Apple verkauft HomeView laut eigener Fußnote nicht in der Europäischen Union. Das steht im Kleingedruckten der Pressemitteilung vom Dienstag, 13. Oktober, und es ist die eigentliche Nachricht des Apple-Home-Events. Apples neues Display-Gerät für die Wohnung, ein Gerät mit sieben Zoll Bildschirmdiagonale, bleibt in Deutschland also außen vor. Dafür kommen laut Apple das Apple TV 4K (4. Generation) für 349 Euro und der HomePod mini 2 für 169 Euro in den deutschen Handel, und zwar am Freitag, 30. Oktober, beziehungsweise am Freitag, 13. November. Alle Preise und Termine in diesem Text sind Herstellerangaben.
Deshalb lohnt es sich, die Pressemitteilungen nebeneinanderzulegen, Fußnoten inklusive. Das ist unspektakuläre Arbeit, aber genau dort versteckt sich bei Apple traditionell das Wesentliche. Was kommt an, was nicht, und was kostet ein Surround-Setup mit den neuen Geräten, wenn man die Listenpreise addiert? Genau darum geht es auf den folgenden Seiten. Ein Testbericht ist das nicht, denn die Geräte sind zum Redaktionsschluss vorbestellbar, aber nicht im Handel. Alles, was hier über Leistung und Klang steht, ist deshalb Apples Darstellung und kein Messwert von uns.
Eine Vorbemerkung zur Methode: Wir bei digital-magazin.de halten uns bei Produktankündigungen an das, was im Wortlaut der Hersteller steht, und kennzeichnen den Rest als eigene Einordnung. Das gilt besonders hier, weil es um einen Verkaufsausschluss geht. Der klingt schnell nach Streit und Schuldfrage. Was Apple schreibt, ist aber nüchterner.
Die Fußnote zu HomeView
Der Satz steht im Abschnitt „Pricing and Availability“ der US-Pressemitteilung zu HomeView. Im Original lautet er so:
Apple HomeView is not available for sale in the European Union, as Siri AI is currently unavailable in iOS in the EU. Apple is working constructively with the EU in an attempt to find a path forward.
Unsere Übersetzung: „Apple HomeView wird in der Europäischen Union nicht zum Verkauf angeboten, da Siri AI derzeit in iOS in der EU nicht verfügbar ist. Apple arbeitet konstruktiv mit der EU zusammen, um einen Weg nach vorn zu finden.“ Die Übersetzung stammt von uns, maßgeblich ist der englische Wortlaut.
Beachten Sie die Wortwahl. „Not available for sale“ heißt: Apple bietet das Gerät dort nicht an. Es heißt nicht, dass jemand den Verkauf untersagt hätte. Und die Begründung ist Apples Begründung: Siri AI, der neu aufgesetzte Assistent, ist in iOS in der EU derzeit nicht verfügbar, und HomeView wird laut Hersteller von Siri AI angetrieben („Powered by Apple Intelligence with Siri AI“). Mehr sagt die Pressemitteilung dazu nicht. Einen Termin für einen möglichen EU-Start nennt Apple nicht, einen Euro-Preis für HomeView ebenso wenig. Jede Aussage darüber, wann oder ob das Gerät hier erscheint, wäre Spekulation, und die lassen wir weg.
Dass Siri AI in der EU vorerst nicht in iOS ankommt, haben wir bereits im Zusammenhang mit dem iPhone Duo aufgegriffen, dort mit Preis und Vorbestellung. Diese Geschichte wiederhole ich hier bewusst nicht. Der Punkt für dieses Stück ist ein anderer: Bei HomeView wird aus der Software-Lücke eine Hardware-Lücke.
Was Apple über HomeView verspricht
Damit klar ist, worum es sich handelt: HomeView ist laut Apple ein Gerät mit einem 7-Zoll-Display (Liquid Retina), das über ein Edelstahlscharnier mit einem Lautsprechersockel verbunden ist. Es soll Unterhaltung, FaceTime-Anrufe und Smart-Home-Steuerung an einem Ort bündeln. Es gibt vier Farben, nämlich Silber, Polarstern (im Original „starlight“), Rosé und Space Grau (im Original „rose pink“ und „space gray“), und dazu eine separate Variante für die Wandmontage. Im Gerät steckt laut Hersteller der A18 Chip.
