Google drosselt laut DataForSEO-Kundenmitteilung vom 30. Oktober 2026 das Auflösen von Goto-Weiterleitungen, über die Suchergebnisse auf die echten Zielseiten führen. Pro Ergebnisseite lösen sich nur die ersten 5 bis 6 URLs sofort auf, danach schaltet Google eine Zwischenseite mit Wartezeit vor. Für Rank-Tracker, SERP-APIs und SEO-Suiten sinken dadurch Datenvollständigkeit oder Tempo: DataForSEO nennt für High Priority und Live nur etwa 50 Prozent aufgelöste URLs, Messungen Dritter zeigen teils schlechtere Werte.
Google drosselt Goto-Weiterleitungen pro Ergebnisseite und nicht pro IP-Adresse
Goto-URLs sind Weiterleitungen über google.com/goto, die erst nach einem Abruf die echte Ziel-URL preisgeben. Google bestätigte den Rollout laut Search Engine Roundtable am 26. August 2026 mit dem allgemeinen Satz, das Unternehmen setze technische Maßnahmen gegen Missbrauch ein. Scraper, Rank-Tracker oder KI-Anbieter nannte Google dabei nicht.
Rank-Tracker messen Ranking-Positionen, SERP-APIs liefern Suchergebnisseiten (SERPs) als strukturierte Daten, und beide brauchen die echte URL, um ein Ergebnis einer Domain zuzuordnen. Die codierte Zeichenfolge im Link lässt sich laut Derek Perkins von Nozzle nicht dekodieren, deshalb müssen Anbieter jede Weiterleitung einzeln aufrufen. Laut Perkins trägt jede Ergebnisseite Hunderte solcher Links. Nozzle beziffert den Aufwand für ein Ranking über fünf Ergebnisseiten auf 500 bis 1.000 Anfragen.
Neu ist die Drosselung beim Abruf. Laut DataForSEO-Kundenmitteilung vom 30. Oktober 2026 trägt jeder dieser Links eine Kennung der zugehörigen Ergebnisseite. Werden mehrere Links derselben Seite kurz nacheinander aufgelöst, liefert Google statt der Weiterleitung eine Zwischenseite mit einer Schaltfläche Continue. Die Schaltfläche wird erst nach einer Verzögerung aktiv.
DataForSEO nennt ein Beispiel mit 18 Goto-URLs auf einer Seite: Die ersten 5 bis 6 lösen sich sofort auf, die 7. kann 1 Sekunde Verzögerung bringen, die 8. bis zu 3 Sekunden. Bei der 15. URL kann die Verzögerung 40 Sekunden erreichen, in einigen Fällen sind es bis zu 120 Sekunden je URL. Je schneller die URLs abgearbeitet werden, desto länger werden die Verzögerungen.
Das Limit gilt laut DataForSEO auf Seitenebene, nicht je IP-Adresse oder Suchanfrage. Ein Wechsel der IP-Adresse oder der Suchanfrage hilft demnach nicht, und Warten setzt das Limit auch nach einer Stunde oder länger nicht zurück. DataForSEO beschreibt das als Einschränkung auf Googles Seite, die sich mit üblichen Mitteln nicht umgehen lässt.
Messungen Dritter beschreiben eine strengere Lage als dieses Beispiel. Hasan Kalkan (evergrowsolution.de) rief am 30. Oktober 2026 um 22:20 UTC zwölf Goto-Links einer frischen Ergebnisseite ab. Sofort und nach 60 Sekunden lieferten alle zwölf die Wartefassung „Anfrage wird verifiziert“, nach 180 Sekunden leiteten alle zwölf normal weiter.
Der SERP-API-Anbieter cloro misst für den 30. Oktober 2026 Wartezeiten von etwa 60 bis 115 Sekunden je Link, ausgelöst ab 01:30 UTC. Ob beide Beobachtungen denselben Mechanismus beschreiben, geht aus den Angaben nicht hervor.
DataForSEO löst Goto-URLs je nach Priorität auf, andere Anbieter melden andere Quoten
DataForSEO löst laut Kundenmitteilung vom 30. Oktober 2026 bei Standard Priority alle Goto-URLs der Google Organic SERP API auf, bei High Priority und Live nur etwa 50 Prozent. Als Grund nennt der Anbieter die Zeitvorgaben und die Drosselung. Bei Standard Priority können dafür die Ausführungszeiten steigen. Für Aufgaben, bei denen alle direkten Ziel-URLs zählen, empfiehlt DataForSEO derzeit diese Option.
Dieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellflux_2 pro 1k 16:9PromptA laptop and an external monitor in a bright open-plan office, the laptop showing a rank tracking dashboard with a keyword table and the monitor showing an intermediate page with a Continue button and a countdown timer. Next to it a code window lists API response lines with redirect URLs and a column of growing delay values in seconds. Photorealistic style image. Mood: calm, technical, modern workspace. Avoid: watermark, signature, blurry, low quality, distorted, deformed.Als Behelf bietet DataForSEO einen kostenlosen Endpunkt an: appendix/goto_url_converter wandelt bis zu 100 Goto-URLs je Anfrage in direkte Ziel-URLs um. Er lässt sich für bereits gesammelte SERP-Ergebnisse und für neue Links aus High-Priority- und Live-Aufgaben einsetzen. Die Verarbeitung aller Links einer SERP-Seite kann laut DataForSEO 40 bis 60 Sekunden dauern.
Kalkan hat beide Empfehlungen am 31. Oktober 2026 geprüft. Der Converter verarbeitete 100 zufällige Links vom 30. Oktober 2026 in 3,1 Sekunden. Bei 95 von 95 Links mit Domain im Breadcrumb, also der Pfadzeile unter dem Ergebnis, stimmte die Ziel-Domain überein.
In seiner Stichprobe von 60 Abfragen lieferte die Standard-Queue um 07:08 UTC dennoch bei 331 von 543 organischen Ergebnissen (61,0 Prozent) weiter Goto-URLs, bei Live waren es in zehn Abfragen 67 von 99 (67,7 Prozent). Der DataForSEO-Support verwies ihn am 31. Oktober 2026 um 12:41 UTC auf den Converter und arbeite weiter an der Lösung. Die angekündigte vollständige Auflösung war in seinen Abfragen vom Morgen damit nicht sichtbar.
In Kalkans Stichprobe vom 30. Oktober 2026 kamen 2.552 von 4.344 organischen Ergebnissen (58,7 Prozent) mit google.com als Domain zurück, verteilt auf 503 von 508 Ergebnisseiten in acht Ländern. Vom 15. bis 21. Oktober 2026 fand er in 71.531 erneut abgerufenen Ergebnissen aus seinem Konto keinen einzigen Fall. Die Suchanfragen hatte er manuell ausgewählt, die Quote gilt daher für diese Mischung.
Zum Vergleich: Am 27. August 2026 meldete DataForSEO, dass nur 0,01 Prozent der ausgelieferten SERPs mindestens eine unaufgelöste Goto-URL in organischen Elementen enthielten. In AI Overviews waren es 52,26 Prozent, im Local Pack 25,1 Prozent. Ein Update vom 28. August 2026 sollte direkte Ziel-URLs für alle betroffenen Elemente liefern. Diese Quoten beschreiben den Stand vor der Drosselung.
SerpApi erklärte Anfang September 2026, wieder direkte Ziel-URLs zu liefern, auch diese Aussage liegt vor der Drosselung. In der Messung von cloro für den 30. Oktober 2026 zwischen 20:20 und 21:50 UTC kamen andere Werte heraus. Bei DataForSEO erschienen 36,0 Prozent der organischen Links in der ersten Antwort als echte URL, bei Oxylabs 31,2 Prozent und bei SerpApi 13,1 Prozent.
Grundlage sind 144 Abfragen je Anbieter. Alle drei Dienste meldeten laut cloro weiter Erfolg, obwohl die Antworten überwiegend Goto-Links enthielten. cloro verkauft selbst eine SERP-API und nennt für das eigene Produkt 100 Prozent, ein Wert aus dem eigenen Messkorpus über ein kurzes Zeitfenster. Zu SerpApi verweist cloro auf einen offenen Vorfall, von Oxylabs fand es keine Stellungnahme.
Kalkan verglich am 31. Oktober 2026 DataForSEO, SerpApi, Bright Data, Serper und Oxylabs mit denselben Abfragen in acht Ländern, bis zu 170 Ergebnisseiten je Anbieter. Kein Anbieter lieferte alle organischen Ergebnisse mit echter URL, je nach Anbieter fehlte sie bei 54,8 bis 84,7 Prozent. Die Domain blieb dabei meist lesbar, die vollständige URL nicht.
