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ChatGPT-Werbung loswerden geht auch gratis, kostet aber Nachrichten

ChatGPT wählt Anzeigen laut OpenAI nach dem aktuellen Chat aus. Wer ohne Abo werbefrei sein will, kann in Free die Option „Ads-Free“ nutzen, muss dafür aber Einschränkungen hinnehmen.

Smartphone mit geöffneter Chat-App, unter der Antwort ein gekennzeichneter Anzeigenhinweis als Symbolbild für ChatGPT-WerbungDieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellgpt_image_2PromptHand holding a plain smartphone with an abstract AI chat conversation on screen, below the answer a small clearly separated sponsored card with a generic product image, cozy kitchen table in the evening, soft warm light. Photorealistic editorial magazine photo, 16:9. Absolutely no text, no letters, no numbers, no logos, no brand marks.
Wie viel ein Chat über die ChatGPT-Werbung verrät, hängt von den Einstellungen ab (Symbolbild)

Ja, der aktuelle Chat spielt eine Rolle: Laut OpenAI wählt ChatGPT Anzeigen nach Inhalt und Absicht des laufenden Gesprächs, dazu kommen ungefährer Standort und Sprache. Ohne Bezahlabo werbefrei geht über die Free-Option „Ads-Free“, die dafür weniger Nachrichten erlaubt und Funktionen wie Bildgenerierung und Deep Research sperrt. Personalisierte Anzeigen auf Basis früherer Chats sind im EWR und in der Schweiz laut OpenAI „zunächst“ nicht verfügbar. In temporären Chats erscheint keine Werbung.

Wo ChatGPT-Werbung erscheint und wer sie sieht

Nach der OpenAI-Hilfe „Ads in ChatGPT“ (abgerufen am 19. Oktober 2026) können Anzeigen bei ChatGPT Free und ChatGPT Go auftauchen. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bleiben werbefrei. Konten, die als unter 18 erkannt werden, bekommen ebenfalls keine Anzeigen.

Eine Anzeigeneinheit mit einem oder mehreren Bildern steht unter der Antwort und ist gekennzeichnet. Getestet wird außerdem ein Mehrbild-Format während der Bildgenerierung, das nach Fertigstellung des Bildes verschwindet. Laut OpenAI beeinflussen Anzeigen die Antworten nicht. Die Werbetests begannen laut OpenAI am 9. Februar 2026 in den USA.

Wie sich das Bildformat für Werbetreibende messen lässt, hat dm am 6.10.2026 im Text zur Messung von Bild-Anzeigen in ChatGPT eingeordnet. Für Sie als Nutzerin oder Nutzer zählt etwas anderes: was Sie auf dem Bildschirm sehen und was mit Ihren Daten geschieht.

Liest ChatGPT meine Chats für Werbung mit?

Zum Teil ja: Der aktuelle Chat fließt in die Auswahl ein, und zwar auch dann, wenn die Personalisierung ausgeschaltet ist. Das schreibt OpenAI in der Hilfe. Zusätzlich zählen die Angaben der Werbetreibenden, etwa Landingpage, Titel, Text und Targeting.

Nur bei aktivierter Personalisierung kommen laut OpenAI ausgewählte Signale aus der übrigen Nutzung hinzu: frühere Chats, Erinnerungen und Interaktionen mit Anzeigen. Für den EWR und die Schweiz steht dort wörtlich: „Personalized ads are not initially available in the European Economic Area (EEA) or Switzerland.“ Der EWR umfasst die EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein und Norwegen. Ein Startdatum nennt die Hilfe nicht.

Angenommen, Sie suchen abends in ChatGPT nach einem schnellen Rezept für vier Personen. Darunter könnte eine Anzeige für Kochboxen oder einen Lieferdienst stehen. Genau dieses Beispiel nennt die Berliner Datenschutzbehörde für personalisierte Werbung. Ob bei Ihnen schon eine solche Anzeige erscheint, hängt vom Konto, Tarif und der Region ab.

