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VS Code 1.133 mischt Anthropic und Copilot mitten im selben Claude-Chat

VS Code 1.133 lässt Entwicklerinnen und Entwickler mitten in einer Claude-Session zwischen Anthropic- und Copilot-Modellen wechseln und öffnet das Agents-Fenster testweise ganz ohne GitHub-Anmeldung.

Entwicklerarbeitsplatz mit zwei verbundenen Modellmodulen als Symbol für VS-Code-Providerwechsel
Dieses Bild wurde komplett mit KI generiert
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Modellseedream_v4_5; quality=high; 5120x2880
PromptA developer workspace uses two distinct model engines connected to one open tool bench, with a physical selector switching between them. Natural editorial lighting and believable materials create a coherent text-free scene with blank surfaces and no legible markings. Photorealistic style image. Mood: precise, current, and magazine-grade. Avoid: watermark, signature, blurry, low quality, distorted, deformed.
Ein Entwicklungsarbeitsplatz mit zwei Modellpfaden: VS Code 1.133 macht den Provider-Wechsel zur laufenden Agentenentscheidung.

Visual Studio Code 1.133 erlaubt seit dem 12. August 2026 den Wechsel zwischen Anthropic- und Copilot-Modellen mitten in einer laufenden Claude-Session, ohne dass Entwicklerinnen und Entwickler den Agent Host neu konfigurieren müssen. Eine neue, experimentelle Einstellung öffnet zudem das Agents-Fenster ohne GitHub-Anmeldung, allerdings vorerst nur für Claude.

  • VS Code 1.133 lässt den Modell-Provider einer Claude-Session zwischen Anthropic und Copilot wechseln, ohne den Agent Host neu einzurichten.
  • Die experimentelle Einstellung chat.agentHost.allowSignedOutWhenUsable öffnet das Agents-Fenster ohne GitHub-Anmeldung, aktuell nur für Claude.
  • Der Agent Host arbeitet nach dem Agent Host Protocol (AHP); der Copilot-Anteil läuft über das Copilot SDK.
  • Sticky Scroll pinnt den aktuellen Prompt im Chat fest und erleichtert die Navigation durch lange Gesprächsverläufe.
  • Der integrierte Browser lädt lokale HTML-Dateien über workbench.browser.autoReloadOnFileChange jetzt automatisch neu.

VS Code 1.133 bricht mit der starren Provider-Bindung

Wer in Visual Studio Code eine Claude-Session startet, war bislang an eine einzige Quelle für Rechenleistung gebunden. Entweder lief die gesamte Sitzung über das GitHub-Copilot-Abonnement, oder sie lief über Claudes eigene Konfiguration mit einem API-Key. Version 1.133, veröffentlicht am 12. August 2026, räumt diese Grenze laut den offiziellen Release Notes von Microsoft aus dem Weg.

Der Auslöser sitzt im Agent Host, jenem Prozess, der Agentensitzungen zwischen mehreren geöffneten VS-Code-Fenstern synchron hält. Er arbeitet nach dem Agent Host Protocol, kurz AHP, und trennt die eigentliche Modellarbeit vom Editor-Fenster ab. Genau diese Trennung macht den späteren Providerwechsel technisch überhaupt erst möglich, denn der Agent Host verwaltet Sitzungszustand unabhängig davon, welches Fenster gerade offen ist.

Für Teams, die parallel mit Anthropic-Modellen und GitHub Copilot arbeiten, war der alte Zustand vor allem lästig. Ein Wechsel bedeutete: Session beenden, Einstellungen umbauen, neu starten. Genau dieser Umweg fällt mit 1.133 weg. Wer schon länger mit beiden Ökosystemen jongliert, kennt diesen kleinen, aber ständigen Reibungsverlust aus dem Alltag.

Microsoft liefert das Release wie gewohnt für alle drei großen Plattformen aus: Windows als x64- und Arm64-Build, macOS als Universal-, Intel- oder Apple-Silicon-Paket, Linux als deb, rpm, Tarball, Arm-Paket oder Snap. Wer die Version bereits installiert hat, bekommt die Neuerungen automatisch über die Update-Prüfung im Editor, ein manueller Download ist nicht nötig.

