Pharma-Projekt 1492 – Amazon auf der Jagd nach Patientendaten

Amazon ist bekannt dafür, sein Geschäftsfeld immer weiter auszudehnen. Das Ziel: immer größer, mächtiger und unvermeidbarer werden. Nach den Cloud-Services und der Lebensmittelbranche interessiert sich der Onlineriese nun für die Pharmaindustrie. In Zukunft sind somit auch Patientendaten für Amazon interessant. Dieser Plan wird aktuell unter dem Namen „Pharma-Projekt 1492“ vorangetrieben.

Warum Amazon an der Pharmaindustrie Gefallen findet

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Auf CNBC haben fünf Analysten von Goldman Sachs ausführlich erläutert, dass und warum Amazon daran interessiert ist, in der Pharmaindustrie mitzumischen. Natürlich geht es auch hier ums Geld. Allein in den USA gibt es im Bereich verschreibungspflichtiger Medikamente rund 560 Milliarden Dollar zu verdienen. Zum anderen geht es um Macht. Die Pharmaindustrie gehört zu den einflussreichsten Branchen weltweit. Da ist es nur verständlich, dass ein Konzern wie Amazon daran teilhaben möchte. Allerdings ist das nicht so einfach wie in anderen Branchen. Der Pharmabereich ist staatlich stark reguliert. Außerdem ist es nicht wie bei anderen Gütern möglich, einfach die Kaufhistorie eines Kunden/Patienten einzukaufen und für die eigenen Zwecke auszuschlachten. Dennoch scheinen es genau diese Patientendaten zu sein, die Amazon als Grundlage für seine Aktivitäten im Pharmabereich nutzen möchte.

Was ist das Pharma-Projekt 1492?

Ganz grundsätzlich umfasst das Pharma-Projekt 1492 alle Aktivitäten Amazons, die mit der Pharmaindustrie zu tun haben. Das Jahr 1492 spielt hierbei auf die Entdeckung Amerikas an. So wie Kolumbus plötzlich einen ganzen Kontinent erforschen und entdecken konnte, so will Amazon ebenfalls eine ganz neue Welt, den Pharmabereich, für sich erforschen und erkunden. Zu diesem Zweck sind Amazon-Mitarbeiter beauftragt, auszuloten, welche Aktivitäten in diesem Bereich für Amazon lohnenswert sein könnten. Unter anderem wird mit dem Gedanken gespielt, Patientendaten von Blutdruckmessern, Blutzuckermessern und anderen medizinischen Geräten zu gewinnen und diese Daten zu nutzen. Außerdem soll untersucht werden, welche Services im Pharmabereich sinnvoll sind und welche Voraussetzungen und Daten vorhanden sein müssen, um diese Dienstleistungen anbieten zu können. Langfristig soll hierdurch eine Art Alexa-System für den Pharmabereich entstehen. Nutzer könnten dann direkt hilfreiche Informationen und Produkte von Amazon bekommen, die passgenau auf ihre Krankengeschichte und ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten wären.

Wie könnte Amazon den Pharmamarkt verändern?

Ganz grundsätzlich wird Amazon nicht von heute auf morgen das Gesundheitswesen umkrempeln, sondern Veränderungen in kleinen Schritten herbeiführen. So wird der Onlineriese nicht sofort Onlineapotheken ersetzen, sondern könnte zunächst einen Pharmacy-Benefit-Manager (PBM) entwickeln. Hierbei handelt es sich um Tools, mit denen die Einkäufe zwischen Versicherern, Apothekern und Arbeitgebern organisiert werden, indem zum Beispiel Preise ausgehandelt werden. Hierdurch würde Amazon gleich doppelt profitieren: Zum einen bringen PBM sehr viel Geld und zum anderen käme der Konzern bequem an Patientendaten.

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Des Weiteren wird Amazon seine übliche Strategie verfolgen und für mehr Preistransparenz sorgen. Hierdurch entsteht Preisdruck und die Kosten für Medikamente würden spürbar sinken. Außerdem würde Amazon die Konkurrenz unter Druck setzen, weil der Konzern schneller liefern und die Medikamente bis nachhause bringen würde. Langfristig würde Amazon somit zur Onlineapotheke werden, die entweder selbst Arzneimittel vertreibt oder andere Apotheken beliefert. Hierbei besteht allerdings die Schwierigkeit, dass der durchschnittliche Amazon Kunde meist jünger und gesünder als die Zielgruppe verschreibungspflichtiger Medikamente ist.

Nicht zuletzt könnte der Bereich „Digitale Gesundheit“ durch Amazon vorangetrieben werden. Hier ist die Idee, einen Onlinearzt auf dem Smartphone oder einem separaten Gerät zu haben. Dieser wertet Symptome aus, nimmt Untersuchungen vor und verschreibt Medikamente. Diese können dann über einen Bestellbutton bequem gekauft werden. Patienten könnten somit von einer Behandlung profitieren, ohne das Haus verlassen zu müssen. Vor allem sehr alte, kranke und gebrechliche Menschen würden hiervon profitieren.

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1 Kommentar

  1. Die Mehrheit der Deutschen ist gesetzlich zwangsversichert und m u s s seine Gesundheitsdaten den Kassen anvertrauen. Diese dürfen gem. Seehofer, Schmidt u. a. Gesundheitspolitikern eine Art Wettbewerb ausüben und die Zusatzeinnamen daraus für ihren eigenen Verwaltungswasserkopf benutzen, statt für die Gesundheit der Beitragszahler. Also wird eins geschehen: Die Kassen verhökern die Daten ihrer Zwangsversicherten und die Versicherten sehen nichts davon.
    Ich möchte endlich einen Dienst erschaffen wissen, der uns Geld gibt für das intimste, was wir besitzen: Unsere Gesundheitsdaten.

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