Was Werbetreibende laut OpenAI nicht erfahren

Werbetreibende erhalten laut OpenAI keine Chats, Verläufe, Erinnerungen, Namen, E-Mail-Adressen, genauen Standorte, IP-Adressen oder sensiblen Informationen. Sie sehen nur aggregierte Werte wie Aufrufe und Klicks. Schreiben Sie selbst über eine Anzeige mit einem Werbetreibenden, sieht dieser nur diese Nachrichten.

Neben sensiblen Themen wie persönlicher Gesundheit, psychischer Gesundheit oder Politik sollen laut OpenAI keine Anzeigen stehen. Klicken, Ausblenden und ähnliche Aktionen landen nicht in den ChatGPT-Erinnerungen. Das sind Angaben von OpenAI; unabhängig geprüft sind sie hier nicht.

Gibt es mehrere passende Anzeigen, entscheidet laut OpenAI eine Kombination aus Relevanz und Geboten der Werbetreibenden, welche zuerst erscheint. Werbetreibende erhalten laut OpenAI in dieser frühen Testphase aggregierte Berichte, etwa zu Aufrufen und Klicks. OpenAI schreibt, man könne künftig weitere Messwerte prüfen und dabei die Privatsphäre schützen. Für Sie heißt das: Eine Anzeige ist eine bezahlte Platzierung und laut OpenAI keine Empfehlung von ChatGPT.

Was die Datenschutzaufsicht warnt und rät

ChatGPT-Werbung abschalten: Person schaltet in den Einstellungen am Smartphone einen Schalter ausDieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellgpt_image_2PromptPerson on a sofa looking at a plain smartphone settings screen with abstract toggle switches, one switch being turned off, a laptop with an abstract chat window in the background, calm privacy mood, soft daylight. Photorealistic editorial magazine photo, 16:9. Absolutely no text, no letters, no numbers, no logos, no brand marks.
ChatGPT-Werbung lässt sich in den Einstellungen beeinflussen (Symbolbild)

Die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit hat am 2. Oktober 2026 in einer Pressemitteilung auf die Werbefunktion hingewiesen. OpenAI habe Ende August die Datenschutzrichtlinie geändert. Personalisierte Werbung solle „in Kürze auch in Europa“ starten, und zwar per Opt-in, also nur mit Ihrer Einwilligung.

Dann sollen Informationen aus früheren und aktuellen Chats, Geräteinformationen und Nutzungsdaten einfließen. Meike Kamp sagt dazu: „Die Ausspielung personalisierter Werbung erreicht eine neue Eingriffsintensität, wenn hierfür gezielt auch Informationen aus Chats, über verwendete Geräte und das (historische) Verhalten der Nutzer:innen verwendet werden.“

Auch die „generische“ Werbung ist umstritten

Ohne Einwilligung gibt es laut Behörde „generische“ Werbung, wie sie seit August schon ausgespielt werde. Die Behörde ordnet auch sie als personalisiert ein, weil sie sich auf den Chatinhalt bezieht. Nach Angaben von OpenAI, so gibt es die Behörde wieder, beruht sie auf begrenzten, kontextbezogenen Daten ohne Nutzerprofile. Als Rechtsgrundlage stützt sich OpenAI laut Behörde auf ein überwiegendes berechtigtes Interesse. Das ist eine Grundlage der DSGVO, die ohne Einwilligung auskommt, aber eine Abwägung mit Ihren Interessen verlangt.

Die Empfehlungen im Überblick

Berlin rät, keine Einwilligung in personalisierte Werbung zu erteilen und in den Datenschutzeinstellungen zu prüfen, ob die Werbepersonalisierung aktiv ist. Außerdem empfiehlt die Behörde, „Erinnerungen“ zu deaktivieren und vorhandene zu löschen, für sensible Themen den „Temporären Chat“ zu nutzen und regelmäßig den Verlauf zu löschen. Vertrauliches gehört nicht in den Chat, und werbefreie Varianten nennt sie ausdrücklich.

Ähnlich äußerte sich laut Radio Bremen auf tagesschau.de am 13. Oktober 2026 der Landesbeauftragte Timo Utermark. Er rät zu einer werbefreien Variante, zur Ablehnung personalisierter Werbung und zur Prüfung der Einstellungen.

