Es ist kurz nach sieben. Der Kaffee dampft, der Bus ruckelt, und ich öffne Gemini auf dem Handy. Die Prompt-Leiste blinkt. Ich tippe einen Schrägstrich.
Moment mal. Da poppt eine Liste auf. Skills. Genau das hat Google Ende September für den Gemini Chat angekündigt, und seitdem habe ich ein Gem im Kopf, das plötzlich anders heißt.
Meine These für diesen Text ist simpel. Ein Slash und ein Skill-Name ersetzen ein Gem nicht dadurch, dass Google es so nennt. Sie ersetzen es, wenn der Ablauf morgens sitzt: stapelbar, mit Referenzdatei, ohne dass jemand erst in der Spark-Vergangenheit nach dem richtigen Baustein suchen muss. Alles andere ist Etikett.
Was steht fest? Laut dem Blogeintrag vom 30. September von Deven Tokuno, Senior Product Manager der Gemini App, sollen Skills die nervigsten Wiederholungsaufgaben übernehmen. Skills lösen Gems ab. Das ist Googles Darstellung, und ich kennzeichne sie in diesem Text als solche.
Der Knackpunkt für den Alltag liegt an anderer Stelle. Die normalen Gems sollen laut Google automatisch zu Skills migriert werden. Das Support-Ende ist gestaffelt. Und Opal geht im November mit, ohne automatische Migration. Wer den Chat weiter wie ein ewiges Gem behandelt, merkt den Wechsel am leeren Speicher. Nicht an der Ankündigung.
Ich spiele das deshalb einmal als Alltag durch. Mit Kaffee, mit Meeting, mit der Frage: Tippen Sie morgens „/meeting-prep“ – oder merken Sie erst im November, dass das gespeicherte Gem still migriert und Opal weg ist?
Eine Klarstellung vorab, weil sie wichtig ist. „/meeting-prep“ ist kein Skill, den Google mitliefert. Es ist der Testname für einen Skill, den Sie selbst anlegen würden, für die Vorbereitung auf Besprechungen. Ein Platzhalter, mehr nicht.
Dazu eine Einordnung. Ich habe den Blog gelesen, nicht gemessen. Alles, was Google verspricht, steht hier als Claim. Zahlen zu Zeitersparnis, Nutzung oder Migrationen erfinde ich nicht, denn der Blog liefert keine. Okay?
Wer Gemini im Alltag ohnehin nutzt, findet im Beitrag über den Alltag mit der Gemini-App den Rahmen dazu. Hier geht es um den Baustein, der sich gerade verschiebt.
Was sind Skills in Gemini, und was macht der Slash?
Fangen wir mit dem Offensichtlichen an. Skills sind wiederverwendbare Anweisungspakete. Sie speichern, wie Gemini bei einer bestimmten Aufgabe vorgehen soll. Klingt nach Gems? Stimmt. Genau deshalb löst Google die einen durch die anderen ab.
Laut Google rollen Skills direkt im Gemini Chat global aus. In der Fußnote steht: verfügbar für alle Google-AI-Abo-Stufen. Derzeit gilt das für Personen ab 18, Unter-18 kommt später („U18 coming soon“). Was das Abo kostet, steht dort nicht. Ich spekuliere also nicht.
Für Workspace-Kunden sieht es anders aus. Dieselbe Funktion soll für Business, Enterprise, Nonprofit und Education „in the coming weeks“ kommen, also in den kommenden Wochen. Wichtig: Das ist der Start der Skills dort. Nicht das Support-Ende. Die beiden Dinge liegen zeitlich weit auseinander, und ich komme gleich darauf zurück.
Der Aufruf ist schlicht. Schrägstrich „/“, dann der Skill-Name, direkt in der Prompt-Leiste. Fertig.
Klingt banal. Ist es auch. Und genau das mag ich daran.
Ehrlich gesagt war bei Gems oft die Auswahl das Nervige. Erst das Menü öffnen, dann das richtige Gem finden, dann starten. Wer mehrere davon pflegt, kennt das. Ein Slash ist näher an der Tastatur und näher an dem Moment, in dem man ohnehin schon tippt.
Ob das im Alltag wirklich schneller geht, weiß ich nicht. Der Blog nennt keine Messung. Das ist meine Einschätzung aus der Beschreibung, keine Erfahrung aus hundert Durchläufen.
Und noch etwas zur Herkunft. Skills gab es vorher schon in Gemini Spark, schreibt Google. Der Chat-Rollout ist der neue Schritt. Mehr Spark brauchen wir hier nicht. Wichtig ist nur: Die Idee ist nicht frisch aus dem Labor, sie wandert in den normalen Chat.
