Samstagvormittag. Ein Kind liegt auf dem Teppich, die Beine in der Luft, und erzählt einem Tablet von einem Drachen, der Angst vor Mäusen hat.
Nicht vor Rittern. Nicht vor Feuerwehrautos. Vor Mäusen. Und plötzlich, mitten im Satz, fällt dem Kind ein, dass der Drache sich im Kleiderschrank versteckt. Wendung! Die nächste Idee wartet schon.
Stellen Sie sich vor, Sie stehen in der Tür, den Kaffee in der Hand, und hören einfach zu. Was denken Sie? Ich denke: Wie süß. Und eine Sekunde später kommt die zweite Frage.
Denn so etwas soll mit den neuen Kids Tablets von Amazon möglich werden. Amazon hat sie am Donnerstag, 8. Oktober, vorgestellt, in 8,7 und 11 Zoll. Neu in Kids+ ist Storybuilder: Kinder sprechen ihre Ideen ein, und laut Amazon entstehen daraus Bilderbücher und Comics. Laut Amazon ab Montag, 19. Oktober, auch in Deutschland.
Krass, eigentlich.
Und dann kommt bei mir das „Moment mal:“. Wo landet eigentlich, was mein Kind da einspricht? Und wie viel Kontrolle habe ich als Elternteil wirklich?
Darum geht es hier. Um den Drachen, um das Parent Dashboard und um die Fragen, die Amazon in seinem Launch-Post offenlässt. Alles Folgende stützt sich auf die Ankündigung von Amazon. Storybuilder habe ich selbst nicht in der Hand gehabt. Was ich schreibe, sind Herstellerangaben, und ich sage es jedes Mal dazu.
Was ist Storybuilder – und was soll es laut Amazon können?
Storybuilder ist kein Gerät und kein Zubehör. Es ist eine neue KI-Funktion in Kids+, dem Abo-Angebot von Amazon für Kinder-Inhalte. Bei den neuen Tablets ist Kids+ ein Jahr lang dabei.
Wer also nur auf die Hardware schaut, sieht den halben Drachen. Die eigentliche Neuigkeit steckt in der Software.
Amazon beschreibt es so:
Kids+ führt Storybuilder ein, ein neues KI-gestütztes Kreativerlebnis: Kinder nutzen ihre Stimme, um sich Figuren, Wendungen und ganze Welten auszudenken – und sehen dann zu, wie daraus echte Bilderbücher und Comics werden, die sie mit ihren Eltern teilen können. Jede interaktive Funktion ist speziell für Kinder gebaut, mit Leitplanken, die das Erlebnis altersgerecht halten.
Amazon, Ankündigung vom 8. Oktober (übersetzt)
Lesen Sie den Satz ruhig zweimal. Das Kind spricht seine Ideen ein. Figuren, Wendungen, ganze Welten: Das alles kommt vom Kind. Daraus werden laut Amazon Bilderbücher und Comics.
Ehrlich gesagt mag ich diesen Gedanken. Ich finde, es ist ein Unterschied, ob ein Kind nur zuschaut oder selbst die Ideen liefert. Ideengebende statt Zuschauende, das klingt nach einem guten Platz für ein Kind.
Dann das Teilen. Laut Amazon können Kinder die entstandenen Bücher und Comics mit ihren Eltern teilen. Ich stelle mir vor, wie das Kind Ihnen am Sonntagnachmittag das Tablet hinhält und wissen will, was Sie zum Ende der Geschichte sagen. Ob es im echten Familienalltag so läuft, kann ich nicht wissen. Der Gedanke gefällt mir trotzdem.
Und die Leitplanken. Im Original heißt es „guardrails“, und sie sollen das Erlebnis laut Amazon altersgerecht halten. Das klingt erst mal beruhigend.
Aber wer legt fest, was altersgerecht heißt? Wie arbeiten diese Leitplanken im Detail? Das sind Fragen, die Eltern beantwortet haben wollen, bevor sie einem Gerät ihr Kind anvertrauen.
Wir bei digital-magazin.de haben uns schon bei den KI-Schutzregeln für Jugendliche angesehen, wie solche Versprechen aussehen können. Ein Wort wie „Leitplanke“ sagt eben noch nichts über die Umsetzung.
Was Amazon nicht verrät
Eine ganze Menge. Wie gut die Bücher wirklich werden, weiß bisher nur Amazon.
