Zwei Jahre liegen zwischen 2028 und 2030, und in dieser Spanne muss Bitcoin laut Stacks-Gründer Muneeb Ali von ersten sichtbaren Fortschritten zur vollständigen Quantenresistenz kommen, also zum Schutz vor Angriffen mit Quantencomputern. Ob das gelingt, hängt davon ab, ob sich die Entwickelnden zügig einigen; Ali verweist selbst auf die langsamen und umstrittenen Upgrades des Netzwerks, und Teile der Branche bestreiten die Dringlichkeit. Die Angaben stammen aus dem Cointelegraph-Bericht vom 30. Oktober 2026 über Alis Auftritt im Podcast Chain Reaction.
Bitcoin und die Marke 2028: Wer den Zeitplan setzt und wer ihn bezweifelt
Muneeb Ali, Gründer des Layer-2-Projekts Stacks (einer Zusatzschicht auf Bitcoin), fordert laut Cointelegraph vom 30. Oktober 2026 bis 2028 spürbare Fortschritte hin zu quantenresistenter Sicherheit. Als Zielmarke für den Abschluss nennt Ali das Jahr 2030 und beruft sich auf Vorgaben des National Institute of Standards and Technology (NIST). Fortschritte bei künstlicher Intelligenz könnten diese Frist nach seiner Warnung vorziehen.
Die Umsetzung kostet Zeit. Selbst nach einer Einigung der Entwickelnden kann die Einführung laut Ali Jahre dauern, weil Upgrades im Netzwerk langsam und umstritten verlaufen. Danach müssten Besitzende ihre Coins noch auf quantenresistente Adressen verschieben. Zwei Jahre für Einigung, Code und Umzug sind knapp bemessen, und die Streitlust der Beteiligten ist dabei noch nicht eingerechnet.
Staatliche Vorgaben liefern weitere Jahreszahlen. Der Verbesserungsvorschlag BIP 360 für das Protokoll nennt dazu drei US-Fristen:
- 2030: Software und Netzwerkgeräte sollen laut der Vorgabe CNSA 2.0 auf Post-Quanten-Verfahren umgestellt sein, die Quantenangriffen standhalten.
- 2033: Browser und Betriebssysteme sollen laut CNSA 2.0 vollständig folgen.
- Nach 2035: Elliptische Kurvenkryptografie (ECC), auf der die Signaturen des Netzwerks beruhen, soll laut NIST IR 8547 in der US-Bundesverwaltung unzulässig werden, hybride Verfahren ausgenommen.
Laut BIP 360 haben solche Vorgaben bei einigen Bitcoin-Nutzenden Sorge ausgelöst, die vorsorglich gerüstet sein wollen. Einigkeit herrscht nicht. Laut Cointelegraph bestreiten manche Branchenvertretende die Dringlichkeit der Bedrohung. Ali hält dagegen, schon die Unsicherheit könne das Vertrauen der Anlegenden untergraben, und ein Durchbruch gegen Bitcoin träfe den gesamten Kryptomarkt. Wie aufwendig ein Angriff auf das Signaturverfahren secp256k1 rechnerisch wäre, hat IonQ vorgerechnet; die Zahlen finden Sie in unserer Analyse zu Shors Algorithmus und secp256k1.
135 statt 66 Byte: Was BIP 360 an Transaktionsgröße kostet
BIP 360 beschreibt einen neuen Ausgabetyp für Bitcoin namens Pay-to-Merkle-Root (P2MR), der per Soft Fork, also als abwärtskompatible Protokolländerung, eingeführt werden soll. Laut dem Eintrag auf bips.dev trägt der Entwurf den Status Draft und die Version 0.12.1, vergeben wurde er am 18. Dezember 2024. Verfasst haben ihn Hunter Beast, Ethan Heilman und Isabel Foxen Duke. P2MR arbeitet fast wie Taproot (P2TR), nur ohne den Key-Path-Spend, bei dem eine Transaktion direkt über den internen Schlüssel freigegeben wird.
Die Gefahr geht von Shors Algorithmus aus. Er löst das Diskrete-Logarithmus-Problem auf einem ausreichend starken Quantencomputer exponentiell schneller als klassische Rechner und leitet so aus öffentlichen Schlüsseln die privaten ab, wie BIP 360 darlegt. Das Autorenteam trennt zwei Angriffsarten. Bei einem Long-Exposure-Angriff liegt ein öffentlicher Schlüssel lange offen auf der Blockchain, der Angreifer hat viel Zeit. Ein Short-Exposure-Angriff muss in der kurzen Spanne gelingen, in der eine Transaktion unbestätigt im Mempool, dem Wartebereich des Netzwerks, liegt.
