Zum Inhalt springen
Ihr Kompass für die digitale Welt.
Consumer & Digital Life

AMD bringt FSR 4.1 auf die Radeon RX 6000, Handhelds mit Ryzen Z2 folgen je nach Hersteller

AMD bringt FSR Upscaling 4.1 mit dem Treiber Adrenalin 26.10.1 auf die Radeon RX 6000. Handhelds mit Ryzen Z2 bekommen ein schlankeres Modell, doch der Zeitpunkt liegt bei den Geräteherstellern.

Grafikkarte und Handheld als Symbol für FSR 4.1 auf älterer Radeon-HardwareDieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellgpt_image_2PromptGaming PC graphics card with red accent lighting next to a handheld gaming console on a desk, dramatic moody lighting, shallow depth of field. Photorealistic editorial magazine photo, 16:9. Absolutely no text, no letters, no numbers, no logos, no brand marks.
FSR 4.1 erreicht mit dem Adrenalin-Treiber auch ältere Radeon-Karten und Handhelds (Symbolbild)

Mit dem Treiber Adrenalin Edition 26.10.1 schaltet AMD das KI-Upscaling FSR Upscaling 4.1 offiziell für die Radeon RX 6000 frei, ebenso für Ryzen AI Max und Ryzen AI 9. Auf Handhelds mit Ryzen Z2 Extreme oder Z2 A hängen Verfügbarkeit und Zeitpunkt laut AMD vom Gerätehersteller ab. Das Spiel muss FSR unterstützen, und RX 6000 sowie Handhelds laufen mit angepassten Modellen statt mit dem Original der RX 9000. Ein neues Gerät brauchen Sie dafür nicht, einen aktuellen Treiber und ein passendes Spiel schon. Das gilt nach Herstellerangaben, unabhängige Messwerte liegen bislang nicht vor.

Welche Radeon-Karten und Prozessoren FSR 4.1 jetzt bekommen

Laut der Ankündigung im AMD-Newsroom vom 20. Oktober 2026 erhalten diese Hardwareklassen FSR Upscaling 4.1: Radeon RX 6000, Ryzen AI Max, Notebooks mit Ryzen AI 9 sowie Handhelds mit Ryzen AI Z2 Extreme, Ryzen Z2 Extreme und Ryzen Z2 A. Als Teil von Adrenalin 26.10.1 ist die Funktion Bestandteil des regulären Treiberpakets.

Die Release Notes des Treibers nennen konkreter: FSR 4.1 Support für Radeon RX 6000, Ryzen AI Max 300 und 400 sowie Ryzen AI 9 300 und 400. ComputerBase ordnet die Codenamen zu. Die RX 6000 basiert auf RDNA 2. Ryzen AI Max 300 heißt Strix Halo, die 400er-Reihe Gorgon Halo. Ryzen AI 9 300 läuft unter Strix Point und Krackan Point, die 400er-Reihe unter Gorgon Point. Diese Prozessoren nutzen die Grafikarchitektur RDNA 3.5.

Die Handheld-Chips tauchen in den Release Notes nicht auf. Dass Z2 A, Z2 Extreme und AI Z2 Extreme profitieren, stützt sich auf den AMD-Newsroom und auf ComputerBase, das die drei Chips als „ab sofort“ versorgt führt. Die Release Notes allein belegen die Handheld-Unterstützung also nicht.

Die Xbox Series X|S soll FSR 4.1 ebenfalls bekommen. AMD schreibt „coming soon“, im Video äußert sich Xbox-CTO Scott Van Vliet dazu. Einen Termin nennt weder AMD noch ComputerBase. Die PlayStation 5 steht nicht auf der Liste. Laut ComputerBase erhält sie stattdessen PSSR beziehungsweise QSSR, also Sonys eigene Upscaling-Verfahren.

Für Sie heißt das: Wer eine RX 6000 im Rechner hat, also eine Karte aus der Generation von 2020, bekommt das Upscaling über den Treiber. Wer ein Notebook mit Ryzen AI 9 oder einen Mini-PC mit Ryzen AI Max besitzt, ebenfalls. Wie sich Ryzen AI Max abseits des Spielens schlägt, zeigt ein Mini-PC mit Ryzen AI Max 395 für lokale KI. Hier geht es nur um die Grafikseite, und die ist laut Liste abgedeckt. Nicht genannt werden Radeon-Karten vor der RX 6000. Eine fehlende Angabe belegt kein Nein, aber ohne Nennung gibt es keine Zusage.