Offen ist, ob Storybuilder zum Deutschland-Start auf Deutsch funktioniert. Offen ist, welches KI-Modell dahintersteckt und ab welchem Alter die Funktion gedacht ist. Ob Storybuilder auf allen Kids+-Geräten läuft, sagt Amazon ebenfalls nicht. Zu Bildstil, Seitenzahl und der Frage, ob sich die Bücher drucken oder exportieren lassen, steht im Launch-Post nichts.
Warum zählt die Sprachfrage so sehr? Weil ein Kind in Deutschland seinen Drachen vermutlich auf Deutsch erfinden will, mit allen Wortspielen und Quatschwörtern, die dazugehören. Ich finde, dass eine Geschichte, die in der falschen Sprache erzählt werden muss, schnell ihren Zauber verliert. Ob das hier ein Problem wird oder nicht, weiß ich schlicht nicht.
Das ist keine Anklage. Ein Launch-Post ist eben kein Handbuch. Aber nachfragen darf man trotzdem.
Die neuen Kids Tablets: Was steckt in der Hardware?
Kurz zu den Geräten, denn der Drache braucht ja einen Bildschirm. Es gibt zwei Größen: das „Amazon Kids Tablet 8“ mit 8,7 Zoll und das „Amazon Kids Tablet 11“ mit 11 Zoll.
Beide gibt es laut Amazon in einer Version für Vorschulkinder (3+) und in einer für Kinder ab 6+.
Als Eltern würde ich zuerst fragen: Wie alt ist mein Kind, und wie geht es mit Dingen um? Ein Kind im Vorschulalter lässt ein Gerät vermutlich eher mal fallen als ein Schulkind. Das ist meine Vorstellung, keine Statistik.
Jedes Tablet läuft mit Android und kommt mit einer kindersicheren Hülle („kid-proof case“). Für Jüngere ist das ein weicher Bumper, für Ältere eine schlanke Hartschale. Die Designs reichen laut Amazon unter anderem von Paw Patrol über Barbie bis SpongeBob.
Ich finde, dass bei Bumper oder Hartschale am Ende das Alter und der Geschmack des Kindes zählen. Manches Grundschulkind will nichts in der Hand halten, das nach Kleinkind aussieht. Und wer Paw Patrol liebt, wird sich über das passende Design freuen.
Im Paket stecken außerdem ein Jahr Kids+ und ein Jahr beschränkte Garantie („1-year limited warranty“). Die Inhalte in Kids+ kommen laut Amazon unter anderem von Disney, Nickelodeon, LEGO und Sesame Street.
Das Wort „beschränkt“ ist bei Garantien immer ein Hinweis, genauer hinzuschauen. Was die Garantie im Einzelnen abdeckt, würde ich vor dem Kauf nachlesen. Bei einem Gerät, das durch Kinderhände geht, ist das für mich ein echtes Eltern-Thema.
Das kleinere Modell mit 8,7 Zoll hat laut Amazon 64 GB Speicher und schafft bis zu 14 Stunden Videowiedergabe. Das ist eine Herstellerangabe, kein Alltagswert.
Das 11-Zoll-Modell hat laut Amazon ein 2.5K-Display, 8 GB RAM und Stift-Unterstützung („stylus support“) zum Malen oder für Hausaufgaben.
Ob ein Stift im Karton liegt, sagt Amazon nicht. Auch zur Akkulaufzeit des größeren Modells und zur Frage, ob das 8,7-Zoll-Modell Stifte unterstützt, steht im Post nichts.
Ich stelle mir ein Schulkind vor, das Hausaufgaben mit dem Stift auf dem großen Bildschirm erledigt, und ein jüngeres, das einfach drauflos kritzelt. Schön wäre das. Aber ohne zu wissen, ob ein Stift beiliegt, plane ich damit nichts.
Okay, Hardware-Daten sind das eine. Wichtiger ist für mich die Elternseite.
Parent Dashboard: Wie viel Kontrolle haben Eltern wirklich?
Hier wird es konkret. Das Parent Dashboard ist laut Amazon auf jedem Kids Tablet vorinstalliert. Es gibt es außerdem als kostenlose App für iOS und Android.
Das heißt: Auch Eltern mit iPhone können alles vom eigenen Handy aus steuern. Es hängt also nicht davon ab, welches Smartphone in Ihrer Tasche steckt.
