Digitale Konkurrenz – wie wettbewerbsfähig ist Deutschland wirklich?

Die Digitalisierung ist ein globales Phänomen. Deutsche Unternehmen konkurrieren somit nicht nur untereinander, sondern sogar mit Firmen in China und den USA. Doch wie steht es eigentlich um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Betriebe? Können Sie bei Themen wie KI, Automatisierung und digitalen Produktionsketten mithalten oder hängt die Konkurrenz sie gnadenlos ab? Auf all diese Fragen gibt Kevin Knitterscheidt auf dem Handelsblatt Industriegipfel 2018 in Düsseldorf erste Antworten. Er zeichnet ein recht positives Bild vom Digitalstandort Deutschland.

Potenziale erkennen und ausnutzen

Kevin Knitterscheidt diagnostiziert den deutschen Unternehmen noch Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung. Diese hätten sich stark auf die Automatisierung ihrer Geschäftsprozesse konzentriert und könnten hier beachtliche Erfolge aufweisen. Nun müssten sie diese Anstrengungen auf die weiteren Geschäftsfelder ausweiten, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben. Gerade in Sachen Software und künstliche Intelligenz (KI) seien China und die USA bereits weiter. Wenn Deutschland hier mitmischen möchte, müssten die deutschen Unternehmen noch mehr tun.

Für diese Herausforderung empfiehlt Knitterscheidt verschiedene Strategien. Unter anderem bestünden noch viele Potenziale bei der Dokumentation in der Logistik. Hier könnten sich die Betriebe ihre Arbeit durch digitale Strategien spürbar erleichtern. Die Buchführung per Hand und mittels Zetteln müsse endlich einem digitalen Vorgehen weichen, um mehr Übersichtlichkeit und Effizienz zu erreichen. Einige Firmen hätten ihre Buchführung bereits umgestellt und könnten als positive Vorbilder herhalten.

Die Haltung deutscher Unternehmen zur Digitalisierung

Knitterscheidt sieht bei deutschen Unternehmen durchaus die Bereitschaft zur Digitalisierung. Allerdings hänge der Erfolg stark von den vorhandenen Ressourcen ab. Große Unternehmen und Konzerne haben einfach sehr viele Geldmittel zur Verfügung, die sie in digitale Strategien und neue Technologien investieren können. Kleine und mittelständische Betriebe müssen mit deutlich weniger auskommen. Entsprechend wichtig sei es, dass sie in Maßnahmen investieren, die tatsächlich etwas bringen.

Einen möglichen Lösungsansatz hierfür sieht Knitterscheidt in Forschungskooperationen. Unternehmen nutzen diese, um sich mit Forschungseinrichtungen, Konkurrenten und Bildungseinrichtungen zu vernetzen. Hierdurch ist es kleinen und mittelständischen Betrieben möglich, sich mit anderen auszutauschen und Wissen allgemein zugänglich zu machen. Auf diese Weise hätten sie die Chance, fehlende Ressourcen zu kompensieren und aktiv am digitalen Wandel teilzunehmen.

Wird Deutschland gegenüber der globalen Konkurrenz bestehen?

Ausgehend von diesen Grunderkenntnissen kommt Knitterscheidt zu einer positiven Prognose für deutsche Unternehmen. Er erinnert daran, dass bereits heute viele Betriebe interessante und wettbewerbsfähige Lösung entwickelt hätten. Die Hauptaufgabe bestehe nun darin, diese „flächendeckend auszurollen“ und zu weltweitem Erfolg zu führen. Ein Grundproblem sei hierbei die Geschwindigkeit. Denn solche Maßnahmen lassen sich nicht über Nacht erledigen, sondern brauchen einiges an Planung, Vorlauf und Koordination.

Gerade im Bereich der KI sei die Konkurrenz sehr groß. Hier dürfte es Knitterscheidt zufolge schwierig sein, mit Unternehmen aus China mitzuhalten. Immerhin seien diese bei diesem Thema schon sehr weit und erführen große Unterstützung seitens ihrer Regierung. Chancen für deutsche Unternehmen sieht er hingegen in den Bereichen Maschinenbau, Logistik und Produktionsketten. Hier seien die größten Potenziale vorhanden, die von den Firmen hierzulande noch ausgeschöpft werden könnten.

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