Ich habe einmal einen ganzen Abend damit verbracht, auf einem Tablet mit Amazons eigenem App-Store nach einer einzigen App zu suchen. Ergebnis: nichts gefunden, dafür ein Kaffee zu viel und die feste Überzeugung, dass mein Tablet mich absichtlich ärgert. Spoiler: Tablets haben keine Absichten. Sie haben nur Stores.
Warum ich das erzähle? Weil Amazon am 8. Oktober eine neue Linie vorgestellt hat, bei der genau dieser Abend Geschichte sein könnte. Die Amazon Alexa Tablets laufen laut Amazon mit Android und bringen den vollen Google Play Store mit. Es gibt drei Modelle: Alexa Tablet 8, Alexa Tablet 11 und Alexa Tablet 12 Pro. Die US-Startpreise beginnen laut Amazon bei 229,99 $, und der Versand in Deutschland startet laut Amazon am Montag, 19. Oktober.
Wir haben die Ankündigung samt Zahlen auseinandergenommen. Wir bei digital-magazin.de lesen Herstellerpost bekanntlich mit dem Bleistift in der Hand, und diesmal gibt es einiges anzustreichen – vor allem bei dem Satz, das 12 Pro sei „fast dreimal so schnell“ wie jedes Tablet, das Amazon bisher ausgeliefert hat. Die Vergleichsbasis sind also nur Amazons eigene Tablets. Dazu gleich mehr.
Drei Modelle, ein Android: Was Amazon da eigentlich vorstellt
Beginnen wir mit dem Offensichtlichen. In der Ankündigung von Amazon ist von einem „all-new lineup“ die Rede, also einer komplett neuen Reihe. Drei Größen, alle mit Aluminium-Unibody, alle mit eingebautem Alexa+, alle mit Android. Und – das ist der Satz, auf den es ankommt – mit Zugang zum vollen Google Play Store. Amazon spricht von „Millionen Apps“ (sinngemäß übersetzt), darunter YouTube, Netflix, Gmail und Google Docs.
Daneben bringen die Alexa Tablets Amazons eigene Anwendungen mit: Prime Video, Kindle, Audible, Amazon Music, Amazon Quick und Amazon Luna. Das ist die Mischung, die die Linie ausmacht. Der Play Store für die Breite, die Amazon-Dienste für den Komfort, wenn Sie ohnehin im Amazon-Kosmos leben.
Die drei Geräte im Überblick, alles Herstellerangaben laut Amazon: Das Alexa Tablet 8 hat ein 8,7-Zoll-Display, wiegt 329 Gramm und ist 7,95 Millimeter dünn. Das Alexa Tablet 11 hat 11 Zoll, ein 2,5K-Display mit 276 Pixeln pro Zoll, 90 Hertz und ein Seitenverhältnis von 16:10. Das Alexa Tablet 12 Pro ist mit 12 Zoll, 280 Pixeln pro Zoll, 120 Hertz und 3:2 das Flaggschiff und laut Amazon 6,5 Millimeter dünn. Daneben gibt es Kinder-Versionen – die sind aber nicht mein Thema und haben ihren eigenen Auftritt.
Mein erster Gedanke beim Lesen: Das ist weniger eine Produktvorstellung als eine Einladung. Das ist meine Lesart, Amazon formuliert es so nicht: Die Botschaft an Bastelnde, Vielnutzende und Gelegenheitssurfende lautet sinngemäß, dass sie ihre Apps mitbringen dürfen.
Kehrtwende oder Produktlinie? Amazon sagt: neu, nicht umetikettiert
Jetzt wird es spannend, denn hier muss man sauber zuordnen, wer was sagt. Der Amazon-Post selbst erwähnt Fire OS mit keinem Wort. Die Vorgeschichte liefert TechCrunch: Bisher, so das Magazin, liefen Amazons Tablets mit Fire OS und kamen mit einem eigenen App-Store. Mit den neuen Geräten wähle Amazon einen anderen Ansatz, um ein breiteres Publikum zu erreichen.
Und dann kommt das Zitat, das ich fast schöner finde als die Hardware. Laut TechCrunch sagte ein Amazon-Sprecher, es handle sich um eine komplett neue Produktlinie mit neuer Hardware und einem neuen Betriebssystem – nicht um ein Rebranding der Fire Tablets. Das ist eine sinngemäße Übersetzung aus dem Englischen, und ich gebe sie so weiter, wie sie dort steht.
