Apple liefert das MacBook Pro ab dem 6. November erstmals mit einem OLED-Touchdisplay aus, dessen Spitzenhelligkeit bei bis zu 2.000 Nits liegen soll (Nit ist die Maßeinheit der Leuchtdichte). Alle Werte sind Herstellerangaben, die erst unabhängige Messungen bestätigen müssen. So steht es im ComputerBase-Bericht vom 28. Oktober, der auch den Einstiegspreis von 3.299 Euro für das 14-Zoll-Modell nennt.
Zwei Schichten Licht: Wie Tandem-OLED die Mini-LED ablöst
Das PROLED-XDR-Display des neuen MacBook Pro basiert laut ComputerBase vom 28. Oktober auf Tandem-OLED und ersetzt damit die bisherige Mini-LED-Technik. Bei Mini-LED sitzen viele kleine Leuchtdioden als Hintergrundbeleuchtung hinter dem Panel. Tandem-OLED stapelt stattdessen zwei Schichten selbstleuchtender Pixel übereinander. Laut der Produktseite von Apple lässt sich jedes Pixel einzeln ein- und ausschalten. Schwarz entsteht dadurch ohne Hintergrundbeleuchtung, und die typischen Halo-Effekte, also helle Höfe um Lichter auf dunklem Grund, sollen entfallen.
Beim Kontrastverhältnis nennt Apple 10.000.000:1, gemeint ist der Abstand zwischen dem hellsten und dem dunkelsten darstellbaren Wert. Bei HDR-Inhalten sind kurzzeitig bis zu 2.000 Nits möglich. Auch für SDR-Inhalte im Außeneinsatz gibt Apple 2.000 Nits an. Im Vollbildbetrieb sollen dauerhaft bis zu 1.000 Nits anliegen, die minimale Helligkeit beträgt 1 Nit. (Die Spitze wächst, der Dauerwert bleibt: Im Alltag zählt vermutlich eher die zweite Zahl.) Eine eigens entwickelte Displaysteuerung berücksichtigt laut ComputerBase Bildinhalte, Pixelnutzung, Temperatur und Umgebungsbedingungen.
Das 14-Zoll-Modell löst nativ mit 3.024 × 1.986 Pixeln bei 254 ppi auf, ppi steht für Pixel pro Zoll. Das 16-Zoll-Modell erreicht 3.472 × 2.266 Pixel, ebenfalls mit 254 ppi. Die Diagonalen betragen 14,2 und 16,3 Zoll. ProMotion regelt die Bildwiederholrate variabel zwischen 10 Hz und 120 Hz. Niedrige Frequenzen sparen laut ComputerBase bei statischen Inhalten Energie, hohe sorgen für flüssigere Animationen.
Beim Farbraum deckt das Display neben P3 nun auch Adobe RGB ab, das für Fotografierende, Gestaltende und die Druckvorstufe wichtig ist. Bei HDR-Videos sollen mehr als 80 Prozent des Rec.-2020-Farbraums erreicht werden. Referenzmodi für Fotografie, Druck, Design und digitale Kinoproduktion gehören dazu. Neu sind DICOM-Modi für medizinische Bilder, die Apple laut ComputerBase auf nichtdiagnostische Betrachtung, Forschung und Ausbildung beschränkt. Eine Antireflexbeschichtung ist Serie. Optional gibt es Nanotexturglas, das Reflexionen weiter mindern soll und 165 Euro Aufpreis kostet.
Die Produktseite von Apple stellt das neue MacBook Pro dem bisherigen Modell mit Mini-LED gegenüber:
- Panel: Tandem-OLED statt Mini-LED (Liquid Retina XDR)
- Spitzenhelligkeit bei HDR: bis zu 2.000 Nits statt 1.600 Nits
- Dauerhelligkeit im Vollbild: bis zu 1.000 Nits bei beiden
- Kontrastverhältnis: 10.000.000:1 statt 1.000.000:1
- Farbräume: P3 und Adobe RGB statt nur P3
- Touch: ja, beim bisherigen Modell nicht
- Gewicht des 14-Zoll-Modells mit M5 Pro: ab 1,38 kg statt ab 1,60 kg
Touch auf dem MacBook: Der Finger darf mitreden, Tastatur und Trackpad bleiben
Das neue MacBook Pro bringt erstmals Touch-Bedienung auf den Mac, und der Sensor sitzt laut ComputerBase direkt im Displaypanel. Ein zusätzlicher Touchlayer über dem Panel entfällt damit. Das soll die Latenz senken, also die Zeit zwischen Berührung und Reaktion. Apple formuliert es auf der Produktseite so, dass es sich anfühle, als berühre man den Inhalt selbst. Unterstützt werden Mehrfinger-Gesten zum Scrollen, Zoomen, Drehen und Zeichnen, außerdem lassen sich Fenster per Geste anordnen. Tastatur und Trackpad funktionieren parallel weiter.
