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Mint 27 bekommt Superlight, Velocitty, Unfold und Hibernation

Linux Mint 27 „Adrien“ erhält laut Mint-Blog einen neuen System-Monitor, ein Terminal und einen Archivmanager und erscheint zu Weihnachten 2026. Alle Funktionen sind bislang Vorschau und können sich bis zum Release ändern.

Geschlossenes Notebook auf einem Holzschreibtisch neben Kaffeetasse und externer Festplatte, Symbolbild zu Mint 27 und HibernationDieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellflux_2 pro 1k 16:9PromptA closed silver laptop rests on a light wooden desk in a bright home office, its lid shut and its hinge catching the morning light. Beside it sit a ceramic coffee mug and a black external hard drive with its cable neatly coiled. Photorealistic style image. Mood: calm, focused, quiet modern workspace. Avoid: watermark, signature, blurry, low quality, distorted, deformed.
Linux Mint 27 „Adrien“ soll zu Weihnachten 2026 mit neuem System-Monitor, Terminal und Archivmanager erscheinen. Laut Mint-Blog sind alle Funktionen bislang nur eine Vorschau und können sich bis zum Release noch ändern.

Linux Mint 27 „Adrien“ bringt zu Weihnachten 2026 einen neuen System-Monitor, ein neues Terminal und einen neuen Archivmanager, die das Mint-Team am 31. Oktober 2026 vorgestellt hat. Alle Funktionen sind laut Mint-Blog eine Vorschau und können sich bis zum Release noch ändern. Eine Beta von Mint 27 gibt es nach Angaben von 9to5Linux bislang nicht.

Superlight: Der neue Monitor von Mint zeigt Graphen, Prozesse und Platzfresser

Superlight ist der neue System-Monitor von Linux Mint und zeigt laut 9to5Linux Graphen für CPU, RAM, Swap, GPU, Netzwerk, Disk-I/O, Temperatur und Lüfterdrehzahl. Disk-I/O meint die Lese- und Schreibaktivität der Datenträger. Der Paketname lautet Superlight, in der Oberfläche heißt die App laut OMG! Ubuntu schlicht „System Monitor“. Beim Start öffnet sich die Seite „Resources“.

Oben steht ein Gesamtgraph, der CPU, GPU, RAM und Swap der vergangenen 60 Sekunden in einem Diagramm zeichnet. Darunter folgen eigene Graphen für einzelne CPU-Kerne, Netzwerk, Speicheraktivität, Temperaturen und Lüfter, so OMG! Ubuntu. Die Graphen lassen sich einklappen. Bleibt nur einer sichtbar, wird er größer.

Die Seiten für Apps und Prozesse zeigen, wie viele Ressourcen jede Anwendung belegt, schreibt das Team im Mint-Blog. Die Spalten lassen sich frei sortieren und umordnen, und Superlight merkt sich diese Einstellungen. Beide Seiten haben eine Suchleiste. Laut OMG! Ubuntu filtert die Prozessseite nach allen, benutzereigenen oder Systemprozessen. Auf Wunsch zeigt sie die Eltern-Kind-Beziehungen als Baum.

Auf Laptops zeigt Superlight den Akkustatus samt Verlauf von Ladestand sowie Leistungsaufnahme und -abgabe. OMG! Ubuntu nennt zusätzlich geschätzte Lade- und Entladezeiten, Ladezyklen und den Gesundheitszustand des Akkus.

Die Storage-Seite schlüsselt auf, was Platz auf den Datenträgern belegt. Ein Klick auf „Files“ zeigt die größten Ordner und Dateien, weitere Ansichten gibt es für Steam-Spiele und Flatpak-Anwendungen, also Programme im Sandbox-Paketformat. Der Tester von OMG! Ubuntu gab an, mit „Clear cache“ 900MB auf dem 32GB großen eMMC-Speicher seines umgebauten Chromebooks freigeräumt zu haben. eMMC bezeichnet fest verbauten Flash-Speicher.

Velocitty: Warum Mint nach Ptyxis ein eigenes Terminal schreibt

Velocitty ist das neue Terminal von Linux Mint und bringt laut Mint-Blog eine Tab-Übersicht wie Ghostty und Ptyxis mit. Die Oberfläche lässt sich mit Paletten gestalten. Tabs lassen sich wie in Firefox umsortieren, zwischen Terminalfenstern verschieben oder in ein neues Fenster lösen.

