Ja, Sie erkennen Spam-Anrufe schon vor dem Abheben, denn Samsung, Google und Apple haben eigene Filter in ihre Telefone eingebaut. Die Funktion hängt vom Gerät ab, und der Pixel-Anruf-Filter startet in Deutschland nur händisch. Das steht im t3n-Ratgeber zu Spam-Anrufen vom 2. November 2026.
Spam-Anrufe in Zahlen: Gewinnspiel-Trick und Schuldendruck…
Spam-Anrufe sind ein Massenphänomen: Jeden Monat werden Hunderttausende getätigt, laut einer Untersuchung von Clever Dialer, über die t3n am 2. November 2026 berichtet. Allein im April 2026 zählte die Untersuchung mehr als 585.000 Anrufe. Betroffene wurden im Schnitt mehr als viermal belästigt.
Das ist ziemlich krass. Die häufigste Masche ist laut t3n ein vorgetäuschter Gewinn bei einem Gewinnspiel. Darüber fragen die Anrufenden sensible Daten ab.
Andere Betrügende setzen Sie unter Druck. Angeblich haben Sie noch Schulden offen, und die Rechnung soll schnell bezahlt werden. Wer darauf hereinfällt, bleibt laut t3n meist auf den hohen Kosten sitzen.
Auch bei der Bundesnetzagentur stapeln sich die Fälle. Sie erhielt 2025 insgesamt 85.158 Beschwerden zu Rufnummernmissbrauch, wie ihre Pressemitteilung vom 9. Februar 2026 zeigt. Die meisten betrafen SMS- und Messenger-Spam sowie belästigendes Anrufverhalten.
Die Behörde schaltete 2025 rund 6.200 Rufnummern ab. Für mehr als 2.000 Rufnummern verhängte sie Verbote, unrechtmäßige Rechnungen zu stellen. Präsident Klaus Müller betont, die Behörde sei auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.
Samsung, Pixel und iPhone: Was Ihr Telefon schon kann…
Samsung, Google und Apple haben eigene Spam-Schutzfunktionen in die Telefon-App ihrer Geräte eingebaut. Die Tabelle zeigt, wo Sie welche Funktion einschalten.
| Gerät | Funktion | Pfad in den Einstellungen |
|---|---|---|
| Samsung | Smart Call | Telefon-App → Dreipunktemenü → Einstellungen → Anrufer-ID und Spam-Schutz |
| Pixel | Anruf-Filter | Telefon-App → Dreipunktemenü → Einstellungen → Spam und Anruf-Filter |
| iPhone | Anrufidentifizierung | Einstellungen → Apps → Telefon → Anrufe blockieren u. identifizieren |
| iPhone | Anruffilter | Telefon-Einstellungen → Anruffilter → Nach Grund des Anrufs fragen |
| iPhone | Stummschalten | Telefon-App → Unbekannte Nummern, Spam |
Bei Samsung gleicht Smart Call jede anrufende Nummer mit einer Datenbank ab. War die Nummer schon auffällig oder hat sie ungewöhnliche Merkmale, kennzeichnet das Telefon sie als Spamverdacht oder als möglichen Betrugsanruf.
Dann wischen Sie vom unteren Bildschirmrand nach oben. Zur Wahl stehen „Nummer blockieren“ und „Nummer melden“. Blockieren sperrt die Nummer für Sie. Melden hilft Samsung, sie auch bei anderen Anrufenden zu markieren.
Im Normalfall ist die Option schon aktiv. Falls nicht, stellen Sie den Schieberegler um. Das ist easy.
Auf Pixel-Telefonen nimmt der Anruf-Filter in den USA verdächtige Anrufe automatisch an. In Deutschland wählen Sie bei einer verdächtigen Nummer selbst „Anruf prüfen“. Dann nimmt ein Anrufassistent ab und fragt, was die Anrufenden möchten.
Antworten erhalten Sie als Transkript. Bei Spam tippen Sie auf „Als Spam melden“. Der Assistent wimmelt die Anrufenden ab und sagt ihnen, dass sie Sie nicht mehr kontaktieren sollen (ja, wirklich).
