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Amazon erhöht den FBA-Zuschlag am 2. November auf 2 Prozent

Der FBA-Zuschlag steigt am 2. November 2026 von 1,5 auf 2 Prozent, für MCF gilt der neue Satz ab 19. November. Pro Einheit sind es im Schnitt rund 2 Cent mehr, der Betrag im Einzelfall hängt von Größe und Abmessungen ab.

Gestapelte Pakete im Lager, Symbol für den FBA-Versand und den Zuschlag von AmazonDieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellgpt_image_2PromptRows of cardboard parcels on warehouse shelves and a worker's hands sealing a shipping box at a packing station, bright logistics hall, neutral unmarked boxes. Photorealistic editorial magazine photo, 16:9. Absolutely no text, no letters, no numbers, no logos, no brand marks.
Beim FBA-Zuschlag zählen Versandgebühren, nicht der Verkaufspreis (Symbolbild)

Der Kraftstoff- und Logistikzuschlag für „Versand durch Amazon“ (FBA) steigt am 2. November 2026 von 1,5 auf 2 Prozent; für den Multi-Channel-Versand (MCF) gilt der neue Satz ab 19. November 2026. Er wird auf die Versandgebühren erhoben, nicht auf den Verkaufspreis. Im Schnitt rechnet Amazon laut Händlerbund und etailment mit rund 2 Cent mehr pro Einheit, der Betrag im Einzelfall hängt von Größe und Abmessungen der Produkte ab. Alle Angaben stützen sich auf diese beiden Medien, denn Amazons Mitteilung in Seller Central war nicht abrufbar. Stand 27. Oktober liegen beide Starttermine noch bevor, sodass sich die Kalkulation rechtzeitig anpassen lässt.

Zehn Marktplätze ab 2. November, fünf Länder ab 19. November

Amazon hat die Erhöhung am 19. Oktober 2026 in einer Nachricht in Seller Central bekanntgegeben, wie der Händlerbund berichtet. FBA steht für „Versand durch Amazon“; nach Darstellung von Händlerbund und etailment werden die Bestellungen dabei über Amazons Fulfillment-Netzwerk abgewickelt. Der Satz von 2 Prozent gilt ab Montag, dem 2. November 2026. Betroffen sind zehn europäische Marktplätze: Deutschland, Belgien, Frankreich, Irland, Italien, die Niederlande, Polen, Schweden, Spanien und das Vereinigte Königreich. Von „EU-Märkten“ zu sprechen wäre ungenau, weil das Vereinigte Königreich dazugehört.

Der Multi-Channel-Versand (MCF, „Multi-Channel Fulfillment“) folgt später. Dabei wickelt Amazon Bestellungen aus anderen Verkaufskanälen ab, etwa aus dem eigenen Online-Shop. Der neue Satz gilt hier ab Donnerstag, dem 19. November 2026, und nur in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich. Für andere Länder nennen die beiden Berichte keinen Termin für MCF.

Das Branchenmagazin etailment berichtete am 20. Oktober 2026, einen Tag nach Amazons Mitteilung, mit denselben Eckdaten und verweist dabei auf den Händlerbund. Es ist also keine unabhängige Zweitquelle zur Amazon-Mitteilung. Wer die Angaben liest, sollte drei Ebenen trennen: Was Amazon ankündigt (Satz, Termine, Märkte, Durchschnitt von 2 Cent), was die Medien daraus zusammenfassen und was als Einordnung hinzukommt, etwa die Bewertung des Händlerbunds weiter unten. Ergänzend nennt etailment, die Anpassung betreffe Marktplatzverkäufe und externe Vertriebskanäle, sofern der Versand über Amazon läuft.

Fehlende Angaben sind kein Beleg für das Gegenteil: Wie lange der höhere Satz gilt und auf welche Gebührenbestandteile sich „Versandgebühren“ genau bezieht, steht in keinem der beiden Berichte. Auch Zahlen zu Märkten außerhalb der genannten Länder fehlen. Ein Satz wie „gilt überall“ ließe sich daraus nicht ableiten.

