Spiel mit mir – wie die Digitalisierung die Spielzeugbranche verändert

Die Spielzeugbranche in Westeuropa steht aktuell von vielen Seiten unter Beschuss. Neben der Corona-Krise sind unter anderem sinkende Geburtenzahlen und die Dominanz von Videospielen ein Problem. Entsprechend hält sich das Wachstum der Branche seit Jahren in Grenzen. Für die Spielzeughersteller ist es wichtig, eine Digitalstrategie zu verfolgen und online präsent zu sein. Immer mehr Spielzeuge haben deswegen digitale Features. Eine Kombination aus analog und digital ist für die meisten Eltern nämlich der Königsweg.

Das Wachstum der Spielzeugbranche hält sich aktuell in Grenzen

Lesen Sie auch ...

Vorteile der Salesforce-Integration bei Google Ads

Salesforce und Google Ads sind die weltweit führenden Anbieter in den jeweiligen Bereichen. Google Ads ist die Lösung, wenn es um Werbung in Suchmaschinen...

Kano Modell im Kundenservice erfolgreich anwenden

Warum sollten Sie über das Kano Modell lernen? Ansätze, um den Kundenservice zu verbessern, gibt es viele, klare Schritte und Handlungsempfehlungen fehlen jedoch oft. Das...

In Westeuropa hat die Spielzeugbranche seit Jahren zu kämpfen. Zwischen 2013 und 2018 betrug das Wachstum hier 2% und im Rest der Welt 4%, berichtet Euromonitor International auf spielwarenmesse.de. Das hat diverse Ursachen. Zum einen gehen in Westeuropa die Geburtenzahlen zurück. Das bedeutet, dass die potenzielle Zielgruppe immer weiter schrumpft. Hinzu kommt, dass es eine enorme Konkurrenz aus dem Bereich der Videospiele gibt. Klassische Kinderspielzeughersteller haben hier noch kein Patentrezept gefunden, um mindestens ähnlich interessant zu sein. Durch die Corona-Krise nehmen die Schwierigkeiten der Branche jetzt noch einmal zusätzlich an Fahrt auf.

Grundsätzlich bestünde in Westeuropa bei den pro Kopf Ausgaben für Kinderspielzeug noch Luft nach oben. Hier werden gerade einmal 35 € investiert, wohingegen es in Nordamerika 61 € sind. In Australasien liegt der Wert bei 36 €. Im Jahr 2018 erwirtschaftete die Branche in Westeuropa 17.684,70 Millionen Euro und in 2019 17.945,90 Millionen Euro. Für dieses und die kommenden Jahre wird ein kontinuierliches Wachstum erwartet, sodass sich die Umsätze im Jahr 2023 auf 20.149,60 Millionen Euro belaufen dürften.

Immer mehr Spielzeuge werden online gekauft

Der Anteil an online gekauftem Kinderspielzeug steigt immer weiter. Im Jahr 2014 wurde etwa jedes fünfte Kinderspielzeug in der digitalen Welt bestellt, im Jahr 2019 war es mit 30% fast jedes dritte. In Umfragen zeigt sich, dass die Nutzer solcher Angebote vor allem die Möglichkeit schätzen, online verschiedene Anbieter und deren Preise miteinander zu vergleichen. Häufig gelingt es hier, günstige Rabatte zu nutzen. Außerdem geben sie an, dass sie zu schätzen wissen, dass der Einkauf vom heimischen Sofa aus deutlich bequemer ist als der Gang in ein Spielwarengeschäft.

Lesen Sie auch ...

Zum Stand der Digitalisierung in Deutschland

Elmar Giglinger ist Unternehmer, Berater, Geschäftsführer und Programmdirektor. Er unterstützt Betriebe bei ihrer digitalen Transformation und zeigt auf, wie effiziente interne und externe Kommunikation...

Twitter-Townhall-Meeting zur Digitalisierung

Die Botschafter der nordischen Länder setzen von jeher auf eine enge Zusammenarbeit. Diese gute Tradition wird auch während der Corona-Krise beibehalten. Jetzt wollen sie...

