Zehn Entwürfe, zwei Themenwelten, eine Frist: Bis zum 21. September 2026 kann sich die Öffentlichkeit in Europa dazu äußern, wie die nächste Generation der Euro-Banknoten aussehen soll. Die EZB hat heute die in die Endauswahl gekommenen Gestaltungsvorschläge vorgestellt und zugleich eine öffentliche Online-Umfrage gestartet, mit der Bürgerinnen und Bürger Feedback zu den Entwürfen geben können. An Supermarktkassen, Fahrkartenautomaten und Bankschaltern wechseln jeden Tag Millionen dieser Scheine den Besitzer, meist ohne dass jemand länger als eine Sekunde auf das Motiv schaut. Genau das könnte sich in den kommenden Wochen ändern, denn die eigene Meinung zu den zehn Finalentwürfen hat jetzt tatsächlich Gewicht.
EZB präsentiert Finalauswahl für Eurobanknoten
Die Europäische Zentralbank hat mit der heutigen Vorstellung einen Prozess sichtbar gemacht, der bereits seit längerem läuft. Vorgestellt wurden die Entwürfe, die aus einem größeren Pool an Vorschlägen übrig geblieben sind und nun der europäischen Öffentlichkeit zur Bewertung vorgelegt werden. Wer sich fragt, warum die EZB überhaupt Bürgerinnen und Bürger nach ihrer Meinung fragt: Banknoten sind mehr als nur Zahlungsmittel, sie sind auch ein Stück visuelle Identität eines Währungsraums, den mehr als 350 Millionen Menschen täglich nutzen.
Die zur Auswahl stehenden Entwürfe beruhen auf zwei Leitthemen: „Europäische Kultur“ und „Flüsse und Vögel“. Beide Themenwelten wurden von Gestaltungsteams unabhängig voneinander ausgearbeitet, sodass am Ende zehn konkrete Vorschläge übrig blieben, die nun zur Abstimmung stehen. Die Bandbreite reicht von Motiven mit kulturhistorischem Bezug bis zu naturnahen Darstellungen, die europäische Landschaften und ihre Bewohner in den Mittelpunkt rücken.
Für den Zeitplan bedeutet das: Die Finalauswahl der Eurobanknoten-Motive ist kein Endpunkt, sondern der Übergang in die Phase der öffentlichen Beteiligung. Erst danach folgt die politische Entscheidung, die den eigentlichen Startschuss für Produktion und Einführung gibt.
Online-Umfrage: So können Bürgerinnen und Bürger mitentscheiden
Die Öffentlichkeit in Europa kann sich bis zum 21. September 2026 zu den zehn Gestaltungsvorschlägen äußern. Die Umfrage läuft online, ist niedrigschwellig gestaltet und richtet sich ausdrücklich nicht nur an Fachpublikum, sondern an alle, die mit Euro-Bargeld zu tun haben – also praktisch an die gesamte Bevölkerung der Euro-Zone und in weiteren europäischen Ländern.
Wichtig für alle, die eine verbindliche Vorentscheidung erwarten: Die Umfrage ist eine Feedback-Runde, keine Volksabstimmung mit bindendem Ergebnis. Die EZB sammelt Präferenzen, wertet sie aus und lässt sie in die finale Entscheidung einfließen, trifft die Wahl am Ende aber selbst. Das unterscheidet den Prozess von einem klassischen Wettbewerb mit Publikumsvoting, bei dem die meisten Stimmen automatisch gewinnen.
Wer sich für die Details der einzelnen Motive interessiert, findet ausführliche Informationen bei der Deutschen Bundesbank, die den Prozess für den deutschen Markt begleitet und einordnet. Ergänzend liefert die EZB in ihrem FAQ weitere Hintergründe zum geplanten Ablauf.
Auch technisch ist die Teilnahme unkompliziert gehalten: Ein Formular, wenige Klicks, keine Registrierungshürden, die potenzielle Teilnehmende abschrecken könnten. Diese niedrige Einstiegshürde ist bewusst gewählt, denn die EZB möchte eine möglichst breite Rückmeldung aus allen Mitgliedstaaten der Euro-Zone erhalten, nicht nur aus wenigen Ländern mit besonders aktiver Netzgemeinde.