Ein produktrelevanter Nebeneffekt: Weil der Agent Host jetzt Provider-übergreifend denkt, wird auch die Fehlersuche einfacher, wenn ein Modell in einer Sitzung ungewöhnlich reagiert. Statt die komplette Sitzung neu aufzusetzen, wechseln Sie testweise den Provider und beobachten, ob sich das Verhalten ändert, ein einfacher Diagnoseschritt, der vorher schlicht nicht existierte.

Detailaufnahme als visuelle Einordnung des Artikelschwerpunkts
Dieses Bild wurde komplett mit KI generiert
Providerhiggsfield
Modellseedream_v4_5; quality=high; 5120x2880
PromptA hand moves a cable between two compact computing modules while the same unfinished hardware project remains connected on the workbench. A tight documentary composition emphasizes hands-on consequences in a fully text-free scene with blank surfaces and no legible markings. Photorealistic style image. Mood: practical, focused, and investigative. Avoid: watermark, signature, blurry, low quality, distorted, deformed.
Dasselbe Projekt bleibt verbunden, nur der Modellpfad wechselt – genau diese Reibung nimmt Microsoft aus dem Agent Host.

Der Grund: der Provider-Wechsel mitten in der Session zählt

Der Kern der Neuerung liegt im Modell-Picker. Er zeigt jetzt zwei Gruppen gleichzeitig an: Anthropic-Modelle und Copilot-Modelle, direkt nebeneinander in derselben Ansicht. Microsoft beschreibt in den Release Notes, dass sich Provider zwischen einzelnen Chatzügen wechseln lassen, ohne den Agent Host neu einzurichten.

Praktisch bedeutet das: Sie beantworten einen Prompt mit einem Anthropic-Modell, wechseln für den nächsten Zug auf ein Copilot-Modell und behalten dabei den gesamten Gesprächsverlauf samt Kontext. Die Abrechnung folgt dem gewählten Modell. Anthropic-Modelle belasten den hinterlegten API-Key, Copilot-Modelle laufen über das bestehende Copilot-Abonnement. Diese Trennung bleibt sichtbar, sie verschwindet nicht in einer gemeinsamen Abrechnung.

Für kleinere Teams mit begrenztem API-Budget ist das mehr als eine Komfortfunktion. Ein teures Anthropic-Modell für kniffligere Refactorings, ein günstigeres Copilot-Modell für Routineaufgaben: Dieses Muster ließ sich vorher nur mit Sitzungsabbrüchen umsetzen, jetzt passt es in einen einzigen Chatverlauf.

Der Wechsel wirkt auf den ersten Blick klein, verschiebt aber eine Grundannahme vieler Teams: dass ein Provider pro Projekt oder pro Woche festgelegt wird. Mit 1.133 wird diese Entscheidung zu einer Frage pro Chatzug, nicht mehr pro Konfiguration. Wer bislang eine feste Provider-Policy im Team hatte, sollte diese jetzt eher als Empfehlung denn als technische Grenze verstehen, denn die technische Grenze existiert schlicht nicht mehr.

Der Ablauf: der Agent Host unter der Haube funktioniert

Der Agent Host selbst ist kein neues Feature in 1.133, Microsoft baut ihn laut eigener Aussage weiter aus. Er läuft als dedizierter Prozess und hält Agentensitzungen fensterübergreifend synchron. Öffnen Sie dasselbe Projekt in zwei Fenstern, greifen beide auf dieselbe laufende Sitzung zu, inklusive Verlauf und aktivem Modell.

Der Copilot-Anteil im Agent Host wird laut Release Notes vom Copilot SDK angetrieben. Dadurch verhält sich der Copilot-Agent im Editor ähnlich wie die eigenständige Copilot-CLI oder die Copilot-App außerhalb von VS Code. Wer beide Werkzeuge parallel nutzt, muss sich an kein zweites Verhaltensmuster gewöhnen, was Umsteiger spürbar entlastet.

Microsoft zeigt in den Release Notes einen Screenshot des Harness-Dropdowns im Editor-Fenster, über den sich zwischen Copilot und anderen Harnessen wählen lässt. Ein Harness ist dabei die konkrete Ausführungsumgebung eines Agenten, nicht das Modell selbst. Wer tiefer einsteigen will, findet die technischen Details in der verlinkten Agent-Host-Dokumentation von Microsoft.