Bei der Software setzt Apple auf Übersetzung: macOS wandelt Berührungen bei vielen bestehenden Anwendungen automatisch in Mausklicks um. Entwickelnde können eigene Touch-Gesten einbauen. Als Anwendungen, die profitieren sollen, nennt Apple laut ComputerBase Microsoft Office, Canva, Notion, Adobe Lightroom, DaVinci Resolve, Blender, Cinema 4D und Shapr3D. Grafikschaffende zeichnen direkt auf der Displayfläche, Musikschaffende spielen virtuelle Instrumente, und Entwickelnde testen Touch-Funktionen ihrer iOS- und iPadOS-Apps. (Der Bildschirm bekommt damit einen Nebenjob als Fingerabdruck-Magnet, gegen den Apple eine fettabweisende Beschichtung setzt.)
Auch die Mechanik wurde angepasst: Das überarbeitete Scharnier soll das Display beim Berühren stabiler halten. Bei Videogesprächen gleicht eine verbesserte Bildstabilisierung Bewegungen aus, die durch Touch entstehen.
Die Dynamic Island, die Apple vom iPhone kennt, zieht erstmals auf den Mac und ersetzt die bisherige Notch, also die Aussparung am oberen Displayrand. Sie bündelt Spotlight, Live-Aktivitäten und Siri AI. Nutzende starten darüber Suchanfragen, steuern Musik oder nehmen Anrufe an. Siri AI steht unter macOS laut ComputerBase auch in der EU zur Verfügung. Für das iPhone Duo hatte Apple Siri AI laut unserem Bericht zunächst nicht für die EU angekündigt.
Dünner, leichter, mit leuchtendem Apfel: Gehäuse, Kühlung und Anschlüsse
Das Gehäuse des neuen MacBook Pro fällt etwas dünner und leichter aus als beim Vorgänger. Das 14-Zoll-Modell wiegt laut ComputerBase 1,38 kg, das 16-Zoll-Modell 1,81 kg. Apple selbst nennt für die große Variante auf der Produktseite 1,82 kg. Die Ersparnis beziffert ComputerBase auf rund 227 g beim kleinen und rund 318 g beim großen Modell. Apple führt das unter anderem auf den effizienteren Displayaufbau zurück. Schmalere Ränder erlauben beim großen Modell 16,3 Zoll Diagonale, ohne das Konzept zu ändern. Die Gehäusefarben bleiben Space Schwarz und Silber, im Deckel leuchtet der Apfel wieder.
Dieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellflux_2 pro 1k 16:9PromptA thin dark aluminium laptop stands closed on a workshop bench next to a set of precision screwdrivers and a small desk fan. A tape measure and a roll of cable ties lie nearby under soft overhead light. Photorealistic style image. Mood: hands-on, tinkering, bright and focused. Avoid: watermark, signature, blurry, low quality, distorted, deformed.Weniger Gewicht verlangt eine neue Kühlung, damit die Chips ihre Leistung dauerhaft abrufen können. Apple hat die thermische Architektur überarbeitet, die Wärme soll gezielter abgeführt werden. Warme Luft wird dabei vom Display weggeleitet, ähnlich wie ein Dunstabzug den Dampf nach oben zieht, statt ihn am Hängeschrank entlangstreichen zu lassen. Beim Klang bleibt es bei sechs Lautsprechern, deren neue Tieftöner laut Hersteller 50 Prozent mehr Bass liefern sollen. Dolby Atmos und Spatial Audio werden unterstützt, drei Mikrofone in Studioqualität erfassen Stimmen.
Die Webcam in der Dynamic Island löst mit 12 Megapixeln auf. Sie unterstützt Center Stage, das Personen in der Bildmitte hält, und die Schreibtischansicht, die den Arbeitsplatz teilt. Aufgezeichnet wird maximal in 1080p. Bei den Anschlüssen nennt ComputerBase drei Thunderbolt-5-Ports im USB-C-Format, HDMI, einen SDXC-Kartenleser, einen 3,5-mm-Kopfhöreranschluss und MagSafe 3 zum Laden. Thunderbolt 5 überträgt laut ComputerBase bis zu 120 Gbit/s. Das M5-Pro-Modell steuert bis zu drei externe Displays an, das M5-Max-Modell bis zu vier. Drahtlos funken Wi-Fi 7 und Bluetooth 6.0 über Apples eigenen N1-Netzwerkchip.
M5 Pro, M5 Max und ein M6-Sonderfall: Was unter dem Display rechnet
Als Prozessoren kommen im MacBook Pro mit OLED-Display der M5 Pro und der M5 Max zum Einsatz. Apple positioniert beide laut ComputerBase für Softwareentwicklung, wissenschaftliche Berechnungen, Videobearbeitung, 3D-Rendering und lokale KI-Verarbeitung. Die M6-Generation in 2-nm-Fertigung, aber mit insgesamt weniger Leistung, bleibt dem neuen Mac mini, dem neuen MacBook-Pro-Basismodell und dem neuen iMac vorbehalten. Wie der Mac mini mit M6 bestückt ist, haben wir separat zusammengestellt.