Im Bereich der Spielzeuge gehören Vedes und myToys zu den Platzhirschen. Diese haben frühzeitig auf digitale Kanäle gesetzt und ihre Onlineshops kontinuierlich ausgebaut und verbessert. Hierbei profitieren die Shops unter anderem davon, dass den meisten Eltern in Westeuropa derzeit ein deutlich höheres verfügbares Einkommen zur Verfügung steht als in den letzten Jahren. Dieses wird vermehrt in die Anschaffung neuer Kinderspielzeuge investiert, wovon nicht zuletzt der Onlinebereich profitiert.

Spielzeuge werden immer digitaler

Die Spielzeuge, mit denen Kinder heutzutage spielen, experimentieren und lernen unterscheiden sich deutlich von denen früherer Generationen. Das kommt daher, dass die Kinder der Millenials von Geburt an mit digitalen Medien und dem Internet aufgewachsen sind. Sie kennen sich mit neuen technischen Möglichkeiten sehr gut aus und nutzen diese in ihrem Alltag. Entsprechend erwarten sie auch bei ihren Spielzeugen, dass diese den technischen Standards entsprechen und digitale Komponenten aufweisen. Schon jetzt reagieren Spielzeughersteller auf diese Entwicklung, um Interesse bei ihrer Zielgruppe zu wecken und um von der Videospielbranche nicht überrollt zu werden.

Ein typisches Beispiel für diese Entwicklung ist LEGO. Der Konzern hat 2019 „Hidden Side“ ins Leben gerufen. Hierbei handelt es sich um eine digitale Spielwelt, in der Kinder und Jugendliche einerseits mit ihren analogen Bausteinen spielen und sich andererseits im Internet bewegen. Von Mattel gibt es das Spiel „Pictionary Air“, das ebenfalls auf eine Kombination analoger und digitaler Inhalte setzt. Bei diesem Spiel zeichnen die Spieler Figuren in die Luft, die dann digital auf einem Smartphone oder Tablet erscheinen. Die anderen müssen dann erraten, was da gemalt wird. Es ist davon auszugehen, dass in den kommenden Jahren noch mehr Spielzeughersteller die Digitalisierung für sich entdecken und ihre Spielzeuge anpassen beziehungsweise neue Angebote entwickeln.

Die Kombination aus analogen und digitalen Spielzeugen ist für die meisten Eltern in Ordnung

Lesen Sie auch ...

Kano Modell im Kundenservice erfolgreich anwenden

Warum sollten Sie über das Kano Modell lernen? Ansätze, um den Kundenservice zu verbessern, gibt es viele, klare Schritte und Handlungsempfehlungen fehlen jedoch oft. Das...

Vorteile der Salesforce-Integration bei Google Ads

Salesforce und Google Ads sind die weltweit führenden Anbieter in den jeweiligen Bereichen. Google Ads ist die Lösung, wenn es um Werbung in Suchmaschinen...

Grundsätzlich haben Eltern nach wie vor Sorge, ihre Kinder zu früh mit dem Internet und den Möglichkeiten der digitalen Welt in Berührung zu bringen. Viele halten es für besser, wenn ihr Kind auf klassische Weise malt, baut und spielt, als hierfür ein Tablet oder einen Computer zu nutzen. Auf der anderen Seite erkennen sie, dass digitalen Inhalten die Zukunft gehört. Immer mehr Lebensbereiche werden digital und verlangen ein grundlegendes technisches Verständnis. Die Eltern möchten ihren Kindern daher frühstmöglich einen Zugang zu digitalen Medien verschaffen, damit diese später keine Nachteile oder Aufholbedarf haben.

Die von den Spielzeugherstellern angebotene Kombination aus analogen Spielen und digitalen Inhalten wird von den meisten Eltern daher goutiert. Diese Herangehensweise bietet die Möglichkeit, auf klassische Weise zu spielen, hierbei aber einen Bezug zur digitalen Welt und ihren Möglichkeiten herzustellen. Bei der Auswahl sind die Erziehungsberechtigten allerdings sehr streng. Sie kontrollieren die verschiedenen Spielwelten und Features sehr genau und verschaffen sich ein Bild davon, womit ihr Nachwuchs spielt. Sie sind nämlich besorgt, weil es in vielen Spielen zu einer Darstellung von Gewalt kommt. Daher wählen sie gezielt Spielzeuge aus, wo das nicht der Fall ist und bei denen sie ausschließlich positive Auswirkungen auf die Entwicklung ihrer Kinder erwarten.