Anfällig für Long-Exposure-Angriffe sind laut BIP 360 diese Gruppen:
- P2PK-Outputs, zu denen laut Entwurf etwa die Coins von Satoshi zählen
- wiederverwendete Outputs
- Taproot-Outputs, erkennbar an Adressen mit dem Präfix bc1p
Hier setzt P2MR an. Das Autorenteam hält Long-Exposure-Angriffe für die zuerst zu erwartende Gefahr, weil Short-Exposure-Angriffe schnellere Quantencomputer verlangen. Gegen Letztere schützt P2MR nicht; dafür könnten laut Entwurf Post-Quanten-Signaturen nötig werden, zu denen das Autorenteam einen eigenen Vorschlag in Aussicht stellt.
Der Haken liegt in der Größe. Ein P2MR-Witness, also der Datenblock zur Freigabe einer Transaktion, hat bei Baumtiefe 1 laut BIP 360 genau 135 Byte, ein Taproot-Key-Path-Spend nur 66 Byte. Das sind 69 Byte mehr. Das ist gut das Doppelte. Gegenüber einem Taproot-Script-Path-Spend fällt P2MR dagegen 32 Byte kleiner aus, weil der interne Schlüssel im Kontrollblock entfällt. Wer Quantenschutz will, zahlt mit größeren Transaktionen, und ob Bitcoin-Wallets den Typ breit anbieten, ist offen.
Ältere Knoten, die SegWit-Version 2 nicht kennen, behandeln solche Outputs laut Entwurf als von jedermann ausgebbar, leiten entsprechende Transaktionen aber in der Regel nicht weiter. Neue Adressen beginnen mit bc1z. Der verwendete 256-Bit-Hash bietet laut Entwurf dasselbe Sicherheitsniveau wie P2WSH. Wenn Sie selbst Coins verwahren, lohnt sich das Nachlesen des Entwurfs, denn er führt die Anfälligkeit je Adresstyp tabellarisch auf. Welche Schutzkonzepte Wallet-Besitzende schon heute prüfen können, zeigt unser Beitrag zu den Paradigm PACTs.
104 Milliarden US-Dollar in Spot-ETFs: Wie aus Quantenangst eine Kapitalfrage wird
US-Spot-Bitcoin-ETFs verwalten laut BitBo-Daten mehr als 104 Milliarden US-Dollar Nettovermögen, und dieses Geld macht das Quantenrisiko zur ökonomischen Frage. Ein Spot-ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der den aktuellen Kurs abbildet. Ali sagt laut Cointelegraph, die Quantenrisiken schreckten institutionelle Anlegende schon jetzt ab, lange bevor die Technik das Netzwerk ernsthaft bedrohe. Für Investierende, die Bitcoin als Schutz vor Währungsentwertung kaufen, könnten Zweifel an der langfristigen Sicherheit das Anlageargument erschweren.
Dieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellflux_2 pro 1k 16:9PromptWide view of several steel high-voltage pylons marching across a flat green field toward a distant forest line. Overhead cables sag between the masts under a pale morning sky, with a dirt access road running alongside. Photorealistic style image. Mood: calm, expansive, quietly serious. Avoid: watermark, signature, blurry, low quality, distorted, deformed.Dasselbe Argument steht im Entwurf BIP 360: Selbst wenn Quantencomputer nie ein ernstes Risiko darstellten, könne allein die Möglichkeit eines Fortschritts Akzeptanz und Vertrauen beeinflussen. Wie groß der gefährdete Bestand sein könnte, rechnet unsere Schätzung zu den durch Quantencomputer gefährdeten Coins vor.
Der Rückenwind war zuletzt stark. Bitcoin legte laut Delphi Digital im dritten Quartal um 43 Prozent zu, das beste dritte Quartal seit 2017, und stieg laut Cointelegraph-Bericht vom 5. Oktober 2026 kurzzeitig über 87.000 US-Dollar. Zugleich bieten Staatsanleihen mit Renditen über 5 Prozent eine Alternative. Delphi schrieb, wenn eine Staatsanleihe über 5 Prozent risikofrei zahle, müsse jeder riskante Wert härter arbeiten, um das Geld zu verdienen. Die Rendite der Staatsanleihe wird damit zum Maßstab, an dem sich Bitcoin messen lassen muss.
Schwache Arbeitsmarktdaten verschafften etwas Luft. Die US-Wirtschaft schuf im September laut Bureau of Labor Statistics nur 29.000 Stellen statt der erwarteten 80.000. Das FedWatch-Tool der CME Group sah danach die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober bei rund 24 Prozent, nach mehr als 75 Prozent eine Woche zuvor. Eine Zinserhöhung hatte die US-Notenbank Fed bereits im September beschlossen.
2 Prozent im VanEck-Fonds: Wie klein der Bitcoin-Anteil bleibt
VanEck hat laut Cointelegraph am Dienstag, dem 27. Oktober 2026, den aktiv gemanagten Fonds VanEck Wealth Builder ETF (NYSE: WBMO) aufgelegt, der ein Bitcoin-Ziel von 2 Prozent verfolgt. Die erlaubte Spanne reicht von 1 bis 5 Prozent. Das Engagement läuft über ein Spot-Bitcoin-ETP, ein börsengehandeltes Produkt. Direkt hält der Fonds keine Coins. Er investiert in eigene und fremde ETFs mit Aktien, Anleihen, Gold und anderen Sachwerten und baut auf bestehende Wealth-Builder-Modellportfolios auf, die zuvor nur Finanzberatenden über Plattformen Dritter zur Verfügung standen.
