Der stationäre Einzelhandel auf dem Weg in die digitale Zukunft

Der Handel unterliegt in Zeiten der Digitalisierung revolutionären Wandlungsprozessen. Prognosen besagen, dass in wenigen Jahren schon jeder vierte Euro online ausgegeben werden wird, dem stationären Einzelhandel werden bis 2020 Umsatzrückgänge von bis zu 40 Milliarden Euro vorausgesagt. Die fortschreitende Digitalisierung hängt also wie ein bedrohliches Damoklesschwert über den Einzelhandelsgeschäften der Innenstädte. Andererseits birgt gerade sie ungeahnte Chance für den stationären Handel, die modernen Herausforderungen anzunehmen.

Preisautomatisierung als digitale Chance

Elektronische Preisschilder bieten einerseits zahlreiche Einsparmöglichkeiten. Neben dem verminderten Papierverbrauch sind davon auch die geringeren Kosten für die Auszeichnung an sich verbunden. Doch mit Hilfe der Preisautomatisierung lassen sich noch wesentlich größere Vorteile ausschöpfen. Damit kann der Innenstadthändler neue Kunden erreichen, zusätzliche Kunden gewinnen und weitere Geschäftsfelder erobern. Wenn er mit den gleichen digitalen Mitteln wie der Online-Handel kämpft, steht er nicht mehr auf verlorenem Posten da. Und braucht sich vor negativen Prognosen nicht mehr zu fürchten.

Online oder offline – der Preis ist ein maßgebliches Kaufkriterium für fast alle Kunden. Digitale Preisschilder erlauben dem stationären Einzelhändler, mit dynamischer Preisoptimierung das Kaufverhalten seiner Kunden gezielt zu steuern. Angesichts der unüberschaubaren Anzahl identischer Angebote mit starken Preisunterschieden sollten Händler heutzutage auf ereignisgesteuerte und somit auch zeitgesteuerte Preisgestaltung nicht mehr verzichten. Mit elektronischen Preisschildern von E-Shelf-Labels gehen große Autohäuser und Supermarktketten den digitalen Weg, genauso wie der kleine Laden um die Ecke. Eine Preisänderung lässt sich so beispielsweise per Knopfdruck in wenigen Minuten bewerkstelligen, in vielen Filialen einer Kette oder im einzelnen Geschäft.

Der stationäre Handel steht unter beträchtlichem Konkurrenzdruck durch den Online-Handel und muss mit den dynamischen Preisänderungen mithalten können, die dort üblich sind. Schnelles Handeln ist da mit den alten analogen Systemen nicht mehr realisierbar. Die Kunden kommen mit gehobenen Ansprüchen und wenig Zeit ins Geschäft, ihr Vertrauen zu gewinnen und zu behalten bedarf daher konkurrenzfähiger, digitaler Technologien. Das Stichwort lautet NFC, damit kann sich der Kunde direkt mit dem Produkt und dem Händler vernetzen. Via Smartphone werden über das digitale Preisschild sofort zahlreiche Informationen abgerufen.

Neben dem Preis ist die Zeitersparnis heutzutage ein weiteres wesentliches Kaufargument. Mit seinem Smartphone optimiert der Kunde seine Route durch den Laden, findet bestimmte Produkte auf Anhieb und heimst so ganz nebenbei auch noch Treuevorteile ein. Dem Einzelhändler eröffnen sich mit dieser digitalen Kundenkommunikation ganz neue Marktstrategien. Neuartige Services wie kontextbasiertes Marketing oder die Integration sozialer Medien sind nur zwei Beispiele der vielen digitalen Möglichkeiten.

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Strategien gegen das Showrooming

Der Online-Handel hat bisher unbekanntes Kundenverhalten hervorgebracht. Manche Käufer schauen sich Produkte vor Ort im Geschäft an und suchen sich dann im Netz den besten Preis heraus. Dieses Phänomen nennt man Showrooming. Um mit seinen Netzkonkurrenten mithalten zu können, muss auch das Geschäft in der Innenstadt den digitalen Weg einschlagen. Das ist die beste Strategie gegen das Showrooming und andere Effekte des wachsenden Online-Marktes.

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Die Online-Konkurrenz macht es vor: Aufstrebende Protagonisten des digitalen Handels lassen sich zunehmend in den Innenstädten nieder. Beispiele wie Ebay oder PayPal gehen mit neuen stationären Dependancen sozusagen den Weg zurück nach vorne. Diese Tatsache beweist, dass auch das Geschäft vor Ort im digitalen Zeitalter seine Daseinsberechtigung keineswegs verloren hat.

Immer intelligentere elektronische Preisschilder erlauben dem stationären Handel mit der entsprechenden Software eine zielgruppengerechte Ansprache im eCommerce. Das Schlagwort der Zukunft heißt Precision Commerce. Wenn die Geschäfte in den Städten die Herausforderung der Online-Konkurrenz annehmen wollen, dann sollten sie zu allererst für Waffengleichheit sorgen. Mit den digitalen Möglichkeiten der elektronischen Preisautomatisierung bestehen dafür die besten Chancen.

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Alexander Noack
Online-Marketer, ausgebildeter Fachmann für Online-Kommunikation und Experte für Content-Marketing am Zentrum für innovatives Marketing Berlin/Brandenburg, ZIM-BB. Außerdem Mitbegründer der Online-Marketing-Agentur CLICKHERO GmbH und der Audiostruct GmbH aus Eberswalde bei Berlin.
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