Ein paar Angaben aus der Pressemitteilung, alle ausdrücklich als Herstellerangaben:
- HomeView erkennt laut Apple bis zu sechs Personen und stellt für jede Person einen eigenen Home-Bildschirm mit Apps und Widgets bereit. Apple sagt „people“, nicht „Gesichter“; die Erkennung läuft allerdings über das Gesicht.
- Die automatische Helligkeit reicht laut Hersteller von 500 Nits bis hinunter auf 0,3 Nits, was das Gerät laut Apple auch für den Nachttisch geeignet macht.
- Die Kamera-Ansicht kann laut Hersteller bis zu neun Videostreams gleichzeitig anzeigen.
- Privatsphäre-Inhalte wie Nachrichten und Kalender erscheinen laut Apple nur, wenn die eingetragene Person erkannt wird und das gekoppelte iPhone oder iPad in der Nähe und kürzlich entsperrt ist.
Auffällig ist, wie stark Apple die Siri-AI-Erzählung ins Zentrum rückt. Schon die Unterzeile der Pressemitteilung nennt HomeView „powered by Apple Intelligence with Siri AI“. Mit einem Apple-Intelligence-fähigen iPhone oder iPad soll der Assistent laut Hersteller zusätzlich persönlichen Kontext aus Kalender und Nachrichten heranziehen. Wer kein solches Gerät hat, profitiert laut Apple immerhin vom breiten Weltwissen und von der Musiksuche. Das ist der Kern des Arguments, mit dem Apple den EU-Ausschluss begründet: Ohne Siri AI wäre es ein anderes Gerät.
Meine Einschätzung, ausdrücklich als solche: Das ist konsequent, aber auch unbequem. Ein Hersteller, der ein Gerät rund um eine Funktion baut und es dann in einem ganzen Wirtschaftsraum nicht anbietet, macht sich angreifbar. Ob Apple damit Druck aufbauen will, kann ich nicht wissen, und die Quelle sagt es auch nicht. Sie sagt nur, man arbeite „constructively“ an einem Weg nach vorn.
Wo HomeView laut Hersteller erhältlich ist
Auch die Ländertabelle der Pressemitteilung lohnt einen genauen Blick, weil sie in Kurzmeldungen gern verkürzt wird. Laut Apple lässt sich HomeView ab Dienstag, 13. Oktober, in Australien, Kanada, Indien, Neuseeland, im Vereinigten Königreich und in den USA vorbestellen. Der US-Preis liegt laut Apple bei 299 US-Dollar, sowohl für die Standardvariante als auch für die Wandvariante. Kundschaft in Singapur kann ab Donnerstag, 15. Oktober, um 9 Uhr Ortszeit vorbestellen. In Südafrika läuft die Vorbestellung über autorisierte Apple-Händler. Verfügbar sein sollen beide Modelle ab Freitag, 13. November.
Rechnen Sie bitte nichts um. Der Dollarpreis ist ein US-Preis für den US-Markt. Ein Euro-Preis existiert nicht, weil es kein Angebot gibt, und ein Vergleich mit den deutschen Preisen für Apple TV oder HomePod wäre Äpfel mit Birnen. Mehr als „299 US-Dollar (USA)“ gibt die Quelle nicht her.
Zum Zubehör nennt Apple Wandhalterungen von Schneider Home: den Power Mount USB-C Wall Connector ab 59,95 US-Dollar, den Power Mount AC Wired ab 79,95 US-Dollar und den Power Mount PoE Wired, der laut Hersteller erst Anfang 2027 für 129,95 US-Dollar erscheint. Auch das sind US-Preise, und für Deutschland gibt es dazu nichts. Spannend ist eher, was nicht in der Liste steht: Die EU taucht nirgends als Land mit Vorbestellung auf, nicht einmal als „später“.
Auch Siri AI selbst ist auf HomeView laut Apple nur in Englisch verfügbar, und zwar in den USA, Australien, Kanada, Indien, Neuseeland, Singapur, Südafrika und im Vereinigten Königreich. Kanadisches Französisch soll später per kostenlosem Software-Update folgen. Eine deutsche Sprachfassung wird nicht erwähnt. Das Gerät ist also auch inhaltlich eng an die Siri-AI-Länderliste gebunden, nicht nur formal an den Verkaufsausschluss.
