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Fitbit Edge ab 179,99 Euro: Der Gemini-Coach steckt im Abo – was der Tracker ohne Premium kann

Der Fitbit Edge steht laut Google Store ab 179,99 € zur Vorbestellung, mit bis zu sieben Tagen Akku laut Google und tauschbarem Akku. Der Gemini-Coach und erweiterte Health-Guardian-Trends brauchen Google Health Premium „ab 8,99 €“, einen Zeitraum nennt die DE-Seite nicht. Was Sie ohne Abo bekommen und wann sich Rechnen lohnt.

Fitbit Edge Fitnessarmband auf dem Schreibtisch neben Smartphone mit Health-AppDieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellgpt_image_2PromptA slim modern unbranded fitness smartwatch band on a wooden desk next to a smartphone showing abstract health rings, morning light through a window, lifestyle editorial. Photorealistic magazine photo, 16:9. Absolutely no text, no letters, no numbers, no logos, no brand marks.
Fitnessarmband mit Coach-Abo (Symbolbild)

Stellen Sie sich vor: Samstag, 7 Uhr. Die Laufschuhe stehen schon an der Tür, der Kaffee ist noch zu heiß, und am Handgelenk sitzt ein schlanker Tracker, der angeblich eine ganze Woche ohne Steckdose auskommt. Klingt nach einem guten Start ins Wochenende. Und dann fällt Ihnen ein: Der Coach, der Ihnen unterwegs sagen soll, ob Sie Gas geben oder einen Gang zurückschalten, gehört gar nicht zum Gerät.

Genau darum geht es beim Fitbit Edge. Google hat ihn am Montag, 12. Oktober, vorgestellt. Im deutschen Google Store steht er seit diesem Tag zur Vorbestellung, und zwar „Ab 179,99 €“ oder 7,50 € pro Monat bei Finanzierung über 24 Monate. Der Gemini-Coach und die erweiterten Gesundheitstrends brauchen aber ein Abo: Google Health Premium, laut DE-Store „ab 8,99 €“. Einen Abrechnungszeitraum nennt die deutsche Seite dafür nicht.

Ist der Edge also ein 179,99-Euro-Tracker? Oder ein Abo mit Armband? Ich finde: Beides stimmt, je nachdem, was Sie von ihm wollen. Gehen wir es in Ruhe durch.

Was steht im deutschen Store wirklich zum Preis?

Fangen wir bei den harten Zahlen an. Der Google Store DE nennt für den Fitbit Edge „Ab 179,99 € oder 7,50 €/Monat bei Finanzierung über 24 Monate“. Das „Ab“ ist wichtig: Es ist ein Einstiegspreis. Eine Sonderedition mit Basketballstar Stephen Curry gibt es auch. Für sie belegt die deutsche Seite aber keinen eigenen Preis, deshalb lasse ich sie hier außen vor. (Googles englischer Blog nennt für diese Edition einen US-Preis. Der gehört nicht in eine deutsche Rechnung, also bleibt er draußen.)

Die Finanzierung lässt sich schnell nachrechnen. 24 mal 7,50 € ergibt 180 €. Das ist eine dm-Rechnung, und sie weicht um einen Cent vom Kaufpreis ab. Offenbar rundet Google. Mehr steckt nicht dahinter.

Wichtiger ist die Frage, wann Sie das Gerät in der Hand haben. Der Store nimmt Vorbestellungen an, ein deutsches Lieferdatum nennt die Seite aber nicht. Googles Blog, der auf Englisch erschienen ist und sich erkennbar an den US-Markt richtet, schreibt: „It will be on shelves October 27.“ Laut Googles Blog also ab Dienstag, 27. Oktober, im Handel. Ob das Datum auch für Deutschland gilt, steht dort nicht, und eine Garantie dafür gibt es nicht. Wer fest plant, sollte auf die Angaben im Bestellprozess achten.

Dazu kommt ein Detail aus dem Blog: Wer den Edge kauft, bekommt drei Monate Google Health Premium dazu. Der Store formuliert es als dreimonatige Probezeit ohne Kosten. Merken Sie sich diese drei Monate. Sie spielen später noch eine Rolle, nämlich wenn die Rechnung kommt.

Noch ein Wort zur Einordnung. Google beschreibt den Edge als Gerät zwischen der Pixel Watch und dem displaylosen Fitbit Air. Viele Menschen suchten laut Blog etwas, das zwischen einer fortschrittlichen Smartwatch und einem schlichten Band sitzt. Das ist Googles Positionierung, nicht meine. Aber sie erklärt den Preisbereich ganz gut: weniger Uhr, mehr Tracker, und genau deshalb lohnt der Blick auf das, was nach dem Kauf noch kommt.

