Ja, Burning Series ist gesperrt: Die Clearingstelle Urheberrecht im Internet (CUII), ein Zusammenschluss von Internetanbietern und Rechteinhabenden, empfahl am 26. Juli 2021 eine DNS-Sperre für bs.to, die beim Adressbuch des Internets ansetzt. Die Sperre greift bei den teilnehmenden Internetanbietern, und seit dem 5. Juli 2026 ist zusätzlich die Domain selbst bei der Vergabestelle TONIC gesperrt. Belegt ist das durch die Anordnungsliste der CUII und den Wikipedia-Eintrag zu Burning Series, Stand November 2026.
Was war Burning Series eigentlich?
Burning Series, kurz bs.to, ist laut Wikipedia ein deutschsprachiges illegales Video-on-Demand-Angebot für kostenloses Streamen urheberrechtlich geschützter Fernsehserien. Video-on-Demand heißt Abruf auf Wunsch. Streamen heißt, Videos direkt abzuspielen.
Damit steht Burning Series laut Wikipedia in Konkurrenz zu legalen Video-on-Demand-Diensten. Tatsächlich begann alles mit Zeichentrick. Die Seite zog laut Wikipedia von einer Seite um, die auf Die Simpsons spezialisiert war.
Zum Start liefen laut Wikipedia weitere Comedy-Zeichentrickserien. Eine Archivkopie der Startseite vom 14. Dezember 2009 listet neue Episoden von Die Simpsons und Futurama. Zudem verwies die Seite auf ein Forum für Anregungen.
Seit 2021 auf der Sperrliste, seit Juli 2026 zusätzlich dicht…
Die Sperre von Burning Series besteht aus mehreren Stufen, die Wikipedia zwischen Dezember 2018 und Juli 2026 dokumentiert. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Stationen.
| Datum | Ereignis | Quelle |
|---|---|---|
| 4. Dezember 2009 | Start der Seite mit Zeichentrickserien | Wikipedia |
| 2011 | Umzug auf eine .to-Adresse | Wikipedia |
| 1. April 2015 | Wechsel auf bs.to | Wikipedia |
| Dezember 2018 | Erste Sperren einzelner Internetanbieter, etwa Vodafone | Wikipedia |
| 28. März 2019 | Sperre durch UPC | Wikipedia |
| 26. Juli 2021 | CUII-Sperrempfehlung für bs.to | Wikipedia, cuii.info |
| 5. Juli 2026 | Sperre der Domain durch TONIC | Wikipedia |
| 6. Juli 2026 | Wechsel auf Ausweich-Domains | Wikipedia |
Seit der CUII-Empfehlung vom 26. Juli 2021 verhindern laut Wikipedia die größten Internetanbieter Deutschlands den Zugriff. Davor hatten nur einzelne Anbieter gesperrt.
Hinter der Empfehlung steht die CUII. Laut Wikipedia wurde sie am 18. Januar 2021 gegründet. Laut Wikipedia koordiniert sie Sperren von Webseiten.
Die CUII stuft diese Seiten als strukturell urheberrechtsverletzend ein. Gemeint sind Seiten, die geschützte Werke planmäßig und ohne Berechtigung vielen Nutzenden zugänglich machen.
Die Öffentlichkeit erfuhr laut Wikipedia am 11. März 2021 von der Einrichtung. Am selben Tag erklärte das Bundeskartellamt, keine Einwände zu haben.
Ein Verfahren beginnt laut Wikipedia mit dem Antrag eines Rechteinhabenden, der Mitglied der CUII ist. Dann entscheidet ein Prüfungsausschuss. Er besteht laut Wikipedia aus drei Personen.
Den Vorsitz führt laut Wikipedia eine pensionierte Richterperson am Bundesgerichtshof. Die Empfehlung muss einstimmig ausfallen. Auf der Seite der Rechteinhabenden wirken laut Wikipedia unter anderem der Verband AllScreens, die Motion Picture Association und Sky Deutschland mit.
Laut Wikipedia waren Gerichte zunächst nicht eingebunden. Als Begründung nennt Wikipedia die Zeitersparnis.
Im Juli 2025 beendete die CUII laut Wikipedia die Praxis, Seiten ohne Gerichtsbeschluss zu sperren. Alte Sperren blieben laut Wikipedia bestehen. Auch Burning Series gehört dazu (ja, wirklich).
Die erste CUII-Empfehlung betraf laut Wikipedia am 22. Februar 2021 die Seite s.to. In der Sitzung vom 26. Juli 2021 stand laut cuii.info auch streamkiste.tv auf der Liste.
Auf cuii.info steht bs.to bei den Empfehlungen nach dem alten Verhaltenskodex bis Juni 2025. Unter den gerichtlichen Anordnungen fehlt die Seite. Wie eine gerichtlich angeordnete Sperre aussieht, zeigt unser Beitrag zum Gerichtsurteil zur Pornhub-Sperrung.