Die Tabfarbe zeigt den Sitzungstyp. Rot steht für Superuser-Sitzungen wie root, sudo oder pkexec, Blau für Remote-Sitzungen wie ssh oder sftp, ein hellerer Ton für laufende Prozesse. Das hilft, wenn mehrere root- und ssh-Fenster nebeneinander offen sind.

Außerdem wählen Sie die Shell und einen Startbefehl. Das Blog zeigt Velocitty mit fish und fastfetch beim Start. In den Einstellungen lassen sich Pfade kürzen: Aus /var/lib/dpkg/info wird im Tabnamen „info“ und im Prompt „…/lib/dpkg/info“. Eigene Tabs bekommen Name, Farbe und Befehl und öffnen sich auf Wunsch beim Start. Ein Lesezeichen-Symbol öffnet alle auf einmal.

Die Vorgeschichte erklärt das Team in einer Kommentarantwort unter dem Blogbeitrag. Nach einer Prüfung bestehender Terminals ließ es gnome-terminal fallen und übernahm Ptyxis samt eigener Patches. Dann häuften sich die Probleme: Ptyxis hatte kein aktives Entwicklungsteam, und die Zahl der Patches wuchs. Offen blieb, wer die Entwicklung übernimmt und ob Upstream, also das ursprüngliche Projekt, die Patches annimmt. Zudem hatte das Team eigene Ideen und Ideen aus Ghostty. Der bisherige Stand liegt archiviert unter github.com/linuxmint/ptyxis-minted.

Die neue App ist in Python mit libAdwaita geschrieben. libAdwaita ist die Oberflächenbibliothek des GNOME-Umfelds und erleichterte laut Team die Tab-Übersicht und die fließenden Tabs. Terminalprofile, Container und Links, die Ptyxis kennt, plant Mint laut OMG! Ubuntu nicht ein.

Unfold, Xenity und Nemo: Drei kleine Änderungen, eine davon schon im Repository

Unfold ist der neue Archivmanager von Linux Mint und soll möglichst einfach zu bedienen sein, schreibt das Mint-Blog. Er zeigt, erstellt und entpackt Archive. Als Backends dienen 7zip und 7zip-RAR, also die Programme, die im Hintergrund die eigentliche Arbeit erledigen. Unfold unterstützt damit alle Verschlüsselungsformate dieser Backends, auch passwortgeschützte Archive.

Linux Mint Desktop mit neuen Apps für Systemüberwachung und TerminalDieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellflux_2 pro 1k 16:9PromptTwo hands rest on a dark keyboard with plain, unlabeled grey keycaps on a wooden desk. Beside it sit a small green houseplant and a shallow tray holding loose cables and a USB stick. Photorealistic style image. Mood: focused, practical, everyday technical work. Avoid: watermark, signature, blurry, low quality, distorted, deformed.
Der Standardmodus Suspend hält die Sitzung im Speicher und verbraucht dabei Strom, bei vollem Akku reicht das laut Blog für etwa 2 oder 3 Tage. Hibernation speichert die Sitzung auf dem Datenträger und schaltet den Rechner ganz ab, ist dafür aber langsamer.

Xenity ist ein Fork von Zenity 3.44 (GTK3) mit denselben Funktionen, demselben Aussehen und derselben Syntax, so das Blog. Zenity öffnet aus Shell-Skripten einfache Dialogfenster. Xenity liegt bereits in den Repositories von Mint 22.x und LMDE 7, der Debian-Variante. Alle Cinnamon-Spices, die Zenity nutzten, wurden auf Xenity umgestellt. Spices sind Erweiterungen für den Desktop Cinnamon. Skripte mit eigenen Zenity-Dialogen testen Sie nach dem Update einmal durch.

Nemo, der Dateimanager, bekommt eine Vorschauleiste für Audio, Bilder und Videos. Sie lässt sich mit F7 oder über eine Schaltfläche in der Statusleiste umschalten. Das Blog zeigt dazu Metadaten, etwa wann und mit welcher Kamera ein Foto entstand.