Übrigens: Wir bei digital-magazin.de schauen bei solchen Geräten immer zuerst auf den Preis samt Folgekosten. Der Kaufpreis allein erzählt bei Wearables selten die ganze Geschichte.

Und was bekommen Sie ohne Abo?

Das ist der freundliche Teil, und der verdient eine faire Würdigung. Ohne Premium ist der Edge kein leeres Gehäuse. Alles Folgende sind Herstellerangaben, ich habe den Tracker nicht in der Hand gehabt, und er ist ja auch noch nicht im Handel.

Google nennt ein Display mit 46 Prozent mehr Anzeigefläche als frühere Fitbit-Tracker. Die Vergleichsbasis steht in der Fußnote: andere, frühere Fitbit-Tracker, nicht etwa Smartwatches. Dazu über 50 Trainingsmodi, automatische Erkennung von Workouts, GPS mit Höhenmesser und, laut Google, bis zu 40 Prozent verbesserter Tracking-Genauigkeit gegenüber früheren Generationen. Wasserschutz nach 5 ATM und IP68 nennt der Blog ebenfalls, wohlgemerkt mit dem Zusatz, dass das Gerät laut Google nicht wasserdicht und nicht staubdicht ist. Die Werte gelten laut Fußnote für den Zustand beim Verlassen der Fabrik.

Die Google-Health-App ist die zweite Hälfte der Gratis-Seite. Laut Store führt sie Aktivität, Schlafanalyse mit Schlafindex, Vitalwerte und Zyklus-Erfassung zusammen. Sie läuft mit Android 11 oder neuer sowie iOS 16.4 oder neuer, ein Google-Konto brauchen Sie in jedem Fall. Die Fitbit-App heißt laut Store inzwischen Google Health App. Wer die alte App schon installiert hat, muss laut Store nicht neu installieren.

Und die Gesundheitswarnungen? Die Basis-Variante von Health Guardian, also Warnungen bei hoher und niedriger Herzfrequenz, führt der Store in der Liste der normalen App-Funktionen auf. Dafür brauchen Sie kein Abo. Allerdings steht auf der DE-Seite beim Edge der Zusatz „Verfügbar ab Herbst 2026“. Das ist kein festes Datum. Und der Blog ergänzt in einer Fußnote, dass die Verfügbarkeit je nach Region, Land und Gerät unterschiedlich ist. Ehrlich gesagt: Genau solche Sätze überliest man gern. Ich rate Ihnen, sie nicht zu überlesen.

Dasselbe gilt für alles, was nach Herzgesundheit klingt. Google schreibt, die Funktionen seien für allgemeines Wohlbefinden und zur Information gedacht und nicht dazu, medizinische Zustände zu diagnostizieren, zu behandeln oder zu verhindern. Das Gerät ist ein Fitness-Tracker, kein Medizinprodukt, so lese ich die Fußnoten.

Zwei Dinge sind noch offen und stehen so in keiner der Quellen: Welche Health-Guardian-Funktionen in Deutschland tatsächlich zum Start laufen, und wann genau. Hier hilft nur Abwarten und Nachlesen im Store.

Was kann der Fitbit Edge im Alltag?

Bleiben wir noch kurz bei der Gratis-Seite, denn dort steckt mehr, als der Preis vermuten lässt. Wieder gilt: Das sind Angaben von Google, keine Messungen von mir.

Zuerst das Display. Der Blog spricht von einem „Hybrid OLED“-Bildschirm, der auch bei direktem Sonnenlicht gut ablesbar sein soll. Die Bedienung läuft über Kacheln und Zifferblätter, und der seitliche Knopf wurde laut Google neu gestaltet, damit er ein spürbares Klickgefühl liefert. Zum Beispiel, um mitten im Lauf die Pause-Ansicht aufzurufen. Klingt nach einer Kleinigkeit. Wer schon mal mit nassen Fingern auf einem Touchscreen herumgewischt hat, weiß, warum so ein Knopf nützlich sein kann.