So arbeitet eine DNS-Sperre beim Internetanbieter…
Eine DNS-Sperre setzt beim Domain Name System des Internetanbieters an. Das DNS übersetzt Namen in Serveradressen. Laut Wikipedia läuft die Sperre von Burning Series über den DNS-Server des jeweiligen Internetanbieters.
Dieses Bild wurde mit KI generiertProviderhiggsfieldModellgpt_image_2_5 flare high 1k 16:9PromptPaper cut collage, front view, layered cut paper in teal, cream, mustard yellow and coral red with visible paper texture and soft drop shadows. On the left a paper laptop showing an error page, in the center a paper server tower labeled "DNS" representing an internet provider, on the right a paper cloud with a website window. A dashed paper arrow runs from the laptop to the server and is stopped by a red paper stop sign before reaching the website. Flat schematic composition, no numbers, no people, no hands. No watermark, no signature.Die CUII veröffentlicht laut Wikipedia die Namen der gesperrten Seiten, aber nicht alle zugehörigen Domains. Die Liste der 144 im August 2024 gesperrten Domains wurde laut Wikipedia durch ein Datenleck öffentlich.
Moment, es gibt noch eine zweite Sperre. Ein Registrar vergibt und verwaltet Domainnamen. Zuständig für bs.to ist laut Wikipedia TONIC.
TONIC steht für Tonga Network Information Center. Diese Sperre betrifft die Domain von Burning Series selbst, die CUII-Sperre den Zugang beim Internetanbieter.
Die Bundesnetzagentur hielt die DNS-Sperren der CUII laut Wikipedia für unbedenklich. Sie seien mit der Netzneutralität vereinbar. Gemeint ist der Grundsatz, Datenverkehr gleich zu behandeln.
Laut Wikipedia prüft sie zudem jedes Verfahren einzeln. Kritik gibt es trotzdem.
Markus Beckedahl von Netzpolitik.org befürchtete laut Wikipedia den Missbrauch der Infrastruktur durch autoritäre Kräfte. Felix Reda von der Gesellschaft für Freiheitsrechte sah laut Wikipedia die Informationsfreiheit in Gefahr. Er kritisierte zudem die Umgehung der Gerichte.
Die Bundesnetzagentur monierte laut Wikipedia, dass Empfehlungen seit 2025 größtenteils auf Versäumnisurteilen beruhen. Versäumnisurteile ergehen, wenn niemand für die Gegenseite erscheint.
Kritik gab es 2024 und 2025 auch an der laufenden Prüfung. Laut Wikipedia läuft sie nicht zuverlässig. Der Verhaltenskodex der CUII schreibt sie laut Wikipedia vor.
Sie soll Seiten entsperren, sobald diese keine rechtswidrigen Dienste mehr anbieten.
Auch außerhalb Deutschlands sind Netzsperren Thema, wie unser Beitrag zu Netzsperren in Frankreich zeigt.
Streamen bei Burning Series: Was die Rechtslage sagt…
Unautorisiertes Streamen geschützter Angebote gilt laut Wikipedia seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 25. April 2017 als illegal. Das gilt, wenn die Verletzung erkennbar ist. Davon ist laut Wikipedia auch Burning Series betroffen.
Vorher war Streaming laut Wikipedia im deutschsprachigen Raum eine juristische Grauzone. Unklar war, wie eine temporäre Kopie im Arbeitsspeicher zu bewerten ist. Eindeutig illegal war nur der Download.
Die Seite speichert laut der kurdischsprachigen Fassung selbst keine Videos. Sie verlinkt auf externe Videoanbieter. Damit distanzieren sich die Betreibenden laut dieser Fassung von Vorwürfen.
Die Betreibenden speichern laut Wikipedia nach eigenen Angaben keine Daten oder Hinweise auf zugreifende IP-Adressen. Eine IP-Adresse ist die Kennung eines Anschlusses.
Die kurdischsprachige Wikipedia-Fassung vom 3. April 2022 nennt außerdem zahlreiche gefälschte Seiten, die das Original imitieren. Sie verlangen einen Software-Download oder eine Zahlung. Der Download enthält laut dieser Fassung meist Viren.
Tipp: Bei konkreten Rechtsfragen hilft eine Rechtsberatung, dieser Text kann sie nicht ersetzen.
Legal weiterschauen: Welche Alternativen es zu Burning Series gibt…
Streamingdienste mit passenden Lizenzen gelten laut der kurdischsprachigen Wikipedia-Fassung als legale und sichere Alternativen. Als legale Dienste nennt die deutsche Fassung Netflix und Prime Video. Mediatheken sind eine weitere legale Quelle.
Wie der Streaming-Markt auf Blockaden reagiert, beschreibt unser Beitrag zur Sperre von Pornhub.
Offen ist, wann das Gericht das Urteil zur Domain bs.to gefällt hat. Ein Datum nennt Wikipedia nicht. Auch ein Aktenzeichen fehlt.
Ich halte die Sperrlage ohne diese Angaben für ziemlich schwer nachprüfbar (ja, wirklich). Den aktuellen Stand der Liste finden Sie auf cuii.info unter Anordnungen.





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