Digitaler Hürdenlauf: diese Hindernisse müssen Unternehmen bei der digitalen Transformation überwinden

Digitaler Hürdenlauf – diese Hindernisse müssen Unternehmen bei der digitalen Transformation überwinden
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Noch immer kommt die Digitalisierung in zahlreichen Betrieben nur schleppend voran. Woran das liegt, wollte eine aktuelle Wipro-Studie herausfinden. Zu diesem Zweck wurde eine Umfrage unter Führungskräften durchgeführt, um die größten Hindernisse bei der Umsetzung der digitalen Transformation zu ermitteln. Vor allem Personalfragen erschweren hiernach digitales Arbeiten aktuell noch sehr. Dafür ist das gemeinsame Verständnis davon, was die Digitalstrategie des eigenen Betriebs ist, in den letzten zwei Jahren gewachsen.

Wichtige Fakten zur Wipro-Studie

Für die Studie wurden 1.400 Führungskräfte von Unternehmen aus der ganzen Welt befragt. Sie sollten den Erfolg der digitalen Transformation in ihrem Betrieb einschätzen und sagen, welche Hindernisse einer erfolgreichen Umsetzung gegebenenfalls im Weg stehen. Die Befragten kamen durchweg aus Firmen mit mindestens 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von mindestens 500 Millionen Euro. Hierbei handelte es sich um CEOs, CDOs und CFOs mit großen Kompetenzen. In der EU nahmen insgesamt 400 Unternehmen teil, davon 200 aus der sogenannten DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz). Deutschland ist mit 100 Firmen beteiligt, Österreich und die Schweiz mit jeweils 50.

Personalfragen sind eine große Hürde

Ein Haupthindernis bei der digitalen Transformation ist der Studie zufolge das Personalwesen. Unternehmen gelingt es nach wie vor nur mäßig, die einzelnen Abteilungen miteinander zu vernetzen und sie gemeinsam an einem Strang ziehen zu lassen. Noch immer gibt es zu selten eine Person, die ausdrücklich und ausschließlich für die digitalen Belange einer Firma zuständig ist. Das hat zur Folge, dass Zuständigkeiten, Kompetenzen und Pflichten nicht eindeutig vergeben sind. Hierdurch fehlt es an Koordination und Zusammenarbeit.

Das Ziel muss es daher sein, die einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser aufeinander abzustimmen. Das bedeutet aber auch, sie für die Digitalisierung zu begeistern und bei der Umsetzung des Digitalkonzepts mit ins Boot zu holen. Alle müssen die Notwendigkeit und den Nutzen digitaler Technologien und Methoden erkennen. Nur dann setzt die gesamte Belegschaft diese neuen Möglichkeiten zum Wohle der Firma ein und arbeitet hierbei vernetzt und im Team.

Diese weiteren Schwierigkeiten verlangsamen die digitale Transformation

Es gibt aber noch viele weitere Gründe, aus denen sich die Digitalisierung in vielen Betrieben hinzieht. So beklagen zum Beispiel viele der Befragten, dass ihnen nicht ausreichend Unterstützung seitens der Führungsebene zuteil werde. Andersherum sei es aber auch sehr schwer, die Belegschaft dazu zu bringen, neue, digitale Technologien tatsächlich anzuwenden und im Arbeitsalltag zu nutzen. Viele würden lieber an Altbewährtem festhalten und so arbeiten, wie sie das immer schon gemacht hätten.

Ein weiteres Hindernis ist, dass sich Investitionen nur sehr langsam amortisieren. So dauert es in der Regel mindestens ein Jahr, bevor der sogenannte ROI (Return on Investment) erreicht wurde. Für die Betriebe stellen Investitionen in die Digitalisierung zunächst also einmal eine erhebliche finanzielle Mehrbelastung dar. Zudem sind viele der Befragten über die Schwierigkeiten bei der Beschaffung der notwendigen Finanzmittel in ihrem Betrieb überrascht.

Das hat sich in den letzten zwei Jahren getan

Bereits 2017 hat Wipro eine vergleichbare Studie durchgeführt. Damals hat sich gezeigt, dass viele Führungskräfte noch gar nicht von der Notwendigkeit einer Digitalstrategie und einer digitalen Transformation ihres Betriebs überzeugt waren. Heutzutage sind sich alle einig, dass die Digitalisierung unvermeidlich und ein überlebenswichtiges Tool für die Zukunft ist. Wie die digitale Transformation ablaufen und dieses Tool eingesetzt werden soll, darüber herrscht aber nach wie vor Uneinigkeit.

Außerdem waren 2017 noch rund 25% der Befragten der Meinung, dass in ihrem Betrieb kein einheitliches Bild davon existiere, was Digitalisierung bedeute und wie diese umzusetzen sei. In der aktuellen Studie zeigt sich aber, dass die Belegschaften ein gemeinsames Verständnis von der Digitalisierung haben. Die Führungskräfte haben es in den letzten beiden Jahren also geschafft, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Wichtigkeit des Themas Digitalisierung einzustellen.

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