Digitales Lernen: Auf die richtige Methode kommt es an

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Die Welt wird digitaler und in vielen Branchen wird der Sprung gewagt, einen Teil des Alltagsgeschäfts ins Netz zu verlegen. Auch (Hoch)Schulen, Universitäten und Betriebe gehen diesen Schritt. Wie zukunftsträchtig sind Homeschooling, Fernstudien oder virtuelle Musikschulen aber wirklich?

Deutschland wird digitaler – das Lernen spielt eine wichtige Rolle

Spätestens seit es nicht mehr anders ging, ist auch in Deutschland das Thema Digitalisierung lauter geworden und besonders beim Lernen spielt es heute eine Rolle. Moderne Techniken machen es möglich, von Zuhause aus Neues zu lernen, Fortbildungen zu absolvieren und Inhalte zu erfassen. Das trifft auf schulischen Lernstoff zu, aber auch auf Freizeitbeschäftigungen wie das Lernen eines Musikinstruments. Früher war es der Aushang am Schwarzen Brett von lokalen Klavierlehrern, der für Musikbegeisterte relevant war. Und heute? Spielend Klavier lernen: Onlinekurs mit Franz Titscher – so lautet die digitale Version des schwarzen Brett-Anschlags. Ist das Lernen im Netz aber wirklich effektiv und was ist dabei möglich?

Die technischen Möglichkeiten sind grundsätzlich vorhanden, problematisch zeigt sich hingegen der zu vollziehende Kulturwandel. Digital zu lernen, heißt nicht, mit Smartboards im Klassenzimmer die gute alte Tafel zu ersetzen. Eine bisher rein analoge Schule kann auch nicht mit einem Fingerschnippen in einen digitalen Tempel verwandelt werden. Es ist ein Paradigmenwechsel erforderlich, der die Bereitschaft aller Beteiligten benötigt, denn es muss umgedacht werden.

Ausrüstung vorhanden – die Technik ist nicht das Problem

Beim Thema Digitalisierung ist nicht die fehlende Ausrüstung das Problem, sondern die Bereitschaft, diese auch wirklich anzuwenden. Gerade für ältere Lehrkräfte an Schulen, aber auch Universitäten, ist die neue Welt befremdlich und der Wunsch, das laufende (oder auch nicht laufende) System beizubehalten, ist groß. Dabei könnte sich aus den vielen Neuerungen ein interessantes Konzept erschließen. Die jungen, oft technikaffinen Schüler könnten einmal selbst in die Rolle der Lehrkraft schlüpfen, um die modernen Techniken an den Mann und die Frau zu bringen. Zum digitalen Lernen stehen verschiedene Möglichkeiten bereit:

  • Das Smartboard: Es ist der Ersatz für die frühere Schultafel und kann interaktiv genutzt werden. Inhalte lassen sich vorbereiten, direkt vom Laptop hochladen oder auf die Geräte des Schülers ausspielt. Auf diese Weise kann Wissen vielfältiger und flexibler gestaltet werden.
  • Der Computer: Der PC ist das Basic-Equipment beim digitalen Lernen. Er eignet sich, um Lernstoff anzuhören, zu sehen, zu lesen, aber auch um zu zeichnen, schreiben und interaktiv zu verändern. Recherchen per Internet, digitales Vokabeltraining, allein durch die Nutzung des Computers sind große Veränderungen möglich.
  • Smartphone & Tablet: Das Smartphone ist die kleine Schwester des Computers und daher die optimale Ergänzung zum PC-gesteuerten Lernen. Die Reichweite wird erhöht, Schüler können sich für Gruppenarbeiten voneinander trennen, in andere Räume zurückziehen und stehen dank geeigneter Software gleichzeitig unter Beobachtung der Lehrkraft.
  • VR- und AR-Anwendungen: Noch digitaler und zukunftsträchtiger wird der Lerneffekt durch interaktive und begehbare Welten, die per VR- und AR-Technologie geschaffen werden können. Die Gamingbranche zeigt seit Langem, dass es hier Potenzial gibt und die Lernpraxis könnte durch die Integration massiv verändert werden.
  • Robotertechnik: Die Nutzung programmierbarer Roboter klingt noch nach Zukunftsmusik, ist aber langfristig durchaus denkbar und könnte vor Schüler einen erheblichen Vorteil mitbringen. Vor allem die Bereiche Informatik und Logik lassen sich durch den Selbstbau eines solchen Roboters schulen.

