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    Amazon Dash-Button: in Deutschland und der EU rechtlich umsetzbar?

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    Aktuell testet Amazon in den USA den sogenannten Dash-Button. Mit diesem sollen Onlinebestellungen vereinfacht werden. Sollte sich das Konzept durchsetzen, wäre das Modell sicherlich auch für Deutschland und andere EU-Länder interessant. Allerdings würde der Dash-Button europäische Onlinehändler vor diverse rechtliche Probleme stellen. Denn der Kundenschutz darf auch mit einer solchen neuen Methode nicht außer Kraft gesetzt werden.

    So funktioniert der Dash-Button

    Der Amazon Dash-Button ist ein kleiner Knopf, der an verschiedenen Haushaltsgeräten wie Kaffeemaschinen oder Waschmaschinen angebracht wird. Der Knopf ist mit einer entsprechenden App auf dem Smartphone des Nutzers verbunden. Sobald ein bestimmtes Produkt wie Kaffee oder Waschmittel zur Neige geht, drückt der Nutzer einfach auf den Knopf. Dieser setzt dann über die App einen Bestellvorgang in Gang und das benötigte Produkt wird bis an die Haustür geliefert. Das Einkaufen im E-Commerce soll hierdurch leichter gestaltet werden. Anwender könnten dann Artikel mit nur einem Knopfdruck bestellen und müssten nicht erst das Smartphone herausholen und im Internet shoppen. Die Auswahl an Dash-Buttons ist schon jetzt recht groß.

    So funktioniert der Amazon Dash Button
    So funktioniert der Amazon Dash Button (Quelle: Amazon.com)

    Diese rechtlichen Schwierigkeiten bringt der Dash-Button mit sich

    Der Dash-Button wird, wenn er sich in den USA durchsetzt, mit Sicherheit auch nach Deutschland und in andere EU-Länder kommen. Hier wird er Onlinehändler und Juristen aber gleichermaßen vor große Aufgaben stellen. Denn der Knopf ist rechtlich bedenklich. So besteht beispielsweise in Deutschland eine Informationspflicht seitens der Händler. Ein Bestellknopf muss beispielsweise ausdrücklich mit eindeutigen Hinweisen wie „jetzt kostenpflichtig bestellen“ versehen sein. Hinzu kommt, dass bei einer Bestellung die Identität des Unternehmens ebenso ersichtlich sein muss wie die vollständigen Kosten einschließlich Versand. Zudem muss der Kunde über sein Widerrufsrecht, Garantien und vieles mehr informiert werden. Ein Dash-Button bietet weder den Platz noch die Möglichkeit für eine solche Fülle an Informationen. Des Weiteren müssen technische Anforderungen im deutschen E-Commerce erfüllt sein. So ist es zwingend nötig, dass der Kunde vor dem Bestellvorgang ausdrücklich bestätigt, dass er einen kostenpflichtigen Kauf vornehmen möchte. Auf einem Dash-Button findet keine rechtskonforme Artikelbeschreibung Platz und auch eine ausdrückliche Bestätigung des Kaufwunsches lässt sich kaum realisieren.

    Amazon Dash-Button: Nachbestellen auf Knopfdruck
    Amazon Dash-Button: Nachbestellen auf Knopfdruck (Quelle: Amazon.com)

    So könnten eventuelle Lösungen für das Problem aussehen

    Schon heute sieht sich der E-Commerce kaum noch in der Lage, rechtlich einwandfreie Angebote zu gestalten. Entsprechend groß ist die Welle an Abmahnungen, die den digitalen Handel allein in Deutschland derzeit überspült. Gerade deswegen ist es so wichtig, rechtlich einwandfreie Lösungen für den Dash-Button zu finden. Eine Lösung könnte so aussehen, dass sämtliche rechtlichen Pflichten der Anbieter über die App geregelt werden. Der Nutzer müsste über die Preise, die Versandkosten sowie Rechte und Pflichten beim Kauf bereits beim Installieren der App informiert werden. Nur wenn er diesen ausdrücklich zustimmt, kann der Dash-Button genutzt werden. Dieser wäre dann nur noch ein reiner Bestellknopf.

    Der #Dashbutton ist in den USA schon so beliebt, dass die Menschen Fotos von ihren Dash-Button-Sammlungen auf Instagram.com posten.

    Eine Alternative wäre, die über den Dash-Button laufenden Bestellungen als eine Art Abonnement im Rahmen eines Vertrags zu regeln. Dieser würde verbindliche Preise, Vertragslaufzeiten und Versandkosten beinhalten, über die der Nutzer bei Vertragsabschluss informiert wird. Sämtliche Informationspflichten würden dann über den Vertrag erfüllt und die Bestellung könnte dennoch unkompliziert über den Knopf erfolgen. Der Dash-Button zeigt, wie kompliziert die Regulation des E-Commerce aus rechtlicher Sicht ist. Onlinehändler und Wettbewerbshüter werden noch einiges an Arbeit zu leisten haben, bevor hier geklärte Verhältnisse geschaffen sein werden.

    Amazons Promovideo zum Dash Button:

    Patrick Tarkowski
    Patrick Tarkowski
    Patrick Tarkowski ist studierter Germanist und Anglist und arbeitet bereits seit 2008 als Autor für Onlineshops und Unternehmen. Er ist in ganz unterschiedlichen Themengebieten beheimatet, kennt sich aber speziell in den Bereichen E-Commerce, Online Marketing, Familie und Erziehung sowie SEO aus. Neben Fachtexten schreibt er eigene E-Books, Theaterstücke und Romane und entwickelt Unterrichtsmaterialien.

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