Rank-Tracking und API-Nutzung: Was Nutzende von SERP-APIs jetzt in ihren Daten prüfen sollten
Nutzende von Rank-Trackern und SERP-APIs sollten ihre Rohdaten auf Goto-URLs prüfen, weil der Erfolgsstatus einer Abfrage nichts über die Qualität der URLs aussagt. Bei DataForSEO kamen die betroffenen Antworten laut Kalkan mit dem Status 20000 („Ok.“) zurück und tauchten nicht im Fehler-Dashboard auf.
Die Folge für die Datenbasis hängt vom ausgewerteten Feld ab. Liest ein Tool die Domain aus der Goto-URL, schreibt es das Ergebnis Google zu: In den Antworten von DataForSEO steht dann google.com im Domainfeld. Position, Titel und Beschreibung bleiben laut Kalkan erhalten, ein Rankingverlust entsteht dadurch nicht. Falsche Abwärtstrends entstehen nur in Auswertungen, die nach Domain abgleichen.
Beim Tempo summieren sich die Wartezeiten: Standard Priority kann länger dauern, und der Converter braucht laut DataForSEO 40 bis 60 Sekunden je SERP-Seite. Zwei Minuten je Suche hält cloro für nächtliche Rank-Checks tragbar, für Produkte mit wartenden Nutzenden dagegen nicht. Johannes Beus von Sistrix schrieb Ende August 2026, jede aufgelöste URL koste eine zusätzliche Anfrage, das Messen werde komplexer und teurer, aber nicht verhindert.
Für die Zuverlässigkeit zählt die Meldepraxis der Anbieter. Sistrix meldete laut seo-kreativ.de am 16. September 2026 erneut eine gedrosselte Datenerhebung, Ahrefs sprach laut Glenn Gabe am 28. August 2026 von einer Störung bei Google-Rankingdaten. Bei den Kosten rät cloro, Preise je nutzbarem Link zu vergleichen, und nennt für DataForSEO Live 2,00 US-Dollar je 1.000 Google-Suchen bei etwa 36 Prozent echten Links. Für Rank-Tracking im Tagesgeschäft ist ein nachgelagerter Converter-Schritt die bessere Wahl als Live-Abfragen mit lückenhaften URLs.
Bei KI-Elementen fällt das Bild besser aus: Kalkan fand in 4.471 Quellenangaben aus AI Overviews, den KI-Zusammenfassungen oben in den Ergebnissen, keine Goto-URL. cloro sah in einer Stichprobe von drei Stunden am 30. Oktober 2026 bei SerpApi und DataForSEO überwiegend echte URLs, bei Oxylabs im Google AI Mode aber 150 von 165 Quellen als Goto-Links. Für die Sichtbarkeit in KI-Antworten ergibt sich daraus keine einheitliche Entwarnung.
Diese vier Prüfpunkte helfen bei der Bewertung Ihres Anbieters:
- Suchen Sie in den Rohdaten nach „/goto?url=“, auch als relativen Pfad; Kalkan fand erste vereinzelte Fälle ab dem 22. Oktober 2026.
- Prüfen Sie Domainberichte auf google.com als Domain; als Notbehelf lässt sich die Domain aus dem Breadcrumb lesen, was bei Kalkan in allen 189 geprüften Fällen mit Domain zum Weiterleitungsziel passte, die vollständige URL liefert er nicht.
- Klären Sie bei DataForSEO den Modus: Standard Priority oder der kostenlose Converter schließen die Lücke, die bei High Priority und Live bleibt, kosten aber Zeit.
- Fragen Sie Ihren Anbieter, ob und seit wann Weiterleitungen aufgelöst werden und wie nicht aufgelöste Links gekennzeichnet sind, und gleichen Sie Auffälligkeiten ab dem 22. Oktober 2026 mit der Search Console ab.
Ein Anbieterwechsel löst das Problem laut Kalkan nicht, weil selbst der beste Anbieter im Vergleich etwa die Hälfte der Ergebnisse ohne echte URL lieferte. Die Goto-Quote ist deshalb neben Preis und Funktionsumfang eines SEO-API-Vergleichs ein eigenes Kriterium.
Offen bleibt, wie lange die jetzigen Schwellen gelten: Die Sistrix-Statusseite verzeichnete laut seo-kreativ.de seit dem 27. August 2026 mehrere Meldungen zur Auslieferung der Ergebnisse. Prüfen Sie vor Ihrem nächsten Bericht eine Stichprobe der Rohdaten auf „/goto?url=“ und legen Sie die Converter-Ergebnisse in einer eigenen Spalte ab. Fragen Sie DataForSEO außerdem, ob die vollständige Auflösung in Standard Priority für Ihr Konto aktiv ist.