Ads-Free: Werbung ausschalten ohne Abo

Ads-Free ist eine Option im Free-Tarif und entfernt die Werbung. Der Preis: laut OpenAI „lower usage limits and reduced feature access (for example, fewer messages and no access to some tools like image generation or deep research)“. Wie stark die Nachrichten begrenzt werden, nennt die Hilfe nicht.

Der Weg laut Hilfe: Settings, dann Ads controls, „Change plan to go ad-free“, „Reduce message limits“ und bestätigen. Die Beschriftung kann je nach Plattform abweichen. Zurück geht es über das Limit-Banner („Show ads“) oder wieder über Ads controls. Die Optionen erscheinen laut OpenAI nur in Regionen, in denen Werbung getestet wird.

Für ChatGPT Go gilt: Ads-Free gibt es dort nicht. Go-Nutzende müssten zu Free zurückwechseln oder auf Plus oder Pro upgraden. Preise nennt die Hilfe nicht.

Beim Wechsel zeigt ChatGPT laut OpenAI einen Hinweis, der den Tausch erklärt: Werbung bringt mehr Nutzung, Ads-Free in der Free-Version senkt die Nachrichtenlimits. Mit Ads-Free stoßen Sie laut OpenAI häufiger an Nutzungsgrenzen. Dann kann ein Banner erscheinen. „Upgrade“ führt zu Plus oder Pro, „Show ads“ bringt Sie zurück zur werbefinanzierten Free-Version mit mehr Nutzung.

Angenommen, Sie stellen vor allem kurze Fragen zwischendurch: Dann reichen Ihnen die Limits womöglich. Wer dagegen viele Bilder erstellen lässt, könnte schneller an die Grenze kommen. Laut OpenAI ändert Ads-Free übrigens nicht, wie ChatGPT antwortet.

Einstellungen, wenn Sie die Werbung behalten

Die Ads controls bieten laut Hilfe, je nach Region und Berechtigung, mehrere Schalter. Sie können „History and Topics“ ansehen und mit „Delete ads data“ Anzeigendaten löschen. Das kann bis zu 30 Tage dauern, Ihre Chats bleiben unberührt. Dazu kommen „Personalize ads“ und „Past chats and memory“ zum An- und Ausschalten.

Wichtig: Personalisierung aus heißt nicht werbefrei. Anzeigen auf Basis des aktuellen Chats bleiben. Ob in Deutschland schon alle Schalter sichtbar sind, lässt sich der Hilfe nicht entnehmen.

Am Anzeigenmenü (drei Punkte) finden Sie „Hide ad“, „Report ad“, „About this ad“ und „Ask ChatGPT“. „Report ad“ blendet die Anzeige laut OpenAI aus und schickt sie zur Prüfung an das Team. Standardmäßig sieht ChatGPT die angezeigten Anzeigen nicht.

Mit dem Europa-Start der ChatGPT Ads Ende August 2026 kamen die Anzeigen in 31 Märkte. Für alle Varianten gilt außerdem: Manche Daten gehören grundsätzlich nicht in einen Prompt.

Auch die Erinnerungen spielen eine Rolle. Sind Personalisierung und Erinnerungen eingeschaltet, kann ChatGPT laut OpenAI Erinnerungen speichern und nutzen und auf jüngere Chats zurückgreifen, wenn es eine Anzeige auswählt. Wer ohne Nutzung oder Aktualisierung von Erinnerungen chatten möchte, nutzt laut OpenAI den temporären Chat. Gelöschte Anzeigendaten fließen laut OpenAI nicht mehr in Anzeigen ein, bis zur Entfernung dauert es wie erwähnt bis zu 30 Tage.

Welcher Weg zu Ihnen passt

Wenn Sie Werbung hinnehmen, prüfen Sie in den Einstellungen die Personalisierung und die Erinnerungen, nutzen temporäre Chats für Heikles und willigen später nicht in personalisierte Werbung ein.

Wenn Sie kostenlos bleiben und keine Anzeigen wollen, ist Ads-Free in Free der Weg, solange Sie mit weniger Nachrichten und ohne Bildgenerierung und Deep Research auskommen.

Wenn Sie diese Funktionen brauchen, bleibt ein bezahltes Abo: Plus oder Pro sind laut OpenAI werbefrei.