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Haushaltsroboter: Ein Drittel der Besitzenden gibt ihm laut Bitkom einen Namen

Laut Bitkom hat ein Drittel (33 Prozent) der Menschen mit Haushaltsroboter dem Gerät einen Namen gegeben, bei den ab 65-Jährigen sind es 41 Prozent, bei den 16- bis 29-Jährigen 25 Prozent. Die Zahlen stammen aus einer Befragung von Bitkom Research (1.159 Personen ab 16, telefonisch befragt in KW 23 bis KW 28). Wir ordnen die Umfrage ein, rechnen nach und sagen, was sie nicht verrät.

Haushaltsroboter in der Familie: Junge streichelt einen Saugroboter im Wohnzimmer, Eltern lachen auf dem SofaDieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellgpt_image_2PromptFamily living room, a child kneeling and affectionately patting a round robot vacuum cleaner on the wooden floor, parents laughing in the background, warm afternoon light, playful mood. Photorealistic editorial magazine photo, 16:9. Absolutely no text, no letters, no numbers, no logos, no brand marks.
Ein Saugroboter im Wohnzimmer: Laut Bitkom hat ein Drittel der Menschen mit Haushaltsroboter dem Gerät einen Namen gegeben (Symbolbild)

Stellen Sie sich vor: Ein Mähroboter, der „Mähnfred“ heißt, hat sich mitten im Staudenbeet festgefahren. Die Räder drehen durch, die Erde spritzt, und Sie stehen mit verschränkten Armen daneben. Was sagen Sie? Vermutlich nicht „Gerät, bitte beenden Sie den Vorgang“. Eher so etwas wie „Mähnfred, was soll denn das?“ Willkommen im Club der Haushaltsroboter-Taufenden.

Die kurze Version: Laut Bitkom hat ein Drittel (33 Prozent) der Menschen mit einem Staubsauger-, Fensterputz- oder Rasenmähroboter dem Gerät einen Namen gegeben. Ältere tun das deutlich öfter als Jüngere: 41 Prozent der ab 65-Jährigen mit solchen Robotern, aber 25 Prozent der 16- bis 29-Jährigen. Das steht in der Bitkom-Presseinformation vom Freitag, 16. Oktober 2026. Der Digitalverband hat dafür eine Befragung ausgewertet, die Bitkom Research durchgeführt hat.

Das ist eine dieser Umfragen, die auf den ersten Blick wie Kuriosität aussehen und beim zweiten Hinschauen mehr verraten. Es geht um Namen wie „Staubi“, „Saugi“ oder „Grüne Gefahr“. Es geht aber auch um die Frage, wie wir mit Geräten umgehen, die selbstständig durch Wohnung und Garten rollen. Wir bei digital-magazin.de nehmen die Zahlen deshalb in Ruhe auseinander: Was wurde gefragt, wer wurde gefragt, was lässt sich daraus ableiten – und wo hört die Aussagekraft auf?

Haushaltsroboter-Umfrage: Was Bitkom gefragt hat

Beginnen wir mit dem Handwerk, denn bei Umfragen entscheidet das Kleingedruckte über den Wert der Schlagzeile. Die Grundlage ist laut Bitkom eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Befragt wurden 1.159 Personen in Deutschland ab 16 Jahren, und zwar telefonisch. Darunter waren 597 Nutzerinnen und Nutzer von Smart-Home-Anwendungen. Die Befragung fand im Zeitraum KW 23 bis KW 28 2026 statt. Dazu schreibt Bitkom: „Die Gesamtumfrage ist repräsentativ.“

Drei Fragen nennt die Methodik-Notiz ausdrücklich. Erstens: „Welche der folgenden Smart-Home-Anwendungen nutzen Sie in Ihrem Haushalt bereits?“ Zweitens: „Haben Sie zumindest einem Ihrer Roboter einen Namen gegeben?“ Drittens: „Welche der folgenden Aussagen treffen auf Sie oder Ihrer Meinung nach zu bzw. nicht zu?“ Die zweite Frage ist die, um die es hier geht – und ihr Wortlaut ist wichtig. „Zumindest einem Ihrer Roboter“ heißt: Es reicht, wenn ein einziges Gerät einen Namen trägt. Wer zwei Saugroboter besitzt und nur einen „Robbi“ nennt, zählt als Ja.