Stapeln und Referenzdatei: Wie sollen Skills im Alltag laufen?
Jetzt wird es interessanter. Skills sind laut Google stapelbar. Das Beispiel aus dem Blog: ein Schreibstil-Skill kombiniert mit einem Markenrichtlinien-Skill. Das Ergebnis soll Material sein, das in der eigenen Stimme klingt und zur Marke passt.
Das ist ein Beispiel, kein getesteter Ablauf. Ich habe es nicht nachgebaut, und der Blog zeigt keine Ergebnisse dazu.
Trotzdem finde ich die Idee stark. Bei Gems musste man sich meist für ein Gem pro Chat entscheiden. Wer Ton und Regeln trennen wollte, baute am Ende ein Riesen-Gem, in dem alles vermischt war. Das wird schnell unübersichtlich (ich habe mir selbst so ein Monster gebaut, kein Witz).
Stapeln heißt: kleine Bausteine, die einzeln gepflegt werden. Die Markenregeln ändern sich? Dann tauschen Sie einen Baustein aus. Der Schreibstil bleibt, wie er ist.
Dann die Referenzdateien. Google schreibt, dass Skills ab dem Blogdatum, dem 30. September, Plaintext-Dokumente, PDFs oder Bilder enthalten können. Im Blog heißt es dazu „starting today“, bezogen auf genau diesen Tag. Ich habe das nicht selbst gemessen und behaupte nicht, es an einem späteren Datum geprüft zu haben.
Was bringt das konkret? Stellen Sie sich einen Skill für Meetings vor. Dazu eine Datei mit Ihren Standardfragen, eine PDF mit der Agenda-Vorlage, vielleicht ein Bild vom Organigramm. Der Skill zieht sich das heran, wenn er läuft. Sie müssen nichts mehr bei jedem Mal neu hineinkopieren.
Klingt easy. Der Knackpunkt ist die Pflege. Eine Referenzdatei, die veraltet, macht auch den besten Skill schlechter. Das ist keine Google-Aussage, sondern gesunder Menschenverstand.
Und was sagt der Blog nicht? Er sagt nichts über gemessene Zeitersparnis. Er nennt keine Größenlimits für Dateien, zumindest nicht in dem, was ich hier zitiere. Ich schreibe also keine Grenzen auf, die ich nicht belegen kann.
Es gibt noch eine zweite Gruppe von Funktionen, die man nicht mit den Referenzdateien verwechseln sollte. In den kommenden Wochen sollen Skills laut Blog Dinge bekommen, die es bei Gems gab: mit anderen teilen, Dateien aus Google Drive anhängen, Notebooks aus Gemini Notebook anhängen. Diese Funktionen sind laut Blog am 30. September noch nicht da.
Das ist ein feiner, aber wichtiger Unterschied. Plaintext, PDF und Bild als Referenz: laut Google ab dem 30. September möglich. Teilen, Drive-Dateien und Notebooks: kommen erst. Wer im Team mit geteilten Gems arbeitet, sollte das im Kopf behalten.
Mal ehrlich: Das ist der Moment, in dem ein Wechsel unangenehm werden kann. Ein Skill, der alles kann, außer dem, was Sie täglich brauchen, ersetzt nichts. Er sieht nur gut aus.
Präsentation, Schreibstil, Perspektiven: Was zeigt Google als Beispiele?
Der Blog liefert drei Beispiele. Ich gehe sie durch, und ich markiere sie als das, was sie sind: Googles Beispiele.
Erstes Beispiel: Präsentationsvorbereitung. Laut Google hilft ein Skill, Folien zu skizzieren, Talking Points zu formulieren und schwierige Rückfragen vorzubereiten. Ob Klassenpräsentation oder Projekt-Pitch, die Spanne reicht vom Hörsaal bis ins Büro.
Gerade die Rückfragen finde ich clever. Wer kennt es nicht? Die Folien stehen, und dann fragt jemand im Meeting genau das, woran man nicht gedacht hat. Hand aufs Herz: Das ist der Teil, den ich gern abgebe.
Zweites Beispiel: Schreibstil. Google schreibt, Gemini kenne den eigenen Schreibstil über Workspace-Apps hinweg und beschleunige Entwürfe, wobei die Person in Kontrolle bleibe. Das ist ein großer Satz. Er bedeutet, dass Gemini auf bereits Geschriebenes zugreift, um den Ton zu treffen.