Zwei Pressemitteilungen, zwei Erzählungen
Jetzt wird es für Lesende in Deutschland praktisch, denn es gibt zum Apple TV 4K zwei Pressemitteilungen mit demselben Datum. Die US-Fassung trägt den Titel „Apple unveils the new Apple TV 4K, supercharged by Siri AI“. Die deutsche Fassung heißt „Apple präsentiert das neue Apple TV 4K“. Siri AI taucht in der deutschen Pressemitteilung nicht auf, in der gesamten Meldung nicht, nicht einmal im Kleingedruckten.
Die US-Fassung erzählt eine Geschichte um den Assistenten: ein Vollbild-Erlebnis, bei dem man laut Hersteller mit dem Assistenten Serien und Filme sucht, Rückfragen zu laufenden Inhalten stellt und mit einem Apple-Intelligence-fähigen iPhone auch persönlichen Kontext einbezieht. Dazu nennt Apple dort Voraussetzungen: Siri AI läuft laut Apple als Beta in tvOS 27.2 auf dem Apple TV 4K ab der 2. Generation und ist zum Start in den USA, Australien, Kanada, Indien, Neuseeland, Singapur, Südafrika und im Vereinigten Königreich auf Englisch verfügbar. Die Eigentümerin oder der Eigentümer des Zuhauses in der Home-App braucht dafür ein Apple-Intelligence-fähiges iPhone oder iPad.
Die deutsche Fassung erzählt dagegen eine Hardware-Geschichte: schnellerer Chip, drei Fernfeldmikrofone, Surround-Sound mit vier Lautsprechern, Home Hub. Das ist kein Widerspruch, aber es ist ein deutlich anderer Zuschnitt. Und im Kleingedruckten der US-Fassung steht der Satz, den man in Deutschland im Hinterkopf behalten sollte: „Siri AI will not be initially available in the EU in iOS or iPadOS.“ Sinngemäß, in unserer Übersetzung: Siri AI wird in der EU zunächst nicht in iOS oder iPadOS verfügbar sein.
Was folgt daraus? Zunächst nur das, was dasteht. Ich behaupte nicht, dass Siri AI auf dem Apple TV in Deutschland nachgeliefert wird, und ich behaupte auch nicht das Gegenteil. Die Quellen schweigen dazu. Wer das Apple TV 4K in Deutschland kauft, kauft nach der deutschen Pressemitteilung ein Gerät mit den dort genannten Eigenschaften. Mehr an Versprechen steht nicht im Raum, und mehr sollten Sie auch nicht einpreisen.
Ehrlich gesagt finde ich diese Zweigleisigkeit lehrreich. Sie zeigt, wie sehr Pressemitteilungen regionale Produkte sind. Dieselbe Hardware, dasselbe Datum, aber zwei Verkaufsargumente. Es lohnt sich, bei Apple-Ankündigungen immer die Fassung des eigenen Landes zu lesen und nicht die schillernde US-Version.
Was das neue Apple TV 4K laut Hersteller kann
Die deutsche Pressemitteilung zum Apple TV 4K nennt als Eckdaten: Das Apple TV 4K (4. Generation) kostet laut Apple 349 Euro inklusive Mehrwertsteuer, ist ab Dienstag, 13. Oktober, vorbestellbar und ab Freitag, 13. November, im Handel. Laut Apple können Kundinnen und Kunden in den USA und 29 weiteren Ländern und Regionen vorbestellen.
Zur Technik, jeweils als Herstellerangabe:
- Der A19 Chip liefert laut Hersteller bis zu 50 Prozent schnellere CPU-Leistung und bis zu doppelt so schnelle GPU-Leistung als die vorherige Generation. Das soll sich in höherer Reaktionsfähigkeit, schnellerer Navigation und flüssigeren Animationen äußern.
- Der Chip enthält laut Apple einen neuen, dedizierten AV1-Decoder, der effizienteres Streaming in hoher Qualität bei geringerem Bandbreitenbedarf erlauben soll.