Dann die große Zahl. Laut Bitkom haben 26 Millionen Menschen zu Hause einen Staubsauger-, Fensterputz- oder Rasenmähroboter. Das ist eine Bitkom-Angabe auf Basis der Befragung. Unsere Einordnung: Eine telefonische Umfrage mit gut tausend Personen zählt nicht 26 Millionen Menschen einzeln durch, sondern rechnet von den Antworten auf die Bevölkerung hoch. Die Zahl ist also eine Hochrechnung und keine Zählung. Das ist bei Verbandsumfragen üblich und nicht anrüchig, man sollte es nur wissen, bevor man die 26 Millionen als harte Stückzahl irgendwo weiterreicht.

Und die Basis? Genau hier schlampen Überschriften gern. „Ein Drittel gibt Haushaltsrobotern Namen“ klingt, als würde ein Drittel der Bevölkerung seine Staubsauger taufen. Das stimmt nicht. Die 33 Prozent beziehen sich auf die Menschen, die überhaupt einen solchen Roboter haben. Bitkom formuliert es sauber: „Von ihnen hat ein Drittel (33 Prozent) seinem Haushaltsroboter einen Namen gegeben.“ Wer keinen Roboter besitzt, kommt in dieser Zahl nicht vor. Dasselbe gilt für alle Altersangaben, auf die wir gleich kommen: Sie gelten jeweils innerhalb der Roboter-Besitzenden der jeweiligen Altersgruppe.

Eine kleine Rechenübung, ausdrücklich als dm-Rechnung: 33 Prozent von 26 Millionen sind rechnerisch etwa 8,6 Millionen Menschen (26 Millionen × 0,33 = 8,58 Millionen, gerundet). Diese Zahl veröffentlicht Bitkom so nicht. Sie setzt auf der Bitkom-Hochrechnung auf, und weil die 33 Prozent selbst gerundet sind, ist „etwa“ hier kein Höflichkeitswort, sondern Pflicht. Aus Hochrechnung mal Prozentwert wird kein Messwert – nur eine Größenordnung.

Staubi, Mähnfred, Grüne Gefahr: Wie Haushaltsroboter heißen

Jetzt zum unterhaltsamen Teil. Bitkom nennt in der Presseinformation Beispiele, und die sind – das darf man sagen – ziemlich gut. Für Saug- und Wischroboter nennt der Verband „Staubi“, „Saugi“ oder „Robbi“. Rasenmäh-Roboter tragen dagegen Namen wie „Schleicher“, „Mr. Green“ oder „Grüne Gefahr“. Im Einstieg der Meldung tauchen außerdem „Grasi“, „Berta“, „Mähnfred“ und der „Staubinator“ auf.

Beim Lesen fällt auf, was diese Beispiele verbindet. Es sind Kosenamen, Wortspiele und kleine Rollenzuweisungen. „Staubi“ ist Verniedlichung, „Staubinator“ ist Heldenepos im Kleinformat, „Mähnfred“ ist ein Kalauer, bei dem man den Autor förmlich grinsen sieht. Und die „Grüne Gefahr“ klingt nach jemandem, der seinen Mäher mit einer Mischung aus Respekt und Misstrauen beobachtet. Die Namensgebung folgt, so zumindest unser Eindruck aus den Beispielen, weniger der Technik als dem Charakter, den man dem Gerät zuschreibt. Das ist eine dm-Einschätzung, keine Auswertung: Bitkom nennt Beispiele, aber keine Häufigkeiten pro Name.

Was die Meldung nicht liefert, ist eine Aufteilung nach Gerätetyp. Wir wissen nicht, ob Mähroboter häufiger einen Namen bekommen als Saugroboter oder umgekehrt. Die 33 Prozent gelten für Menschen mit Staubsauger-, Fensterputz- oder Rasenmähroboter insgesamt. Wer also daraus liest, Gartenroboter würden eher getauft, liest etwas hinein, das dort nicht steht. Verlockend wäre es – ein Gerät, das draußen allein herumfährt, hat vielleicht mehr Persönlichkeit. Aber Vermutung bleibt Vermutung.

Stellen Sie sich eine ganz normale Szene vor (erkennbar ausgedacht, versteht sich): Ein Saugroboter verschwindet unter dem Sofa und kommt nicht wieder. Piepst vor sich hin, blinkt, wartet. Sie liegen auf dem Bauch, leuchten mit dem Smartphone unter die Couch und sagen: „Saugi, jetzt komm schon.“ Hätten Sie das zu einem Toaster gesagt? Eben. Wer über Saugroboter mit KI und ihre Stärken und Schwächen liest, merkt, wie viel Eigenleben diesen Geräten inzwischen zugeschrieben wird. Das Gerät fährt Kurven, weicht aus, kehrt zurück. Das verleitet zur Anrede.

