Mit Home Assistant 2026.11 soll HACS ins Hauptsystem einziehen: Laut HACS-Dokumentation wird es dann als Integration „Marketplace“ mitgeliefert und liegt unter Einstellungen. Downloads, eigene Repositories und Update-Entitäten übernimmt Home Assistant beim ersten Start; AppDaemon-Apps und Python-Skripte verwaltet der Marketplace jedoch nicht mehr, und HACS selbst lässt sich auf dieser Version nicht mehr installieren. Wer bisher Integrationen, Themes und Dashboard-Karten über HACS pflegt, muss laut Doku nichts tun. Trotzdem verhalten sich einige Dinge anders, und weder die HACS- noch die Contributor-Dokumentation nennt einen Veröffentlichungstermin für 2026.11.
Der Marketplace ersetzt die HACS-Custom-Integration
Bisher ist HACS eine Custom Integration, also Zusatzcode, den Sie selbst in Ihre Home-Assistant-Installation einbringen. Ab Home Assistant 2026.11 steckt dieselbe Aufgabe im Kern des Systems: Die Integration heißt „Marketplace“, ist laut Contributor-Dokumentation standardmäßig eingerichtet und hat ihr Panel unter Einstellungen > Marketplace. Sie müssen sie weder herunterladen noch aktivieren.
Am Angebot ändert sich wenig. Laut HACS-Dokumentation bleiben der Katalog, die Repositories und die Datei hacs.json, mit der Entwickelnde ihre Projekte beschreiben, gleich. Eine Integration oder Karte, die bisher über HACS auffindbar ist, soll also auch im Marketplace auftauchen. Die Katalogdaten stammen von data-v2.hacs.xyz, der Marketplace liest sie beim Start und danach alle sechs Stunden.
Der Marketplace kennt vier Inhaltstypen: Integrationen, die unter custom_components landen, Dashboard-Plugins unter www/community, Themes und Templates unter custom_templates. Wer bisher Karten und Themes über HACS bezog, findet dieselben Kategorien wieder.
Die bisherige HACS-Custom-Integration bekommt laut Dokumentation keine neuen Funktionen mehr. Auf Home Assistant 2026.11 und neuer lässt sie sich zudem nicht installieren, weil Home Assistant die Custom Integration blockiert: Der Marketplace ersetzt sie. Ein Nebeneinander beider Varianten ist auf dieser Version also nicht vorgesehen.
Neu ist außerdem ein Warnhinweis. Laut Beschreibung des zugehörigen Pull Requests, mit dem der Code in Home Assistant aufgenommen wurde, erscheint er einmal pro Person und warnt vor den Risiken von Community-Inhalten. Solange er nicht akzeptiert ist, wird nichts installiert oder aktualisiert; das Durchstöbern des Katalogs funktioniert schon vorher. Die Entscheidung, Community-Code zu vertrauen, trifft damit eine Person mit Admin-Rechten, denn alle Marketplace-Befehle sind Admins vorbehalten.
Die Beschreibung nennt auch eine Einschränkung: Für das, was installiert wird, gibt es keine Signaturen oder Prüfsummen. Das war bei der HACS-Custom-Integration nicht grundsätzlich anders, ist aber nun ausdrücklich dokumentiert.
Beim ersten Start übernimmt Home Assistant den Bestand
Wer das Update einspielt, muss laut HACS-Dokumentation nichts migrieren. Alles, was Sie mit HACS heruntergeladen haben, bleibt installiert und bekommt weiter Updates. Auch Ihre eigenen Repositories, also Projekte, die Sie per GitHub-URL zu HACS hinzugefügt haben, werden übernommen, und zwar samt Namen, Bereichen und Labels.
Besonders für Automationen und Dashboards ist ein Detail wichtig: Die Update-Entitäten behalten ihre Entity-IDs. Alles, was auf eine solche Entität verweist, etwa eine Benachrichtigung bei verfügbaren Updates oder eine Kachel auf dem Dashboard, sollte deshalb weiter funktionieren. Jedes über den Marketplace installierte Repository bekommt laut Contributor-Dokumentation eine Update-Entität, die unter Einstellungen > Updates erscheint.
