digitale Führungskraft

Unternehmen kommunizieren ihre Digitalisierungsstrategie vor allem an die Führungskräfte. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von BearingPoint. Unternehmensleitung und Führungskräfte sehen in der Digitalisierung zwar die größte Herausforderung der nahen Zukunft, holen die Sachbearbeiter aber nur selten mit ins Boot. So kommt es, dass rund ein Drittel aller Mitarbeiter keine Ahnung hat, wohin dir digitale Reise ihres Arbeitgebers geht.

Der Digitalisierungsmonitor von BearingPoint

In seinem Digitalisierungsmonitor untersucht BearingPoint den Reifegrad von Unternehmen der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) in Bezug auf die Digitalisierung. Hierbei spannt der Monitor ein Feld zwischen „Gar nicht, kein Zielbild definiert, nicht Bestandteil der Strategie, keine Integration in Organisationsziele“ bis hin zu „Zielbild und Digitalisierungsstrategie formuliert, verstanden, mit messbaren Zielen und expliziten Budgets unterlegt“. Innerhalb dieses Spektrums gibt es fünf Stufen, auf denen sich ein Unternehmen befinden kann. Die meisten Mitarbeiter sehen ihren Betrieb auf Stufe drei oder vier. Für die Untersuchung hat BearingPoint die Ergebnisse einer Befragung von 257 Führungskräften mit denen von 2.600 Befragungsteilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kombiniert.

Gut gedacht, schlecht gemacht

In der Theorie wissen die Unternehmen, worauf es bei der Digitalisierung ankommt. So geben 64% der Befragten an, dass ein digitaler Wertewandel im eigenen Unternehmen wichtig sei. Die Mitarbeiter müssten digitale Strategien erlernen, verstehen und anwenden, damit die digitale Transformation erfolgreich ablaufen könne. Die Digitalisierung sei keine auf die IT allein begrenzte Aufgabe, sondern habe viel mit dem Selbstverständnis der Belegschaft zu tun. Entsprechend sehen nur 41% der Befragten die „Anforderungen an IT-Infrastruktur und Tools“ als vorrangigste Aufgabe. Der Einsatz „neue(r) Technologien“ wird immerhin noch von 39% genannt.

Bei der praktischen Umsetzung dieser Erkenntnisse hapert es aber noch. Denn viele Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung kennen die Digitalisierungsstrategie ihres Unternehmens nicht. So geben 31% von ihnen an, dass die Unternehmensleitung diese Strategie nicht kommuniziere. 55% der Befragten sagen, dass eine geeignete Kommunikationskultur nur „gering“ bis „sehr gering“ vorhanden sei. 22% behaupten sogar, dass in ihrem Fall keinerlei Kommunikation der Digitalisierungsstrategie erfolge. 44% sagen zudem, dass der Betrieb, für den sie arbeiten, eine solche Strategie gar nicht habe.

Was macht gute Mitarbeiter im Zeitalter der Digitalisierung aus?

Wenn man den Studienteilnehmern glauben darf, haben die Führungskräfte in Unternehmen keine Vorstellung davon, was Sacharbeiter im Zeitalter der Digitalisierung alles können müssen. Das geben zumindest 64% der Befragten als Problem an. Wenn überhaupt, nehmen sie technische Aspekte in den Blick. Die Mitarbeiter sollen in der Lage sein, die im Betrieb verwendete Technologie und die Geräte in ihrem Alltagsgeschäft einzusetzen. Dabei umfasst digitale Kompetenz noch sehr viel mehr. Hierzu gehören Stressresilienz, agile Führungskompetenzen, Innovationsfreude, soziale Kompetenzen, Kommunikationskompetenzen und vieles mehr.

Da die Unternehmen nicht wissen, was ihre Angestellten können müssen, fällt auch die Bilanz zu Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen ernüchternd aus. 66% der Studienteilnehmer gaben an, dass entsprechende Angebote von ihrem Betrieb nicht gemacht würden. Im Bestfall bekämen sie Informationen zum Softwareeinsatz oder zum Umgang mit der DSGVO. Einblick in die Digitalisierungsstrategie oder in die für die digitale Transformation notwendigen Kompetenzen erhielten sie hingegen nicht.

Digitaliwas? Kaum ein Unternehmen kommuniziert seine Digitalisierungsstrategie
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