Die Community-Website hat das Team laut Blog von Grund auf neu geschrieben, nachdem kritische Sicherheitslücken in PHP entdeckt wurden. Sie nutzt kein PHP mehr und speichert keine Passwörter. Die Anmeldung läuft über GitHub, die Seite erhält dabei Benutzername, E-Mail-Adresse und Avatar. Passt die Adresse zu einem bestehenden Konto, wird es mit dem neuen zusammengeführt.

Hibernation kehrt zurück: Neue Sleep-Modes-Seite in der Systemverwaltung

Hibernation, der Ruhezustand mit Sitzung auf dem Datenträger, kehrt in Linux Mint zurück, nachdem Ubuntu ihn aus den verfügbaren Schlafmodi entfernt hatte. Deshalb stand er in Mint meist nicht zur Verfügung.

Der Standardmodus Suspend hält die Sitzung im Speicher und verbraucht dabei Strom. Laut Blog schläft ein guter Laptop mit vollem Akku so 2 oder 3 Tage, danach ist der Akku leer und die Sitzung verloren. Wer den Laptop am Freitagabend zuklappt und erst am Montag öffnet, kennt das Risiko. Hibernation speichert die Sitzung auf dem Datenträger und schaltet den Rechner ganz ab.

Dafür ist sie langsam und kann länger als ein Neustart dauern. Sie braucht laut Blog viel Swap-Speicher und läuft nicht von allein. Die neue Seite „Sleep Modes“ in der Systemverwaltung soll Aktivierung und korrekte Einrichtung vereinfachen. Dazu kommen Hybrid Sleep und Suspend-then-Hibernate. Die vier Modi im Vergleich:

  • Suspend: schnell und zuverlässig, verbraucht aber Strom, bis der Akku leer ist.
  • Hibernation: Sitzung auf dem Datenträger, kein Stromverbrauch, dafür langsam und mit viel Swap.
  • Hybrid Sleep: Suspend plus Sitzung auf dem Datenträger; ist der Akku leer, brauchen Sie das Netzteil, die Sitzung bleibt aber erhalten.
  • Suspend-then-Hibernate: erst Suspend, bei kritischem Akkustand dann Hibernation.

Backup zuerst, bevor Sie Hibernation auf einem produktiven Laptop einrichten. Die Neuerungen betreffen Desktop und Laptop. Auf Servern spielen Schlafmodi keine Rolle, und für Self-Hosting ändert sich durch Mint 27 nichts.

Offene Punkte vor Mint 27: Beta, Einstellungen und Paletteneditor

Linux Mint 27 „Adrien“ soll laut 9to5Linux zu Weihnachten 2026 erscheinen und basiert auf Ubuntu 26.04 LTS. Wie diese Basis aussieht, steht im Beitrag zu den Neuerungen von Ubuntu 26.04 LTS. Bis zum Ende des Release-Zyklus sind an allen Vorschau-Funktionen noch Änderungen möglich.

Superlight hat laut OMG! Ubuntu derzeit keine Einstellungen, etwa für das Aktualisierungsintervall. Komponentendetails wie CPU-Modell, Cache-Größe oder Speicher-Timings zeigt die App ebenfalls nicht, anders als Resources und Mission Center. Teile davon liefert das Systeminformations-Werkzeug der Distribution. Eine Ansicht für Systemlogs soll in einem späteren Update folgen.

Neben Superlight, Velocitty und Unfold arbeitet das Team laut OMG! Ubuntu an einem Kalender samt Uhr und einem E-Book-Reader. Alle Apps entstehen im XApp-Projekt, das Software für jede Desktop-Umgebung bauen will, auch außerhalb von Cinnamon. Der Ansatz ist pragmatisch, weil die Programme an keinen Desktop gebunden sind.

Ob Velocitty einen grafischen Paletteneditor bekommt, fragt ein Leser in den Blog-Kommentaren. Eine Antwort steht dort bislang nicht.

Wer nicht bis Weihnachten warten will, findet im Überblick zu Ubuntu 26.10 eine Alternative, die laut 9to5Linux bereits zum Download bereitsteht. Welche Distribution für Desktop, Server oder Self-Hosting passt, bewertet der Vergleich der Linux-Distributionen 2026.

Der nächste feste Punkt ist die Beta von Mint 27, für die es noch keinen Termin gibt. Sobald sie erscheint, testen Sie Sleep Modes und Velocitty auf einem Gerät ohne wichtige Daten.