Gefährliche Produkte: EU-Verbraucherschutzkommission trifft Vereinbarung mit Händlern

Im Jahr 2016 hat die Zahl der Warnungen vor gefährlichen Produkten im E-Commerce zugenommen. Doch während sich solche Waren aus dem stationären Handel relativ leicht entfernen lassen, bereitet das im Onlinehandel größere Mühe. Deswegen hat die EU-Verbraucherschutzkommission jetzt eine Vereinbarung mit Amazon, eBay und Alibaba getroffen, um solchen gefährlichen Produkten im E-Commerce die Stirn zu bieten.

Die Zahl an Rückrufaktionen gefährlicher Produkte nimmt zu

Das EU-Warnsystem Rapex hat die Aufgabe, gefährliche Produkte rechtzeitig zu melden, damit diese im Rahmen von Rückrufaktionen sowie Verkaufs- und Importstopps aus dem Handel gezogen werden können. Im Jahr 2016 schlug das System mehr als 2.000 Mal an. Das hatte europaweit rund 3.800 Rückrufaktionen und Verkaufsstopps zur Folge. Vor allem bei Produkten wie Spielzeug, Textilien und motorisierten Fahrzeugen sind schädliche Materialien oder Inhaltsstoffe aufgetreten. Somit wurden alle Alters- und Gesellschaftsgruppen auf die eine oder andere Weise gefährdet. Dennoch fällt es den Verbraucherschützern schwer, den E-Commerce von solchen Produkten zu reinigen. Im vergangenen Jahr waren beispielsweise 244 Artikel im Onlinehandel zu finden, die eigentlich bereits vom Markt genommen worden waren. Das stellt einen beträchtlichen Anstieg dar.

Gefährliche Produkte im E-Commerce stammen vor allem aus China

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Es sind vor allem Produkte aus China, die von der EU-Verbraucherschutzkommission als gefährlich eingestuft wurden. Rund 53% der Warnungen wurden aufgrund von Produkten ausgelöst, die aus dem Land der Mitte stammen. Bei europäischen Produkten schlug das Warnsystem hingegen nur 468 Mal an. Hierbei kommt den Behörden das Frühwarnsystem Rapex zugute. Dieses ist bereits seit 2004 im Einsatz und leistet zuverlässige Dienste. Sobald ein EU-Land und drei weitere Mitglieder eine Meldung zu einem bestimmten Produkt machen, kann mit verschiedenen Maßnahmen wie einer Rückrufaktion oder einem Verkaufsstopp reagiert werden. Deutschland hat 2016 beispielsweise 319 Meldungen gemacht und 1.400 Reaktionen gezeigt. Prominentestes Beispiel ist vermutlich das Samsung Galaxy Note 7. Hier wurde zunächst eine Warnung in Großbritannien ausgesprochen, wodurch eine Rückholaktion in die Wege geleitet wurde.

Amazon, eBay und Alibaba arbeiten mit der EU-Verbraucherschutzkommission zusammen

Aufgrund der vielen verschiedenen Verkaufswege ist es für Verbraucherschützer nahezu unmöglich, sämtliche gefährlichen Produkte im E-Commerce zu erkennen und aus dem Markt zu entfernen. Deswegen ist die EU-Verbraucherschutzkommission besonders froh, dass sie ein Abkommen mit Amazon, eBay und Alibaba abschließen konnte. Diese Vereinbarung besagt, dass die Plattformen gemeinsam den Verkauf von Produkten stoppen, die über das Schnellinformationssystem als gefährlich eingestuft wurden. Somit wird die Zahl an im Verkauf befindlichen gefährlichen Produkte drastisch reduziert. Für die Behörde ist es ein besonders großer Erfolg, dass sie Alibaba für diese Allianz gewinnen konnte. Immerhin ist China einer der größten Produzenten von gefährlichen Waren. Die Übereinkunft stellt somit einen wichtigen Schritt hin zu mehr Sicherheit und Transparenz im E-Commerce dar. Hierdurch können sich Nutzer beim Shoppen im Onlinehandel sicherer fühlen. Das kommt nicht zuletzt den Plattformen zugute, deren kostbarste Währung das Vertrauen ihrer Kunden und Nutzer ist.

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