Oder Sie kennen es vielleicht von Mährobotern: Das Ding fährt tagelang brav seine Bahnen, und dann bleibt es genau an der einen Wurzel hängen, die es seit Wochen umkurvt hat. Wer so etwas schon einmal erlebt hat, versteht, warum „Schleicher“ ein naheliegender Name sein könnte. Ob so ein Fall in der Umfrage steckt? Keine Ahnung. Bitkom fragt nicht nach Anekdoten, sondern nach Ja oder Nein.

Haushaltsroboter-Namen nach Alter: Die Älteren taufen öfter

Jetzt wird es spannend, denn der Altersbefund ist die eigentliche Überraschung. Bitkom schreibt: „Unter den 16- bis 29-jährigen Menschen mit solchen Robotern haben 25 Prozent ihrem Gerät einen Namen gegeben, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 31 Prozent. Von den 50- bis 64-Jährigen haben 40 Prozent ihrem Roboter einen Namen gegeben, bei den ab 65-Jährigen sind es immer noch 41 Prozent.“

Die Zahlen noch einmal übersichtlich, mit der Basis im Label – denn auch hier gilt: jeweils Menschen mit Haushaltsroboter in der Altersgruppe, nicht alle Menschen dieser Altersgruppe.

Anteil mit Namen für den Haushaltsroboter nach Alter (Menschen mit Haushaltsroboter, Bitkom-Befragung)

  • 33Haben dem Haushaltsroboter einen Namen gegeben (Menschen mit Haushaltsroboter)
  • 37Haben mit ihrem Smart-Home-Gerät schon geschimpft (Menschen mit Roboter)
  • 36Bedanken sich nach eigener Angabe manchmal beim Gerät (Menschen mit Roboter)

Die Treppe ist deutlich: 25, 31, 40, 41. Die Jüngsten taufen am seltensten, die Ältesten am häufigsten. Der Sprung zwischen den 30- bis 49-Jährigen und den 50- bis 64-Jährigen ist der größte, danach flacht die Kurve fast ab. Das „immer noch“ in Bitkoms Formulierung bei den ab 65-Jährigen lesen wir so, dass der Verband den hohen Wert auch in der ältesten Gruppe hervorheben will – das ist unsere Lesart, keine Aussage von Bitkom.

Eine dm-Rechnung dazu: 41 Prozent minus 25 Prozent sind 16 Prozentpunkte Abstand zwischen der ältesten und der jüngsten Gruppe (41 ÷ 25 ≈ 1,6, also rechnerisch gut das Anderthalbfache). Wohlgemerkt: Das ist ein Vergleich innerhalb derselben Befragung, mit derselben Frage und derselben Basislogik. Genau deshalb darf man ihn nebeneinanderstellen.

Und jetzt die Bremse, denn sie gehört dazu. Bitkom nennt keine Fallzahlen je Altersgruppe. Die Gesamtumfrage ist repräsentativ, das steht ausdrücklich da. Aber wenn man aus 1.159 Befragten nur die herausgreift, die einen Roboter besitzen, und diese dann noch in vier Altersgruppen teilt, werden die Gruppen klein. Kleine Gruppen heißen größere statistische Unsicherheit. Der Unterschied zwischen 40 und 41 Prozent ist deshalb nicht der Rede wert; der zwischen 25 und 41 Prozent ist deutlich größer – ob er statistisch belastbar ist und wie groß der Unsicherheitsbereich ausfällt, lässt sich ohne Fallzahlen nicht sagen. Das ist unsere Einordnung, keine Aussage der Quelle.

Warum die Älteren öfter taufen, verrät die Presseinformation nicht. Bitkom liefert keine Begründung für den Altersunterschied. Naheliegend wäre die umgekehrte Erwartung gewesen: dass Menschen, die mit Smartphone und Apps aufgewachsen sind, Geräte eher als Werkzeuge behandeln und nicht als Mitbewohner. Das ist eine dm-Einordnung, kein Befund – und diese Umfrage zeigt das Gegenteil. Ob die Erklärung im Umgang mit Technik liegt, im Alltag zu Hause oder in ganz anderen Dingen, bleibt offen. Wir geben hier keine Erklärung vor, die niemand belegt hat.