Mein Take, ausdrücklich meine Meinung und nicht die von Amazon: Ich nenne das eine Kapitulation. Amazon nennt es eine neue Produktlinie. Beide Sichtweisen können gleichzeitig stimmen – ein Unternehmen kann ein neues Produkt bauen und trotzdem einsehen, dass Nutzende ihre Apps eben im Play Store suchen. Ob man das Eingeständnis oder Pragmatismus nennt, ist Geschmackssache. Ich nenne es Alltagstauglichkeit, und die war lange der Knackpunkt.
Was die Quellen ausdrücklich nicht sagen: was mit den bisherigen Tablets passiert. Dazu steht weder im Amazon-Post noch im TechCrunch-Text etwas, also lasse ich es weg. Spekulation ist nicht mein Job. Meiner ist, die Fußnoten zu lesen.
Play Store im Alltag: YouTube, Netflix und die Frage nach dem Rest
Was bedeutet „voller Google Play Store“ praktisch? Stellen Sie sich einen Supermarkt vor, in dem bisher nur das Hausregal des Betreibers stand. Jetzt stehen daneben die Regale aller anderen Marken. Das Hausregal bleibt, es ist ja gut bestückt, aber Sie müssen nicht mehr zum Nachbarladen fahren.
Amazon nennt in seinem Post vier Beispiele aus dem Play Store: YouTube, Netflix, Gmail und Google Docs. Mehr nicht. Ich könnte jetzt aus dem Kopf zehn weitere Apps aufzählen, die ich gern auf einem Tablet hätte, aber ob und wie sie auf diesen Geräten laufen, weiß ich nicht. Das steht in keiner Quelle, und ich habe die Geräte nicht in der Hand gehabt. Das gilt für den gesamten Artikel: Alles Folgende beruht auf den Herstellerangaben und dem TechCrunch-Bericht, nicht auf eigenen Tests.
Was lässt sich dennoch sagen? Dass Amazon mit Android und dem vollen Play Store ein Versprechen gibt, das die bisherige Herangehensweise nicht gegeben hat: Wer eine App aus Googles Store kennt, kann sie auf den Alexa Tablets zumindest suchen. Ob jede Anwendung auch sinnvoll läuft, ist eine andere Frage – dafür brauche ich ein Gerät, einen Nachmittag und gute Nerven. Ob das im Alltag trägt, kann ich erst beurteilen, wenn ich die Geräte selbst ausprobiert habe.
Ein Detail, das ich bemerkenswert finde: Amazon sagt „built-in Amazon apps“ – die Amazon-Dienste sind also vorinstalliert, nicht erst nachzuladen. Wer Prime Video oder Audible nutzt, hat sie sofort. Wer lieber eine andere Mediathek mag, holt sich die über den Play Store. Das klingt einfach, ist es aber nur in der Theorie, bis man es wirklich ausprobiert hat. Und ja, ich bin ein bisschen vorsichtig geworden, was Store-Versprechen angeht (siehe Kaffee, siehe Abend).
Für Smart-Home-Bastelnde ist das übrigens kein Nebenschauplatz. Wie Tablets als Steuerzentrale funktionieren können, haben wir kürzlich bei SmartThings Now aus Samsungs Perspektive betrachtet. Dass die neuen Alexa Tablets laut Amazon ebenfalls das Smart Home steuern, passt in dieses Bild – und beim Thema Play Store entscheidet am Ende, welche Steuer-App Ihres Herstellers dort liegt.
„Fast dreimal so schnell“ – aber nur gegenüber Amazons eigenen Tablets
Jetzt zum Satz, der in jeder Meldung auftauchen wird. Laut Amazon liefert das Alexa Tablet 12 Pro „nearly three times faster processing and nine times faster graphics than any tablet we’ve ever shipped“. Auf Deutsch, sinngemäß übersetzt: fast dreimal so schnelle Rechenleistung und neunmal so schnelle Grafikleistung wie jedes Tablet, das Amazon bisher ausgeliefert hat. Herstellerangabe, wohlgemerkt.
Lesen Sie den Satz noch einmal langsam. „Than any tablet we’ve ever shipped.“ Die Vergleichsbasis ist Amazons eigene Tablet-Geschichte. Nicht das Konkurrenzgerät aus dem Elektronikmarkt, nicht der große Rivale aus Cupertino, nicht irgendein anderes Android-Tablet. Dafür gibt es in der Quelle keinerlei Anhaltspunkt, und wer hier einen Vergleich mit anderen Marken zieht, erfindet ihn.
