Es fehlt an Kompetenz: die größten Hindernisse für Unternehmer bei der Digitalisierung

Siemens hat eine Studie mit dem Thema „Praxisnahe Wege zur industrie 4.0“ durchgeführt. Hierbei wurden Experten gefragt, was aus ihrer Sicht die größten Hindernisse bei der Umsetzung der Industrie 4.0 seien. Insgesamt wurden 6 Bereiche herausgearbeitet, wobei die Finanzierung und die digitalen Kompetenzen als am schwerwiegendsten eingeschätzt wurden. Nur durch einen gezielten Abbau dieser Hindernisse kann die Digitalisierung gelingen.

So wurde die Studie durchgeführt

Die Internationale Studie von Siemens Financial Services wurde von Siemens laut t3n zwischen Oktober und November 2017 durchgeführt. Zu diesem Zweck wurden 60 Experten der Fertigungsbranche und aus dem Bereich Managementberatung telefonisch befragt. Die einzelnen Studienteilnehmer stammten aus ganz unterschiedlichen Ländern wie China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Polen, Russland, Schweden, Spanien, der Türkei und den USA. Sie sollten die wichtigsten Herausforderungen nennen, die sich aus ihrer Sicht bei der Digitalisierung ergeben, und diese nach Wichtigkeit zu ordnen. Außerdem sollten mögliche Wechselbeziehungen, die zwischen den einzelnen Aufgaben und Herausforderungen bestehen, benannt werden. Zudem stellte Siemens den Befragten in der Studie die Aufgabe, eine mögliche Strategie zu benennen, wie und mit welchen Kompetenzen die Digitalisierung erfolgreich durchgeführt und seriös finanziert werden könnte.

Das sind die größten Hindernisse bei der Digitalisierung

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Die Studienteilnehmer gaben insgesamt 6 große Hindernisse an, die einer erfolgreichen Digitalisierung im Wege stehen. Hierzu gehören die Schwierigkeit beim Aufbau digitaler Kompetenzen, die Finanzierung, eine fehlende Kooperationskultur, Datenschutzbedenken, zu wenige Fallbeispiele und fehlende „spezialisierte strategische Managementkapazitäten zur Entwicklung eines klaren, gestaffelten Plans für die Umsetzung von Industrie 4.0“. Kurz: Es fehlt wohl ein CDO. Vor allem den ersten beiden Hindernissen wurde großes Gewicht zugesprochen. Die Finanzierung sei Grundvoraussetzung für jeden Entwicklungsplan im Bereich Digitalisierung. Nur wer zuverlässig mit bestimmten Geldern rechnen könne, habe die Möglichkeit, auf moderne Technologien zu setzen und diese für das eigene Unternehmen nutzbar zu machen. Allerdings sei das Thema „Digitalisierung“ bei vielen Finanzdienstleistern noch nicht so recht angekommen, weswegen nur wenige wirklich professionellen Rat zu diesem Thema erteilen könnten.

Die verschiedenen Unternehmensziele machen allgemeine Konzepte schwierig

Viele Unternehmer tun sich schwer damit, eine konkrete Strategie für die erfolgreiche Umsetzung der Digitalisierung zu benennen. Das liegt vor allem daran, dass es kein allgemeingültiges Patentrezept gibt. Die einzelnen Betriebe verschiedener Branchen arbeiten einfach zu unterschiedlich, um ein konkretes Verfahren auf sie anzuwenden. Aus diesem Grund ist eine individuelle Planung der Digitalisierung für jedes Unternehmen unverzichtbar. Die eigenen Ziele müssen klar benannt werden. Außerdem gilt es zu klären, ob und inwieweit sich diese Ziele mit den verfügbaren Ressourcen realisieren lassen. Anschließend müssen die Hindernisse bei der Digitalisierung schrittweise abgebaut werden. Auch hier sind individuelle Lösungen Standardkonzepten vorzuziehen, da erstere auf die jeweiligen Gegebenheiten in einem Betrieb besser reagieren und angepasst werden können.

Insgesamt zeigt die Studie klar, dass für die Unternehmen die Digitalisierung nur als Evolution und nicht als Revolution zu verwirklichen ist. Veränderungen müssen schrittweise durchgeführt und exakt geplant werden. Schnellschüsse bringen niemandem etwas und kosten langfristig bloß Geld. Als Ergebnis der Studie hat Siemens sechs Schritte erarbeitet, die für die Digitalisierung essenziell wichtig sind, aber von den einzelnen Unternehmen jeweils anders umgesetzt werden müssen: „Beurteilung von Hindernissen, Auswertung von Chancen, Bewertung der Effizienzgewinne, Einstellung und Ausbildung von Fachkräften, Entwicklung von digitalem Management und Integration der strategischen Finanzierung.“

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