Förderung von KI in Deutschland – Bitkom-Präsident hält die Maßnahmen für zu pauschal

Angesichts des deutschlandweit großen Nachholbedarfs in Sachen Digitalisierung möchte die Bundesregierung KI (künstliche intelligenz) fördern. Achim Berg, Präsident des Digitalverbands Bitkom, begrüßt diese Idee grundsätzlich, hält ihre Umsetzung jedoch für zu pauschal. Außerdem fordert er mehr Flexibilität bei Maßnahmen zur digitalen Transformation, wie sie sich aktuell in anderen Ländern bewähre.

Ein realistisches Bild der Digitalisierung in Deutschland

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In Deutschland gibt es zwei Sichtweisen zur Digitalisierung: Entweder prägt sie unser gesamtes Leben oder wir verschlafen sie gerade komplett. Einen Mittelweg diagnostiziert quasi keiner. Eine angenehme Ausnahme bildet der Präsident des Digitalverbands Bitkom, Achim Berg. Er sieht Deutschland in einigen digitalen Bereichen auf einem guten Weg. Hier nennt er im Podcast „So techt Deutschland“ von ntv beispielsweise das autonome Fahren und die Telekommunikation.

Gleichzeitig benennt Berg aber auch eindeutig die vielen Schwierigkeiten, die hierzulande in Sachen Digitalisierung noch bestehen. Er setzt sich somit für ein realistisches Bild der Digitalisierung in Deutschland ein, das für eine erfolgreiche digitale Transformation unverzichtbar ist.

Mehr Flexibilität bei der Digitalisierung

Berg beklagt, dass digitale Maßnahmen in Deutschland nach wie vor mit zu viel Bürokratie verbunden seien. So würde es teilweise mehrere Jahre dauern, bevor ein Funkmast für das 5G-Netz bewilligt sei. Erst dann könne mit dem tatsächlichen Bau begonnen werden. Für Unternehmen besteht somit nur ein geringer Anreiz, sich auf diese Verfahren einzulassen und solche Masten aufzustellen. Die Folge sei, dass in vielen Regionen Deutschlands die digitale Transformation nicht von der Stelle käme und viele Betriebe im Vergleich mit der Konkurrenz zurückblieben.

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Berg fordert daher neue Regelungen in Anlehnung an das spanische Modell. Hier haben Betreiber von Hause aus die Erlaubnis, solche Masten dort zu planen und aufzustellen, wo sie es für richtig halten. Ist alles in Ordnung, ist das ein Gewinn für die Betriebe, den spanischen Staat und die Endverbraucher. Halten sich die Unternehmen nicht an geltendes Recht, werden sie dazu verpflichtet, die Masten wieder zurückzubauen. Da sich kein Unternehmen eine solche Fehlinvestition leisten kann und will, kämen solche Rückbauten aber quasi nicht vor. Eine ähnliche Flexibilität bei der Digitalisierung wünscht sich Berg auch für Deutschland.

Politik zeigt Interesse, aber…

Berg steht in direktem Gespräch mit politischen Endscheidungsträgern und stellt diesen seine Ideen und Anregungen vor. Er sagt, dass bei der Politik ein grundsätzliches Interesse an seinen Ausführungen bestehe. Die zuständigen Politiker würden ihm zuhören und sich auf seine Vorschläge einlassen. Allerdings hat er den Eindruck, dass sie auch sehr froh seien, wenn er wieder weg wäre. Er diagnostiziert der deutschen Politik somit, die Dringlichkeit des Problems durchaus erkannt zu haben und offene Ohren für Experten aus der Branche zu haben. Allerdings ergäben sich aus solchen Gesprächen zu selten konkrete Handlungen und Entscheidungen, die einen echten Mehrwert für die Digitalisierung in Deutschland darstellen würden.

Mehr Fokussierung bei der Förderung von KI

Ein weiterer Themenbereich, auf den Berg eingeht, ist die von der Bundesregierung beschlossene Förderung von KI. Er selbst ist fest davon überzeugt, dass KI für die Betriebe in der Zukunft eine zentrale Rolle spielen wird und dass ihre Förderung ein guter und wichtiger Schritt sei. Daten würden in den kommenden Jahren immer mehr an Bedeutung und Wert gewinnen und somit für Unternehmen und Staaten gleichermaßen relevant sein. Sich also schon heute auf KI und deren Umgang mit Informationen beziehungsweise ihre Verarbeitung von Daten einzulassen, sei eine gute Entscheidung.

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Allerdings bemängelt Berg, dass die Art der Förderung viel zu allgemein und unpräzise sei. Er hält es nicht für möglich, einfach so KI zu fördern. Ein solches Vorgehen mit der Gießkanne könne nicht zum Erfolg führen. Stattdessen sei es wichtig, gezielt Projekte auszuwählen, die förderungswürdig sind. Die Bundesregierung müsse ein klares Digitalkonzept verfolgen und gezielt solche Projekte und Ideen fördern und unterstützen, die zur Umsetzung dieses Konzepts beitrügen. Speziell die Medizintechnik und das autonome Fahren haben für Berg hohe Relevanz. Gleichzeitig hätten die Menschen digitalen Neuerungen in diesen Bereichen gegenüber viele Vorbehalte. Eine vorrangige Aufgabe der Bundesregierung sei es daher, solche Ängste gezielt abzubauen und die Akzeptanz der Digitalisierung in der Bevölkerung zu erhöhen.

Hier können Sie sich die ganze Podcastfolge anhören:

 

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