Schimpfen und Danke sagen: Der Haushaltsroboter als Gegenüber

Ein Name ist die eine Sache, die Anrede im Alltag die andere. Bitkom ergänzt dazu zwei weitere Zahlen: „Entsprechend haben 37 Prozent der Menschen mit Roboter mit ihrem Smart-Home-Gerät auch schon geschimpft, 36 Prozent bedanken sich nach eigener Angabe manchmal bei ihm.“

Beachten Sie die Formulierungen, denn sie unterscheiden sich. Beim Schimpfen steht „schon geschimpft“, also etwas, das mindestens einmal passiert ist. Beim Danken steht „manchmal“, und der Zusatz „nach eigener Angabe“ macht klar, dass es sich um Selbstauskunft handelt. Bei beiden Werten sind es dieselben Menschen als Basis, nämlich die mit Roboter, und es ist dieselbe Studie. Das lässt eine vorsichtige dm-Einordnung zu: Beides kommt ungefähr gleich häufig vor, 37 zu 36 Prozent. Mehr als „fast genauso oft geschimpft wie gedankt“ geben die Zahlen nicht her – ein Mehr an Schimpfen lässt sich daraus nicht ablesen, ein Prozentpunkt Differenz geht bei einer Befragung dieser Größe im Rauschen unter.

Die Rechnung dazu, wieder dm-Rechnung und auf der Bitkom-Hochrechnung aufgesetzt: 37 Prozent von 26 Millionen ergeben rechnerisch etwa 9,6 Millionen Menschen (26 Millionen × 0,37 = 9,62 Millionen). 36 Prozent davon sind rechnerisch etwa 9,4 Millionen (26 Millionen × 0,36 = 9,36 Millionen). Das klingt nach sehr viel schimpfender und dankender Kundschaft, und tatsächlich: Es sind Größenordnungen, keine gezählten Personen. Wir würden sie nicht ohne diese Kennzeichnung weiterverbreiten.

Was die Quelle nicht sagt – und das ist eine Einordnung von uns: Ob mit dem Roboter laut gesprochen wird, ob das Schimpfen per Sprachassistent oder einfach nur ins Zimmer hinein passiert, ist offen. Auch ob Danke und Schimpfen bei denselben Menschen auftreten oder bei verschiedenen, geht aus der Presseinformation nicht hervor. Die beiden Werte sind einzeln berichtet, nicht gekreuzt. Es wäre voreilig zu sagen, die Hälfte der Roboter-Menschen sei eben gefühlsbetont, denn die Überschneidung kennen wir nicht. Beide Gruppen können sich fast vollständig decken oder kaum berühren.

Interessant ist, was zwischen den Zeilen mitläuft. Sprachassistenten reagieren auf Zuruf, sie antworten, sie kommentieren. Wer sich dafür interessiert, wie weit KI-Assistenten inzwischen im Haushalt mitreden, findet bei uns einen Text über einen KI-gestützten Sprachassistenten. Zahlen aus diesem Artikel haben mit der Bitkom-Umfrage nichts zu tun; wir erwähnen ihn nur, weil dort der Dialog mit dem Gerät noch deutlicher zum Thema wird als beim stummen Saugroboter. Der Roboter aus der Bitkom-Meldung antwortet nicht. Er piept bestenfalls vorwurfsvoll. Und trotzdem wird mit ihm gesprochen. Das ist, ehrlich gesagt, der charmanteste Teil dieser Studie.

Warum Menschen Haushaltsrobotern Namen geben

Haushaltsroboter mit Aussetzer: Mähroboter steckt am Beetrand fest, Besitzer hebt ratlos die ArmeDieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellgpt_image_2PromptRobot lawn mower stuck at the edge of a flower bed in a suburban garden, a man in the background throwing up his hands in mild frustration, sunny day, humorous everyday scene. Photorealistic editorial magazine photo, 16:9. Absolutely no text, no letters, no numbers, no logos, no brand marks.
Nicht jeder Robotertag läuft glatt (Symbolbild)

Die Erklärung, die Bitkom selbst anbietet, stammt von Nastassja Hofmann, die in der Presseinformation als Bitkom-Expertin für Smart Home auftritt. Wörtlich:

„Je eigenständiger Technik agiert, desto leichter schreiben wir ihr menschliche Eigenschaften zu.“