Der Weg zur Finalauswahl: Wettbewerb seit 2025
Die aktuelle Umfrage ist nicht der Startpunkt, sondern ein Zwischenschritt in einem längeren Verfahren. Die EZB hatte bereits 2025 einen Design-Wettbewerb für die nächste Euro-Banknotenserie gestartet. Gestaltungsteams aus verschiedenen europäischen Ländern reichten damals Entwürfe ein, aus denen eine Fachjury eine Vorauswahl traf.
Die vorausgewählten Entwürfe sollten 2026 der Bevölkerung präsentiert werden, damit Präferenzen abgefragt werden können – genau das passiert nun mit der heute gestarteten Umfrage. Der zeitliche Ablauf folgt also einem Plan, der schon länger feststand: erst Wettbewerb und Fachauswahl, dann öffentliche Beteiligung, am Ende die politische Entscheidung durch die zuständigen Gremien der EZB. Wer den Wettbewerb von Anfang an verfolgt hat, dem dürfte die Auswahl der beiden Leitthemen bereits bekannt vorkommen, denn genau diese Richtung war schon 2025 absehbar.
Für alle, die sich fragen, warum ein solcher Prozess so viel Zeit braucht: Banknoten sind Sicherheitsdokumente mit hohem Fälschungsschutz, die über Jahrzehnte im Umlauf bleiben. Ein Design-Wechsel betrifft nicht nur die Optik, sondern auch technische Sicherheitsmerkmale, Druckverfahren und die Abstimmung mit Zentralbanken und Notenbanken im gesamten Euro-Raum. Details zur ursprünglichen Motivauswahl hat die Bundesbank bereits im Rahmen der Vorauswahl der EZB dokumentiert. Wer die Chronologie also nachvollziehen möchte, findet dort den Ausgangspunkt des gesamten Verfahrens.
Zeitplan: Wann fällt die Entscheidung über das Euro-Design
Die EZB entscheidet laut Bundesbank-Information voraussichtlich Ende 2026 über das endgültige Design. Das bedeutet: Die jetzt laufende Umfrage ist der letzte große Beteiligungsschritt, bevor die zuständigen Gremien eine verbindliche Wahl treffen. Wer also noch mitreden möchte, sollte die Frist bis zum 21. September 2026 im Blick behalten, denn danach beginnt die interne Auswertungs- und Entscheidungsphase.
Für die Praxis heißt das allerdings nicht, dass Anfang 2027 plötzlich neue Scheine im Portemonnaie liegen. Laut EZB-Faq wird es noch einige Jahre dauern, bis die ersten neuen Euro-Banknoten ausgegeben werden. Zwischen Designentscheidung und tatsächlicher Einführung liegen typischerweise umfangreiche Produktionsvorbereitungen, Sicherheitstests und die Abstimmung mit nationalen Zentralbanken, die die neuen Scheine drucken und in Umlauf bringen müssen.
Ein ergänzender Bericht bestätigt diese Einschätzung: Die Produktion und Einführung der neuen Scheine werden noch mehrere Jahre dauern. Wer heute also über die Finalmotive abstimmt, gestaltet damit das Bargeld der frühen 2030er-Jahre – nicht das des kommenden Jahres. Ungeduldige Sparerinnen und Sparer, die auf einen schnellen Wechsel hoffen, müssen sich also in Geduld üben, bis die neue Serie tatsächlich an Kassen und Automaten ankommt.
Was bleibt gleich: Nennwerte, Größe und Farben der Euro-Banknoten
Wer nun befürchtet, dass mit dem neuen Design auch das gesamte Bargeldsystem umgekrempelt wird, kann beruhigt werden. Die aktuellen Nennwerte sollen voraussichtlich bei 5, 10, 20, 50, 100 und 200 Euro bleiben. Das bedeutet: Die Struktur des Euro-Bargelds mit ihren sechs Stückelungen bleibt bestehen, es ändert sich lediglich das visuelle Erscheinungsbild der einzelnen Scheine.