Die Rechnung hinter den 0,5 Prozentpunkten

Der Zuschlag bemisst sich an den Versandgebühren, die Amazon für eine Einheit berechnet. Der Verkaufspreis spielt keine Rolle; Amazon betont laut Händlerbund, dass das auch künftig so bleibt. Ein Artikel für 80 Euro und einer für 8 Euro können deshalb denselben Zuschlag auslösen, sofern ihre Versandgebühr gleich ist. Der Betrag hängt laut Quellen von Größe und Abmessungen ab, mehr sagen sie dazu nicht.

Amazon nennt im Schnitt rund 2 Cent Mehrkosten pro Einheit. Eine Bemessungsbasis nennt das Unternehmen dazu nicht. dm-Rechnung: Steigt der Satz um 0,5 Prozentpunkte und ergibt das 2 Cent, lautet die Rückrechnung 0,02 € ÷ 0,005 = 4 €. Als Annahme läge die durchschnittliche Versandgebühr also bei rund 4 Euro. Das ist eine Ableitung, keine Amazon-Angabe.

Weitere dm-Rechnungen mit angenommenen Werten, keine Amazon-Gebühren:

  • Beispiel, Versandgebühr 3 €: 1,5 % ergeben 4,5 ct, 2 % ergeben 6 ct, Differenz +1,5 ct.
  • Beispiel, Versandgebühr 5 €: 1,5 % ergeben 7,5 ct, 2 % ergeben 10 ct, Differenz +2,5 ct.
  • Beispiel, Versandgebühr 8 €: 1,5 % ergeben 12 ct, 2 % ergeben 16 ct, Differenz +4 ct.
  • Beispiel, Versandgebühr 12 €: 1,5 % ergeben 18 ct, 2 % ergeben 24 ct, Differenz +6 ct.
  • Annahme, 50.000 Einheiten mit durchschnittlich 2 ct Mehrkosten: 50.000 × 0,02 € = 1.000 €.

Die Prozentzahlen lassen sich auf zwei Arten lesen, und beide stimmen. Der Satz steigt um 0,5 Prozentpunkte, relativ gesehen um ein Drittel (0,5 ÷ 1,5 = 0,33). Bezogen auf die Versandgebühr als Basis kommen aber nur 0,5 Prozent dieser Gebühr hinzu. Wer „Zuschlag steigt um 33 Prozent“ liest, sollte also nicht auf eine Kostensteigerung von einem Drittel schließen.

Die 2 Cent sind ein Durchschnittswert; im Einzelfall kann ein Artikel deutlich darunter oder darüber liegen, wie die Beispiele mit 1,5 und 6 Cent zeigen. Der Händlerbund ordnet ein: Pro Artikel sei das wenig, bei hohen Stückzahlen und knappen Margen könne es sich summieren. Das ist eine Einordnung des Verbands, kein Amazon-Wert. dm-Einordnung: Im Beispiel oben bleibt es bei 1.000 Euro je 50.000 Einheiten, was bei sehr knappen Margen spürbar sein kann, bei komfortablen kaum.

Zuschlag und Peak-Gebühr laufen nebeneinander

Amazon FBA: Händlerin kalkuliert Gebühren am Laptop zwischen VersandkartonsDieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellgpt_image_2PromptSmall online seller at a desk in a home office with a laptop, a stack of parcels and a kitchen scale, calculating costs with a pencil and notepad, daylight. Photorealistic editorial magazine photo, 16:9. Absolutely no text, no letters, no numbers, no logos, no brand marks.
Höhere Gebühren, neue Kalkulation (Symbolbild)

Eingeführt wurde der Zuschlag im April 2026, um gestiegene Logistikkosten auszugleichen, so Händlerbund und etailment. Nun hebt Amazon ihn erneut an: Der Kostendruck habe sich verschärft, der Satz werde „noch einmal nachjustiert“, schreibt der Händlerbund. Über den zeitlichen Abstand zwischen beiden Schritten machen die Quellen keine weitergehende Aussage.