Diese Architektur ist der eigentliche Grund, warum der Provider-Wechsel so unspektakulär funktioniert. Weil Modell und Sitzungszustand getrennt verwaltet werden, muss beim Wechsel nichts neu aufgebaut werden, nur der Zeiger auf das aktive Modell ändert sich. Für alle, die schon einmal versucht haben, ein ähnliches Setup selbst über mehrere CLI-Tools zu bauen, ist das ein spürbarer Unterschied zum Basteln mit separaten Konfigurationsdateien.

Offen bleibt, wie sich diese geteilte Session verhält, wenn zwei Fenster gleichzeitig einen Providerwechsel auslösen. Die Release Notes beschreiben nur den Regelfall mit einem aktiven Fenster, das Verhalten bei echter Parallelnutzung müssten Teams im eigenen Setup selbst ausprobieren.

Das Experiment ohne GitHub-Anmeldung

Bislang öffnete sich das Agents-Fenster grundsätzlich mit einer GitHub-Anmeldeaufforderung, die sich nicht wegklicken ließ. Für Maschinen ohne Zugriff auf github.com, etwa in abgeschotteten Firmennetzen, war das schlicht eine Blockade. Auch wer Claude längst über einen eigenen API-Key eingerichtet hatte, musste diesen zusätzlichen Schritt mitgehen, obwohl er GitHub für die eigentliche Arbeit gar nicht brauchte.

Die neue, experimentelle Einstellung chat.agentHost.allowSignedOutWhenUsable ändert das. Das Agents-Fenster öffnet sich ohne GitHub-Login, die Authentifizierung hängt stattdessen an einzelnen Agenten oder Modellen statt am Fenster selbst. In diesem Release gilt das laut Microsoft ausschließlich für Claude.

Unterstützung für Copilot mit eigenen Modellschlüsseln und für Codex ist laut Ankündigung für künftige Releases vorgesehen, aber noch nicht Teil von 1.133. Wer heute schon ohne GitHub-Konto arbeiten will, bleibt vorerst auf Claude beschränkt, ein klarer Einschnitt für ein als experimentell markiertes Feature.

Der Zusatz „Experimental“ im Namen ist ernst zu nehmen. Solche Einstellungen ändern sich in VS Code regelmäßig zwischen Releases, manchmal verschwinden sie ganz wieder. Wer die Funktion in einer Firmenumgebung einsetzt, sollte das im Hinterkopf behalten und nicht dauerhaft darauf bauen, dass sich Name oder Verhalten der Einstellung nicht mehr ändern.

Für mobile und alternative Agenten-Setups ist diese Lockerung trotzdem ein Signal. Wo bislang eine feste GitHub-Anbindung Voraussetzung war, etwa bei Testaufbauten wie der Beta für Claude Code im iOS-Simulator, sinkt jetzt zumindest im Desktop-Editor die Einstiegshürde für Umgebungen ohne durchgängigen GitHub-Zugriff.

Sticky Scroll bringt Ordnung in lange Chat-Verläufe

Wer in langen Konversationen scrollt, verliert schnell den Bezug zum aktuellen Prompt. VS Code 1.133 pinnt den zuletzt gescrollten Prompt jetzt oben im Chat fest, ähnlich wie Sticky Scroll im Code-Editor selbst funktioniert.

Die gepinnte Zeile zeigt zusätzlich die Position im Gesprächsverlauf an. Ein Klick springt zurück zum jeweiligen Prompt, die Pfeile daneben blättern schrittweise durch vorherige und nächste Prompts. Die zugehörige Einstellung heißt chat.stickyScroll.enabled und lässt sich bei Bedarf abschalten.

Für lange Debugging-Sessions mit vielen Zwischenschritten ist das eine kleine, aber spürbare Erleichterung, vor allem wenn ein Modellwechsel mitten im Gespräch mehrere thematisch unterschiedliche Antworten produziert, die sich sonst kaum noch zuordnen lassen. Gerade in Kombination mit dem neuen Provider-Wechsel wird diese Orientierungshilfe relevanter als bei einer Sitzung mit nur einem Modell, weil sich Ton und Antwortstil zwischen Anthropic- und Copilot-Modellen spürbar unterscheiden können.