Diesen Beitrag kommentieren:

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

AnzeigeWerbung in Podcasts

Beliebte Beiträge

Zahlungsprozesse: Amazon Payments vs. Paypal

Wohl kaum jemand, der sich regelmäßig im Internet bewegt und auch online bestellt wird ein Paypal-Konto nicht sein eigen nennen. Die Vorteile sind (fast)...

Käufer, Produkte und Shoppingverhalten – so nutzen die Deutschen den E-Commerce

Für Unternehmen im E-Commerce ist es entscheidend, die eigene Zielgruppe beziehungsweise die eigenen Kunden zu kennen. Deswegen sind Infografiken wie die von Netzshopping so...

Wie Sie Journalisten dazu bringen, Ihnen zuzuhören

Die allermeisten Pressemitteilungen werden nie gelesen – weil Journalisten, wie auch Redakteure davon geradezu überschwemmt werden. Was also tun, um die Aufmerksamkeit von Journalisten...

Newsletter - wöchentlich digital informiert werden

Unser Newsletter schickt Ihnen die News der letzten Woche zusammengefasst in Ihr Postfach.

Veranstaltungen

Online Marketing Konferenz All-in-one trotzt der Krise

Dass Konferenzen in Zeiten von Corona durchaus möglich sind, beweist das Online Marketing Event All-in-one, das am 18.06.2020 ab 14:30 stattfindet und von SEMrush-Connect...

Neuer Umgang mit Daten – Data Driven Business Konferenz

Im November 2020 findet die Data Driven Business Konferenz statt. Diese möchte Wege aufzeigen, um mit einer optimalen Nutzung von Daten den Kunden ins...

Empfehlung der Redaktion

Digitalisierung: Was ist das? Eine Definition.

Diesen Artikel lieber hören? Gelesen von Peter Brown. Hörbar gemacht von Obwohl sie in nahezu allen unseren Lebens- und Arbeitsbereichen eine große Rolle spielt, ist die...

Aufgaben eines CDO – als Störenfried die Digitalisierung voranbringen

Diesen Artikel vorlesen lassen: Die Metajobsuchmaschine Joblift hat die Stellenausschreibungen für CDOs (Chief Digital Officer) der letzten zwei Jahre unter die Lupe genommen. Hierbei haben...

HubSpot – der ultimative Wegweiser für die erfolgreiche Nutzung von HubSpot

HubSpot ist ein börsennotiertes Software-Unternehmen aus den Vereinigten Staaten, mit dem Fokus auf Marketing-Software für Inbound Marketing und Sales und im Juni 2006 gegründet...

Was ist SEMrush? – Alle Funktionen im Überblick

Alles begann im Jahr 2008 als sich eine kleine Gruppe aus IT- und SEO-Spezialisten mit einer gemeinsamen Mission zu einem Unternehmen zusammenschlossen und den...

5 SEO Tipps für Online Shops

5 Online Shop SEO Tipps für bessere Rankings und mehr Umsatz im Jahr 2015. Mit diesen Tipps ist jeder Online Shop Betreiber auf der sicheren Seite.

Value Model Canvas: Erweiterung des Business Model Canvas

Diesen Artikel vorlesen lassen? Value Model Canvas - Unternehmensidentität clever definieren Seit rund zehn Jahren hat sich das Business Model Canvas (BMC) als Hilfsmittel für das...

Produktmanagement im E-Commerce

Die Zukunft sieht vernetzt aus ... und zwar in Form von E-Dienstleistungen. Alles muss elektronisch und digitalisiert sein. Das hat auch seine guten Gründe....

Digital Leadership – die Digitalisierung stellt neue Ansprüche an Führungskräfte

Diesen Artikel hören? Die schöne neue Digitalwelt verlangt eine Neuausrichtung der Arbeitswelt. Das gilt sowohl für die an den Unternehmensprozessen beteiligten Mitarbeiter als auch für...

Bing Ads: Erfolg mit dem Werbeprogramm von Microsoft

Bing Ads heißt das Microsoft Werbeprogramm für Bing und Yahoo! Die beiden Suchmaschinen betreiben ihre Werbung schon länger über das gemeinsame Yahoo! Bing Network....

Jetzt Alexa Skill aktivieren!

Anzeigedigital-magazin alexa Skill

Ähnliche Beiträge

Spiel mit mir – wie die Digitalisierung die Spielzeugbranche verändert

Teile diesen Artikel per Email