Dann das Training. Über 50 Trainingsmodi lassen sich laut Blog direkt am Handgelenk starten. Google nennt als Beispiele Kernwerte für Pilates, Tempoziele beim Laufen, Herzfrequenzzonen bei HIIT-Intervallen und Zwischenzeiten bei Bahntraining. Dazu gibt es Echtzeit-Hinweise während des Workouts. Ob diese Hinweise im Basisumfang stecken oder zum Coach gehören, trennt der Blog an dieser Stelle nicht sauber. Der Store ordnet das Coaching in Echtzeit klar dem Google Health Coach zu. Ich würde deshalb vorsichtig sein und die Echtzeit-Tipps eher auf der Premium-Seite verbuchen.

Das GPS ist laut Google fest eingebaut und arbeitet, so der Blog, auch ohne Smartphone. Der Höhenmesser misst Höhenunterschiede bei Berg-Sprints, Läufen im Freien oder Treppentraining. Außerdem erkennt der Edge laut Blog bis zu 100 Arten von Workouts automatisch, auch wenn Sie vergessen, auf Start zu drücken. Kennen Sie das? Nach drei Kilometern fällt Ihnen ein, dass die Aufzeichnung nie lief. Ob das in der Praxis zuverlässig klappt, kann niemand seriös sagen. Das Gerät ist nicht im Handel.

Alltagsfunktionen gibt es auch. Der Blog nennt Google Maps, Mediensteuerung sowie Anruf- und Nachrichtenbenachrichtigungen. Der deutsche Store ergänzt bei den Wegbeschreibungen von Google Maps allerdings „Erhältlich ab Herbst 2026“. Das Muster kennen Sie schon von Health Guardian: Nicht alles, was auf der Seite steht, ist zum Start da.

Zur Gesundheitsseite zählt Google außerdem Sensoren für Herzfrequenz, Schlaf und Erholung. Der Blog nennt eine EKG-App am Handgelenk, einen Hauttemperatursensor und Herzfrequenzvariabilität. Dazu gehören aber Einschränkungen: Die EKG-App ist laut Fußnote nur in ausgewählten Ländern verfügbar und nicht für Menschen unter 22 Jahren gedacht. Der Hauttemperatursensor und die Herzfrequenzvariabilität sind laut Fußnoten ebenfalls nicht in allen Ländern verfügbar. Ob das für Deutschland gilt, beantworten die Quellen nicht. Der deutsche Store nennt dagegen, dass der Edge Anzeichen von Vorhofflimmern erkennen und bei Herzfrequenzen über oder unter dem persönlichen Normalbereich benachrichtigen soll. Sehr wichtig dabei: Das ist ein Hinweis, keine ärztliche Abklärung.

Zur Optik schreibt Google, es gebe vier Gehäusefarben mit weichen Active-Bändern: Obsidian, Fog, Olive und Canyon. Bänder wie Sport, Performance Loop, Magnet und Metal Links gibt es laut Blog als Zubehör, das separat verkauft wird, wobei das Performance-Loop-Band als „Coming soon“ markiert ist. Das Aluminium des Gehäuses ist laut Fußnote zu mindestens zwei Prozent des Produktgewichts recycelt. Zwei Prozent. Sie lesen richtig, kein Tippfehler. Der Blog sagt „recycled aluminum“, die Fußnote relativiert, und das ist ein schönes Beispiel dafür, warum sich der Blick ins Kleingedruckte lohnt.

Sieben Tage Akku und fünf Minuten laden? Moment mal…

Beim Akku gibt es zwei Zahlen, die Google gern nebeneinander zeigt. Die erste: bis zu sieben Tage Laufzeit. Die zweite: fünf Minuten Laden für einen Tag.

Fangen wir mit der Laufzeit an. „Bis zu sieben Tage“ ist ein Maximalwert. Die Fußnote im Blog beschreibt ihn als ungefähr, gemessen in Kalifornien an Vorserien-Hardware, mit Standardeinstellungen und einem mittleren Nutzungsprofil im Battery-Saver-Modus. Der tatsächliche Wert kann niedriger ausfallen, schreibt Google selbst. Außerdem sinkt die Laufzeit, sobald bestimmte Funktionen aktiv sind. Wer täglich GPS-Läufe aufzeichnet, sollte also nicht fest mit einer Woche rechnen.

Dann das schnelle Laden. Laut Blog liefert magnetisches Schnellladen „einen ganzen Tag Akku in nur fünf Minuten“. Der Haken steht in der Fußnote: Das gilt mit dem beigelegten USB-C-Kabel und einem 30-Watt-Netzteil, das separat erhältlich ist. Ohne dieses Netzteil können die Ergebnisse langsamer sein. Gemessen wurde laut Fußnote außerdem mit komplett entleerten Akkus und eingeschaltetem Gerät, ebenfalls an Vorserien-Hardware. Es steht also nicht im Karton, jedenfalls laut Fußnote.