Was ich daran nicht beurteilen kann: wie gut der Stil getroffen wird. Der Blog zeigt keine Vorher-Nachher-Texte, die ich prüfen könnte. Wer mit Gmail, Docs und Keep arbeitet, kennt die Mischung aus kurzen Notizen und langen Dokumenten. Ob daraus ein stimmiger Stil entsteht, müssen Sie ausprobieren.
Drittes Beispiel: Perspektiven. Gemini soll laut Blog immer drei bis fünf unterschiedliche Blickwinkel liefern. Zum Brainstormen, zum Schärfen von Argumenten oder zum Festlegen einer Entscheidung.
Das klingt nach einem Skill, den ich sofort anlegen würde. Ich finde, dass genau solche Bausteine den Unterschied machen. Man tippt eine Frage, bekommt mehrere Sichtweisen, und plötzlich ist der eigene Kopf weniger eng. Ob es in der Praxis wirklich immer drei bis fünf sind, kann ich nicht bestätigen. Das ist Googles Formulierung.
Dann gibt es noch einen Claim, der mich kurz stutzen ließ. Google schreibt, Gemini könne aus Chats eigene Skills bauen und sie automatisch ausführen, sobald ein passender Prompt kommt. Moment mal. Das heißt: Sie arbeiten, und der Chat schlägt vor oder legt an, was sich wiederholt?
Ich habe das nicht getestet. Es bleibt ein Claim. Aber es zeigt die Richtung: Skills sollen nicht nur gepflegt, sondern auch aus dem Alltag gewonnen werden.
Ein Gedanke dazu. Automatisch ausgeführt klingt bequem. Es kann aber auch heißen, dass ein Skill anspringt, wenn Sie ihn gar nicht erwarten. Wie Gemini das handhabt, steht im Blog nicht im Detail. Das wäre meine erste Frage an einen Praxistest.
Wer schon eine Sammlung gespeicherter Prompts hat, wird merken, wie nah das an Skills liegt. Ein guter Einstieg dazu steht in unserem Beitrag über eine Prompt-Bibliothek für mehr Produktivität. Dort geht es um ChatGPT, aber die Denkweise überträgt sich: erst sammeln, dann in Bausteine gießen.
Und noch ein Wort in eigener Sache. Wir bei digital-magazin.de beschreiben hier, was Google ankündigt. Wir behaupten nicht, es sei erprobt. Das trennt eine Einordnung von einem Test.
Was passiert mit meinen Gems? Migration und der Labs-Haken
Dieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellgpt_image_2PromptPhotorealistic editorial photo of a kitchen table at dawn with a closed laptop, a blank notebook, and a coffee cup, no logos, no readable text, no watermarks, 16:9Jetzt der Teil, der viele wirklich betrifft. Gems werden abgelöst. Google schreibt, dass vorhandene Gems in Skills überführt werden sollen, wenn Gems weggehen. Automatisch. Das ist eine Ankündigung, keine beobachtete Migration.
Ich habe also nicht gesehen, wie ein Gem zum Skill wird. Ich weiß nicht, ob Name, Anweisung und Dateien eins zu eins ankommen. Der Blog sagt es nicht so detailliert, dass ich es hier beschreiben könnte.
Und jetzt kommt der Haken, der leicht verwirrt. Es gibt zwei Sorten von „Gems“, und Google behandelt sie unterschiedlich.
Sorte eins: die normalen Gems. Das sind die, die Sie selbst in Gemini anlegen. Für sie gilt die automatische Migration in Skills.
Sorte zwei: „Gems by Google Labs“. Laut Fußnote im Blog gehen auch diese aus, aber sie werden nicht in Skills migriert. Das ist etwas anderes als Ihre normalen Gems.
Noch einmal, weil es zählt. Normale Gems: sollen migriert werden. Labs-Gems: werden nicht migriert. Wer die beiden verwechselt, plant falsch.
Ein Beispiel aus dem Alltag. Sie haben ein Gem für Mailentwürfe selbst gebaut. Das ist ein normales Gem, es soll zum Skill werden. Sie haben aber auch ein Gem aus dem Labs-Bereich ausprobiert, das Sie nie angelegt haben. Das verschwindet ohne Ersatz.
Wie erkennt man den Unterschied? Der Blog gibt dazu keine Schritt-für-Schritt-Anleitung, und ich erfinde keine. Der Name „Gems made by Labs“, den die FAQ verwendet, ist ein Hinweis. Im Zweifel hilft der Blick in die eigene Liste: Was habe ich gebaut, was kam von Google?
Mein Rat, ganz unspektakulär: Schreiben Sie sich die Namen Ihrer Gems einmal auf. Zwei Minuten, kein Aufwand. Danach wissen Sie, was bei der Migration auftauchen sollte.