Warum FSR 4 erst nur auf der RX 9000 lief

FSR 4 erschien 2025 exklusiv für die Radeon RX 9000. Im Unterschied zu früheren FSR-Versionen, die mit handgeschriebenen Algorithmen arbeiteten, rekonstruiert FSR 4 das Bild mit einem neuronalen Netz. Das ist die Technik hinter dem „KI-Upscaling“: Ein trainiertes Modell schätzt aus dem niedriger aufgelösten Bild und weiteren Spieldaten ab, wie das hochaufgelöste Bild aussehen müsste.

dm-Einordnung: Solche Modelle rechnen sich besonders gut auf Hardware, die für niedrige Genauigkeit ausgelegt ist, und das Original der RX 9000 ist an deren Architektur angepasst. AMD selbst nennt für die damalige Beschränkung keine Gründe.

Im Juli 2026 folgte FSR 4.1 für die Radeon RX 7000. Dort kam ein INT8-Modell zum Einsatz. INT8 bedeutet, dass das Netz mit 8-Bit-Ganzzahlen rechnet statt mit Gleitkommazahlen höherer Genauigkeit. Das spart Speicher und Rechenaufwand, und Ganzzahlrechnung beherrschen praktisch alle GPUs, auch ohne spezielle KI-Einheiten für Gleitkommaformate. dm-Einordnung: Genau deshalb kann ein solches Modell auf Karten laufen, für die das Original nicht gedacht war.

Jetzt hat AMD dieses INT8-Modell aus der RX-7000-Version weiter optimiert und damit die RX 6000 ermöglicht, die erstmals 2020 erschien. Die Karten haben also keine nachgerüsteten KI-Einheiten bekommen, das Modell wurde an sie herangeführt. Das erklärt, warum es sich um angepasste Modelle handelt und nicht um dasselbe Netz wie auf der RX 9000.

Zur Qualität gibt es bisher nur eine Herstellerangabe: AMD sagt, die Bildqualität sei deutlich besser als bei FSR 3.1. Die Benchmarks, die AMD mit einer RX 6800 XT und einer ROG Xbox Ally X zeigt, sind Herstellerbilder und keine Testwerte. Ob das Ergebnis auf einer RX 6000 dem der RX 9000 nahekommt, lässt sich ohne unabhängige Vergleiche nicht sagen, und das Modell ist ausdrücklich ein anderes.

dm-Einordnung: Dass die Ganzzahlvariante überhaupt trägt, ist der eigentliche Punkt der Meldung. Die Frage war lange, ob sich KI-Upscaling von AMD auf älterer Hardware lohnt, und die Antwort liegt nun im Modelldesign statt in neuen Chips. Wie gut es sich im Alltag schlägt, werden Tests zeigen müssen.

Handhelds und Notebooks bekommen ein schlankeres Modell

FSR 4.1 auf dem Handheld: Person spielt auf einer Handheld-KonsoleDieses Bild wurde komplett mit KI generiertProviderhiggsfieldModellgpt_image_2PromptYoung person playing a game on a handheld gaming console on a couch, vibrant abstract game scene on the screen, cozy evening light. Photorealistic editorial magazine photo, 16:9. Absolutely no text, no letters, no numbers, no logos, no brand marks.
Bei Handhelds entscheidet der Gerätehersteller über den Zeitpunkt (Symbolbild)

Für Ryzen AI 9 und die Z2-Handhelds hat AMD laut Newsroom eine „neue, effizientere Version“ von FSR 4.1 gebaut, zugeschnitten auf diese Hardwareklasse. Nähere technische Angaben macht AMD nicht. dm-Einordnung: Handhelds arbeiten mit knappem Energiebudget, und jede Millisekunde, die das Upscaling selbst benötigt, geht von den Bildern pro Sekunde ab, die es eigentlich einsparen soll. Ein Modell, das weniger rechnet, kann sich dort eher lohnen.