Der deutsche Store nennt eine andere, nüchternere Zahl: In nur 90 Minuten sei der Akku wieder voll. Beides können Sie zusammen lesen. Die fünf Minuten sind der Notfall-Schub bei niedrigem Akku, die 90 Minuten die komplette Ladung. Ob die Netzteil-Bedingung auch für die 90 Minuten gilt, sagt der Store nicht.

Kurz: Für den Alltag ist das Versprechen ziemlich solide. Aber „fünf Minuten, ein Tag“ ist kein Standard, den Sie mit jedem Handy-Netzteil erwarten dürfen. (Ja, ich habe die Fußnote dreimal gelesen.) Und noch etwas: Wenn Sie das Netzteil extra kaufen müssen, gehört es in die Kostenrechnung. Einen Preis dafür nennt keine Quelle, also rechne ich auch nichts ein.

Leichter als eine Apple Watch? Und ein Akku zum Tauschen…

Fitbit Edge am Handgelenk beim Joggen im MorgenlichtDieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellgpt_image_2PromptPerson outdoors jogging at dawn wearing a slim unbranded fitness band on the wrist, soft sunrise light, shallow depth of field. Photorealistic editorial magazine photo, 16:9. Absolutely no text, no letters, no numbers, no logos, no brand marks.
Coaching am Handgelenk (Symbolbild)

Googles Blog nennt den Edge 11,5 Millimeter flach. Dann folgt der Satz, der in Überschriften gern verkürzt wird: Das Gehäuse sei 45 Prozent leichter als bei der Apple Watch Series 12. Lesen Sie genau: Verglichen wird das Gehäuse, nicht das ganze Gerät mit Armband. Welche Größe der Apple Watch Google als Maßstab nimmt, bleibt offen. Ein Gesamtgewicht in Gramm nennt keine der Quellen. Ein „halb so schwer“ wäre also schlicht falsch.

Warum taucht die Apple Watch überhaupt auf? Weil Google offenbar das Premium-Feld im Blick hat. Wie Apple sein Abo-Modell rund um die Gesundheitsfunktionen der Series 12 aufbaut, haben wir in unserem Text zu den Health-Age-Kosten aufgedröselt. Die Abo-Frage stellt sich dort ähnlich, nur mit anderem Logo.

Interessanter finde ich einen anderen Punkt: die Reparierbarkeit. Google nennt den Edge seinen ersten reparierbaren Fitness-Tracker, mit modularem Innenaufbau und austauschbarem Akku. Der deutsche Store bestätigt das in seinen Fragen: „Kann der Akku ausgetauscht werden? Ja!“ Außerdem schreibt der Store, bei der Entwicklung habe die Reparierbarkeit im Mittelpunkt gestanden. Das ist bei Fitness-Trackern tatsächlich selten, und ich sage es klar: Das gefällt mir. Ein Tracker, der nach drei Jahren nicht wegen eines müden Akkus im Schrank landet, ist ein echtes Argument.

Aber Moment mal. Was ein Akkutausch kostet und wie er abläuft, steht weder im Store noch im Blog. Der Blog verweist nur auf eine Support-Seite von Google. Bis dahin ist die Reparierbarkeit ein Versprechen mit offenem Preisschild. Und ob ein getauschter Akku die Wasserschutzwerte beeinflusst, beantworten die Quellen ebenfalls nicht. Die Fußnote sagt nur, dass die Werte gelten, wenn das Gerät die Fabrik verlässt.

Wer die größere Google-Uhr im Blick hat: Zur Pixel Watch 5 und ihrem Verkaufsstart haben wir einen eigenen Text. Der Edge sitzt laut Google zwischen ihr und dem displaylosen Fitbit Air.

Was steckt hinter Google Health Premium?

Jetzt zum Teil, der den Preis verschiebt. Im deutschen Store steht Google Health Premium „Ab 8,99 €“. Das ist alles. Kein „pro Monat“, kein „pro Jahr“. Dass die deutsche Seite keinen Zeitraum nennt, ist keine Kleinigkeit, denn zwischen einer Monats- und einer Jahresgebühr liegen Welten. Ich schreibe deshalb bewusst nur „ab 8,99 €“ und nichts, was Google so nicht sagt.