Nastassja Hofmann, Bitkom-Expertin für Smart Home

Und weiter: „Ein Roboter, der sich selbstständig durch die Wohnung bewegt, auf seine Umgebung reagiert und Aufgaben übernimmt, wirkt auf viele fast schon wie ein Mitbewohner.“

Das ist eine Einordnung, keine gemessene Größe. Bitkom hat nicht gefragt, warum jemand seinen Roboter benannt hat; die Begründung stammt von einer Fachperson, die die Zahlen kommentiert. Als Erklärungsangebot wirkt sie plausibel, so unsere Einschätzung – und sie lässt sich in unserer eigenen Sprache nachvollziehen. Ein Wasserkocher kocht Wasser, wenn man ihn dazu auffordert. Ein Saugroboter entscheidet, wann er losfährt, welchen Weg er nimmt und ob er es bis zur Ladestation schafft. Der Unterschied ist einer der Eigenständigkeit. Je mehr ein Gerät selbst tut, desto eher fragen wir uns, was es gerade „will“.

Dazu eine Einschätzung, die ausdrücklich unsere ist: Ein Name macht ein Gerät handhabbar. Wer in der Familie sagen kann „Saugi steckt wieder fest“, hat einen kurzen, eindeutigen Begriff für ein Gerät, das sonst „der Staubsaugerroboter im Flur“ wäre. Namen sind Abkürzungen mit Gefühl. Das erklärt vielleicht, warum so viele Beispiele klingen wie Rufnamen und nicht wie Typenbezeichnungen. Bitkom belegt das nicht; wir vermuten es.

Was die Älteren angeht, bleibt die Frage unbeantwortet. Hofmanns Satz erklärt, warum Menschen überhaupt Eigenschaften zuschreiben, nicht, warum 41 Prozent der ab 65-Jährigen mit Roboter das tun und nur 25 Prozent der 16- bis 29-Jährigen. Wer hier eine glatte Antwort liefert, erfindet sie. Wir können nur festhalten: Der Zusammenhang zwischen Alter und Namensgebung ist in dieser Befragung sichtbar, seine Ursache nicht.

Und doch zeigt der Befund etwas Praktisches. Technik, die „fast schon wie ein Mitbewohner“ wirkt (Hofmanns Wort), wird anders behandelt als Technik, die nur auf Knopfdruck läuft. Unvernünftig ist das nicht, so unsere Einschätzung. Wer täglich mit einem Gerät zusammenlebt, das sich durch die Wohnung bewegt, wird es kaum mit derselben Distanz betrachten wie eine Mikrowelle. Die Frage ist eher, ob uns das irgendwann zum Problem wird, wenn autonome Geräte mehr Aufgaben übernehmen, und das lässt sich aus einer Umfrage über Saugroboter beim besten Willen nicht beantworten.

Spoiler: Auch der Rest dieses Textes kann das nicht. Wir bleiben beim Gemessenen.

Was die Umfrage über Haushaltsroboter nicht verrät

Dieser Abschnitt ist ausdrücklich unsere Einordnung. Er listet nicht auf, was Bitkom verschweigt, sondern was man aus der Presseinformation nicht herauslesen kann – damit niemand mehr behauptet, als dasteht.

Erstens: Es gibt keine Fallzahlen je Altersgruppe. Wir kennen die Gesamtzahl von 1.159 Befragten und die 597 Smart-Home-Nutzenden. Wie viele Personen davon einen Haushaltsroboter besitzen und wie sie sich auf die vier Altersgruppen verteilen, steht nicht in der Meldung. Die Prozentwerte je Altersgruppe sind deshalb mit Vorsicht zu lesen, vor allem der Unterschied zwischen 40 und 41 Prozent.

Zweitens: Es gibt keine Auswertung nach Gerätetyp. Die Antwort „ja, ich habe einen Namen vergeben“ gilt für Staubsauger-, Fensterputz- und Rasenmähroboter zusammen. Ob Mähroboter häufiger getauft werden als Saugroboter, lässt sich nicht sagen, auch wenn die Beispielnamen in der Meldung nach Gerätetyp getrennt aufgeführt sind – Beispiele sind keine Verteilung.

Drittens: Gründe fehlen. Bitkom hat laut Methodik-Notiz nach dem Namen gefragt, nicht nach dem Warum. Die einzige Erklärung kommt von Nastassja Hofmann als Einordnung. Sie ist plausibel, aber nicht gemessen.