- Drei Fernfeldmikrofone sollen laut Hersteller die freihändige Steuerung ermöglichen, auch während Ton läuft. Die Unterstützung variiert laut Fußnote je nach Region und Sprache und gilt unter anderem, wenn die primäre tvOS-Sprache auf Deutsch gestellt ist.
- Als Home Hub steuert das Gerät laut Apple Zubehör und Szenen und unterstützt Automationen, Gastzugang und die lokale Verarbeitung von HomeKit Secure Video; WLAN und Thread sind integriert.
- Die neue Siri Remote behält laut Hersteller ihr Design, unterstützt aber „Wo ist?“ mit Genauer Suche und kann einen Ton abspielen, um sie zu finden. Die Fernbedienung ist laut Apple mit dem Apple TV HD und dem Apple TV 4K kompatibel und separat erhältlich.
Zu den Zahlen ein Wort der Vorsicht. „Bis zu 50 Prozent“ ist ein Obergrenzenwert unter Apples Testbedingungen, kein Durchschnitt, den Sie im Wohnzimmer erwarten sollten. Und ob Navigation schneller wirkt, ist ohnehin eine Sache der Software und Ihrer Gewohnheiten. Ich nehme die Zahlen als Richtung zur Kenntnis, nicht als Kaufargument. Das AV1-Detail ist in meinen Augen interessanter, als es klingt, weil Streaming-Dienste das Format zunehmend einsetzen. Ob die versprochene Bandbreitenersparnis im Alltag etwas bringt, hängt von Ihrem Anschluss und Ihren Diensten ab. Dazu gibt es keine Messung, nur Apples Satz.
Beim Thema Smart Home bleibt das Apple TV 4K das, was Apple-TV-Geräte seit Jahren sind: ein Hub, der Ihre Zubehörgeräte von unterwegs erreichbar macht. Wer sich für Alternativen interessiert, findet bei uns einen Blick auf Samsungs SmartThings Now und die Frage, was dort nur mit Hub schneller läuft. Und wer lieber selbst bastelt, sollte sich die Matter-Map in Home Assistant ansehen. Das ist ein anderes Philosophie-Paket, aber ein hilfreicher Gegenentwurf, wenn Sie sich nicht an ein einzelnes Ökosystem binden wollen.
HomePod mini 2 und die Surround-Bedingung
Dieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellgpt_image_2PromptClose-up of minimalist unbranded premium speakers and a soundbar in a cozy living room, home cinema atmosphere, warm light. Photorealistic editorial magazine photo, 16:9. Absolutely no text, no letters, no numbers, no logos, no brand marks.Der HomePod mini 2 kostet laut Hersteller 169 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Vorbestellen lässt er sich laut Apple seit Dienstag, 13. Oktober, im Handel erhältlich sein soll er ab Freitag, 30. Oktober. Es gibt ihn laut Hersteller in Rosa, Grün, Blau, Weiß und Mitternacht. Im Gerät steckt laut Apple der S10 Chip, und Apple verspricht 360-Grad-Audio, Multiroom-Betrieb und die Nutzung als Standardlautsprecher für den Mac. Der Lautsprecher ist laut Hersteller mit der HomePod Software 27.2 kompatibel.
Neu ist „Sound Glow“: Die Oberseite des Geräts leuchtet laut Apple synchron zur Musik und reagiert in Echtzeit auf Bässe und Höhen. Die Farben leitet das Gerät laut Hersteller aus dem Albumcover des laufenden Titels ab. Zusätzlich lassen sich Klangkulissen wie Regen mit passenden Animationen verbinden. Die Sprachsteuerung für Sound Glow erfordert laut Fußnote ein iPhone mit Apple Intelligence und der neuesten Software. Das ist ein kleiner, aber interessanter Hinweis, denn er zeigt, dass selbst in der deutschen Fassung an einer Stelle Apple Intelligence als Voraussetzung auftaucht, nämlich bei einer Komfortfunktion, nicht bei der Grundfunktion.
Und dann die Surround-Funktion, die in beiden deutschen Pressemitteilungen herausgestellt wird. Laut Apple können Anwenderinnen und Anwender mit dem Apple TV 4K (4. Generation) und dem HomePod mini 2 zum ersten Mal ein Surround-Erlebnis mit vier Lautsprechern aufbauen. Die Lautsprecher erkennen laut Apple ihre Position im Raum und kalibrieren Timing und Lautstärke automatisch. Auch der HomePod (2. Generation) kann laut Hersteller verwendet werden, solange vorne und hinten jeweils zwei Lautsprecher desselben Modells stehen.
