Amazon kauft sich eine Supermarktkette und treibt seine stationäre Strategie voran

Amazon Möchte für 13,7 Milliarden US-Dollar die Supermarktkette Whole Foods kaufen. Der Deal muss allerdings noch von den Aktionären und den US-Behörden genehmigt werden. Mit diesem Schritt will Amazon seine Aktivitäten im stationären Handel vorantreiben und sagt somit großen Konkurrenten wie Wal-Mart den Kampf an. Schon jetzt sorgen die Übernahmepläne für heftige Reaktionen an den Finanzmärkten.

Darum ist Whole Food für Amazon so interessant

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Whole Foods ist eine seit fast vier Jahrzehnten in den USA aktive Supermarktkette. Sie verfügt über 461 Filialen in drei Ländern (USA, Kanada, Großbritannien), wobei 440 davon in den Vereinigten Staaten zu finden sind. Das Unternehmen hat sich auf natürliche, biologische Lebensmittel spezialisiert und genießt in den USA große Bekanntheit und Beliebtheit. Amazon hat sich unter anderem für diese Supermarktkette entschieden, weil diese großen Wert auf Kundenbindung legt. Auch in Zukunft soll der bisherige CEO John Mackey die Geschäfte weiterführen.

Das Whole Food Konzept überzeugt Amazon so sehr, dass der Onlineriese bereit ist, 13,7 Milliarden US-Dollar (12,1 Milliarden Euro) für den Kauf der Supermarktkette auszugeben. Das entspricht etwa 42 US-Dollar pro Aktie. Das Geld wird nicht in Form von Aktien, sondern in bar bezahlt. In diesem Betrag sind die etwa 3,1 Milliarden US-Dollar Schulden inkludiert, die Whole Foods aktuell zu stemmen hat. Zwar müssen die Whole Foods Aktionäre und die US Behörden dem Deal noch zustimmen, es wird aber davon ausgegangen, dass die Übernahme noch in diesem Jahr komplett vollzogen sein wird.

Amazon steht in direktem Kampf mit Wal-Mart

Für Amazon bedeutet die Übernahme von Whole Foods einen weiteren sehr großen Schritt hinein in den stationären Handel. Mit Pilotprojekten wie den Fresh-Pickup Drive-in-Supermärkten, dem Lieferdienst Fresh und Amazon Go hat das Unternehmen bereits erste Versuche in diesem Bereich unternommen. Diese große Investition zeigt aber, dass es Amazon mit seinen Aktivitäten im stationären Handel ernst ist.

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Das Unternehmen will sich in Zukunft nicht mehr allein auf den Onlinehandel fokussieren, sondern eine Multi-Channel-Strategie fahren. Amazon reagiert hiermit nicht zuletzt auf Aktivitäten des großen US-Konkurrenten Wal-Mart. Die riesige Supermarktkette ist in der letzten Zeit nämlich immer aktiver im Onlinegeschäft geworden und hat somit seinerseits eine Multi-Channel-Strategie offenbart. Unter anderem hat Wal-Mart im Juni für 310 Millionen US-Dollar den Modehändler Bonobos gekauft.

So reagieren die Märkte auf den geplanten Deal

Die Aktienmärkte reagieren bereits massiv auf die angekündigte Übernahme, obwohl diese noch gar nicht in trockenen Tüchern ist. So verlor beispielsweise die Wal-Mart Aktie zu Handelsbeginn etwa 7 % an Wert. Aber auch andere Supermarktketten mussten herbe Verluste in Kauf nehmen. So sackten beispielsweise die Aktien von Target (-9 %), Costco (-6 %), Sprouts (-11 %) und Kroger (-15 %) massiv ab. Sogar International waren die Auswirkungen der Whole Food Übernahme zu spüren. Unter anderem verlor die Aktie des deutschen Metro-Konzerns spürbar an Wert (-1,5 %). Hieran zeigt sich, dass die Unternehmen verstanden haben, dass Amazon das Versuchslabor in Sachen stationärem Handel verlassen hat und sich jetzt mit aller Macht an diesem Segment beteiligen wird.

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