Der Bitcoin-Anteil bleibt damit klein: Selbst an der Obergrenze von 5 Prozent steckt der Großteil des Geldes in Aktien, Anleihen, Gold und anderen Sachwerten. Fiele der Bitcoin-Anteil auf null, träfe das im Zielfall nur 2 Prozent des Fondsvermögens. VanEck verwaltete laut eigener Angabe zum 30. September rund 244,1 Milliarden US-Dollar.
David Schassler, bei VanEck für Multi-Asset-Lösungen zuständig, hält das klassische 60/40-Portfolio aus Aktien und Anleihen für ein Modell aus einer anderen Anlageumgebung. Sachwerte könnten Anlegenden helfen, eine breitere Spanne konjunktureller Lagen zu meistern, und Bitcoin bilde nun einen kleinen Teil dieser Strategie. Ein VanEck-Sprecher sagte Cointelegraph, Regierungen dürften Währungen weiter entwerten, um Schulden zu bedienen; Bitcoin könne als knappes, nicht staatliches Gut neben Gold eine ergänzende Rolle spielen.
Der Fonds folgt auf eine Partnerschaft mit der Vorsorgeplattform Basic Capital vom März, durch die ausgewählte digitale Produkte von VanEck in US-401(k)-Plänen, den betrieblichen Altersvorsorgekonten, verfügbar wurden. Das Argument der Geldentwertung hängt an der Sicherheit des Netzwerks, und ein Absicherungsinstrument mit angezweifelter Sicherheit verliert an Überzeugungskraft.
Ripple, Circle, USDC: 3 Lizenz-Signale, die Marktanteile verschieben
Ripple hat laut Cointelegraph vom 30. Oktober 2026 die endgültige Genehmigung der US-Bankenaufsicht Office of the Comptroller of the Currency (OCC) für eine nationale Treuhandbank erhalten. Die bedingte Zusage lag seit Dezember 2025 vor. Die Ripple National Trust Bank verwaltet unter Bundesaufsicht die Reserven hinter dem Stablecoin RLUSD, einem an den Dollar gekoppelten Token, übernimmt die Treuhand für Sicherheiten zugunsten der Token-Inhabenden und bietet Verwahrung digitaler Vermögenswerte. Ausgegeben wird RLUSD weiter von der Standard Custody & Trust Company, die der New Yorker Finanzaufsicht NYDFS untersteht. Ripple-Chef Brad Garlinghouse sagte, Krypto und Banken arbeiteten besser zusammen.
Circle erhielt im Juli 2026 die entsprechende endgültige Zusage, während Coinbase, Crypto.com und die zu Stripe gehörende Bridge noch bei der bedingten Genehmigung stehen. Die Einschränkung ist erheblich: Nationale Treuhandbanken dürfen in der Regel weder Einlagen annehmen noch Kredite vergeben und genießen keinen Schutz durch die Einlagensicherung FDIC.
In Europa hat USDC laut einem neuen Bericht des Analysehauses Kaiko den Konkurrenten Tether im Handel gegen den Euro überholt. Der Anteil am Handel mit euro-denominierten Stablecoins stieg von 10 Prozent im Januar 2024 auf 56 Prozent, ein Plus von 46 Prozentpunkten. Auslöser waren große Börsen, die den Handel mit Tethers USDt für Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum einschränkten, um die EU-Verordnung MiCA (Markets in Crypto-Assets Regulation) einzuhalten. Die Euro-Orderbücher von USDC sind rund 40 Prozent tiefer, was auf bessere Liquidität hindeutet. Weltweit bleibt USDT dominant, sein Umlauf ist etwa 2,5-mal so groß wie der von USDC.
Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA stufte USDC als ersten bedeutenden E-Geld-Token der EU ein, was zusätzliche Aufsicht nach sich zieht. Circle erhielt nach eigener Darstellung am 1. Juli 2024 eine E-Geld-Lizenz der französischen Aufsicht ACPR und gilt damit als erster großer Emittent mit MiCA-Konformität. Kaiko hält ähnliche Verschiebungen durch den US-GENIUS Act für möglich, je nachdem, wie Börsen die neuen Vorgaben umsetzen.
Die nächste Marke setzt Ali selbst: 2028. Bis dahin muss sich zeigen, ob BIP 360, derzeit noch im Status Draft, oder ein anderer Vorschlag genug Rückhalt findet. Wer über einen Fonds wie WBMO investiert, kann in dieser Zeit zwei Dinge beobachten, nämlich ob Bitcoin-Wallets Adressen mit dem Präfix bc1z unterstützen und ob das Autorenteam den angekündigten Vorschlag zu Post-Quanten-Signaturen vorlegt.