Die Fußnote ist hier präziser als die Fließtexte. Wörtlich heißt es: „Für Heimkino-Surround-Sound sind vier HomePod mini 2 oder HomePod (2. Generation) Lautsprecher in jeweils identischen Paaren (vorne und hinten) erforderlich, die mit einem Apple TV 4K (4. Generation) mit dem neuesten Betriebssystem gekoppelt sind.“ Merken Sie sich die drei Bedingungen: vier Lautsprecher, identische Paare, ein Apple TV 4K der 4. Generation mit aktuellem Betriebssystem. Dass Apple im Fließtext „oder“ schreibt und in der Fußnote „in jeweils identischen Paaren“, ist der Grund, warum Sie bei der Planung nicht einfach zwei mini und zwei große HomePods mischen sollten. Ein Mischbetrieb ist nach dem Wortlaut nicht vorgesehen.
Was die Quellen nicht sagen: wie das Ganze klingt. Apple nennt es „das immersivste Heimkino-Setup, das Apple je entwickelt hat“. Das ist ein Eigenlob im Superlativ, kein Befund. Ein Klangurteil gibt es von uns erst, wenn jemand die Geräte gehört hat, und das ist vor dem 30. Oktober nicht möglich.
Die Rechnung: 1.025 Euro für vier plus eins
Kommen wir zur Frage, die sich Lesende aufdrängt: Was kostet das Ganze? Hier eine ausdrücklich gekennzeichnete dm-Rechnung, keine Aussage von Apple:
349 Euro für das Apple TV 4K (4. Generation) plus vier HomePod mini 2 zu je 169 Euro, also 4 × 169 Euro = 676 Euro, ergibt 349 Euro + 676 Euro = 1.025 Euro. Die Eingangswerte sind die von Apple in den deutschen Pressemitteilungen genannten Einzelpreise inklusive Mehrwertsteuer.
Mehrere Einschränkungen gehören direkt dazu, damit die Zahl nicht falsch ankommt:
- Es ist eine Rechnung zu Listenpreisen. Ein Bundle-Preis oder ein Paketangebot von Apple ist in den Quellen nicht genannt.
- Der Fernseher fehlt, ebenso Kabel (HDMI) und alles, was sonst für den Aufbau nötig sein mag. Das Apple TV 4K braucht einen Fernseher, den Sie ohnehin haben müssen.
- Apple nennt alternativ den HomePod (2. Generation). Für diese Variante nenne ich keinen Preis, weil die zugrunde liegenden Quellen keinen enthalten. Wer vier Lautsprecher dieser Art plant, muss den Preis selbst beim Händler nachsehen. Auch in diesem Fall gilt: Es müssen vorne und hinten jeweils Paare desselben Modells sein.
- Die 1.025 Euro gelten für die Variante mit vier HomePod mini 2, sie sind aber kein von Apple beworbener Preis. Auch ein „Surround kostet 1.025 Euro“ als Apple-Aussage wäre falsch.
Um das einzuordnen, hilft ein kleines Gedankenspiel. Stellen Sie sich vor, Sie besitzen bereits ein Apple TV 4K der 4. Generation. Dann würde sich die Rechnung auf die vier Lautsprecher beschränken, also 676 Euro zu Listenpreisen. Hier bin ich bewusst im Konjunktiv, denn ob die Geräte so im Handel stehen, zeigt sich erst ab den Terminen im Herbst. Und bei der anderen Gegenrechnung, ob sich 676 Euro für Surround aus kleinen Lautsprechern lohnen, wären wir bei einer Frage des Geschmacks, die ich Ihnen nicht abnehmen kann. Ich persönlich bin gespannt, aber skeptisch. Vier kleine Lautsprecher im Raum sind eine Wohnzimmer-Frage, kein Rechenexempel: Wohin mit den hinteren zwei? Wie weit liegt die nächste Steckdose?
Zum Vergleich der Größenordnung: Das Apple TV 4K macht in dieser Rechnung gut ein Drittel aus, die Lautsprecher den Rest. Das ist reine Arithmetik, ein Teil von 1.025 Euro eben. Daraus lässt sich nichts über Preis-Leistung ableiten.
