Ja, Sie können Hue-Automationen jetzt in eigenen Worten beschreiben, allerdings nur mit der Hue-App 6.4.0 und einer Hue Bridge Pro mit aktueller Firmware. Die alte weiße Bridge wird nicht unterstützt. Laut Hueblog liegt die App im Apple App Store vor, während Google Play „dürfte in Kürze folgen“. Eine von der KI erstellte Automation lässt sich laut Hueblog nachträglich nicht manuell bearbeiten.
Was die KI-Automationen können sollen
Signify hat die Funktion am 3. September 2026 in einer Pressemitteilung unter dem Namen „Custom AI Behaviours“ für die Hue Bridge Pro angekündigt. Das Prinzip: Sie beschreiben im Chat oder per Sprache, was passieren soll, und ein Assistent baut daraus die Automation. Das sind Herstellerangaben, die Beispiele dazu stehen in der Pressemitteilung.
Technisch steckt dahinter die übliche Struktur jeder Smart-Home-Regel, die der Assistent aus Ihrem Satz ableiten muss. Es gibt einen Auslöser, etwa eine Uhrzeit oder eine Bewegung. Dazu kommen gegebenenfalls Bedingungen, zum Beispiel „nur abends“ oder „nur wenn niemand zu Hause ist“. Am Ende steht die Aktion, also welche Lichter mit welcher Szene oder Helligkeit reagieren. In der klassischen App füllen Sie diese drei Bausteine per Hand in Menüs aus. Der Assistent soll diese Übersetzung übernehmen, aus einem Satz wie „Schalte abends das Flurlicht warm ein, wenn jemand vorbeigeht“ also eine fertige Regel erzeugen. Das Beispiel ist hypothetisch und dient nur der Veranschaulichung.
Der Reiz liegt auf der Hand: Wer sich nicht durch verschachtelte Einstellungsseiten klicken möchte, formuliert, was er will. Der Haken liegt in der Mehrdeutigkeit natürlicher Sprache. „Abends“ oder „im Raum“ sind für Menschen klar, für ein System aber Interpretationsspielraum. Ob der Assistent solche Angaben immer so deutet, wie Sie sie meinen, lässt sich nur im Einzelfall prüfen; genau dort setzen die Beobachtungen aus dem Hueblog an.
Zeitlich lief der Start verzögert. Signify hatte den Rollout laut Pressemitteilung für „Anfang Oktober“ als Software-Update für die Bridge Pro geplant. Der Start sei rund vier Wochen später erfolgt als angekündigt, berichtet das Hueblog am 29. Oktober 2026. Die Funktion ist damit seit Ende Oktober nutzbar, zunächst aber nur dort, wo App und Bridge die Voraussetzungen erfüllen.
Zu einigen naheliegenden Fragen liegen keine belegten Angaben vor. Weder die Pressemitteilung noch der Hueblog-Bericht nennen, wo die Sprachverarbeitung läuft, welche Sprachen unterstützt werden oder ob die Funktion später etwas kostet. Vor allem die Frage nach Cloud oder lokaler Verarbeitung ist für Datenschutz und Ausfallsicherheit relevant, bleibt aber offen.
Welche Bridge und welche App nötig sind
Die Funktion hängt an zwei Bausteinen. Erstens braucht es die Hue Bridge Pro mit der neuesten Firmware, denn die Funktion kam als Software-Update für dieses Gerät. Die alte weiße Bridge, also die frühere Generation, wird laut Hueblog nicht unterstützt. Wer sie nutzt, bekommt die KI-Automationen nicht und müsste für sie auf die Pro umsteigen.
Zweitens ist die Hue-App in Version 6.4.0 nötig. Laut Hueblog ist sie im Apple App Store verfügbar. Für Android gibt es kein belegtes Datum, das Hueblog schreibt lediglich, Google Play „dürfte in Kürze folgen“. Das ist eine Einschätzung des Blogs, keine Zusage von Signify.
Wo findet man den Assistenten? Laut Hueblog ist er an mehreren Stellen erreichbar:
- auf dem Home-Bildschirm,
- in den einzelnen Räumen,
- in Zonen,
- im Tab „Automationen“,
- bei der Einrichtung von Schaltern und Sensoren.
Die Verteilung ist sinnvoll, weil Automationen meist an einem Ort entstehen: Sie stehen im Raum und wollen dort eine Regel, oder Sie richten gerade einen Bewegungsmelder ein und möchten ihm direkt eine Aufgabe geben. Der Einstieg über Schalter und Sensoren ist dabei besonders praktisch, weil dort sonst die Zuordnung von Auslöser und Aktion von Hand erfolgt.
Die Bridge ist der Dreh- und Angelpunkt, weil Hue-Automationen auf ihr ausgeführt werden. Wie eng Hue und andere Systeme darüber zusammenspielen, hängt auch vom Standard Matter ab, den Google Home und Hue lokal über Matter verbinden. Die KI-Funktion selbst ist davon getrennt und an die Bridge Pro und die Hue-App gebunden.
Mit der App 6.4.0 kommt außerdem SpatialAware für Zonen, laut Hueblog ebenfalls Teil dieses Updates.