Auch bei Größe und Hauptfarben ist keine Revolution zu erwarten. Größe und Hauptfarben der Banknoten werden nach derzeitigem Stand wahrscheinlich beibehalten. Das hat einen praktischen Hintergrund: Automaten, Sortiergeräte und Sehhilfen für blinde und sehbehinderte Menschen sind auf die bestehenden Formate und Farbcodes abgestimmt. Ein radikaler Bruch würde erhebliche Folgekosten für den gesamten Bargeldkreislauf verursachen, von Geldautomaten bis zu Kassensystemen im Einzelhandel.
Genau deshalb konzentriert sich der Design-Wettbewerb auf die Bildmotive und nicht auf die technischen Grundparameter der Banknoten. Wer sich also fragt, ob am Ende ein völlig neues Bargeldsystem herauskommt: Nein, es bleibt bei der vertrauten Struktur, nur mit neuen Gesichtern und Landschaften auf der Vorder- und Rückseite. Diese Kontinuität soll auch dazu beitragen, dass die Umstellung im Alltag möglichst reibungslos verläuft, sobald die neue Serie tatsächlich ausgegeben wird.
Mögliche Motive: Von Kultur bis Natur
Neben den offiziellen Themenkategorien „Europäische Kultur“ und „Flüsse und Vögel“ kursieren bereits konkrete Namensvorschläge in der öffentlichen Debatte. Ein ergänzender Bericht der Sparkasse nennt als mögliche Motive unter anderem Beethoven, Callas und Curie. Diese Aufzählung zeigt, in welche Richtung das Themenfeld „Europäische Kultur“ gedacht werden könnte: Persönlichkeiten aus Musik, Wissenschaft und Kunst, die europaweit Bekanntheit und Symbolkraft besitzen.
Das Gegenstück „Flüsse und Vögel“ setzt bewusst auf eine unpolitische, naturbezogene Bildsprache. Flüsse verbinden Länder und Regionen, ohne nationale Grenzen zu betonen, Vögel ziehen über Kontinente hinweg und lassen sich keinem einzelnen Mitgliedstaat zuordnen. Diese Motivwahl folgt derselben Logik wie das aktuelle Euro-Design mit seinen abstrakten Brücken, Toren und Fenstern: Symbole, die verbinden statt trennen, standen schon bei der ersten Banknotenserie im Vordergrund.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich intensiver mit den Hintergründen der Euro-Zone und ihrer Geldpolitik beschäftigen möchten, liefert der Artikel zum stabilen EZB-Leitzins zusätzlichen Kontext, wie geldpolitische Entscheidungen und Bargeldgestaltung in der Praxis zusammenhängen. Wer die beiden Themenfelder nebeneinander betrachtet, erkennt schnell, dass die EZB bewusst auf Ausgewogenheit zwischen Personenmotiven und Naturmotiven setzt, um möglichst breite Zustimmung in allen Mitgliedstaaten zu erreichen.

Bargeld neben digitalem Euro: Zwei Projekte, ein Ziel
Die Neugestaltung der Banknoten läuft parallel zu einem weiteren großen EZB-Projekt: der Einführung eines digitalen Euro. Beide Vorhaben verfolgen ein gemeinsames Ziel, nämlich die europäische Zahlungsinfrastruktur unabhängig und zukunftsfest zu halten – einmal für das physische Bargeld, einmal für den digitalen Zahlungsverkehr. Wer sich für die technischen und regulatorischen Hintergründe der digitalen Seite interessiert, findet im Artikel zu Wholesale-CBDC-Experimenten der EZB weiterführende Einordnungen, wie Zentralbankgeld künftig auch im Interbankenhandel eine Rolle spielen könnte.
Interessant ist dabei der Kontrast: Während bei Bargeld über Jahrzehnte gedacht wird und ein Design-Wechsel Jahre an Vorlaufzeit benötigt, entwickeln sich digitale Zahlungsinfrastrukturen deutlich schneller. Genau diese Gleichzeitigkeit aus langsamer, sicherheitsgetriebener Bargeldreform und schnellerer digitaler Innovation prägt die aktuelle Geldpolitik der Euro-Zone. Wer beide Entwicklungen nebeneinander betrachtet, erkennt, dass die EZB Bargeld keineswegs als Auslaufmodell behandelt, sondern bewusst in zwei Spuren investiert.
