT |
Sonoff und Danfoss punkten laut heise mit tiefer Home-Assistant-Integration und direktem Heizbedarfssensor. Das Eve Thermo bringt die vollständige lokale Matter-Thread-Architektur und die Binding-Fähigkeit mit Thermo Control mit. Das Aqara W600 ist funktional am nächsten dran, erreicht seinen vollen Umfang aber nur im Zigbee-Modus. Wer von Zigbee wechseln will, findet Schritte in unserem Beitrag zur Zigbee-Migration auf Thread.
Thermo Control als Außenposten: das Binding, das ohne Server auskommt
Das Eve Thermo Control ist ein separat erhältlicher Raumsensor mit E-Ink-Display für ca. 76 Euro. Er misst laut heise Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Seine Raumwerte sind präziser als die des internen Sensors, der wegen der Nähe zum Heizkörper durch Abstrahleffekte ungenau liegt. Gekoppelt wird er per Matter-Binding.
Normalerweise erfolgt die Zuweisung über die Eve-App, also mit iOS oder mit Android samt Google Home. Heise stellte das Binding stattdessen über das Add-on Matter Binding Helper in Home Assistant her. Dafür erhält der Controller Berechtigungen über Access Control Lists (ACLs). Die Optionen Operate für den normalen Betrieb und Manage für volle Kontrolle funktionierten im Test. Das Control liest die Zieltemperatur des Thermostats aus und zeigt sie auf dem E-Ink-Display an. Das Thermostat nutzt im Gegenzug die Raumtemperatur des Controls als Regelgrundlage.
Der Mehrwert liegt in der Autarkie. Eine Kopplung über Template-Sensor oder Automatisierung, wie heise sie beim Sonoff TRV Gen2 nutzte, braucht einen laufenden Home-Assistant-Server, der die Werte laufend sendet. Bei Stromausfall, Update oder Netzwerkfehler regelt das Thermostat laut Test mit dem letzten bekannten Wert oder fällt auf den internen Sensor zurück. Das Matter-Binding kommuniziert dagegen direkt von Gerät zu Gerät über Thread. Die Werte fließen ohne Umweg über Home Assistant, ohne Cloud und ohne Internet. (Bei so etwas möchte man dem Thermostat fast zurufen: Macht das mal allein, ich schaue Fernsehen.)
Zwei Punkte bleiben offen. Heise führt bei Eve Thermo Control keine Temperaturanpassung als Nachteil auf, ob Eve das nachliefert, nennt der Test nicht. Android-Nutzende ohne Google Home klären vor dem Kauf, ob ein Thread-Border-Router im Haus bereitsteht, sonst bleiben die Zeitpläne gesperrt. Den vollständigen Bericht von Kai Schmerer lesen Sie bei heise bestenlisten.





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