Taucht der Anruf-Filter in den Einstellungen nicht auf, ist er laut Googles Support-Dokument für Ihr Gerät nicht verfügbar. Warnungen zu verdächtigen Nachrichten behandelt unser Beitrag zu Pixel Scam Detection.
Beim iPhone scannt die Anrufidentifizierung jede Nummer über eine Dritt-App, Ihren Mobilfunkanbieter oder Apple Business Connect. Wer das übernehmen soll, wählen Sie selbst. Ist die Nummer verdächtig, zeigt das Telefon es an.
Beim Anruffilter nimmt der Sprachassistent den Anruf entgegen, ohne dass Sie gestört werden. Er fragt Grund und Namen ab und leitet beides an Sie weiter. Danach entscheiden Sie in Ruhe.
Unbekannte Nummern und Spam lassen sich außerdem stummschalten und in gesonderte Anruflisten umleiten. Als Spam eingestufte Anrufe gehen zuvor an Ihre Voicemail. Der Anruf-Filter von Google ist tatsächlich die bequemste Variante, weil das Telefon das erste Gespräch führt.
Android-Bankenschutz: Zum Start nur drei Banken…
Dieses Bild wurde mit KI generiertProviderhiggsfieldModellgpt_image_2_5 flare high 1k 16:9Promptmagazine cover style illustration, flat bold vector look with subtle grain, a smartphone seen straight from the front in the center, its screen showing a ringing call icon being cut off by a red crossed-out handset symbol, a glowing shield with a check mark beside it, a stylized bank building icon on the left connected by a dotted line to a banking app icon on the phone, small label "Bankenschutz" on the shield, deep navy background with teal, white and coral red accents, dramatic geometric composition, no people, no hands. No watermark, no signature.Android bekommt in Kürze einen Schutz vor falschen Bankanrufen, wie t3n unter Berufung auf Engadget berichtet. Sobald ein Anruf mit der Nummer einer unterstützten Bank eintrifft, soll das Betriebssystem im Hintergrund mit Ihrer Banking-App sprechen.
Die App meldet zurück, ob der Anruf echt ist oder gerade gar kein Anruf der Bank geplant ist. Im zweiten Fall legt das Telefon automatisch auf, bevor Sie annehmen können. Google will damit gegen Spoofing vorgehen, also gegen das Nachahmen der Bankrufnummer durch Betrügende.
Die Grenzen sind eng. Das Feature greift laut t3n wohl nur bei Anrufenden, die sich als Bankpersonal ausgeben. Außerdem muss Google mit jeder Bank eine Partnerschaft schließen.
Zum Start sind lediglich Revolut, Itaú und die Nubank dabei. Okay, für viele hierzulande ist damit noch nichts gewonnen. Einen Überblick zu weiteren Schutzfunktionen gibt unser Beitrag Wie viel Android Betrugsschutz steckt wirklich in Ihrem Handy?
Apps und Sperren: Was Sie zusätzlich einsetzen können…
Clever Dialer und Tellows sind die bekanntesten Apps, die Anrufende für Android und iOS identifizieren. Beide setzen auf Meldungen der Community. Stufen andere Nutzende eine Nummer als unseriös ein, markiert die App sie bei einem Anruf als Spam.
In den Apps sehen Sie, ob es sich eher um Werbeanrufe oder um betrügerischen Spam handelte. Außerdem lässt sich die Nummer über beide Apps auf dem Smartphone blockieren.
Auch Ihr Anbieter kann helfen. Einige Netzbetreiber sperren laut Bundesnetzagentur einzelne Rufnummern oder ganze Rufnummerngruppen. Je nach Ausrüstung geht das ebenso im Router, in der Nebenstellenanlage oder im Mobiltelefon selbst.
Tipp: Fragen Sie bei Ihrem Anbieter nach, ob er Rufnummern oder ganze Nummerngruppen sperrt.
Eine Fangschaltung (MCID) soll den Ursprung von Anrufen ermitteln. Sie kostet Geld und lässt sich bei Ihrem Telefonanbieter beantragen. Sie muss schon beim Anruf eingerichtet sein, nachträglich lässt sich nichts auslesen.