Sticky Scroll ersetzt dabei kein Suchfeld und keine Historienansicht, es ist reine Orientierungshilfe während des Scrollens. Wer gezielt nach einer bestimmten Antwort sucht, greift weiterhin zur normalen Chatsuche.

Automatisches Neuladen für den integrierten Browser

Abseits von Chat und Agent Host bringt 1.133 auch eine kleine, praktische Änderung für den integrierten Browser mit. Öffnen Sie eine lokale HTML-Datei darin, aktualisiert sich die Vorschau jetzt automatisch, sobald sich die Datei auf der Festplatte ändert.

Gesteuert wird das über die Einstellung workbench.browser.autoReloadOnFileChange, die sich pro Browser-Tab einzeln umschalten lässt. Wer lieber manuell aktualisiert, kann das Verhalten gezielt abschalten, statt es komplett zu deaktivieren, und behält so die Kontrolle über einzelne Tabs.

Besonders für Frontend-Arbeit mit Agenten ist das relevant: Ändert ein Agent eine HTML-Datei im Hintergrund, zeigt der Browser das Ergebnis sofort, ohne dass Sie selbst manuell auf Neuladen klicken müssen. Wer schon einmal eine Agentensitzung beobachtet hat, die Dutzende kleine Änderungen an einer Vorschau vornimmt, weiß, wie viele überflüssige Klicks diese Funktion einspart.

Das Feature ist bewusst klein gehalten und tritt neben die größeren Agent-Host-Änderungen. Genau solche kleinen Reibungsverluste summieren sich über einen Arbeitstag aber zu echter Zeit, gerade wenn Agenten im Hintergrund kontinuierlich an einer Oberfläche arbeiten.

Die konkrete Frage: Entwicklerteams vor dem Update prüfen sollten

VS Code 1.133 rollt laut Microsoft schrittweise an alle Nutzerinnen und Nutzer aus. Wer sofort updaten will, findet die Funktion Auf Updates prüfen direkt im Editor. Wer noch früher an neue Funktionen kommen möchte, kann alternativ den nächtlichen Insiders-Build installieren, der laufend aktualisiert wird.

Für Teams mit gemischten Abrechnungsmodellen lohnt sich vor dem Rollout ein kurzer Blick auf die eigene Kostenstruktur: Wer bislang ausschließlich über Copilot abgerechnet hat, sollte klären, ob der neue Modell-Picker versehentlich API-kostenpflichtige Anthropic-Modelle anzeigt, die dann separat abgerechnet werden. Ähnliche Fragen stellten sich bereits bei der GA-Einführung von GitHub Copilots Cloud Agent für Linear, wo Teams ihre Automatisierungsrechte ebenfalls neu zuschneiden mussten.

Deprecations gibt es in diesem Release laut Microsoft keine, ein seltener, aber angenehmer Zustand für ein Update dieser Größe. Wer die neuen Einstellungen ausprobieren will, kommt also ohne Aufräumarbeiten an bestehenden Konfigurationen aus und kann Modell-Picker, Sticky Scroll und Browser-Auto-Reload unabhängig voneinander aktivieren oder ignorieren.

Am Ende bleibt 1.133 ein Release ohne große Bühnenshow, aber mit spürbaren Verbesserungen für den Alltag mit Agenten. Der Provider-Wechsel und das GitHub-freie Agents-Fenster lösen konkrete Reibungspunkte, die Nutzerinnen und Nutzer in Foren und Issue-Trackern seit Monaten benannt hatten. Ob GitHub-freie Zugänge künftig auch für Copilot und Codex kommen, entscheidet sich frühestens in einem der nächsten Releases.

Für Redaktionen und technische Teams, die Agenten-Workflows dokumentieren, ist 1.133 vor allem deshalb bemerkenswert, weil zwei unabhängige Reibungspunkte in einem einzigen Release verschwinden: die starre Provider-Bindung und der GitHub-Zwang beim Fensterstart. Beide Änderungen betreffen unterschiedliche Nutzergruppen, docken aber am selben Agent-Host-Unterbau an.

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