Die Fußnote mit dem Tagesdeckel
Zurück zur HomeView-Pressemitteilung, denn dort steht noch eine zweite Fußnote, die in der Berichterstattung fast untergeht. Im Original: „Certain Apple Intelligence features that rely on server-side models are subject to daily usage limits. Expanded access to such features will be available for a fee in the future.“ Unsere Übersetzung: Bestimmte Apple-Intelligence-Funktionen, die auf serverseitigen Modellen beruhen, unterliegen täglichen Nutzungsgrenzen. Ein erweiterter Zugang zu solchen Funktionen werde künftig gegen Gebühr verfügbar sein.
Wichtig ist, was dort nicht steht: kein Preis, kein Termin, keine Aufstellung, welche Funktionen betroffen sind. Wer also meint, jetzt schon zu wissen, was Siri AI monatlich kosten wird, hat mehr Informationen als Apple veröffentlicht. Dass es Nutzungsgrenzen bei serverseitigen KI-Funktionen gibt, ist branchenüblich. Die Frage, wie sich so ein Deckel anfühlt, haben wir uns schon angeschaut, nämlich in unserem Stück darüber, wie Siri AI beim Start auf den Tagesdeckel stieß. Es ist ein anderes Gerät und ein anderer Zeitpunkt, aber dasselbe Muster, das man im Kopf haben sollte, wenn von „broad world knowledge“ die Rede ist.
Meine Einschätzung: Eine Fußnote, die sagt, „später gegen Gebühr“, gehört bei einem Gerät für 299 US-Dollar in den Text, nicht ans Ende. Aber das ist Geschmack, und Apple hat sie wenigstens aufgenommen.
Was Sie vor dem Kauf prüfen sollten
Aus alledem lässt sich eine kleine Checkliste in ganzen Sätzen ableiten. Alle Punkte stammen aus den Pressemitteilungen von Apple und gelten damit als Herstellerangaben.
Erstens: Prüfen Sie, ob Ihr Apple TV tatsächlich die 4. Generation ist. Laut Fußnote funktioniert der Vier-Lautsprecher-Surround nur mit einem Apple TV 4K (4. Generation), das mit dem neuesten Betriebssystem gekoppelt ist. Ältere Apple-TV-Modelle sind in der Fußnote nicht genannt.
Zweitens: Planen Sie die Lautsprecher in identischen Paaren. Vorne zwei gleiche, hinten zwei gleiche, und zwar entweder HomePod mini 2 oder HomePod (2. Generation). Dass Apple nur von Paaren desselben Modells spricht, legt nahe, das Mischen zu vermeiden. Das ist eine Lesart des Wortlauts, keine ausdrückliche Verbotsliste, aber sie ist der sichere Weg.
Drittens: Achten Sie auf das Betriebssystem. Die Fußnote verlangt „das neueste Betriebssystem“. Der HomePod mini 2 ist laut Apple mit der HomePod Software 27.2 kompatibel. Wann und wie diese ausgeliefert wird, entnehmen Sie bitte Apples Angaben zum Marktstart.
Viertens: Prüfen Sie Termine statt Schlagzeilen. Der HomePod mini 2 kommt laut Hersteller am Freitag, 30. Oktober, das Apple TV 4K am Freitag, 13. November, in den Handel. Vorbestellen lässt sich beides seit Dienstag, 13. Oktober. Ein komplettes Surround-Setup ist laut diesen Terminen also frühestens ab Mitte November vollständig zusammen.
Fünftens: Erwarten Sie nicht mehr, als in der deutschen Pressemitteilung steht. Wenn Sie das Apple TV 4K wegen der Siri-AI-Funktionen aus der US-Fassung kaufen wollen, sollten Sie wissen, dass diese Funktionen in der deutschen Fassung nicht beworben werden und dass die US-Fassung selbst eine Länderliste nennt, in der Deutschland nicht vorkommt.
Sechstens: Vergessen Sie nicht, was für Ihren Fernseher gelten muss. Das Apple TV 4K braucht einen kompatiblen Fernseher und passende Anschlüsse. Das steht so nicht in der Pressemitteilung, es ist schlicht der Grund, warum die Rechnung oben den Fernseher ausklammert.