Ein Alltagsvergleich hilft. Stellen Sie sich einen Läufer vor, der sagt, er sei in diesem Jahr schneller als bei jedem seiner bisherigen Läufe. Das klingt beeindruckend – und sagt trotzdem nichts darüber, ob er beim Stadtlauf vorne mitläuft. Es sagt nur, wie weit er sich verbessert hat. Genau so lese ich die Zahl: Amazon hat gegenüber den eigenen bisherigen Tablets gewaltig zugelegt. Meine Einschätzung: Das wirkt plausibel, wenn man bedenkt, dass das 12 Pro laut Amazon einen 4-Nanometer-Chip mit acht Kernen und bis zu 16 Gigabyte RAM bekommt. Ob das gegen andere Hersteller reicht, bleibt offen.
Und noch eine Fußnote: Welches Amazon-Tablet die Basis für „jedes bisher ausgelieferte“ ist, nennt der Post nicht. Auch die Messmethode fehlt, und ich rechne die Faktoren deshalb nicht in absolute Werte um – das wäre geraten. Der Chip-Hersteller und der Chip-Name stehen ebenfalls nicht in der Ankündigung. Ich habe nachgesehen, zweimal.
Eine weitere Unklarheit: Amazon schreibt zur Nanomatte-Variante, sie habe „even more processing power with up to 16GB of RAM“. Das ist ungenau formuliert, denn „bis zu 16 GB“ gilt laut Post schon für das 12 Pro allgemein. Ich deute das nicht aus. Mein Rat: Warten Sie auf die genauen Konfigurationen, bevor Sie Speicherausstattung einplanen.
Und der Startpreis des 12 Pro von 499,99 $ gilt laut Amazon für die Konfiguration mit 8 Gigabyte RAM und 128 Gigabyte Speicher – nicht für die 16-Gigabyte-Variante. Wer „bis 16 GB“ liest und „ab 499,99 $“ dahinter denkt, rechnet falsch. Kurz: Zwei Zahlen, zwei Konfigurationen.
Nanomatte: Anti-Glanz per Photolithografie
Das 12 Pro gibt es mit zwei Displays: Standard und „Nanomatte“, also entspiegelt. Amazon beschreibt ein Verfahren, das ich als Nerd gern erkläre. Normale matte Bildschirme, so der Post, werden sandgestrahlt: Die Oberfläche wird aufgeraut, das Licht streut ungleichmäßig. Amazon hat laut eigener Angabe mit Corning ein Photolithografie-Verfahren entwickelt, das eine pixelgenaue Textur auf Sub-Pixel-Ebene ins Glas ätzt.
Der Vergleich dazu: Sandstrahlen ist, als würde man ein Fenster mit grobem Schmirgelpapier bearbeiten. Photolithografie ist eher, als würde man mit einer Schablone jeden Millimeter einzeln anpassen. Das Ergebnis soll laut Amazon Details und Farbgenauigkeit erhalten. „First-of-its-kind“ nennt Amazon das Ergebnis – das ist ein Superlativ des Herstellers, den ich nicht überprüfen kann und der kein Testergebnis ist.
Praktisch spannend: Amazon sagt, die Nanomatte-Oberfläche erzeuge eine natürliche Reibung, sodass sich das Schreiben mit dem Stift „wie Stift auf Papier, nicht auf Glas“ anfühle. Auch das ist Herstellerprosa, kein Befund. Ich nehme es als Hinweis, worauf man beim Ausprobieren achten sollte.
Preislich: Die Nanomatte-Variante kostet laut Amazon in den USA ab 549,99 $, die Standardversion ab 499,99 $. Die dm-Rechnung dazu: 549,99 $ minus 499,99 $ ergibt 50 $ Aufpreis. Ob Ihnen das reicht, hängt davon ab, wo Sie das Tablet nutzen. Am Fenster oder auf dem Balkon? Dann sind 50 $ vermutlich gut angelegt. Im abgedunkelten Wohnzimmer eher nicht.
Pen und Tastatur: Das Extra-Paket für das 12 Pro
Der Pro Pen und das Pro Keyboard sind laut Amazon exklusiv für das Alexa Tablet 12 Pro gedacht. Der Stift ist ein USI-2.0-Stylus (USI ist ein offener Stiftstandard) mit 4.096 Druckstufen, Neigungserkennung, magnetischer Halterung und kabellosem Laden. Das sind Herstellerangaben, und 4.096 Druckstufen klingen nach viel – ob Sie das beim Skizzieren spüren, merken Sie erst mit dem Gerät in der Hand.