Hat digitales Lernen wirklich einen praktischen Vorteil?

Gemessen am EU-Standard liegt Deutschland unter dem Durchschnitt bezüglich digital gut aufgestellter Schulen. Aber wie zielführend ist das digitale Lernen in der Praxis eigentlich wirklich? Entstehen Vorteile, die für die Schüler von großem Mehrwert sind? Können der Klavierunterricht Zuhause und das Fernstudium wirklich zum Erfolg führen? Eindeutig ja, denn am Beispiel von Fernuniversitäten kann schon jetzt gezeigt werden, dass Lernen in Selbstbestimmung funktioniert. Das Konzept gab es schon lange, bevor die Digitalisierung umgesetzt wurde. Damals lernten Fernstudenten noch mit Buch und Stift.

Digitale Medien machen es nun möglich, dass Lernstoffe greifbar und lebensnah aufbereitet werden können. Auch das Thema Gamification spielt dabei eine Rolle. Der spielerische und digitale Ansatz von Wissensvermittlung kann vor allem in Bereichen zum Einsatz kommen, wo sich Schüler schwertun, die neuen Inhalte zu begreifen und das Buch zum Nachlesen nicht ausreicht.

Der wohl größte Vorteil ist die Anpassung des Lernens an die eigenen Stärken und Schwächen. Viele Schüler gehen im Pulk ihrer Klassenkameraden unter, weil ihre Schwächen nicht kompensiert werden können. Folglich hagelt es schlechte Noten, die nicht nötig wären. Durch die digitale Aufbereitung von Inhalten kann jeder Schüler individuell auf seinem Niveau lernen und hat Lernmedien immer wieder bei der Hand, um nicht begriffenen Schulstoff noch einmal zu wiederholen. Die Chance, Schüler auf unterschiedlichem Kenntnisstand aufzufangen und mitzunehmen, erweitert sich stark.

Die Zukunft von Universitäten und Schulen auf dem Prüfstand?

Die Vorstellung, dass es in einigen Jahren keine klassischen Schulen mehr geben könnte, ist grotesk und unrealistisch. Die Schule als solche wird mit hoher Wahrscheinlichkeit erhalten bleiben, doch die Konzepte könnten völlig verändert werden. Langfristig werden Schüler, Lehrkräfte und Eltern profitieren, doch der Weg zur vollständigen Umsetzung wird kein leichter sein. Allerdings wird die Veränderung nicht nur Schulen betreffen, auch in Betrieben wird Lernen künftig einen neuen Stellenwert bekommen.

Fortbildungen, Präsentationen, Informationsveranstaltungen – all das kann prognostisch in der Zukunft in Form von Hybridveranstaltungen oder reinen Onlineveranstaltungen konsumiert werden. Generell scheint die Zukunft des Lernens hybrid zu sein, eine Mischung aus analogem und digitalem Lernen, was für jeden Bereich die besten Ergebnisse erzielt. Der direkte Kontakt zur Lehrkraft, zum Tutor oder zum Projektleiter wird nicht gänzlich verloren gehen, denn er ist eine Motivation.

Lernen lässt sich dank der Digitalisierung, aber in der Zukunft besser skalieren und handhaben. Für Unternehmen könnte das bedeuten, dass mehr Mitarbeitende zur gleichen Zeit zielsicher weitergebildet werden können. Vorteil ist dabei die bleibende Individualität, denn während der Lehrgang irgendwann abgeschlossen ist, kann beim digitalen Lernen jeder Teilnehmer in seinem Tempo neues Wissen verarbeiten.

Digitales Lernen oder auch Lernen 4.0 bedeutet nicht, dass zwanghaft jeder Bereich digitalisiert wird. Das Ziel ist es, E-Learning dort einzusetzen, wo es einen Mehrwert verspricht und damit flexibler agieren zu können. Das trifft auf klassische Lernsituationen wie die Schule, aber auch auf den Freizeitbereich, beim Lernen für den Führerschein, Erlernen eines Instruments oder Fortbildung per Fernstudium zu.

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