Was bekommen Sie dafür? Laut Store alle Google-Health-Funktionen plus einen persönlichen Gesundheits-Coach, der mit Gemini entwickelt wurde. Er soll rund um die Uhr Fragen beantworten, adaptive Wochenpläne und Workouts erstellen, Schlafdaten tiefer auswerten und tägliche Empfehlungen geben. Dazu kommen Ernährungs- und Stoffwechsel-Coaching per Foto oder Chat, zyklusbezogenes Coaching und eine Bibliothek mit hunderten Workout-Videos und Achtsamkeitsübungen, angeleitet von Trainerinnen und Trainern.

Wie das gedacht ist, beschreibt der Store so: Der Coach beginne mit einem Gespräch. Sie erzählen von Vorlieben und Gewohnheiten, und daraus entstehen Trainingspläne. Er behalte Tagesform und langfristige Ziele im Blick, erkenne Trends in den Daten, stelle Folgefragen und teile von sich aus Statistiken und Empfehlungen. Beim Essen reicht laut Store ein Foto der Mahlzeit, danach lässt sich mit dem Coach darüber chatten. Das klingt bequem. Ob es das im Alltag ist, wird erst der Test zeigen.

Der Blog hängt eine Bedingung an den Coach: Er braucht ein Premium-Abo, die Google-Health-App und eine Internetverbindung. Google weist außerdem darauf hin, dass Antworten auf ihre Richtigkeit zu prüfen seien und die Funktion nicht als medizinischer Rat gedacht ist. In der Fußnote steht sinngemäß, dass die Funktionen „nicht für medizinische Zwecke bestimmt“ sind (eigene Übersetzung). Auch das gehört zur ehrlichen Beschreibung.

Und dann sind da die erweiterten Health-Guardian-Funktionen. Laut Store-Seite gehören dazu Blutdrucktrends, Insulinresistenzwerte und Schlafatemmuster, und die laufen nur mit Premium. Die Basis-Warnungen bei Herzfrequenz bleiben dagegen gratis. Das ist eine wichtige Trennlinie, die in vielen Kurzmeldungen untergeht: Es ist nicht „alles Health Guardian nur mit Abo“.

Eine Kleinigkeit zum Schluss: Premium ist laut Store ab 18 Jahren. Wer den Tracker für Jugendliche anschafft, bekommt den Coach also nicht ohne Weiteres mit.

Gerät plus Abo: Was kommt zusammen?

Jetzt wird gerechnet, aber mit angezogener Handbremse. Sicher belegt sind der Gerätepreis (ab 179,99 €), der Gratiszeitraum (drei Monate beim Kauf) und die Premium-Angabe „ab 8,99 €“ ohne Zeitraum. Alles andere ist Annahme.

Nehmen wir die Annahme, dass die 8,99 € monatlich abgerechnet werden. Dann ergibt sich für das erste Jahr mit drei Gratismonaten folgende dm-Rechnung: 179,99 € plus 9 mal 8,99 €, also 260,90 €. Der Rechenweg: Zwölf Monate minus drei Gratismonate sind neun Bezahlmonate. Das gilt nur, falls monatlich abgerechnet wird. Google bestätigt das auf der DE-Seite nirgends. Ist der Zeitraum ein anderer, stimmt die Summe nicht.

Warum rechne ich überhaupt? Weil der Gerätepreis allein ein falsches Bild vermittelt, wenn der Coach der Grund für den Kauf ist. Wer ihn nutzen will, zahlt nach den Gratismonaten weiter. Wie die Verlängerung konkret läuft, ob das Abo automatisch weiterläuft oder gekündigt werden muss, sagen die mir vorliegenden Seiten nicht. Prüfen Sie das beim Abschluss.

Und die Finanzierung? Wer den Edge über 24 Monate abstottert, zahlt laut Store 7,50 € im Monat. Das Abo kommt dazu, sobald die drei Gratismonate vorbei sind. Beides läuft dann parallel. Eine Gesamtsumme über die 24 Monate rechne ich nicht aus, denn dafür fehlt der Abo-Zeitraum. Mehr als die Summe aus Gerät und dem Hinweis „ab“ lässt sich seriös nicht sagen.

Ein Muster kennen Sie vielleicht schon. Wir bei digital-magazin.de haben beim Googlebook über ein Abo geschrieben, das nach einem Gratiszeitraum greift. Das Prinzip ähnelt sich: erst ein attraktiver Einstieg, dann die laufende Gebühr. Das ist nicht unfair, solange man es vorher weiß. Nur sollte die Rechnung offen auf dem Tisch liegen.