Warum die Meinung der Bevölkerung tatsächlich zählt
Skeptische Stimmen könnten einwenden, dass eine Online-Umfrage ohnehin nichts an der Entscheidung ändert. Diese Einschätzung greift jedoch zu kurz. Bereits bei der Einführung der ersten Euro-Banknoten und bei der Überarbeitung der zweiten Serie („Europa-Serie“) flossen öffentliche Rückmeldungen in Detailentscheidungen ein, etwa bei Sicherheitsmerkmalen und bei der Wahrnehmbarkeit für Menschen mit Sehbehinderung. Eine breite öffentliche Beteiligung erhöht zudem die Akzeptanz des späteren Designs – ein Aspekt, der bei einem Zahlungsmittel, das täglich von Millionen Menschen genutzt wird, nicht zu unterschätzen ist.
Aus ökonomischer Sicht lohnt sich ein Blick auf die Größenordnung: Allein in Deutschland waren zuletzt Banknoten im Wert von mehreren hundert Milliarden Euro im Umlauf. Ein Wechsel der Serie betrifft also nicht nur ein Designdetail, sondern ein Zahlungsmittel, dessen Vertrauenswürdigkeit unmittelbar mit der Akzeptanz der Bevölkerung verknüpft ist. Wer sich beteiligt, trägt entsprechend zu einem Prozess bei, der weit über ästhetische Fragen hinausgeht. Ebenso zeigt sich an dieser Stelle, wie eng Geldpolitik, Bargelddesign und öffentliches Vertrauen tatsächlich miteinander verwoben sind.
An einer Bäckereikasse in einer beliebigen europäischen Kleinstadt wechseln an einem gewöhnlichen Vormittag Dutzende Scheine den Besitzer, ohne dass Kundschaft oder Verkaufspersonal dem Motiv auf dem Papier auch nur einen Blick schenken. Genau diese Selbstverständlichkeit im Umgang mit Bargeld ist der eigentliche Beweis dafür, wie tief das Vertrauen in die Euro-Banknoten bereits verankert ist – ein Vertrauen, das die neue Serie nicht gefährden, sondern fortschreiben soll.
Was Verbraucherinnen und Verbraucher jetzt wissen sollten
Wer aktuell Bargeld in der Tasche hat, muss sich um nichts sorgen: Die bestehenden Euro-Banknoten bleiben bis zur endgültigen Einführung der neuen Serie regulär im Umlauf und gültiges Zahlungsmittel. Ein Umtausch oder eine Frist zur Abgabe alter Scheine steht derzeit nicht zur Debatte, das betrifft frühestens die Zeit nach der tatsächlichen Einführung der neuen Serie in mehreren Jahren.
Wer sich an der Umfrage beteiligen möchte, sollte die Frist bis zum 21. September 2026 notieren. Die Teilnahme läuft online und richtet sich an die breite Öffentlichkeit in ganz Europa, nicht nur an ein Fachpublikum aus Design oder Wirtschaft. Angesichts der langen Vorlaufzeit bis zur tatsächlichen Einführung bleibt genug Zeit, sich in Ruhe mit den zehn Entwürfen und den beiden Leitthemen zu beschäftigen, bevor die EZB voraussichtlich Ende 2026 ihre finale Entscheidung trifft.
Für Menschen, die beruflich mit Bargeldlogistik, Zahlungsverkehr oder Finanzregulierung zu tun haben, lohnt sich zudem ein Blick auf die parallelen Entwicklungen bei Stablecoins und der MiCA-Regulierung, da sich digitale und physische Zahlungsmittel zunehmend gegenseitig beeinflussen und regulatorisch aufeinander abgestimmt werden müssen. Ein Blick auf den Stand der MiCA-Regulierung zeigt, wie eng beide Welten inzwischen zusammenhängen. Wer selbst regelmäßig Bargeld verwaltet, sei es privat oder im Geschäftsbetrieb, bekommt mit der aktuellen Umfrage eine seltene Gelegenheit, direkt auf eine Entscheidung Einfluss zu nehmen, deren Ergebnis erst in mehreren Jahren im Alltag sichtbar wird.


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