Wo der Assistent im Test hakte
Dieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellgpt_image_2PromptClose-up of a smartphone on a coffee table showing an abstract chat interface next to softly glowing smart light bulbs in the background, cozy atmosphere. Photorealistic editorial magazine photo, 16:9. Absolutely no text, no letters, no numbers, no logos, no brand marks.Das Hueblog hat die Funktion am Tag des Starts ausprobiert. Die folgenden Beobachtungen stammen aus dem Ersteindruck des dortigen Autors, nicht aus eigenen Tests von digital-magazin.de, und sind entsprechend einzeln zu bewerten.
Eine fremde Beobachtung aus dem Hueblog (29. Oktober 2026, Autor Fabian, Ersteindruck per Fernverbindung): Zwei ausgewählte Lampen in einem Raum sollten zum Sonnenuntergang automatisch angehen, jeden Tag mit einer anderen von zehn sanften Szenen. Der Assistent erkannte den Befehl und erstellte Automation und Szenen, doch diese schalteten auch alle anderen Lichter im Raum ein. Auf die gezielte Aufforderung, nur die beiden Lampen zu nutzen, erschien lediglich eine Fehlermeldung. Der Autor vermutet, dass man zuerst eine Zone mit den beiden Lampen anlegen müsse. Das ist eine Einzelbeobachtung. Sie zeigt, dass die Übersetzung vom Satz zur Regel nicht in jedem Fall sauber gelingt, ein Muster lässt sich daraus aber nicht ableiten.
Schwerer wiegt eine Einschränkung im Aufbau der Funktion. Wörtlich schreibt das Hueblog, es gebe „keine Möglichkeit, eine von der KI erstellte Automatisierung nachträglich manuell zu bearbeiten.“ Eine Aussage von Signify dazu liegt nicht vor. dm-Einordnung: Trifft der Assistent die Absicht zu 90 Prozent, bleibt der Rest ein Problem, denn Feinkorrekturen wie eine andere Uhrzeit oder ein anderer Helligkeitswert gehen dann nur über eine neue Beschreibung oder das Löschen und Neuanlegen. Bei klassischen Automationen ändern Sie dafür einen einzelnen Wert.
Dazu kommt die Frage der Sicherung. Laut Signify-Pressemitteilung ist Backup & Restore in Entwicklung, und das Wiederherstellen soll nur über die Bridge Pro funktionieren. Für KI-Automationen ist das relevant: Wenn eine Regel nur per Text entsteht und sich nicht manuell nachbauen lässt, hängt ihr Fortbestand an der Sicherung. Solange diese Funktion nicht verfügbar ist, bleibt offen, wie sich solche Regeln etwa bei einem Gerätetausch übertragen lassen. Das ist eine dm-Einordnung auf Basis der genannten Angaben, keine belegte Aussage über das tatsächliche Verhalten.
Aus diesen Punkten ergibt sich ein vorsichtiger Umgang. Eine Regel, die Sie später ändern wollen, bauen Sie besser klassisch. Für Regeln, die einfach und eindeutig sind und die Sie im Zweifel neu formulieren können, ist der Assistent einen Versuch wert. Prüfen Sie nach dem Anlegen, ob wirklich nur die gewünschten Lichter reagieren, denn das Beispiel mit allen Lichtern im Raum zeigt, wie eine zu weite Auslegung aussehen kann.
Klassische Automationen und Home Assistant
Die klassischen Automationen der Hue-App verschwinden nicht. Sie bleiben die bessere Wahl, wenn Sie eine Regel später anpassen wollen, wenn Sie genau kontrollieren möchten, welche Leuchten reagieren, oder wenn Sie keine Bridge Pro besitzen. Hier gilt dm-Einordnung: Die Textbeschreibung spart Klicks beim Erstellen, die Menüs sparen Aufwand beim Ändern. Welcher Weg überwiegt, hängt davon ab, wie oft sich eine Regel ändert.
Ein sinnvoller Mittelweg: Lassen Sie den Assistenten einfache, stabile Regeln erzeugen, etwa ein festes abendliches Licht, und legen Sie Regeln mit Bedingungen oder häufigen Anpassungen weiter selbst an. Die Funktion ersetzt damit nicht das Menü, sie ergänzt es für Fälle, in denen die Beschreibung schneller ist als das Klicken.
Wer mehr Kontrolle will, als die Hue-App bietet, landet häufig bei Home Assistant, einer quelloffenen Smart-Home-Zentrale, die Hue-Leuchten einbinden kann. Der Einsteiger-Guide zu Home Assistant beschreibt den Einstieg. Dort sind Regeln jederzeit editierbar und lassen sich als Konfiguration sichern, was die genannten Grenzen der KI-Automationen umgeht. Dafür liegt der Einrichtungsaufwand höher, und die Pflege der Anlage liegt bei Ihnen. Für die meisten, die nur ein paar Lichtregeln wollen, bleibt die Hue-App der kürzere Weg.
Ein weiterer Bestandteil des Updates betrifft Zonen. Laut Hueblog bringt die App 6.4.0 SpatialAware für Zonen. Wie die Funktion im Detail arbeitet, beschreibt das Hueblog nicht. Als dm-Einordnung zeigt sie aber, dass die Version mehr enthält als den Assistenten und dass sich das Update auch ohne KI-Nutzung lohnen kann, sofern Sie Zonen verwenden.
Ob der Assistent mit weiteren Updates die Nachbearbeitung erhält, ist nicht angekündigt. Solange das so bleibt, ist er vor allem ein Werkzeug zum schnellen Erstellen, nicht zum Pflegen von Regeln.