Viertens: Die Aussage „zumindest einem Ihrer Roboter“ bedeutet, dass der Anteil von 33 Prozent sich auf Menschen bezieht, nicht auf Geräte. Wer drei Roboter besitzt und einen davon benennt, zählt einmal. Wie viele Geräte insgesamt einen Namen tragen, sagt die Zahl nicht.

Fünftens: Die Antworten sind Selbstauskunft. Ob jemand sich wirklich bedankt, wenn der Roboter fertig ist, oder es nur gern täte, wissen wir nicht. Die Quelle sagt es ausdrücklich: „nach eigener Angabe“. Als allgemeine Lesehilfe, ausdrücklich dm-Einordnung: Was Menschen über ihr Verhalten angeben, muss nicht genau dem entsprechen, was sie tun. Ein Befund zu dieser Umfrage ist das nicht.

Sechstens: Die 26 Millionen sind, wie oben beschrieben, eine Bitkom-Angabe auf Basis der Befragung, also hochgerechnet. Unsere Rechnungen mit 8,6, 9,6 und 9,4 Millionen sind dm-Rechnungen auf dieser Hochrechnung; sie tragen deren Ungenauigkeit mit und kommen durch das Runden noch dazu.

Siebtens, und das ist kein Mangel, sondern ein Hinweis: Die Umfrage kennt keinen Vergleich über die Zeit. Es gibt in der Presseinformation keine frühere Welle, gegen die man die 33 Prozent halten könnte. Wer also schreibt, Roboter würden „immer häufiger“ getauft, hat dafür in dieser Meldung keine Grundlage.

Weiter lesen? Auf der Bitkom-Themenseite zu Smart Home bündelt der Verband seine Angebote zu dem Thema, und im Bitkom-Dataverse, dem Datenportal des Verbands, finden sich laut Presseinformation „diese und weitere Bitkom-Studien“. Zahlen aus diesen Seiten haben wir hier nicht verwendet.

Praxis: Haushaltsroboter sinnvoll benennen – in Apps und Assistenten

Jetzt zum Nutzwert. Auch dieser Abschnitt ist dm-Einordnung, denn Bitkom sagt dazu nichts. Wer seinem Roboter sowieso einen Namen gibt, kann das gleich praktisch tun. Moderne Geräte tauchen in Apps und in Smart-Home-Systemen mit einer Bezeichnung auf, und die wird meist beim Einrichten abgefragt oder vom Hersteller vorgegeben. Ein paar Gedanken dazu, wie sich das sinnvoll gestalten lässt:

  • Kurz und eindeutig. Ein Name wie „Staubi“ lässt sich in einer App schnell finden und in einer Automation sauber ansprechen. „Mein Saugroboter im Erdgeschoss Nummer 2 neu“ eher nicht.
  • Ohne Verwechslungsgefahr. Wenn mehrere Geräte im Haushalt laufen, etwa ein Saug- und ein Mähroboter, sollten die Namen klar unterscheidbar sein. „Saugi“ und „Mähnfred“ sind da kein Problem, „Robbi 1“ und „Robbi 2“ schon eher.
  • Sprachassistenten im Hinterkopf. Wer Geräte per Sprache steuert, sollte Namen wählen, die der Assistent gut versteht und die nicht wie andere Wörter klingen. Das ist eine dm-Faustregel, keine Herstellervorgabe, und sie gilt je nach System unterschiedlich gut.
  • Ein Name pro Gerät, überall gleich. Wenn der Roboter in der Hersteller-App „Staubi“ heißt und im Smart-Home-System noch „Gerät 4“, wird es mühsam. Wer ein zentrales System aufbaut, sollte die Benennung dort einheitlich halten.

Das Bastelprojekt dahinter ist übrigens kleiner, als es klingt. Wer sein Smart Home selbst in die Hand nehmen will, findet bei uns eine Anleitung, wie man Home Assistant als zentrale Steuerung aufsetzt. Dort bekommen Geräte Namen, die man in Regeln und Szenen wiederfindet. Klingt einfach, ist es aber nicht – jedenfalls dann nicht, wenn man nach einem halben Jahr nicht mehr weiß, was „sensor_3“ war. Ein sprechender Name erspart Ihnen später viel Rätselraten.