Häufige Fragen
Ist HomeView in Deutschland verboten?
Nein, das behauptet auch Apple nicht. Apple schreibt, HomeView sei in der EU „not available for sale“, also nicht zum Verkauf erhältlich, weil Siri AI in iOS in der EU derzeit nicht verfügbar sei. Von einem Verbot ist in der Pressemitteilung keine Rede.
Wann kommt HomeView nach Deutschland?
Dazu gibt es keine Angabe. Apple sagt nur, man arbeite konstruktiv mit der EU an einem Weg nach vorn. Einen Termin oder einen Euro-Preis nennt die Pressemitteilung nicht, und wir spekulieren nicht darüber.
Wie viele Personen erkennt HomeView?
Laut Apple bis zu sechs Personen, jede mit eigenem Home-Bildschirm. Das ist eine Herstellerangabe zum Funktionsumfang, die wir nicht überprüfen konnten.
Was kosten Apple TV 4K und HomePod mini 2 in Deutschland?
Laut Apple kostet das Apple TV 4K (4. Generation) 349 Euro inklusive Mehrwertsteuer und der HomePod mini 2 169 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Beide lassen sich vorbestellen. Im Handel erscheint der HomePod mini 2 am Freitag, 30. Oktober, das Apple TV 4K am Freitag, 13. November.
Was kostet ein Surround-Setup mit den neuen Geräten?
Als dm-Rechnung zu Listenpreisen: 349 Euro + 4 × 169 Euro = 1.025 Euro, ohne Fernseher und Kabel. Das ist keine Apple-Aussage und kein Paketpreis. Alternativ nennt Apple den HomePod (2. Generation), dazu liegt uns hier kein Preis vor. In beiden Fällen sind identische Paare vorne und hinten nötig.
Bekommt das deutsche Apple TV 4K Siri AI?
Die deutsche Pressemitteilung erwähnt Siri AI nicht. Die US-Pressemitteilung nennt Siri AI als Beta in tvOS 27.2 für acht Länder auf Englisch und hält fest, dass Siri AI in der EU in iOS und iPadOS zunächst nicht verfügbar sei. Ob und wann es für Deutschland etwas gibt, sagen die Quellen nicht.
Ist die schnellere CPU des Apple TV 4K gemessen?
Nein, jedenfalls nicht von uns. „Bis zu 50 Prozent schnellere CPU-Leistung und bis zu doppelt so schnelle GPU-Leistung als die vorherige Generation“ ist eine Herstellerangabe von Apple. Ein Test steht aus, weil die Geräte im Handel noch nicht erhältlich sind.
Gibt es einen Aufpreis für KI-Funktionen?
Apple schreibt in der HomeView-Fußnote, ein erweiterter Zugang zu bestimmten serverbasierten Funktionen werde künftig gegen Gebühr verfügbar sein. Einen Preis oder einen Termin nennt Apple nicht.
Was bleibt?
Ein Gerät, das Apple selbst für das Herzstück seiner Home-Offensive hält, ist in Deutschland nicht im Angebot, und niemand kann Ihnen derzeit sagen, wann sich das ändert. Dagegen stehen zwei Geräte, die laut Apple im Herbst im deutschen Handel auftauchen und für sich genommen ordentliche Hardware versprechen: ein schnellerer Chip, drei Mikrofone, ein Lautsprecher mit Leuchtfläche und eine Surround-Funktion, die vier Lautsprecher in identischen Paaren braucht. Die Zahlen dazu sind Apples Zahlen. Die 1.025 Euro sind unsere Rechnung.
Der Punkt ist: Wir bei digital-magazin.de werden die Geräte nach dem Marktstart noch einmal anschauen, sobald belastbare Eindrücke vorliegen, und bis dahin bleibt dieser Text eine Einordnung der Ankündigung, kein Urteil. Und die große offene Frage lautet nicht, ob HomeView ein gutes Gerät ist, sondern ob ein Smart-Home-Hub, der ohne seinen Assistenten nicht verkauft wird, auf Dauer ein Konzept sein kann, das in Europa funktioniert. Was meinen Sie: Würden Sie in ein Ökosystem investieren, dessen zentrales Stück Sie nicht kaufen können?




