Drohnen über den Feldern – digitale Technologien in der Agrarwirtschaft

Digitale Agrarwirtschaft
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Die Agrarwirtschaft wird immer digitaler. Hiervon profitieren die Erzeuger ebenso wie die Konsumenten. Drohnen und Maschinen sorgen dafür, dass Kosten bei der Herstellung sinken und dass die Erzeugnisse von hoher Qualität sind. Bedarfsgerechtes Wirtschaften mit ökologischem Anspruch ist hierdurch möglich. Allerdings sehen sich die Landwirte mit einigen Schwierigkeiten konfrontiert, weswegen die Digitalisierung ihrer Arbeitswelt noch nicht so weit vorangeschritten ist, wie sie es sein könnte.

Die Agrarwirtschaft steht der Digitalisierung offen gegenüber

Eine Umfrage unter 850 Landwirten hat ergeben, dass die Digitalisierung in der Agrarwirtschaft eine wichtige Rolle spielt. 80% der Befragten gaben an, dass in ihren Augen die digitale Transformation „sinnvoll“ oder sogar „sehr sinnvoll“ für ihren Berufszweig sei. Entsprechend offen stehen sie neuen Technologien gegenüber und nutzen diese bei ihrer täglichen Arbeit. Diese gehen längst über Melkroboter hinaus, die eine effiziente und tierfreundliche Art des Melkens ermöglichen. Vielmehr kommen auch Drohnen und Management-Software zum Einsatz, um die Betriebe in der Landwirtschaft ökonomischer zu machen.

Mittlerweile hat die Landwirtschaft in Sachen Digitalisierung eine Vorreiterrolle eingenommen. In kaum einem anderen Wirtschaftsbereich hat bereits bei so vielen Unternehmen ein Umdenken eingesetzt, sodass sie sich digitale Technologien zugelegt haben. Durch einen immensen Konkurrenzdruck und einen immer weiter aufkeimenden Preiskampf überleben aber nur diejenigen Betriebe, die sich neuen Technologien nicht verschließen und diese in ihre Arbeit einfließen lassen. Entsprechend ist die Landwirtschaft in Deutschland aktuell sehr modern und arbeitet in vielen Bereichen mit digitalen Technologien.

Der Nutzen der Digitalisierung für die Agrarwirtschaft

Auf den Wiesen und Feldern der Landwirte ist das autonome Fahren schon heute Realität. Vielfach sind selbst fahrende Traktoren unterwegs und auch eigenständige Erntemaschinen kommen zum Einsatz. In den Ställen helfen Melkroboter beim Umgang mit den Tieren und durch Fütterungsautomaten sparen die Landwirte ebenfalls eine Menge Zeit. Das Schöne an solchen Maschinen ist, dass sie ein bedarfsgerechtes Arbeiten ermöglichen. So bekommen die Tiere dank der Maschinen exakt das Futter, das sie benötigen, und das Einholen der Ernte gelingt besonders schnell und effizient.

Ebenfalls eine große Hilfe in der Landwirtschaft stellen Drohnen dar. Diese kommen bei der Zustandsmessung von Pflanzen und Böden zum Einsatz und helfen den Landwirten dabei, ihre Kulturpflanzen zu schützen. In einigen Fällen dienen Drohnen zudem dazu, Pflanzenschutzmittel über den Äckern auszubringen. Ebenfalls häufig im Einsatz sind Sensoren. Diese dienen beim Smart-Animal-Farming dazu, den Gesundheitszustand der Tiere im Blick zu haben. Durch eine umfassende Kontrolle der Vitalwerte beugen die Landwirte somit Krankheiten und anderen Unannehmlichkeiten mit den Tieren vor.

Die Steuerung der Maschinen und die Auswertung ihrer Daten ist allerdings nur mit einer professionellen Farm-Management-Software möglich. Diese koordiniert die verschiedenen Tools und hilft bei der Nutzbarmachung ihrer Daten. Somit haben die Landwirte alle relevanten Fakten stets zur Verfügung und ergreifen mit deren Hilfe schnell und zielgerichtet geeignete Maßnahmen.

Diesen Hindernissen und Schwierigkeiten sehen sich Landwirte bei der Digitalisierung gegenüber

Trotz der bereits erreichten Erfolge ist die Digitalisierung in der Agrarwirtschaft noch nicht so weit, wie sie sein könnte. Das liegt unter anderem an den hohen Anschaffungskosten, die mit dem Kauf solcher Maschinen verbunden sind. Viele Landwirte können oder wollen eine solche Investition nicht tätigen. Hinzu kommt, dass es mit dem Kauf der digitalen Technologien nicht getan ist. Immerhin müssen diese implementiert und gewartet und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Umgang mit ihnen geschult werden.

Ein ebenfalls großes Problem ist die nur schwach ausgeprägte Breitbandversorgung in den ländlichen Gebieten. Viele Technologien setzen den Zugang zum Internet voraus, weswegen sie in einigen Regionen gar nicht zum Einsatz kommen können. Ein weiteres großes Thema ist der Datenschutz. Die Landwirte sind beim Einsatz solcher Technologien dazu verpflichtet, die vorhandenen Daten zu schützen und Unbefugten den Zugriff darauf zu verweigern. Außerdem wollen sie die Datenhoheit behalten und ausschließlich darüber entscheiden, was mit den einzelnen Informationen geschieht. Das ist in der Praxis aber nicht immer einfach.

Das große Potenzial der Digitalisierung in der Agrarwirtschaft

Grundsätzlich setzen die Landwirte jedoch große Hoffnungen in die Digitalisierung ihrer Betriebe. Richtig eingesetzt, sorgen digitale Technologien für eine effiziente Nutzung von Ressourcen. Hierdurch sparen die Betriebe eine Menge Geld und die Belastung der Umwelt wird minimiert. Außerdem sind solche Technologien grundsätzlich in der Lage, sanft und schonend zu arbeiten, was dem Tierwohl zugute kommt.

Nicht zuletzt bietet die Digitalisierung eine Vielzahl von Kommunikationswegen. Die landwirtschaftlichen Betriebe können so besser mit ihren Kundinnen und Kunden in Kontakt treten und sich austauschen. Ferner sind sie in der Lage, ihre Produkte sehr genau zurückzuverfolgen. Das bringt Vorteile in Bezug auf die Prozessdokumentation und eine ökologische Produktion. Kritiker bezweifeln zwar, dass all diese Vorteile parallel genutzt werden können, grundsätzlich bietet die Digitalisierung der Agrarwirtschaft jedoch ein hohes Optimierungspotenzial.

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