Eine kleine Gedankenübung (ausdrücklich ausgedacht): Stellen Sie sich vor, in einer Haushaltsübersicht stehen „Schleicher“, „Staubi“ und „Gerät 12“. Welches davon würden Sie in einer Benachrichtigung am schnellsten verstehen? Eben. Namen sind nicht nur Spielerei, sie sind Bedienkomfort. Und wenn der Name noch ein Lächeln auslöst, um so besser. Wir finden: Wenn schon Technik, die selbstständig durchs Haus fährt, dann bitte mit einem Namen, den man ohne Seufzen aussprechen kann.

Ein Wort zur Vorsicht, damit das nicht missverstanden wird: Der Name sagt nichts über Sicherheit oder Datenschutz des Geräts aus. Wer einen Roboter mit Kamera oder Mikrofon im Haus hat, sollte auf Berechtigungen und Updates achten, egal ob er „Robbi“ oder „Grüne Gefahr“ heißt. Das ist allgemeine Hausregel, mit der Bitkom-Umfrage hat es nichts zu tun.

Häufige Fragen zu Haushaltsrobotern und Namen

Wie viele Menschen in Deutschland haben einen Haushaltsroboter?

Laut Bitkom haben 26 Millionen Menschen zu Hause einen Staubsauger-, Fensterputz- oder Rasenmähroboter. Das ist eine Bitkom-Angabe auf Basis der Befragung und damit eine Hochrechnung, keine Zählung. Die Presseinformation stammt vom 16. Oktober 2026.

Wie viele davon geben ihrem Roboter einen Namen?

Laut Bitkom hat ein Drittel (33 Prozent) der Menschen mit solchen Robotern dem Gerät einen Namen gegeben. Die Frage lautete: „Haben Sie zumindest einem Ihrer Roboter einen Namen gegeben?“ Unsere dm-Rechnung auf Basis der Bitkom-Hochrechnung: 33 Prozent von 26 Millionen sind rechnerisch etwa 8,6 Millionen Menschen. Der Anteil bezieht sich auf Menschen mit Roboter, nicht auf alle Menschen in Deutschland.

Wer tauft öfter: Jüngere oder Ältere?

Ältere. Laut Bitkom haben unter den 16- bis 29-Jährigen mit solchen Robotern 25 Prozent ihrem Gerät einen Namen gegeben, bei den 30- bis 49-Jährigen 31 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen 40 Prozent und bei den ab 65-Jährigen 41 Prozent. Fallzahlen je Altersgruppe nennt die Presseinformation nicht; kleinere Unterschiede sind deshalb mit Vorsicht zu lesen.

Schimpfen oder bedanken sich Menschen häufiger bei ihrem Roboter?

Beides kommt laut Bitkom etwa gleich oft vor. 37 Prozent der Menschen mit Roboter haben mit ihrem Smart-Home-Gerät auch schon geschimpft, 36 Prozent bedanken sich nach eigener Angabe manchmal bei ihm. Die Basis ist jeweils dieselbe. Dass häufiger geschimpft als gedankt wird, lässt sich aus den Zahlen nicht ableiten.

Und jetzt?

Was bleibt von einer Umfrage über Staubi, Saugi und die Grüne Gefahr? Ein sauber erhobener Befund mit einer überraschenden Alterskurve und einer plausiblen, aber nicht gemessenen Erklärung. Ein Drittel der Menschen mit Haushaltsroboter hat dem Gerät laut Bitkom einen Namen gegeben, die Älteren häufiger als die Jüngeren, und geschimpft wird fast genauso oft wie gedankt. Alles andere – warum, bei welchem Gerät, bei wem genau – wissen wir nicht, und wir tun auch nicht so.

Die dm-Einschätzung zum Schluss: Der Befund ist harmloser, als manche Überschrift vermuten ließe. Wer seinem Roboter einen Namen gibt, hält ihn nicht für einen Menschen, sondern macht ihn zu jemandem, über den man reden kann. Das passt zu Hofmanns Erklärung, dass Technik umso leichter menschliche Eigenschaften zugeschrieben bekommt, je eigenständiger sie agiert. Die spannende Frage ist eher, was passiert, wenn Geräte noch mehr selbst entscheiden. Dann dürften die Namen nicht weniger werden – eher die Gelegenheiten, bei denen wir „Mähnfred, was soll das?“ sagen. Haben Sie Ihrem Haushaltsroboter schon einen Namen gegeben? Und wenn ja: Wie lautet er?