Medizinische Versorgung – wie viel Digitalisierung ist gesund?

Vom digitalen Rezept bis zur Online-Sprechstunde hat die Digitalisierung des Gesundheitswesens viel zu bieten. Grundsätzlich stehen die Deutschen den neuen Technologien positiv gegenüber. Viele befürchten jedoch Gefahren für ihre Privatsphäre und ihre Daten. Gerade deswegen sind Themen wie der Datenschutz oder Patienteneinwilligungen bei der Diskussion um eine digitale Transformation des Gesundheitswesens von großer Wichtigkeit.

Die Chancen der digitalen Transformation des Gesundheitswesens

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Es gibt viele Argumente, die für eine digitale Transformation des Gesundheitswesens sprechen. So bieten Online-Sprechstunden von Ärzten auch solchen Patienten die Möglichkeit einer Behandlung, die nicht in der Lage sind, in eine Praxis zu gehen. Gerade ältere Menschen oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen könnten hiervon profitieren. Digitale Krankschreibungen reduzieren den bürokratischen Aufwand und sparen Ressourcen wie Papier ein. Auch elektronische Rezepte für die Patienten wären ein Beitrag zum Umweltschutz und zu einer Reduzierung von Bürokratie.

Außerdem bietet die Digitalisierung die Möglichkeit, personenbezogene Patientendaten immer griffbereit zur Verfügung zu haben. Somit haben sämtliche Ärzte denselben Kenntnisstand und können eine bestmögliche Versorgung der Kranken garantieren. Gerade bei einem Unfall, wenn ein Patient keine Auskünfte mehr über sich geben kann, sind solche Datensammlungen eine extrem große Hilfe.

Die Risiken der digitalen Transformation des Gesundheitswesens

Ein Nachteil einer digitalen Transformation des Gesundheitswesens besteht darin, dass die Medizin deutlich unpersönlicher würde. Patienten würden häufiger online eine Sprechstunde in Anspruch nehmen, statt tatsächlich zu einem Arzt zu gehen. Gerade bei Krankheiten ist es häufig jedoch wichtig, sich gut untersucht, aufgehoben und betreut zu fühlen. Die Nähe zu den Medizinern und das persönliche Vertrauensverhältnis lässt sich in einer digitalen Welt deutlich schwerer aufbauen als in der analogen.

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Außerdem stellt der Datenschutz eine riesige Herausforderung bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens dar. Gerade Gesundheitsdaten sind extrem sensibel und dürfen keinesfalls in die Hände Unbefugter gelangen. Zudem haben Patienten nicht umsonst ein Recht auf Verschwiegenheit und können sich auf die Schweigepflicht ihre Ärzte verlassen. Wenn sämtliche Patientendaten digital zur Verfügung stehen, kann es durchaus sein, dass auch die Krankenkassen Informationen erhalten, die sie sonst nicht bekommen hätten. Der Weg zum gläsernen Patienten ist dann nur noch sehr kurz.

Wie stehen die Deutschen zu einer Digitalisierung des Gesundheitswesens?

Die Beratungsgesellschaft PwC hat eine Umfrage durchgeführt, um herauszufinden, welche Haltung die deutschen der digitalen Transformation des Gesundheitswesens gegenüber einnehmen. Hierbei zeigte sich, dass grundsätzlich eine positive Stimmung dem Thema gegenüber besteht, berichtet zdf.de. Es sind vor allem jüngere Menschen, die die digitalen Möglichkeiten als einen Segen empfinden und sich entsprechende Angebote auch im Gesundheitswesen wünschen. Allerdings machen auch sie sich bereits Sorgen um ihre Daten und den Patientenschutz.

Diese Sorge wächst offenbar mit dem Alter der Patienten. So geben viele ältere Menschen ab 55 Jahren an, dass ihre Sorge um den Datenschutz besonders groß sei. Insgesamt scheinen sich aber alle Befragten der Wichtigkeit dieses Themas bewusst zu sein. So geben 93% an, dass ihre Patientendaten keinesfalls ohne ihre persönliche und ausdrückliche Zustimmung weitergegeben werden dürften. Außerdem sagen 77%, dass sie besorgt sind, dass ihre personenbezogenen Daten an kommerzielle Unternehmen weitergegeben werden könnten. Offenbar scheint also der Datenschutz aktuell noch das größte Hindernis für eine digitale Transformation des Gesundheitswesens zu sein.

Sicherheitsvorkehrungen sind zwingend erforderlich

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Die Bundesregierung sieht die digitale Transformation des Gesundheitswesens als ein sehr wichtiges Projekt an. Deswegen unterstützt sie Maßnahmen zur Etablierung neuer Technologien in diesem Bereich. Unter anderem wurde das Fernbehandlungsverbot für Ärzte gelockert, sodass Mediziner jetzt auch Telemedizin-Angebote zur Verfügung stellen können. Die Hoffnung ist unter anderem, Patienten das Leben zu erleichtern und eventuell dem Ärztemangel auf dem Land entgegenwirken zu können.

Ärztevertreter sind sich hingegen bewusst, welche Bedenken die Patienten den neuen Möglichkeiten gegenüber haben. Deswegen betonen sie, dass bei allen Maßnahmen der Datenschutz immer höchste Priorität haben müsse. Für sämtliche Weitergaben von Daten müssten zwingend Einwilligungen von Patienten vorliegen. Das gilt insbesondere für Smartphone-Apps, die nach dem Willen von Gesundheitsminister Jens Spahn gegebenenfalls von der Krankenkasse bezahlt werden sollen, wenn das medizinisch angeraten sei. Gerade bei solchen Apps muss zwingend ein umfassender Datenschutz gewährleistet sein, damit diese sicher sind und von den Patienten auch angenommen werden.

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