Der M5 Pro kommt mit 15 CPU-Kernen und 16 GPU-Kernen oder mit 18 CPU-Kernen und 20 GPU-Kernen, die Speicherbandbreite beträgt 307 GB/s. Der M5 Max bietet eine 18-Kern-CPU und eine GPU mit 32 oder 40 Kernen, die Bandbreite steigt auf 460 beziehungsweise 614 GB/s. Beide Chips haben eine 16-Kern-Neural-Engine, hardwarebeschleunigtes Raytracing und Neural Accelerators in den GPU-Kernen.
Der gemeinsame Arbeitsspeicher steht CPU, GPU und Neural Engine zur Verfügung. Der M5 Pro unterstützt 24, 48 oder bis zu 64 GB, der M5 Max je nach GPU-Konfiguration 36, 48, 64 oder maximal 128 GB. Bei der SSD gibt es mit dem M5 Pro 1, 2 oder 4 TB, mit dem M5 Max 2, 4, 8 oder 16 TB.
Apple zufolge lassen sich mit dem M5 Max Modelle mit Hunderten Milliarden Parametern direkt auf dem Notebook betreiben. Das klingt einfach, ist es aber nicht: Die Geschwindigkeit hängt laut ComputerBase von Modellgröße, Quantisierung und verfügbarer Speicherkapazität ab. Quantisierung bedeutet, dass ein Modell Zahlenwerte gröber speichert, um Platz zu sparen. Wer das ausprobieren will, kauft sich im Ernstfall ein Bastelprojekt mit Preisschild. Dass „AI“ im Namen allein nicht reicht, ist die Botschaft unseres Beitrags zum Warentest für KI-Laptops offline.
Für die Zeit bis zum ersten Token, also die Wartezeit bis zum ersten Wort einer Modellantwort, nennt Apple beim 14-Zoll-Modell mit M5 Pro den Faktor 10,9 gegenüber dem M1 Pro. Der M4 Pro liegt in derselben Grafik bei 2,7. Für den M5 Max nennt Apple 12,0 gegenüber dem M1 Max, der M4 Max steht bei 2,8. Das sind Herstellerwerte aus Apples Produktseite, die Testbedingungen stehen in deren Fußnoten.
Akku, Aufpreis, Abholtermin: Was das OLED-Upgrade kostet
Die kurze Version zum Preis: Das MacBook Pro mit OLED beginnt bei 3.299 Euro, und Apple nimmt Vorbestellungen seit dem 28. Oktober entgegen. Auslieferung und Verkauf in Apple Stores und bei autorisierten Händlern sollen am 6. November beginnen. Die Einstiegspreise laut ComputerBase:
- 14 Zoll mit kleinem M5 Pro, 24 GB RAM und 1-TB-SSD: 3.299 Euro
- 14 Zoll mit kleinem M5 Max, 36 GB RAM und 2-TB-SSD: 5.199 Euro
- 16 Zoll mit großem M5 Pro: 3.899 Euro
- 16 Zoll mit kleinem M5 Max: 5.599 Euro
Das Nanotexturglas kostet 165 Euro extra. Der Wechsel vom kleinen auf den großen M5 Pro schlägt mit 240 Euro zu Buche, beim M5 Max sind es 330 Euro. Mit 16 Zoll, Nanotexturglas, großem M5 Max, 128 GB RAM und 16-TB-SSD steigt der Preis auf 16.264 Euro. Das bisherige Modell ohne OLED und Touch bleibt im Sortiment, der Aufpreis zur neuen Variante liegt bei 1.000 Euro für 14 Zoll und 500 Euro für 16 Zoll. (Dass der Aufpreis beim kleinen Modell doppelt so hoch ausfällt wie beim großen, ist im Ernst die Sorte Rechnung, die man zweimal nachprüft.)
Die Akkulaufzeit hängt vom Modell ab. Das 14-Zoll-Modell mit M5 Pro schafft laut Apple bis zu 22 Stunden Videostreaming und 14 Stunden drahtloses Surfen, mit M5 Max sind es 20 und 13 Stunden. Das 16-Zoll-Modell hat einen Akku mit 100 Wh und kommt mit M5 Pro auf bis zu 24 und 17 Stunden, mit M5 Max auf 22 und 16 Stunden. Helligkeit, Anwendungen und Arbeitslast beeinflussen die Werte laut ComputerBase wie üblich. Für schnelles Laden braucht das 14-Zoll-Modell eine USB-PD-Stromquelle mit mindestens 96 Watt, das 16-Zoll-Modell eine mit 140 Watt. Dann lädt der Akku in 30 Minuten auf 50 Prozent.
Bis zur Auslieferung am 6. November bleiben alle Display-, Touch- und Akkuwerte Herstellerangaben. Offen sind die gemessene Dauerhelligkeit im Vollbild, die Touch-Latenz, die Akkulaufzeit unter Last und die Arbeit der Displaysteuerung, die laut Apple die Nutzung jedes einzelnen Pixels überwacht. Wer vor dem 6. November bestellt, gleicht den Aufpreis von 1.000 Euro beziehungsweise 500 Euro am besten mit dem eigenen Nutzen von Touch und Adobe RGB ab.