HACS selbst räumt sich beim ersten Start weg. Die Custom Integration wird entfernt, weil der Marketplace ihren Platz einnimmt. Bookmarks auf /hacs bleiben nutzbar: Sie öffnen laut Doku künftig den Marketplace. Wer das HACS-Panel im Browser oder auf einem Wandtablet als Lesezeichen abgelegt hat, landet also nicht im Leeren.
Die auffälligste Veränderung ist der Ort. Der Marketplace liegt unter Einstellungen und nicht mehr als eigener Eintrag in der Seitenleiste. Damit entfallen HACS-Optionen, die sich auf diesen Seitenleisteneintrag bezogen, etwa der frei wählbare Titel und das Symbol. Wer die Seitenleiste für Familienmitglieder aufgeräumt hat, ändert dort nichts, aber ein schneller Klick auf „HACS“ entfällt.
Für das Anlegen neuer eigener Repositories gilt eine Voraussetzung, die sich aus der Contributor-Dokumentation ergibt: Installationen direkt aus dem Katalog brauchen keine GitHub-Verbindung. Andere Versionen eines Projekts und eigene Repositories laufen dagegen über die GitHub-API und setzen eine solche Verbindung voraus. Wer bisher ein GitHub-Token für HACS hinterlegt hat, sollte deshalb wissen, wo er diese Verbindung künftig herstellt. Wie genau die Einrichtung im Marketplace aussieht, beschreibt die Contributor-Dokumentation nicht.
Das sollten Sie vor dem Update prüfen
Dieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellgpt_image_2PromptHands setting up a small smart-home hub next to a laptop on a wooden desk, various small sensors and a cable lying around, tinkerer mood. Photorealistic editorial magazine photo, 16:9. Absolutely no text, no letters, no numbers, no logos, no brand marks.Pflichtaufgaben sind das nicht, denn die Doku sagt ausdrücklich „You don’t need to do anything“. Es geht um Stellen, an denen sich das System nach dem Update anders verhält als bisher. Wer sie kennt, wundert sich später nicht über Reparatur-Hinweise.
AppDaemon-Apps und Python-Skripte
HACS hat bisher auch AppDaemon-Apps und Python-Skripte verwaltet. Die Contributor-Dokumentation hält dazu knapp fest: „The Marketplace does not.“ Bereits installierte Dateien bleiben laut HACS-Dokumentation liegen und funktionieren weiter, bekommen aber keine Updates mehr. Eine Reparatur in Home Assistant listet sie auf.
Wer solche Projekte nutzt, sollte also prüfen, welche seiner Automatisierungen daran hängen. Der Marketplace lehnt außerdem Repositories ab, die Apps enthalten, und das Core-Repository von HACS selbst. Neue Apps oder Skripte lassen sich darüber nicht mehr hinzufügen. Wie Updates für diese Projekte künftig zu beziehen sind, sagt die HACS-Dokumentation nicht; dm-Einordnung: Das dürfte dann wieder Handarbeit über das jeweilige Projekt selbst bedeuten.
Dashboard-Ressourcen und Pfade
Dashboard-Karten werden als Ressourcen eingebunden, also als JavaScript-Dateien, die das Dashboard beim Laden nachlädt. Der Marketplace liefert sie unter /local/community/ aus. Alte Pfade mit /hacsfiles/ funktionieren laut Dokumentation weiter, Ihre vorhandenen Dashboards sollten also nicht auseinanderfallen.
Anders ist es bei Ressourcen, die Sie in YAML statt über die Oberfläche eingetragen haben. Dafür erinnert laut HACS-Dokumentation eine Reparatur daran, die Pfade zu ändern. Das ist ein Hinweis, kein Zwang, denn der alte Pfad bleibt gültig. Zur Kompatibilität einzelner Karten über diese Pfade hinaus macht die HACS-Dokumentation keine Aussage. Wie Dashboards in Home Assistant grundsätzlich aufgebaut sind, erklärt der Beitrag zum Home-Assistant-Dashboard ausführlich.
