Vorreiter in Sachen Digitalisierung werden – diese 5 Schritte muss Europa jetzt gehen

Vorreiter in Sachen Digitalisierung werden – diese 5 Schritte muss Europa jetzt gehen
Originalbild: BillionPhotos.com – stock.adobe.com||Montage: digital-magazin.de,
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Übersicht:

Wenn man sich anschaut, wer in Sachen Digitalisierung aktuell den Ton angibt, dann sind das vor allem die USA und China. Europa hinkt vielen Entwicklungen hinterher, da es sich zu stark auf den Status-Quo konzentriert hat, statt neue Wege zu beschreiten. Felix Staeritz von FoundersLane ist dennoch davon überzeugt, dass der alte Kontinent das Potenzial hat, zu einem digitalen Vorreiter zu werden. Auf welt.de hat er einen Fünf-Punkte-Plan entwickelt, mit dessen Hilfe die EU schrittweise zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für die bisherigen Big Blayer werden könnte. Wir stellen seine fünf Ideen vor.

Europa hinkt in Sachen Digitalisierung hinterher

So langsam scheint man in der EU die Zeichen der Zeit zu erkennen. So will Straßburg mit einem riesigen Investitionsprogramm dafür sorgen, dass die Digitalisierung bis zum Jahr 2025 endlich richtig Fuß in Europa fassen wird. Allerdings stellen sich viele der 27 Mitgliedstaaten dagegen, weil sie um die Souveränität über die Haushaltsmittel fürchten. Mit solchen Ängsten ist es schwer, zu einem digitalen Vorreiter zu werden. Deswegen ist es für Felix Staeritz endlich an der Zeit, kleinliche Bedenken hinter sich zu lassen und die EU Digitalstrategie konsequent umzusetzen, um im digitalen Zeitalter überhaupt eine Rolle zu spielen.

  1. Das Problem akzeptieren

Ein erster Schritt muss darin bestehen, sich überhaupt klar zu machen, dass es ein Problem gibt. Bisher hat sich Europa nur irgendwie mit der Digitalisierung beschäftigt, ohne ein umfassendes und konkretes Konzept zu verfolgen. Das rächt sich jetzt. Deswegen muss auf den Angriffsmodus umgeschaltet werden, um endlich aktiv eigene Wege in der digitalen Welt zu beschreiten. Es ist nicht mehr ausreichend, einfach die bisher bewährten Unternehmensprozesse zu digitalisieren, sondern es müssen neue Verfahren entwickelt werden, die in einer globalisierten und digitalen Welt Bestand haben.

  1. Die Bedeutung von Plattformen erkennen

70 % der wertvollsten Unternehmen der Welt sind Plattformen. Dennoch hat Europa die Plattformökonomie noch nicht als sinnvolles Geschäftskonzept für sich entdeckt. Entsprechend gibt es hier viele „hidden champions“, die für den alten Kontinent einen echten Verlust darstellen. Außerdem stammen 70% der 2.800 Weltmarktführer aus Europa. Wenn dieses Potenzial endlich gehoben würde, könnte Europa eine echte Digitalmacht in der Welt werden. Hierfür ist es aber nötig, die digitale Transformation dieser Unternehmen voranzutreiben. Die Plattformökonomie kann jedoch nur ein Baustein bei der digitalen Transformation sein. Ebenso ist es wichtig, die Dynamik von Tech-Unternehmen zu nutzen und Ventures von Konzernen und Start-ups zu realisieren.

  1. Das Wettbewerbsrecht anpassen

Für eine erfolgreiche digitale Transformation ist es nötig, das Wettbewerbsrecht anzupassen. Das bedeutet zum Beispiel, nicht allein auf Zuschüsse zu setzen, sondern konkrete Anreize zu schaffen, die eine Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und speziell Konzernen und Start-ups ermöglicht. Unter anderem ist es wichtig, dass Unternehmen leichter an Wagniskapital kommen. Ansonsten haben sie keine Möglichkeit, notwendige und sinnvolle Investitionen zu tätigen, und werden der Konkurrenz aus anderen Ländern immer hinterherlaufen.

  1. Mehr Flexibilität für die Mitarbeiter

Was im Schengen-Raum für das Reisen funktioniert, ist für das Arbeiten mit globalen Fachkräften längst noch nicht möglich. Nach wie vor ist es extrem schwer, IT Experten aus dem nicht europäischen Raum in Europa einzusetzen. Hierdurch entsteht die Gefahr einer Vergreisung Europas. Viele junge Kreative aus der ganzen Welt haben kaum eine Chance, in der alten Welt Fuß zu fassen und erfolgreich zu sein. Wenn jedoch die europäischen Start-ups und Gründer nicht die nötigen Fachleute und Ideengeber bekommen, die sie für ihre Geschäftsprozesse brauchen, wird Europa digital nicht vorankommen.

  1. Daten konsequent nutzen

Ebenso wichtig ist es, eine bessere Balance zwischen digitaler Souveränität und der Nutzung von vorhandenen Daten in Europa hinzubekommen. Natürlich ist es wichtig, im Rahmen der DSGVO für einen Schutz der personenbezogenen Daten der Bevölkerung zu sorgen. Ebenso wichtig ist es jedoch, die vorhandenen Datensätze zu aktivieren, um mit ihrer Hilfe zu digitalen Vorreitern zu werden. Deswegen empfiehlt Felix Staeritz eine modernisierte DSGVO, mit der der EU Datenraum deutlich effizienter und schlagkräftiger werden würde.

 

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