Mein Eindruck: Der Edge ist kein verstecktes Abo-Gerät, die Gratis-Seite ist solide beschrieben. Aber wer ihn für den Coach kauft, kauft ein Abo mit Armband. Beides gleichzeitig ist kein Widerspruch.

Beim Thema Gesundheit lohnt sich ein genauer Blick auf die Wortwahl. Ich schreibe hier bewusst nicht, dass der Edge irgendetwas misst, was Ärztinnen und Ärzte messen. Google selbst formuliert vorsichtig, und das ist gut so.

Der Blog beschreibt, dass die Funktionen im Hintergrund Veränderungen verfolgen, darunter Blutdrucktrends, Trends bei der Insulinresistenz und Warnungen bei hoher oder niedriger Herzfrequenz. Die Fußnote rahmt das ein: allgemeines Wohlbefinden, reine Information, keine Diagnose, keine Behandlung. Die Trends seien kein Vorab-Test auf Diabetes oder Bluthochdruck, lieferten keine klinischen Echtzeitwerte und sollten nicht genutzt werden, um Medikamente oder Behandlungen anzupassen. Schwangere sollen sie laut Fußnote nicht nutzen. Bei medizinischen Fragen verweist Google auf Fachleute.

Mit Premium soll der Coach laut Blog helfen, Muster einzuordnen, Lebensstil-Tipps geben, den Fitnessplan anpassen und Gesprächsstoff für den Arztbesuch liefern. Das ist, nüchtern betrachtet, ein Gesprächsanlass und kein Befund.

Und die Genauigkeit? Für die Trends nennt keine Quelle einen Wert. Googles Fußnoten sagen zur Herzfrequenz allgemein, die Genauigkeit hänge von Körperbau, Sitz des Geräts und Bewegung ab. Mehr gibt es dazu nicht. Auch einen Hinweis auf eine medizinische Zulassung finde ich in den Quellen nicht.

Noch ein Punkt, der gern untergeht: der Datenschutz. Die Premium-Seite im Store schreibt, Gesundheitsdaten ließen sich in der Google Health App jederzeit löschen oder exportieren, und Google verpflichte sich, die Daten privat zu halten. Das ist eine Zusage des Anbieters, die ich hier nur wiedergebe. Wer Blutdruck- und Stoffwechseltrends in einer App sammelt, sollte sich die Datenschutzeinstellungen trotzdem in Ruhe ansehen. Das gilt bei jedem Hersteller.

Und noch einmal die Verfügbarkeit: Health Guardian steht im deutschen Store als „Verfügbar ab Herbst 2026“, der Blog sagt „availability varies by region/country and device“. Wer wegen dieser Trends kaufen will, sollte also nicht davon ausgehen, dass alles am ersten Tag in Deutschland läuft. Das würde ich als Käuferin vorher klären.

Für wen reicht der Edge allein, und wer rechnet nach dem Gratisquartal?

Zum Schluss ein paar klare Sätze.

Der Edge allein reicht Ihnen, wenn Sie einen schlanken Tracker wollen, der Schritte, Training, Schlaf und Puls festhält. Wenn Ihnen GPS, ein gut lesbares Display und Herzfrequenzwarnungen genügen, ist der Preis von ab 179,99 € laut Google Store überschaubar. Dasselbe gilt, wenn Sie einen Akku schätzen, den man später tauschen kann, wohlgemerkt zu noch unbekannten Kosten.

Den Coach wollen Sie, wenn Sie Trainingspläne möchten, die sich an Ihren Alltag anpassen, wenn Sie Fragen zu Schlaf, Ernährung oder Zyklus per Chat stellen und die erweiterten Trends nutzen wollen. Dann sollten Sie nach den drei Gratismonaten rechnen: Was kostet Premium bei Ihnen tatsächlich, und in welchem Rhythmus? Falls monatlich abgerechnet wird, landen Sie im ersten Jahr bei der dm-Rechnung von 260,90 €. Die Bestätigung dafür fehlt auf der DE-Seite.

Und wenn Sie unsicher sind: Wir bei digital-magazin.de würden mit den drei Gratismonaten testen, in dieser Zeit notieren, welche Funktionen Sie wirklich öffnen, und erst dann entscheiden. Das ist einfach, aber es funktioniert.

Und Sie so? Reicht Ihnen ein Tracker, der Ihre Laufrunde am Samstag um 7 Uhr sauber aufzeichnet, oder wollen Sie einen Coach, der mitredet, und würden Sie dafür nach dem Gratisquartal weiterzahlen?