Die Tastatur wird magnetisch angesetzt, „no Bluetooth pairing required“. Das ist für mich als jemand, der schon mehrfach Bluetooth-Tastaturen beim dritten Anlauf zum Verbinden gebracht hat, fast schon Poesie. Einrasten, tippen, fertig – so die Theorie. Amazon nennt außerdem getrennte Arbeits- und Privatprofile und Fenster, die sich nebeneinander öffnen lassen: E-Mail, Slack und KI-Coding-Apps gleichzeitig, so die Beispiele im Post. Ob diese Apps im Play Store liegen und wie gut sie laufen, steht nicht in der Quelle.
Jetzt die Preisfußnote. Der Pen kostet laut Amazon in den USA 89,99 $, die Tastatur 149,99 $. Die dm-Rechnung: 499,99 + 89,99 + 149,99 = 739,97 $ für das 12 Pro in Standardausführung mit Stift und Tastatur (US-Listenpreise, ohne Steuern). Das ist deutlich mehr als der Einstiegspreis in der Überschrift. Wer „ab 499,99 $“ liest, sollte das Zubehör mitdenken, falls Arbeiten geplant ist.
Dazu gibt es laut Amazon „eine Reihe von Schutzhüllen“, deren Preise der Post nicht nennt. Auch das kommt vermutlich noch obendrauf. Bastelprojekt Tablet-Arbeitsplatz: Das Gerät ist der Anfang, nicht das Ende der Rechnung.
Kindle-Modus: Lesen ohne Benachrichtigungs-Gewitter
Dieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellgpt_image_2PromptPhotorealistic photo of a generic large tablet attached to a plain black keyboard case on a desk, a plain stylus lying next to it, a smaller generic tablet and an older thick tablet beside it for comparison, neutral studio light, no logos, no brand marks, no readable text, no letters, no watermarks, 16:9Eine Funktion, die mir als Vielleser gefällt: Öffnen Sie ein Buch in der Kindle-App, und das Tablet wechselt laut Amazon in einen ablenkungsfreien Lesemodus. Benachrichtigungen werden stumm, der Blauanteil des Lichts wird reduziert, und die Akkulaufzeit soll auf bis zu 20 Stunden steigen. Diese 20 Stunden nennt Amazon für den Kindle-Lesemodus. Messbedingungen nennt Amazon nicht.
Drei Display-Designs stehen zur Wahl: eine warme Variante mit natürlichen Farben, ein gedämpfter Papierton und reines Graustufen-Schwarzweiß. Mit dem Pro Pen lassen sich Seiten markieren, unterstreichen und mit Notizen versehen, und die Anmerkungen sollen laut Amazon auf Kindle-Apps mit Stiftunterstützung und dem Kindle Scribe synchronisieren.
Dass Lesen auf digitalen Geräten längst Mainstream ist, zeigt auch die Bitkom-Erhebung zum E-Book-Lesen, über die wir berichtet haben – hier setzt Amazon an. Ob ein Tablet-Lesemodus Ihren E-Reader ersetzt, ist eine andere Frage: Augenfreundlichkeit und Gewicht sind Sache der Praxis, und die 20 Stunden sind eine Zahl, die ich nicht nachgemessen habe.
Das Tablet 8 wiegt laut Amazon nur 329 Gramm und ist ausdrücklich fürs Halten mit einer Hand gebaut – „the portability of an e-reader“, so die Überschrift im Post. Für Pendelnde klingt das nach dem interessantesten der drei Modelle. Gewichte für das 11 und das 12 Pro nennt Amazon nicht.
Alexa+ im Tablet: Fragen, Zuschauen, Zuhören
Alexa+ ist laut Amazon in jedem der neuen Tablets eingebaut. Sie sagen „Alexa“ oder tippen auf den „Ask Alexa“-Button, und der Assistent erscheint, ohne dass Sie die App verlassen. Er soll Fragen beantworten, nächste Schritte vorschlagen und das Smart Home steuern – Letzteres ist für mich als Keller-Bastler der eigentliche Reiz. Wer sich anschauen will, wie Amazon Alexa-Funktionen im Alltag erweitert, findet bei uns ein Beispiel, bei dem Alexa verdächtige Nachrichten prüft.