Was geht laut Amazon? Sie können Bildschirmzeit-Limits setzen und die Aktivitäten Ihres Kindes verfolgen. Sie finden altersgerechte Bücher, Apps, Spiele, Videos und Hörbücher. Das Web-Browsing lässt sich steuern, und Apps aus Google Play gibt es laut Amazon nur, wenn Eltern jeden Download freigeben.
Bildschirmzeit-Limits sind für mich der Klassiker. Jede Familie kennt die Diskussion, wann Schluss ist. Ein Limit, das Sie vorher festlegen, nimmt dem Moment die Schärfe. Zumindest in meiner Vorstellung.
Beim Browsing wird es noch interessanter. Irgendwann tippt oder sagt ein Kind etwas in ein Suchfeld, was Sie so nicht erwartet hätten. Dass Eltern das Web-Browsing steuern können, finde ich deshalb wichtig.
Und „Aktivitäten verfolgen“? Das klingt nach Kontrolle. Ich würde es lieber als Gesprächsanlass nutzen als als Überwachung. Aber das muss jede Familie für sich entscheiden.
Learn First im Alltag
Ein Punkt gefällt mir besonders: „Learn First“. Sie setzen Lernziele, und zuerst kommen Kids+-Lesen und Lern-Apps, dann die Unterhaltung.
Ich stelle mir vor, wie das aussehen könnte: Nach der Schule will das Kind sofort Videos. Erst Lesen, dann Unterhaltung, so hätten Sie es vorher eingestellt. Dann ist die Ansage nicht mehr Ihre Laune, sondern eine Regel, die schon vorher feststand.
Ob das Ihr Kind begeistert? Eher nicht. Aber ich glaube, dass Regeln, die vorher klar sind, viele Diskussionen verkürzen.
Vier Profile für die ganze Bande
Profile für bis zu vier Kinder sind laut Amazon möglich. Einstellungen lassen sich außerdem über kompatible Amazon-Geräte hinweg festlegen.
Ich stelle mir Geschwister vor, ein Vorschulkind und ein Schulkind. Jedes Kind hätte sein eigenes Profil, und Sie müssten nicht für jede Person alles neu aufziehen. Wie fein sich das im Detail einstellen lässt, müssen Familien selbst ansehen. Die Idee finde ich praktisch.
Die Hausaufgaben-Szene
Und jetzt zurück zum Drachen. Der Samstag ist vorbei, der Drache hat seine Mäuse überstanden, es ist Sonntagabend. Die Hausaufgaben warten.
Ich stelle mir das so vor: Das Kind will „nur noch kurz“ weitermachen. Sie sitzen mit dem Handy in der Küche und pausieren das Gerät. Laut Amazon geht das aus der Ferne, von überall, und Sie geben es danach wieder frei.
Easy? Auf dem Papier ja.
Wie es sich anfühlt, wenn das Kind protestiert, steht in keinem Launch-Post. Aber dass man ein Gerät nicht erst aus Kinderhänden holen muss, um es anzuhalten, finde ich ehrlich gut.
Was Eltern vom Erschaffenen sehen
Jetzt zurück zu Storybuilder. Im Dashboard sehen Eltern laut Amazon, was ihre Kinder in Stories with Alexa, Storybuilder und Art Studio erschaffen. Von Geschichten bis zu Bildern.
Das heißt: Die Kreativität Ihres Kindes bleibt nicht im Verborgenen. Ich finde, das ist ein Pluspunkt.
Stellen Sie sich das Abendessen vor. Statt der Frage nach dem Tag, auf die ein „Nichts“ folgt, könnten Sie fragen, wie der Drache eigentlich darauf kam, sich vor Mäusen zu fürchten. Das ist meine Meinung: So ein Anlass macht Gespräche leichter.
In Amazons Mitteilung zu den neuen Alexa-Tablets ist zusätzlich von wöchentlichen Einblicken die Rede. Mehr als diesen Hinweis kann ich dazu nicht geben.
Übrigens: Hier richten Eltern das Dashboard ein. Welche Funktionen genau dahinterstecken, entnehmen Sie bitte der Seite selbst. Ich leite daraus nichts ab.
Wer sich für Bildschirmzeit ganz allgemein interessiert: Wir bei digital-magazin.de haben dazu einen Lesetipp zur Bildschirmzeit-Steuerung bei Apple. Mit den Tablets von Amazon hat das nichts zu tun, es ist einfach Lesestoff zum Thema.