Wann endet der Gems-Support? Der Kalender
Erzählen wir das Support-Ende als Kalender. Keine Rangliste, keine Punkte, einfach Daten und Gruppen.
Google schreibt, dass Support für Gems entfernt wird („remove support“), und zwar gestaffelt. Los geht es im November für Einzelpersonen mit persönlichen Konten. Einen genauen Tag nennt der Blog für die normalen persönlichen Gems nicht. Es bleibt bei „ab November“.
Dann kommt der März 2027. Dann endet der Support für Workspace Business, Enterprise und Nonprofit. Und im Juni 2027 folgt Workspace Education.
Zur Erinnerung: Die Workspace-Kunden bekommen Skills selbst erst „in the coming weeks“. Der Start der Skills dort und das Support-Ende von Gems sind zwei getrennte Termine. Das eine ist die Ankunft, das andere der Abschied.
Was heißt „Support entfernen“? Ich lese es so, dass Gems nicht mehr als Funktion angeboten werden. Der Blog sagt nicht mehr dazu, als dass der Support verschwindet. Ob Gems noch eine Weile sichtbar bleiben oder sofort weg sind, steht dort nicht. Raten bringt nichts.
Und was sagt der Blog ebenfalls nicht? Ob der Skill nach der Migration identisch antwortet wie das Gem davor. Das ist eine ehrliche Lücke. Zwei Systeme können dieselbe Anweisung bekommen und trotzdem anders klingen. Prüfen Sie es, bevor Sie sich darauf verlassen.
Google verweist im Blog außerdem auf ein Help Center zur Umstellung. Den Link setze ich hier nicht. Die Umstellung bleibt damit eine Aufgabe, die Sie in Ruhe in Ihrem eigenen Konto prüfen sollten.
Wie fühlt sich das an? Ehrlich gesagt ziemlich entspannt, solange Sie vorbereitet sind. Der Kalender gibt Luft. Wer im Juni 2027 in der Bildung arbeitet, hat andere Fristen als jemand mit einem privaten Konto im November.
Der Knackpunkt ist die Stille. Eine Migration, die automatisch läuft, schickt Ihnen keine Kerze zum Anzünden. Sie merken sie erst, wenn etwas fehlt. Deshalb lohnt sich ein kurzer Blick vorher.
Opal und Labs-Gems: Was geht am 17. November?
Jetzt zum unangenehmsten Teil. Opal ist Googles Labs-Experiment für Mini-Apps. Laut Blog geht es im November zeitgleich aus.
Die Opal-FAQ von Google, erreichbar über die Opal-FAQ auf den Entwicklerseiten, wird konkreter. Danach werden Opal (opal.google.com) und „Gems made by Labs“ in Gemini am 17. November 2026 abgeschaltet.
Dieses Datum gilt für Opal und die Labs-Gems. Es ist nicht der Stichtag für Ihre normalen persönlichen Gems. Für die bleibt es bei „ab November“, weil der Blog keinen Tag nennt. Bitte nicht vermischen.
Was passiert mit bestehenden Workflows? Laut FAQ migrieren sie nicht automatisch. Skills oder Prompts müssen Sie neu anlegen. Das ist der entscheidende Unterschied zu den normalen Gems.
Die gute Nachricht: Gespeicherte Workflow-Dateien bleiben im persönlichen Google Drive, im Ordner „Opal“ (My Drive > Opal). Google löscht diese Dateien laut FAQ nicht. Nur interaktiv laufen die Workflows nach dem 17. November 2026 nicht mehr.
Was können Sie vorher tun? Laut FAQ: die Prompts auf opal.google.com kopieren. Und danach? Dateien aus dem Drive-Ordner laden und mit einem Texteditor öffnen. Mehr verspricht die FAQ nicht, und ich schreibe deshalb keine Anleitung zum Wiederbeleben.
Für tieferes Prototyping verweist die FAQ übrigens auf Google AI Studio. Das ist die Obergrenze dessen, was ich dazu sage.
Mal ehrlich: Mini-Apps sind ein Spielplatz. Wer dort etwas gebaut hat, hängt meistens an dem Ergebnis. Und der Weg vom Mini-App-Workflow zu einem Skill ist nicht automatisch. Das heißt Handarbeit.
Ich finde das fair kommuniziert, aber unbequem. Fair, weil die Dateien bleiben. Unbequem, weil Sie selbst aktiv werden müssen, und zwar vor einem festen Datum. Eine Erinnerung im Kalender ist hier keine Übertreibung.