Neu auf den Tablets ist die „On-Screen Intelligence“. Sinngemäß übersetzt: Sie bitten Alexa, sich anzusehen, was auf dem Bildschirm ist, und bekommen kontextbezogene Hilfe. Amazons Beispiele: Beim Stöbern in Wanderrouten fragen, welche am besten zu Ihnen passt; oder einen Spielplan aufrufen und Alexa bitten, alle Termine in den Kalender zu übertragen und Konflikte zu markieren. Das ist praktisch gedacht – und es ist ein Assistent, der mitliest.
Damit sind wir bei der wichtigsten Fußnote des Artikels. Laut Amazon ist jede Funktion der On-Screen Intelligence standardmäßig ausgeschaltet und erfordert ein bewusstes Opt-in. Sinngemäß: Sie entscheiden, wann Alexa zuhört, wann sie Ihren Bildschirm sieht und woran sie sich erinnert. Ein sichtbarer Hinweis zeigt an, wenn Alexa aktiv ist, und Sie können jede Funktion jederzeit abschalten. Das ist Herstellerzusage, keine Prüfung durch Dritte, aber die Reihenfolge – erst aus, dann an – ist die richtige.
Hinzu kommen „Live Sessions“: Sie starten per Tipp auf das Alexa-Symbol ein freihändiges Gespräch, bei dem zwischen den Fragen kein Wake Word nötig ist. Haben Sie On-Screen Intelligence aktiviert, können Sie den Bildschirm zusätzlich teilen, damit Alexa dem Geschehen in Echtzeit folgt. Amazons Beispiele: ein Rezept auf Pinterest oder ein Produkt in einem TikTok-Video, das Alexa bei Amazon suchen soll.
Mein Gefühl dazu? Gespalten. Die Idee ist verführerisch – wer hat nicht schon Termine von Hand abgetippt? Aber ein Assistent, der zusieht, ist eben ein Assistent, der zusieht. Das Opt-in macht das erträglich. Und wenn der Bildschirm meine Mails zeigt, bin ich gern derjenige, der den Schalter umlegt.
Preise, Konfigurationen und was in die Rechnung gehört
Zu den Zahlen. Alle folgenden Preise sind US-Startpreise laut Amazon, in Dollar und ohne Steuern, und beziehen sich auf eine jeweilige Basiskonfiguration. Das Alexa Tablet 8 startet bei 229,99 $ mit 4 GB RAM und 64 GB Speicher. Das Alexa Tablet 11 startet bei 329,99 $ mit 8 GB RAM und 64 GB Speicher. Das Alexa Tablet 12 Pro startet bei 499,99 $ mit 8 GB RAM und 128 GB Speicher, die Nanomatte-Variante bei 549,99 $. Preise für Deutschland nennt Amazon im Post nicht.
Amazon Alexa Tablets: US-Startpreise und Akkuangaben laut Amazon
- 14Videowiedergabe bis – Tablet 8 (laut Amazon)
- 15Videowiedergabe bis – Tablet 11 (laut Amazon)
- 16Videowiedergabe – Tablet 12 Pro (laut Amazon)
Die Akkuwerte in der Grafik sind Angaben für Videowiedergabe laut Amazon: bis zu 14 Stunden beim Tablet 8 und bis zu 15 beim Tablet 11. Beim 12 Pro nennt Amazon 16 Stunden, ohne „bis zu“. Amazon nennt keine Messbedingungen – weder Helligkeit noch Auflösung noch Streaming oder Offline. Beim 12 Pro sagt der Hersteller zudem, es sei die längste Laufzeit, die Amazon je auf ein Tablet gepackt habe. Das ist ein Superlativ über die eigene Historie, kein Vergleich mit anderen Marken. Bitte lesen Sie die Zahlen als Richtwert, nicht als Versprechen.
Die Ausstattung im Überblick, wieder Herstellerangaben: Das Tablet 8 hat einen Achtkernprozessor und Wi-Fi 6; das Tablet 11 einen Achtkernprozessor mit 8 GB RAM und zwei Dolby-Atmos-Lautsprechern; das 12 Pro vier Dolby-Atmos-Lautsprecher und Wi-Fi 6E. Einen Chip-Namen nennt der Post bei keinem der drei Modelle. Farben: Das Tablet 8 gibt es in Graphite, Rosette und Teal, das 11 in Graphite, Amethyst und Matcha, das 12 Pro laut Post in Graphite.
Amazon nennt im Post keine Preise für Deutschland; die Dollarbeträge sind US-Preise.
