Die Digitale Infrastruktur des Online-Handels

Auf einen Blick: So vernetzen sich die verschiedenen Akteure im eCommerce miteinander.
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Übersicht:

Der Online-Handel hat im Zuge der COVID-19 Pandemie einen enormen Zuwachs erfahren. Händler mussten branchenübergreifend in kürzester Zeit ihr Angebot ins Internet verlagern und Kapazitäten ausbauen, um der Nachfrage von Kunden gerecht zu werden. Beim Einkauf im Internet erwarten diese jedoch ein ähnlich attraktives Einkaufserlebnis wie im Geschäft, mit einer umfangreichen Produktauswahl, maßgeschneiderten smarten Dienstleistungen, sicheren Zahlungsmethoden und schnellen Lieferungen. Diese hohen Erwartungen können nur über eine gemeinsame Grundlage erfüllt werden – eine digitale Infrastruktur, die einen schnellen, direkten und sicheren Datenaustausch über die gesamte Wertschöpfungskette im Einzelhandel hinweg ermöglicht – vom Ursprung des Produkts oder der Dienstleistung über den Vertrieb bis hin zur Interaktion mit dem Kunden. Doch wie sieht diese Infrastruktur des Online-Einzelhandels eigentlich aus?

Auf einen Blick: So vernetzen sich die verschiedenen Akteure im eCommerce miteinander.
Auf einen Blick: So vernetzen sich die verschiedenen Akteure im eCommerce miteinander.

Vernetzung in digitalen Ökosystemen

Beim Online-Handel steht die effektive Zusammenarbeit aller Beteiligten Dienstleister und Partner im Mittelpunkt. Einzelhändler, Cloud-Anbieter, Zahlungsdienstleister und Logistiker müssen sich auf sicherem, direktem und latenzarmem Weg vernetzen und Daten austauschen, um den Einkaufsprozess für Kunden reibungslos, sicher und effizient zu gestalten. Hierbei spielen Anbieter digitaler Infrastrukturen wie z.B. Rechenzentren eine entscheidende Rolle. Unternehmen im Online-Handel benötigen eine Plattform, die Ihnen den reibungslosen Datenaustausch ermöglicht und sie in digitalen Ökosystemen mit ihren Partnern verbindet.

Durch die direkte und private Anbindung innerhalb des Rechenzentrums, die sogenannte Interconnection, gelingt ihnen dieser Schritt, da sie den sicheren Datenaustausch zwischen allen geschäftskritischen Partnern durch eine direkte Verbindung sicherstellt. Laut der 4. Ausgabe des jährlichen Global Interconnection Index (GXI), einer von Equinix veröffentlichten Marktstudie, wird die weltweite Groß- und Einzelhandelsbranche zwischen 2019 und 2023 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 35% der Interconnection-Bandbreite verzeichnen[1]. Private Verbindungen werden so zum Standard beim branchenübergreifenden Datenaustausch.

Sobald Online-Händler eine Bestellung erhalten, werden die Daten zunächst an einen Service Provider innerhalb eines Rechenzentrums weitergeleitet und  innerhalb von Millisekunden mit Geschäftspartnern ausgetauscht. Dies geschieht in neutralen Colocation-Rechenzentren, in denen Unternehmen ihre IT betreiben und von flexiblen Vernetzungsmöglichkeiten profitieren. Diese Methode der digitalen Kommunikation durch Interconnection ist nicht nur schneller, sondern auch zuverlässiger und sicherer als über das öffentliche Internet, da eine hohe Ausfallsicherheit garantiert ist und das Rechenzentrum vor unbefugten externen Zugriffen geschützt ist.

Die gesteigerte Sicherheit durch den Datenverkehr mittels Interconnection innerhalb eines digitalen Ökosystems ist vor allem beim Bezahlvorgang von besonderer Bedeutung. Die Rechenzentrumsinfrastruktur wird dabei genutzt, um sich direkt und ohne das Risiko externer Zugriffe mit Zahlungsdienstleistern und Banken zu verbinden und so eine sicherere und zuverlässigere Zahlungsinfrastruktur zu schaffen, welche zudem das Vertrauen der Kunden zum Händler nachhaltig steigern kann.