Was passiert mit dem, was mein Kind einspricht?
Dieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellgpt_image_2PromptPhotorealistic close photo of an adult's hands holding a generic smartphone in a kitchen, the screen shows only abstract rounded shapes and a large pause symbol without any text, in the blurred background a child sits at a table with a kids tablet in a foam case next to school notebooks, natural light, no faces, no logos, no brand marks, no readable text, no letters, no watermarks, 16:9Jetzt das „Moment mal:“ von ganz oben. Das Kind spricht seine Ideen ein. Das sind Sprachaufnahmen, und zwar von Kindern.
Ich stelle hier nur Fragen. Antworten habe ich keine. Das ist keine Anklage gegen Amazon, sondern genau das, was ich bei jedem Gerät fragen würde, in das Kinder hineinsprechen.
Werden die Sprachaufnahmen der Kinder gespeichert, und wenn ja, wo? Wie lange bleiben sie dort? Können Eltern sie löschen, und wie geht das genau? Werden sie zum Training von KI-Modellen genutzt? Dazu sagt Amazon im Launch-Post nichts.
Und wer hat überhaupt Zugriff? Sehen Eltern im Dashboard nur die entstandenen Geschichten und Bilder, oder auch die Aufnahmen selbst? Ich bin da selbst unentschlossen, was ich mir wünschen würde.
Ebenso offen: Welches KI-Modell steckt hinter Storybuilder? Funktioniert es zum Deutschland-Start auf Deutsch? Ab welchem Alter ist es gedacht? Auch dazu finde ich im Launch-Post keine Angabe.
Wie stellen Sie diese Fragen konkret? Fragen Sie im Handel nach, bevor Sie kaufen. Schreiben Sie dem Kundenservice, am besten mit den Punkten Speicherung, Dauer und Löschung. Und lesen Sie nach dem Start in den Datenschutzhinweisen nach, was dort tatsächlich steht. Was Sie dort finden, kann ich heute nicht sagen.
Notieren Sie sich die Antworten kurz, mit Datum. Das klingt pingelig. Aber wenn Sie später etwas vergleichen wollen, sind Sie froh über den Zettel.
Das Thema Kinder und KI beschäftigt gerade viele. Wir bei digital-magazin.de haben schon beim EU Kids Act gefragt, welche Regeln rund um Kinder und KI auf Familien zukommen. Solche Debatten helfen, die richtigen Fragen zu stellen.
Ein anderer Gedanke aus unserem Magazin: Wie sähe eine Familien-KI, die im Haus bleibt, aus? Ob Storybuilder in diese Richtung geht? Dazu sagt Amazon im Launch-Post nichts.
Mein Rat: Lesen Sie vor dem 19. Oktober, was Amazon in Deutschland zu diesen Punkten veröffentlicht. Und wenn nichts kommt, fragen Sie nach. Fragen kostet nichts.
Was kostet der Spaß – und was passiert nach dem Gratisjahr?
Zu den Preisen gibt es bisher nur US-Angaben. Auf der US-Seite startet das Kids Tablet 8 ab 229,99 $, das Kids Tablet 11 ab 329,99 $. Einen deutschen Preis nennt Amazon im Post nicht.
Ich rechne hier bewusst nichts um. Das wäre geraten, und geraten ist kein guter Rat.
Dann das Abo. Das erste Jahr Kids+ ist dabei. Danach kostet Kids+ laut Amazon in den USA ab 7,99 $ pro Monat für Prime-Mitglieder und 8,99 $ pro Monat ohne Prime. Was Kids+ in Deutschland nach dem Gratisjahr kostet, sagt Amazon nicht.
Das ist der Teil, den man im Eifer des Auspackens gern vergisst. Ein Gratisjahr ist schnell vorbei. Ich vermute, dass ein Kind, dem Storybuilder gefällt, nach dem Jahr nicht freiwillig darauf verzichtet. Dann müssen Sie entscheiden, ob und zu welchem Preis das Abo weiterläuft.
Mein Tipp: ein Kalendereintrag, ein paar Wochen vor Ablauf des Gratisjahres. Dann entscheiden Sie in Ruhe und nicht unter Kinderblicken.
