Kamera oder Türklingel im Dashboard sehen und darüber sprechen: In der Beta von Home Assistant 2026.11 geht das, aber nur mit Bedingungen. Matter-1.5-Kameras liefern Livebild per WebRTC, Schnappschüsse und Datenschutzmodus, sofern der Matter-Server aktuell genug ist. Das Gegensprechen ist eine Labs-Vorschau, derzeit für Matter-Kameras und Reolink, und läuft nur, wenn Sie Home Assistant über HTTPS öffnen. Es handelt sich um eine Beta, die Release Notes sind laut Entwicklern noch in Arbeit.
Matter-Kameras in der Beta
Laut den Release Notes der Beta 2026.11 unterstützt die Matter-Integration nun Matter 1.5 und damit Kameras. Matter ist der herstellerübergreifende Smart-Home-Standard, der Geräte unabhängig von der Marke ins gleiche Netz bringt. Eine Matter-Kamera erscheint in Home Assistant als gewöhnliche Kamera-Entität, mit Livevideo und Schnappschüssen.
Das Livebild wird per WebRTC übertragen, und zwar direkt zwischen Ihrem Browser und der Kamera. WebRTC ist eine Browser-Technik für Echtzeit-Audio und -Video ohne Umweg über einen Server, der das Bild erst neu verpackt. Zahlen zur Verzögerung nennen die Entwickler nicht, wie schnell das Bild tatsächlich ist, lässt sich daher nicht belegen.
Praktisch ist der Datenschutzmodus: Die Kamera-Entität folgt dem Zustand der Kamera, also auch der Frage, ob dort der Datenschutzmodus aktiv ist. Im Dashboard sehen Sie also, ob die Kamera gerade absichtlich nichts liefert, statt einen Ausfall zu vermuten.
Die erste Hürde liegt im Unterbau. Matter-Kameras brauchen einen Matter-Server, der aktuell genug ist, um sie zu unterstützen. Home Assistant entdeckt Kameras nur dann, wenn der angebundene Server das tut. Fehlt die Kamera nach dem Koppeln, liegt es also wahrscheinlich nicht an der Kamera, sondern an der Version des Servers. Eine Liste kompatibler Kameramodelle nennen die Release Notes nicht, eine Kaufentscheidung lässt sich damit noch nicht absichern.
Wie Sie Matter-Geräte grundsätzlich anbinden und den Server pflegen, erklärt die Anleitung zur Matter-Einrichtung in Home Assistant. Kameras sind dabei nur ein weiterer Gerätetyp, die Voraussetzungen am Server sind aber strenger als bei einer Steckdose.
Neu ist, dass der Matter-Standard sie nun einheitlich beschreibt. Statt für jede Marke eine eigene Integration zu pflegen, genügt künftig der gemeinsame Weg, sofern die Hersteller Matter 1.5 umsetzen.
Im Dashboard bedeutet „Schnappschuss“ ein Standbild der Kamera-Entität. Es ist kein Ausschnitt aus einer Aufzeichnung, sondern das einzelne Bild, das die Entität auf Anforderung liefert. Das Livebild läuft getrennt davon und geht ohne Umweg direkt zwischen Browser und Kamera.
Fehlt eine Matter-Kamera nach dem Koppeln, beginnt die Diagnose beim Matter-Server. Prüfen Sie dessen Version, denn Home Assistant entdeckt Kameras nur, wenn der Server sie entdeckt. Erst wenn dort alles passt, lohnt der Blick auf Kamera und Netzwerk. dm-Einordnung: Diese Reihenfolge spart Zeit, weil sich die Version in wenigen Minuten klären lässt, während die Suche an der Kamera selbst aufwendiger ist.
Gegensprechen aus dem Labs-Menü
Das Gegensprechen heißt in der Beta „Two-way audio“ und ist eine Labs-Vorschau. Sie schalten sie unter Einstellungen > System > Labs ein. Danach erscheint im Livestream eine Sprechtaste, mit der Sie zu jemandem vor Kamera oder Türklingel sprechen können.
Die Taste taucht nicht bei jeder Kamera auf. Sie erscheint nur, wenn die Kamera Zwei-Wege-Audio kann und die zugehörige Integration es eingebaut hat. In dieser Beta trifft das auf Matter-Kameras und Reolink zu. Der Developer Blog vom 24.10.2026 beschreibt die Logik: Das Frontend erfährt nur dann von Zwei-Wege-Audio, wenn die Entität es deklariert, die Kamera per WebRTC streamt, die Labs-Vorschau aktiv ist und Home Assistant über HTTPS geöffnet wurde.
WebRTC kann dabei nativ von der Kamera kommen oder über einen Provider wie go2rtc, eine Zusatzkomponente, die Kamerastreams in WebRTC umsetzt. Über HLS, ein verbreitetes Streamingformat mit Zwischenspeicher, geht es nicht: „Two-way audio is not available over HLS“, heißt es im Blog.
Reolink nur über RTSP
Bei Reolink gibt es eine Besonderheit. Die Kamera muss RTSP nutzen, weil RTMP und FLV keinen Ton zurück zur Kamera tragen können. Die Integration meldet Zwei-Wege-Audio nur, wenn das Modell es unterstützt und Home Assistant per RTSP streamt. Laut smarthomeassistent.de wählen Sie dafür in den Integrationsoptionen RTSP aus, außerdem braucht es ein Modell mit Gegensprechfunktion. Erscheint keine Taste, prüfen Sie also zuerst Protokoll und Modell.