Innovation durch Vernetzung

Die Vernetzung in Digitalen Ökosystemen mittels Interconnection fördert auch digitale Innovationen in der Einzelhandelsbranche in Schlüsselbereichen wie Smart Logistics und Smart Services. Durch die Zusammenarbeit mit digitalen Dienstleistern, Cloud-Anbietern und Logistikpartnern, können Online-Händler neue, intelligente Services anbieten, die auf Echtzeitdaten basieren, wie etwa die Live-Verfolgung von Sendungen. So können Kunden ständig den Stand Ihrer Bestellungen einsehen und entsprechend ihre eigenen Ressourcen durch gesteigerte Planbarkeit und Transparenz der Lieferkette effizienter einsetzen. Gleichzeitig können Online-Händler Verbraucherdaten analysieren, um Trends vorherzusagen, den Lagerbestand besser zu verwalten und ihr Angebot weiter zu optimieren. Ein weiterer Vorteil, den die Vernetzung in Digitalen Ökosystemen bietet, ist die Anwendung von künstlicher Intelligenz (KI), welche das Benutzererlebnis der Kunden auf vielfältige Weise optimieren kann. Durch die Bereitstellung digitaler Assistenten können Online-Händler beispielsweise ihren Kunden eine Online-Beratung bieten oder virtuelle Umkleidekabinen, wo sie eine Kleideranprobe simulieren können. Auch die Simulation von Problembehebungen mittels eines intelligenten Kundendienstes kann durch KI sichergestellt werden sowie die Bereitstellung realer Roboter, die Kunden während des Einkaufsprozesses zur Seite stehen.

Mit Rechenzentren im Mittelpunkt der digitalen Infrastruktur können Online-Händler Ökosysteme, Clouds und Analysefunktionen integrieren, um personalisierte Einkaufserlebnisse zu schaffen und sich an Marktentwicklungen anzupassen und zwar über die gesamte Lieferkette hinweg. Mit Cloud-basierten Echtzeit-Datenanalysen kann das Kaufverhalten und die Wünsche der Kunden mittels Predictive Analytics vorhergesagt werden und somit das Angebot und Services schnell an die Bedürfnisse angepasst werden, was die Kundenzufriedenheit erhöht und letztendlich das Verkaufspotenzial steigert. 

Digital Edge für ein optimales Kundenerlebnis

Online-Händler müssen zudem in der Lage sein ihr Angebot in Traffic-Hochphasen flexibel und reibungslos zu skalieren, ohne dass dies die Kundenerfahrung beeinträchtigt. Ihre digitale Infrastruktur muss somit agil sein und auch stark wachsende Datenvolumen bewältigen können. So hat die COVID-19 Pandemie zuletzt zu einer rasanten Zunahme des Online-Handels geführt, mit dem auch eine Zunahme des Datenvolumens einher ging. Auch saisonal gibt es immer wieder einen sprunghaften Anstieg im Datenverkehr – vor allem in der Weihnachtszeit.

Die zentralisierte und auf Datensilos basierende IT traditioneller und stationärer Händler, ist diesen wachsenden digitalen Anforderungen oft nicht gewachsen. So sind unternehmenseigene Rechenzentren meist weniger flexibel, nur schwer skalierbar und vergleichsweise teuer und ineffizient in Betrieb und Wartung. Dies wirkt sich negativ auf die Anwendungsperformance und letztlich auch auf das Kundenerlebnis aus, denn Kunden erwarten durch den stetig wachsenden Wettbewerb von Online-Händlern in der Branche einen reibungslosen Einkaufsprozess.

Agilität, Flexibilität und Skalierbarkeit sind somit zentrale Bestandteile einer nachhaltigen digitalen Infrastruktur. Diese können Online-Händler durch den schnellen Zugriff auf verteilte Netzwerke erreichen und durch die Verarbeitung und Analyse von Kundendaten an der Digital Edge, also dort wo sie entstanden sind. Durch die Nutzung von Interconnection zur Verteilung der IT-Kerninfrastruktur an der Digital Edge erreichen Online-Händler eine größere Nähe zu ihren Kunden und Partnern. Die Lokalisierung des Datenverkehrs verringert gleichzeitig die Netzwerkkosten und ermöglicht je nach Anforderung die individuelle Verteilung und Verarbeitung Kundenbezogener Daten.

Eine zukunftsfähige Infrastruktur

Laut einer von Bitkom durchgeführten Studie zum digitalen Kaufverhalten der deutschen, shoppen 94% aller Internetnutzer in Deutschland online, was insgesamt 79% der über 16-jährigen Bevölkerung ausmacht und 55 Millionen Bürgern entspricht[2]. 92% der befragten Unternehmen gaben zudem an zu glauben, dass digitale Technologien die Transportkette von Produkten beschleunigen[3]. Online-Händler und ihre Partner können davon ausgehen, dass die digitale Transformation der Einzelhandelsbranche sich auch in Zukunft weiter beschleunigen wird und die Erwartungen der Kunden an das Kauferlebnis und digitale Services anspruchsvoller und spezialisierter werden. Der Markt wird schnelllebiger und demnach sind Investitionen in nachhaltige digitale Infrastrukturen unabdingbar, um in Zeiten der Digitalisierung nicht nur das eigene Verkaufspotenzial zu steigern, sondern auch um wettbewerbsfähig zu bleiben.

[1] https://www.equinix.de/gxi-report/

[2] https://www.bitkom.org/sites/default/files/2020-07/200714_studienbericht-handel_2020.pdf

[3] https://www.bitkom.org/sites/default/files/2020-07/200714_studienbericht-handel_2020.pdf

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