Wir bei digital-magazin.de sagen es so: Alles, was Sie sichern wollen, sichern Sie vor dem 17. November. Danach läuft nur noch die Datei im Ordner, nicht mehr die App.
Der Alltagstest: Tippen Sie morgens „/meeting-prep“?
Zurück zum Bus, zum Kaffee und zur Prompt-Leiste. Das ist der Test, auf den alles hinausläuft.
Die Frage lautet: Tippen Sie morgens „/meeting-prep“ – oder merken Sie erst im November, dass das gespeicherte Gem still migriert und Opal weg ist?
Noch einmal zur Sicherheit: „/meeting-prep“ ist kein offizieller Skill-Name von Google. Es ist mein Testname für einen Skill, den Sie selbst anlegen. Meeting-Vorbereitung, nichts weiter.
Wie sähe ein guter Morgen aus? Sie tippen den Slash und den Namen. Der Skill zieht Ihre Referenzdatei heran, etwa die Agenda-Vorlage als PDF. Optional stapeln Sie einen Schreibstil-Skill dazu, damit die Notizen nach Ihnen klingen. Das ist Googles Konzept, übertragen auf ein Alltagsbeispiel. Getestet habe ich es nicht.
Und der schlechte Morgen? Sie öffnen im November Ihren Chat und suchen das Gem, das Sie seit Monaten benutzen. Es ist anders benannt oder liegt an einer Stelle, die Sie nicht erwarten. Oder der Mini-App-Workflow in Opal startet nicht mehr. Genau dieser Moment ist vermeidbar.
Was können Sie vorher konkret prüfen, ohne dass ich eine Anleitung erfinde? Vier Dinge.
Erstens: Sehen Sie sich die Namen Ihrer eigenen Gems an. Schreiben Sie auf, welche Sie wirklich benutzen. Das sind die Kandidaten für die Migration.
Zweitens: Prüfen Sie, ob ein Slash-Skill denselben Job tut. Legen Sie einen Skill an, rufen Sie ihn mit „/“ auf und vergleichen Sie das Ergebnis mit dem Gem. Antwortet er ähnlich? Das ist Ihr Maßstab, nicht meiner.
Drittens: Sichern Sie Ihre Opal-Prompts. Kopieren Sie sie von opal.google.com, bevor es am 17. November 2026 vorbei ist. Der Drive-Ordner „Opal“ bleibt laut FAQ bestehen, doch ein Backup ist schnell gemacht.
Viertens: Verwechseln Sie Labs-Gems nicht mit normalen Gems. Die einen sollen migriert werden, die anderen nicht. Eine kurze Liste mit zwei Spalten im Kopf reicht.
Wer im Job viel in Gmail, Docs und Keep unterwegs ist, hat noch einen Vorteil. Da liegen Texte, Notizen und Vorlagen schon herum, die als Referenz taugen. Mehr dazu in unserem Beitrag über Workspace im Job mit Gmail, Docs und Keep.
Und im Chat selbst hilft ein bewährter Trick: einmal hinterlegte Anweisungen, die immer gelten. Wie das im Alltag aussieht, zeigt unser Beitrag über Alltagstricks im KI-Chat am Smartphone und am Schreibtisch. Auch dort geht es um ein anderes Produkt, aber die Gewohnheit bleibt gleich.
Nun zu meiner Meinung. Ich finde die Idee hinter Skills solide. Kleine Bausteine, stapelbar, per Slash erreichbar, mit Dateien im Rücken: Das passt zu dem, wie Menschen morgens tatsächlich arbeiten. Ehrlich gesagt hat mich das Gem-Menü nie begeistert.
Gleichzeitig bin ich vorsichtig. Teilen, Drive-Dateien und Notebooks kommen laut Blog erst noch. Ein Support-Ende, das näher rückt, und eine Migration, die ich nicht beobachten konnte, sind kein Grund zur Panik. Aber ein Grund, einmal aufzuräumen.
Ein Gedanke, den ich nicht loswerde: Der Wechsel passiert leise. Eine Ankündigung ist laut, eine Migration ist still. Zwischen beidem liegt der Moment, in dem Sie entweder vorbereitet sind oder nicht.
Und der Chat? Wer ihn wie ein ewiges Gem behandelt, als sei alles Gespeicherte für immer da, merkt den Wechsel am leeren Speicher. Nicht an der Ankündigung.
Also, Hand aufs Herz: Welchen Skill würden Sie als Erstes anlegen, und was sichern Sie vor November, bevor der Slash morgens ins Leere tippt?