Kids+ läuft laut Amazon übrigens auch auf Fire-Tablets, Kindle-Geräten, Fire TV und Echo-Geräten. Ob Storybuilder auf all diesen Geräten läuft, sagt Amazon nicht.
Zur Verfügbarkeit: Laut Amazon sind die Tablets vorbestellbar, und der Versand beginnt ab Mittwoch, 14. Oktober, in den USA, Mexiko, Kanada und Japan. Laut Amazon ab Montag, 19. Oktober, auch in Deutschland, ebenso in UK, Frankreich, Italien und Spanien. Ob man in Deutschland schon vorbestellen kann, sagt Amazon nicht.
Ein Datum also. Der 19. Oktober ist der Tag, bis zu dem Sie Ihre Fragen sortieren können.
Mögen oder zögern? Meine ehrliche Einschätzung
Amazon hat die Tablets am Donnerstag, 8. Oktober, vorgestellt. Zeit, die Gedanken zu sortieren. Was bleibt?
Ich finde: Für Familien, die Kids+ ohnehin nutzen, ist Storybuilder ein echtes Plus. Kinder, die sich Geschichten ausdenken wollen, bekommen ein Werkzeug dafür. Und Eltern sehen im Dashboard, was entsteht.
Das mag ich. Ich mag auch, dass die Steuerung auf dem eigenen Handy liegt, egal ob iPhone oder Android.
Ein kleines Geständnis: Als Kind habe ich meine Geschichten am liebsten auf Papier gekritzelt, mit Buntstiften, schiefen Figuren und ziemlich vielen durchgestrichenen Wörtern. Ein sprechendes Tablet hätte mich damals vermutlich irritiert. Und trotzdem bin ich neugierig. (Ja, wirklich. Die Kritzel-Anna und die Tech-Anna vertragen sich erstaunlich gut.)
Wo ich zögere? Bei allem, was Amazon nicht sagt. Sprache, Speicherung, Modell, Altersgrenze. Ehrlich gesagt würde ich ein Kind erst an so ein Gerät lassen, wenn ich diese Antworten kenne.
Für wen passt es also? Für Familien, die Kids+ ohnehin nutzen oder nutzen wollen und die Regeln gern vorher festlegen. Eher nicht für Eltern, die zuerst die Datenschutz-Antworten sehen möchten. Das ist keine Kritik, sondern eine Reihenfolge.
Und die Qualität? Die Bücher klingen im Launch-Post wunderbar. Ob sie das auch in Ihrem Wohnzimmer sind, kann ich nicht sagen. Wie gut sie wirklich werden, weiß bisher nur Amazon.
Ein Wort zur Fairness: Ein Launch-Post will Lust machen, nicht jede Frage beantworten. Das ist normal. Es ändert nur nichts daran, dass wir als Eltern nachhaken dürfen.
Die Eltern-Checkliste bis zum 19. Oktober
Damit Sie nicht nur mit einem Bauchgefühl dastehen, hier meine Schritte. Ganz ohne Bullets, versprochen.
Wählen Sie die Version nach dem Alter Ihres Kindes. Vorschulkinder (3+) und Kinder ab 6+ bekommen laut Amazon unterschiedliche Hüllen, vom weichen Bumper bis zur schlanken Hartschale.
Prüfen Sie, ob Storybuilder auf Deutsch läuft. Davon hängt ab, ob Ihr Kind den Drachen überhaupt in seiner Sprache erzählen kann.
Fragen Sie nach, was mit den Sprachaufnahmen passiert. Wo werden sie gespeichert, wie lange, und lassen sie sich löschen?
Notieren Sie sich, wann das Gratisjahr Kids+ endet und was es danach in Deutschland kostet. Ein Kalendereintrag reicht.
Richten Sie das Dashboard vor dem ersten Einschalten ein. Bildschirmzeit, Profile, Browsing: Legen Sie die Regeln fest, bevor das Kind das Gerät in der Hand hat.
Stellen Sie „Learn First“ ein, wenn Sie möchten, dass erst gelesen und gelernt wird. Dann steht die Regel, bevor die erste Diskussion beginnt.
Schauen Sie sich die ersten Geschichten gemeinsam mit Ihrem Kind an. Das ist der schönste Teil, und nebenbei sehen Sie, was da überhaupt entsteht.
Und sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was man einem Tablet erzählt und was lieber nicht.
Und Sie so? Würden Sie Ihr Kind dem Drachen-Diktat überlassen?