Abzugrenzen ist die Peak-Versandgebühr. Laut Amazon, im Forenbeitrag News_Amazon in Seller Central, erhebt das Unternehmen sie vom 15. Oktober 2026 bis 14. Januar 2027 für ausgewählte Bestellungen mit Versand durch Amazon in Deutschland, nämlich kleine Pakete und Standardpakete. Der Durchschnitt liegt bei 0,27 Euro je Artikel, wie ein dm-Beitrag zur Peak-Versandgebühr vom 15. Oktober 2026 darlegt. Der Zuschlag von damals 1,5 Prozent fällt laut Amazon zusätzlich zu diesen Gebühren an.

Beide Posten sind verschiedene Mechanismen. Die Peak-Gebühr ist ein durchschnittlicher Betrag je Artikel in einem begrenzten Zeitraum. Der Zuschlag ist ein Prozentsatz auf die Versandgebühren, der ab dem 2. November 2 Prozent beträgt. Sie laufen also parallel, und im Q4-Geschäft können dieselben Sendungen beide Posten treffen.

Eine Gesamtsumme ist nicht seriös zu bilden. Ob die Peak-Gebühr zur Bemessungsbasis des Zuschlags zählt, sagt keine der Quellen, und Amazon nannte auch im Forenbeitrag keine Bemessungsgrundlage. Wer 0,27 Euro plus 2 Prozent addiert, rechnet mit einer unbelegten Annahme. Belegt sind nur die beiden Einzelposten und ihre Gültigkeit.

Dazu kommt: Der Durchschnittswert von 0,27 Euro gilt nur für ausgewählte Bestellungen in Deutschland. Wer vorrangig größere Artikel oder Sendungen in andere Länder verschickt, hat andere Posten auf der Abrechnung. Ein Durchschnitt beschreibt das Ganze, nicht den einzelnen Artikel, und deshalb taugt er nur als grobe Orientierung für die eigene Kalkulation.

Amazons Tools und die angekündigte Überprüfung

Amazon hat nach Angabe des Händlerbunds mehrere Werkzeuge in Seller Central angepasst: die Gewinnanalyse, den Einnahmenrechner sowie die Gebühren- und Wirtschaftlichkeitsvorschau. Sie berücksichtigen den neuen Zuschlag bereits. Sie zeigen die Mehrkosten pro Einheit und die Auswirkungen auf das gesamte FBA-Sortiment. Damit lässt sich statt der Durchschnittszahl von 2 Cent der Wert für die eigenen Artikel ablesen, der von Größe und Abmessungen abhängt.

Amazon kündigt außerdem an, den Zuschlag im Zuge der weiteren Entwicklungen zu überprüfen. Eine Senkung bei Besserung der Lage sei laut Händlerbund „zumindest theoretisch denkbar“. Mehr als das steht in den Quellen nicht, einen Zeitpunkt oder Kriterien nennen sie nicht. In der Mitteilung schreibt Amazon laut Händlerbund: „Es ist uns bewusst, dass dies Auswirkungen auf Ihr Geschäft hat.“

Wer über FBA oder MCF mehrere Kanäle bedient, wird nach dm-Einordnung ohnehin die Marge je Kanal im Blick behalten wollen. Darum geht es auch im dm-Beitrag zu Amazons Multichannel-Selling-Tools, die das Unternehmen am 24. September 2026 für eBay, Shopify, TikTok und Walmart angekündigt hat und die laut dem dortigen Beitrag zunächst in den USA starten. Das ist ein anderes Thema als der MCF-Versand, auf den der Zuschlag zielt; der Beitrag behandelt keine MCF-Gebühren, der Gedanke der kanalweisen Margenprüfung ist aber derselbe.

Zeitlich liegen die beiden Stichtage auseinander: Stand 27. Oktober sind es bis zum 2. November 6 Tage, vom 2. bis zum 19. November weitere 17 Tage, in denen der neue Satz bei MCF noch nicht gilt. Als dm-Einordnung bietet sich an, die Q4-Kalkulation mit 2 Prozent auf der Versandgebühren-Basis der eigenen Artikel nachzurechnen, nicht auf dem Verkaufspreis, und sie mit den angepassten Seller-Central-Tools abzugleichen. dm-Rechnung: Bei einer Versandgebühr von 5 Euro ergeben 2 Prozent 10 Cent statt bisher 7,5 Cent. Wer MCF nutzt, setzt den Starttermin 19. November in die Planung.