Eigene Repositories und Blueprints
Blueprints, also wiederverwendbare Automationsvorlagen, gehören nicht in den Marketplace. Sie kommen weiterhin per URL-Import in Ihre Installation, aus einem Community-Beitrag, einer GitHub-Datei, einem Gist oder aus YAML auf home-assistant.io. Für Updates gibt es die Funktion „Re-import blueprint“, aber keine Update-Entität. Wer Blueprints bisher über Update-Hinweise im Blick hatte, muss also selbst nachsehen.
Wer erst in das Thema einsteigt und noch keine Zusatzintegrationen nutzt, findet im Einsteiger-Guide zu Home Assistant die Grundlagen, bevor der Marketplace überhaupt relevant wird.
Wichtig ist außerdem, was die Doku nicht sagt: Sie nennt keine manuellen Schritte vor dem Update, und zu einzelnen Karten oder Integrationen findet sich dort keine Kompatibilitätsliste. Alles Weitere in dieser Checkliste ist dm-Einordnung aus dem, was die Dokumentation beschreibt.
Zeitplan und offene Punkte
Wann Home Assistant 2026.11 erscheint, steht weder in der HACS- noch in der Contributor-Dokumentation. Beide nennen die Versionsnummer, aber kein Datum. Der Code stammt aus dem Pull Request „Add Marketplace integration (#183502)“, den frenck am 28. September 2026 eröffnet hat.
Im Community-Thread zum Thema schrieb am 6. Oktober 2026 eine Person unter dem Namen „makai“: „Yes, it’s merged, will be in 2026.11 if no revert is done.“ Das ist der Beitrag eines Mitglieds der Community, keine offizielle Ankündigung. Der Zusatz „if no revert is done“ zeigt zudem, dass auch ein bereits übernommener Code vor der Veröffentlichung wieder herausgenommen werden könnte. Ein Termin lässt sich daraus nicht ableiten.
Wer Home Assistant 2026.10 oder älter betreibt, nutzt weiter HACS. Die Doku rät, vor dem Upgrade den Abschnitt „Upgrading to Home Assistant 2026.11“ zu lesen. Auf älteren Versionen ändert sich bis zum Update nichts an der bisherigen HACS-Installation.
Wie der Marketplace mit entfernten Projekten umgeht
Eine Besonderheit betrifft Projekte, die aus dem Katalog verschwinden. Laut Contributor-Dokumentation zur Funktionsweise unterscheidet der Katalog zwei Markierungen. Als „Removed“ markierte Repositories bleiben installiert, bekommen aber keine Updates, und eine Reparatur weist darauf hin. Als „Critical“ markierte Repositories werden dagegen sofort deinstalliert, was einen Neustart von Home Assistant nach sich zieht.
Weil die Katalogdaten beim Start und alle sechs Stunden gelesen werden, kann eine solche Markierung zeitnah wirksam werden. Das ist ein Sicherheitsnetz für den Fall, dass ein Projekt als gefährlich eingestuft wird. Es bedeutet aber auch: Eine Karte oder Integration kann nach einer Katalogänderung ohne Ihr Zutun verschwinden, und zwar mit einem Neustart Ihrer Installation. Die Contributor-Dokumentation nennt keine Kriterien, wann eine Markierung „Critical“ gesetzt wird.
Vertrauen bleibt Ihre Entscheidung
Der Marketplace macht Community-Code bequemer erreichbar, prüft ihn aber nicht inhaltlich: Laut Pull-Request-Beschreibung gibt es keine Signaturen oder Prüfsummen, und mit dem Akzeptieren des Warnhinweises entscheidet ein Admin, Community-Code zu vertrauen. Daran ändert der Umzug in den Kern nichts. Dass der Marketplace Teil von Home Assistant ist, ist kein Gütesiegel für die darüber installierten Projekte.
Als dm-Einordnung bietet sich vor dem Update auf eine neue Home-Assistant-Version ohnehin ein Backup an, gerade wenn es sich um ein größeres Update handelt, das Integrationen und Add-ons betrifft. Wer AppDaemon-Apps oder Python-Skripte nutzt, kann zusätzlich vorab notieren, welche Dateien das sind und woher sie stammen. Die Reparatur nach dem Update listet sie zwar auf, aber ein eigener Überblick spart später die Suche.