Moment, noch ein Haken: Je nach Art der Manipulation zeigt auch die Fangschaltung häufig nicht den wahren Anrufursprung.
Gefälschte Nummern: Warum die Anzeige trügen kann…
Die angezeigte Rufnummer kann gefälscht sein, wie die Bundesnetzagentur auf ihrer Seite zur Manipulation von Rufnummern schreibt. Absenderrufnummern sind demnach nicht uneingeschränkt vertrauenswürdig.
Dieses Fälschen heißt Call-ID-Spoofing. Betrügende müssen die Nummer dafür nicht besitzen. Genutzt werden echte Nummern, auch ausländische, oder erfundene, die niemandem gehören.
Die Notrufnummer 110 erscheint bei echten Polizeianrufen nie als Absender. Polizeiliche Notrufabfragestellen rufen laut Bundesnetzagentur immer mit den Ortsnetzrufnummern der Dienststellen an. Seit dem 1. Dezember 2022 müssen Anrufe mit 110, 112 oder bestimmten hochpreisigen Nummern wie (0)900 und (0)137 als Absender abgebrochen werden.
Deutsche Nummern aus ausländischen Netzen werden seit dem 1. Dezember 2022 unterdrückt. Je nach Gerät sehen Sie dann „unbekannte Nummer“ oder „anonym“. Mobilfunknummern im Roaming sind ausgenommen.
Die Folge sind mehr Anrufe ohne Nummer. Nicht alle davon sind unseriös, weil sich Menschen auch aus berechtigten Gründen für eine Unterdrückung entscheiden. Sie können sich aber entscheiden, solche Anrufe gar nicht anzunehmen.
Vorsicht beim Zurückrufen. Wird eine echte Nummer widerrechtlich als Absender genutzt, erhalten die wahren Inhabenden laut Bundesnetzagentur vermeintliche Rückrufe. Der verpasste Anruf taucht in der Liste der entgangenen Anrufe auf. Wer zurückruft, erreicht dann Unbeteiligte.
Bei Ping-Anrufen klingelt das Telefon nur kurz. Die Nummer im Display soll laut Bundesnetzagentur zum Rückruf bei einer hochpreisigen Rufnummer verleiten.
Die Behörde warnte am 23. September 2025 vor Anrufen im Namen von Polizei oder Banken. Die Anrufenden versuchen, Menschen zu Überweisungen oder Bargeldübergaben zu bewegen. Am 11. Februar 2026 folgte eine Warnung vor E-Mails und SMS im Namen von Trading-Plattformen, die zum Rückruf auffordern.
Wie eine aktuelle Welle aussieht, beschreibt unser Beitrag zum Bank-Phishing im Namen von DKB, Sparkasse und Volksbank.
Melden Sie Verdachtsfälle schnell, denn Verkehrsdaten werden laut Bundesnetzagentur in der Regel nach sieben Tagen gelöscht. Die Behörde braucht fünf Angaben: Ihre Rufnummer, die angezeigte Rufnummer, Ihren Telefonanbieter, Datum und Uhrzeit sowie eine Schilderung der Manipulation. Nutzen Sie dafür das eigene Beschwerdeformular für Rufnummernmanipulation.
Bei Anrufen ohne angezeigte Nummer ermittelt die Behörde nicht wegen Manipulation. Bei nicht angenommenen Anrufversuchen speichern Netzbetreiber regelmäßig keine Daten. Ein Anruf auf der Mailbox gilt dagegen nicht als Anrufversuch.
Tipp: Sichern Sie das Anrufprotokoll Ihres Routers per Screenshot, weil dort ein Hinweis auf die tatsächlich genutzte Nummer stehen kann.
Der nächste Schritt ist klar umrissen: Melden Sie verdächtige Anrufe mit angezeigter Nummer innerhalb von sieben Tagen über das Formular der Bundesnetzagentur. Bei Betrugsverdacht informieren Sie zusätzlich die örtliche Polizei, denn für Straftaten ist die Bundesnetzagentur nicht zuständig.





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