Warum HTTPS Pflicht ist
Browser erlauben den Zugriff auf das Mikrofon nur über eine gesicherte Verbindung. Wer Home Assistant im Heimnetz einfach über eine http-Adresse mit IP aufruft, sieht deshalb vorerst keine Sprechtaste. Die Entwickler arbeiten daran, Zwei-Wege-Audio auch in den Home-Assistant-Apps über HTTP zu ermöglichen, ein Termin steht nicht fest.
dm-Einordnung: Wer bisher nur lokal per IP-Adresse zugreift, muss für diesen Test zuerst einen HTTPS-Zugang einrichten. Das ist der größte Aufwand, nicht die Kamera selbst. Für die Vorschau gilt zudem, dass sich Verhalten bis zur fertigen Ausgabe noch ändern kann.
Beta testen ohne Ärger
Dieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellgpt_image_2PromptSmartphone in a hand showing a live video of a front door with a large round talk button, a modern video doorbell mounted beside a door in the background. Photorealistic editorial magazine photo, 16:9. Absolutely no text, no letters, no numbers, no logos, no brand marks.Die Beta ist ausdrücklich nicht die fertige Version. Die Entwickler schreiben, dass Probleme, die erst in der Beta auftreten, mit Priorität bearbeitet werden. Das ist eine Einladung zum Testen, aber kein Stabilitätsversprechen. Funktionen können sich bis zur finalen Ausgabe noch ändern.
Legen Sie deshalb vor dem Wechsel in den Beta-Kanal ein Backup an. smarthomeassistent.de rät dazu ausdrücklich: „Sichere vorher deine Installation.“ Bei Home Assistant OS treten Sie dem Beta-Kanal über System > Updates bei. Mit einer Sicherung stellen Sie den alten Stand wieder her, falls eine Integration ausfällt.
Vernünftig ist es, die Beta nicht auf der Anlage zu testen, an der Heizung, Alarm oder Türschloss hängen. Wer eine zweite Instanz betreiben kann, etwa auf separater Hardware oder in einer virtuellen Maschine, hat weniger Risiko. Das ist eine Einordnung von dm, keine Vorgabe der Entwickler.
Eine Orientierung bietet die Release-Party: Das Team streamt sie am 4. November 2026 um 21:00 Uhr MEZ auf YouTube. Das ist der Termin der Party, nicht eine Zusage für die stabile Version. Ein Datum für die fertige 2026.11 nennt Home Assistant nicht, und es wäre Spekulation, eines abzuleiten.
Wer nur die Kamera ausprobieren will, kann mit kleinem Risiko arbeiten: Backup, Beta-Kanal, Matter-Server prüfen, Labs-Vorschau einschalten. Treten Fehler auf, die in der Beta neu sind, melden Sie diese, denn genau dafür werden sie priorisiert. Wer dagegen lieber auf Stabilität setzt, bleibt beim bisherigen Kanal und wartet die fertige Ausgabe ab.
Was Einsteiger vorher klären
Für Einsteiger sind es vier Fragen, bevor die Beta sinnvoll ist. Erstens: Läuft ein aktueller Matter-Server, und kennt er Kameras? Zweitens: Ist die Kamera tatsächlich eine Matter-1.5-Kamera oder ein Reolink-Modell mit Gegensprechfunktion? Drittens: Lässt sich Home Assistant per HTTPS erreichen? Viertens: Gibt es ein aktuelles Backup?
Zur Hardware finden Sie in der Übersicht Home-Assistant-Hardware Hinweise, auch wenn die Release Notes für Matter-Server und Kamerastream keine konkreten Leistungswerte nennen.
Wer noch am Anfang steht, sollte erst das Grundgerüst sicher beherrschen. Der Einsteiger-Guide zu Home Assistant führt durch Installation und erste Automationen, und das ist die bessere Basis als eine Beta mit Vorschaufunktionen.
Die Beta 2026.11 bringt laut Release Notes auch den in die Einstellungen integrierten Marketplace für HACS-Erweiterungen. Er bringt das bisherige HACS-Erlebnis in Home Assistant und funktioniert mit jeder Installationsart. dm-Einordnung: Wer Kamera-Erweiterungen aus der Community nutzt, sollte nach dem Wechsel auf die Beta prüfen, ob sie noch wie gewohnt arbeiten.
Beim Gegensprechen hilft eine feste Prüfreihenfolge, denn die Sprechtaste erscheint nur, wenn vier Bedingungen zugleich erfüllt sind. Fehlt eine, bleibt die Taste weg. Prüfen Sie der Reihe nach: Erstens, ob die Kamera-Entität Zwei-Wege-Audio deklariert. Zweitens, ob der Stream per WebRTC läuft, nativ oder über go2rtc, und nicht über HLS. Drittens, ob die Labs-Vorschau eingeschaltet ist. Viertens, ob Sie Home Assistant über HTTPS öffnen. dm-Einordnung: Diese Reihenfolge geht vom Gerät zur Umgebung. Erst wenn die ersten Punkte passen, lohnt der Aufwand für den HTTPS-Zugang, der meist die größte Hürde ist.
Für den Alltag ist das Gegensprechen vor allem bei der Türklingel reizvoll (dm-Einordnung), weil Sie Paketdienste ansprechen können, ohne aufzustehen. Wegen der HTTPS-Pflicht klappt das aber vorerst nur, wenn Sie Home Assistant aus der Ferne ohnehin gesichert erreichen. Die Vorschau eignet sich deshalb eher zum Ausprobieren als für den dauerhaften Einsatz, solange die Anbindung der Apps über HTTP noch aussteht.