Ob das schlankere Modell weniger Bildqualität liefert als das RX-6000-Modell, sagt AMD nicht. Wer das vermutet, rät. Belegt ist nur, dass es zwei angepasste Varianten gibt.

Bei der Verfügbarkeit gibt AMD einen klaren Vorbehalt vor: „Feature availability and release timing may vary by device. Check with your handheld original equipment manufacturer for official timelines.“ Auf Deutsch: Funktion und Zeitpunkt können je Gerät abweichen, die offiziellen Zeitpläne erfragen Sie beim Handheld-Hersteller. dm-Einordnung: Bei Handhelds laufen Treiber oft über den Gerätehersteller und nicht direkt über AMD.

Das könnte auch erklären, warum die Release Notes zu 26.10.1 die Z2-Chips nicht nennen (dm-Einordnung). Welche Hersteller wann liefern, hat AMD nicht mitgeteilt. Ein Gerät wie die ROG Xbox Ally X taucht nur in AMDs Benchmarkbildern auf, nicht mit einer Terminzusage.

Wie ein Handheld unter Windows mit AMD-Treibern auch abseits von AMD an Tempo gewinnen kann, zeigt der Vulkan-Treiber RADV unter Windows. Mit FSR 4.1 hat das nichts zu tun, aber es verdeutlicht, wie stark Treiberarbeit die Leistung von Handhelds bestimmt.

dm-Einordnung: Prüfen Sie bei Ihrem Handheld die Update-Hinweise des Herstellers, bevor Sie einen AMD-Treiber von Hand installieren. Ob und wann FSR 4.1 unter Linux kommt, sagt AMD nicht.

Was Sie für FSR 4.1 brauchen und wo die Grenzen liegen

Voraussetzung auf dem PC ist der Treiber Adrenalin Edition 26.10.1, laut ComputerBase ein WHQL-Treiber, also von Microsoft zertifiziert. Er bringt außerdem Unterstützung für neue Spiele mit, darunter Call of Duty: Modern Warfare 4, und behebt Stottern in diesem Spiel auf der RX 6000 und neuer.

Das zweite Kriterium ist das Spiel. FSR 4.1 wirkt nur dort, wo der Titel FSR unterstützt. AMD nennt über 400 Spiele, die FSR nutzen können, aber nicht zwingend mit allen Funktionen. Ob Ihr Lieblingsspiel das neue Modell aufnimmt oder nur ältere FSR-Stufen kennt, hängt also vom einzelnen Titel ab. Eine vollständige Liste veröffentlicht AMD nicht. Prüfen Sie die Angaben des Spiels oder der Entwickler.

Einschränkungen gibt es bei der Technik. FSR 4.1 für Vulkan hat AMD angekündigt, einen Termin gibt es nicht. Wer ein Vulkan-Spiel spielt, sollte also nicht mit sofortiger Unterstützung rechnen. Ebenfalls angekündigt, aber ohne Datum, ist besseres Frame Pacing für Frame Generation. Frame Pacing beschreibt, wie gleichmäßig die Bilder ausgegeben werden. Ungleichmäßige Abstände lassen ein Spiel trotz hoher Bildrate ruckeln.

Die Known Issues der Release Notes betreffen zum Teil andere Hardware, sind aber für den Treiberwechsel relevant. Genannt werden ein Black Screen bei Fallout 76 auf Ryzen AI Max PRO 400 und Abstürze bei Overlays, die mit dem Performance-Metrics-Overlay zusammenhängen. dm-Einordnung: Wer Leistungsanzeigen im Spiel einblendet, sollte bei Abstürzen zuerst diese Anzeige abschalten.

Die Xbox Series X|S bleibt vorerst außen vor, der Termin ist offen. Vom Treiber hängt dort nichts ab. Und wer eine Karte vor der RX 6000 besitzt, findet sie nicht in den Listen.

Was sich tatsächlich verbessert, wird sich erst zeigen, wenn unabhängige Tests mit der RX 6000 und den Handheld-Modellen vorliegen. Bis dahin gelten AMDs Angaben zur Qualität gegenüber FSR 3.1 als Herstellerversprechen. dm-Einordnung: Ein sinnvoller erster Schritt ist, den Treiber zu installieren und bei einem Spiel, das FSR unterstützt, die Bildqualität selbst gegen die bisherige Einstellung zu vergleichen.