Wann kommen die Alexa Tablets zu uns? Und was offen bleibt
Zur Verfügbarkeit: Laut Amazon sind die drei Alexa Tablets „available for purchase today“ und werden in den USA, Mexiko und Kanada ab Mittwoch, 14. Oktober, ausgeliefert. In Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien beginnt der Versand laut Amazon am Montag, 19. Oktober. Laut Amazon läuft der Kauf direkt über Amazon.com; zusätzlich nennt Amazon ausgewählte Handelspartner wie Best Buy und Target. Ob Sie in Deutschland schon vorbestellen können und wo hierzulande verkauft wird, steht im Post nicht, und ich behaupte es deshalb nicht. Am selben 8. Oktober hat Amazon übrigens auch neue Kids Tablets mit der KI-Funktion Storybuilder vorgestellt, mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel zu den neuen Kids Tablets mit Storybuilder.
Dann die offenen Fragen, die der Post unbeantwortet lässt. Die erste: Läuft Alexa+ auf den Tablets zum deutschen Start überhaupt, und zwar auf Deutsch? Das sagt Amazon nicht. Das gilt auch für On-Screen Intelligence und Live Sessions. Die zweite: Was kosten die Geräte hier? Auch das bleibt offen. Die dritte: Wie lange gibt es Updates? Amazon nennt keine Frist. Der Post sagt lediglich, die Tablets würden „im Laufe der Zeit noch besser“ – das ist eine Absicht, keine Zusage.
Und welche Android-Version läuft? Ebenfalls nicht genannt. Ich weiß, das klingt pingelig. Aber gerade wer Android auf einem Tablet kauft, fragt als Erstes danach – und wer ein Gerät für Jahre will, fragt als Zweites nach dem Update-Zeitraum.
Ein Seitenblick: Android auf größeren Bildschirmen ist gerade ohnehin ein Thema, wie unser Stück zum Googlebook-Marktstart in Deutschland zeigt. Das sind aber andere Geräte mit anderen Fragen, und ich vergleiche sie hier nicht. Wir bei digital-magazin.de bleiben bei dem, was die Quellen hergeben.
Was ich testen würde, sobald die Tablets da sind
Ehrlich gesagt: Die Ankündigung gibt mir eine lange Wunschliste für den Praxistest. Erstens: Wie fühlt sich der Play Store auf einem Gerät an, das zugleich eine eigene Amazon-Oberfläche mit „For You“-Feed und dynamischem Tab mitbringt? Ich bin gespannt, ob beides friedlich nebeneinander lebt oder ob mein Tablet wieder Absichten entwickelt.
Zweitens: Der Pen auf der Nanomatte-Oberfläche. Amazon verspricht Papiergefühl, ich würde gern selbst kritzeln. Drittens: die Keyboard-Verbindung ohne Pairing – funktioniert sie auch nach dem fünften Anstecken? Viertens: die Akkuzeiten bei Alltagsnutzung statt im Datenblatt. Fünftens: Wie viel von Alexa+ läuft in Deutschland, und wie verständlich ist sie?
Bis dahin gilt: Alles hier ist Ankündigung. Wir bei digital-magazin.de legen Wert darauf, Herstellerangaben als solche zu kennzeichnen und eigene Rechnungen offenzulegen, und ich teste erst, wenn ich Hardware habe. Ich schreibe es lieber dreimal: Nichts von dem, was ich über die Geräte sage, stammt aus eigener Erfahrung.
Die kurze Version: Aufgeholt, aber gegen wen?
Die kurze Version: Amazon bringt mit den Alexa Tablets drei Android-Geräte mit vollem Google Play Store, US-Startpreise laut Amazon ab 229,99 $, Versand in Deutschland laut Amazon ab 19. Oktober. Die „fast dreimal so schnelle Rechenleistung und neunmal so schnelle Grafik“ gelten laut Amazon gegenüber jedem Tablet, das Amazon bisher ausgeliefert hat – sie zeigen, wie weit Amazon sich selbst überholt hat, nicht, wo das 12 Pro im Marktvergleich steht. Alexa+ ist eingebaut, On-Screen Intelligence ist standardmäßig aus und braucht Ihr Opt-in. Preise für Deutschland, Update-Zeitraum und die Frage, ob Alexa+ auf Deutsch läuft, sind offen.
Und Sie? Hätte Ihnen der volle Play Store früher gefehlt – und würden Sie einer Tablet-Alexa erlauben, auf Ihren Bildschirm zu schauen, wenn der Schalter erst einmal bei Ihnen liegt? Schreiben Sie es uns in die Kommentare. Ich bin gespannt, ob ich der Einzige mit dem Kaffee-Abend bin.




