Corona-Schäden im E-Commerce

In einer aktuellen Umfrage gibt die Mehrzahl der befragten Unternehmen an, dass sich das Corona-Virus schon heute auf ihre Geschäftsprozesse auswirken würde. Zudem rechnen nahezu alle damit, dass sich die Entwicklung im Laufe des Jahres noch verschärfen wird. Entsprechend suchen viele Unternehmen nach Möglichkeiten, um die Folgen der Corona-Krise abzuwenden und gestärkt aus ihr hervorzugehen. Langfristig könnte sich die Pandemie sogar als Segen für die digitale Transformation erweisen.

Schon heute macht sich Corona in der Branche bemerkbar

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH) hat eine Umfrage unter seinen Mitgliedern veranstaltet. Hierbei ging es um die Frage, inwieweit sich die Corona-Krise schon jetzt auf den Onlinehandel auswirkt. An der Umfrage nahmen insgesamt 130 Unternehmen der Branche teil. Insgesamt zeigt die Umfrage deutlich, dass bei den Umsätzen Einbrüche zu verzeichnen sind und dass auch bei den Bestellungen und den Lieferketten Schwierigkeiten auftreten.

Insgesamt gaben 89% der Umfrageteilnehmer an, dass sich die Corona-Epidemie schon heute auf ihre Geschäfte auswirkt. 63,6% verzeichnen sogar bereits Umsatzrückgänge, da die Nachfrage stark eingebrochen ist. Zudem kommt es bei 59,8% zu Lieferverzögerungen und 53,3 % haben keinen Lagerbestand. Entsprechend können sie nicht verkaufen, was ebenfalls zu Umsatzeinbußen führt. Außerdem gaben 40,9% der Befragten an, dass schon jetzt Kunden weniger bestellen würden als noch vor der Krise. Nicht zuletzt sind die Transportkapazitäten der verschiedenen Betriebe teils sehr gering, weswegen für ein Viertel der Befragten schon heute höhere Transportkosten entstanden sind.

Mit diesen Entwicklungen rechnen Unternehmen im Laufe des Jahres

Die Prognosen für die Zukunft sind aufgrund der Pandemie ebenfalls wenig rosig. So rechnen 77% der befragten Unternehmen damit, dass es Schwierigkeiten bei den Lieferungen geben wird, oder dass diese komplett entfallen werden. Daher gehen sie von deutlichem Umsatzrückgängen aus. 57,8% erwarten zudem, dass die Nachfrage unter der Krise deutlich leiden wird. 31,9 % der Firmen rechnen sogar damit, dass einige ihrer Lieferanten insolvent gehen werden, was sich ebenfalls negativ auf die eigenen Geschäftsprozesse und Arbeitsweisen auswirken wird.

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Ein weiteres wichtiges Thema für die Umfrageteilnehmer ist die Liquidität. So gehen 29,6% der Befragten davon aus, dass es im Laufe des Jahres zu Finanzierungsengpässen kommen wird. Demgegenüber rechnet nur ein recht kleiner Prozentsatz von 14,4 % damit, dass die Geschäfte durch die Corona-Krise profitieren könnten. Immerhin würden viele Menschen zu Hause bleiben und dadurch Online-Angebote nutzen. Die meisten rechnen daher nicht mehr mit einem so starken Plus wie noch 2019, als im Bereich der Waren des täglichen Bedarfs 14,1 % Wachstum registriert werden konnte.

Betriebe suchen nach Möglichkeiten, um die Krise abzufedern

Aktuell überlegen sich die Unternehmen, welche Maßnahmen sie ergreifen können und müssen, um in der Krise nicht unterzugehen. So stellt das Direktvertriebsunternehmen „Vorwerk“ beispielsweise seinen Mitarbeitern eine zusätzlichen Prämie von 50 € in Aussicht, wenn sie weiterhin erfolgreich bei den Kunden vor Ort aktiv sind und diesen Produkte verkaufen. Das mag aus betriebswirtschaftlicher Sicht sinnvoll sein, ein Beitrag zur Eindämmung der Corona-Krise ist es definitiv nicht.

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Zudem wird in der Versicherungsbranche mit Nachdruck darüber nachgedacht, digitale Prozesse voranzutreiben. Denn heute zeigt sich, dass die fehlende digitale Ausstattung vieler Vermittler zu Umsatzeinbußen führt. So wünschen sich beispielsweise schon heute 32% Der Teilnehmer einer Umfrage, dass ihre Vermittler die Möglichkeit zur Verfügung stellen, Online-Beratungen zu nutzen. Allerdings können nur 23% der heute aktiven Vermittler solche Serviceleistungen anbieten. Das geschieht beispielsweise mittels einer Videokonferenz. In Zeiten von Corona wären solche Tools äußerst hilfreich, um weiterhin aktiv arbeiten und trotzdem dem „social distancing“ gerecht werden zu können.

Langfristig könnte sich Corona als Segen für die digitale Transformation erweisen

Die Corona-Krise zeigt aktuell knallhart die Schwächen auf, die Unternehmen aufgrund einer mangelnden digitalen Transformation haben. Viele Umsatzeinbußen, die durch die Krise hervorgerufen werden, könnten durch digitale Angebote abgefedert beziehungsweise gemildert werden. Die Leute haben ein Interesse daran, sich online zu informieren und Produkte und Dienstleistungen zu bestellen. Das ist gerade in Zeiten, in denen ein persönlicher Kontakt nicht möglich oder gewünscht ist, besonders wichtig. Entsprechend erkennen die Unternehmen jetzt, dass sie sich auf solche Ausnahmesituationen vorbereiten und digital besser aufstellen müssen.

Hinzu kommt, dass sich das Nutzungs- und Kaufverhalten der Kunden durch die Corona-Krise nachhaltig verändern könnte. Davon ist besonders dann auszugehen, wenn die Pandemie nicht bereits nach ein paar Wochen wieder vorbei ist, sondern sich in die Länge ziehen sollte. Die Kunden gewöhnen sich jetzt daran, Online-Angebote zu nutzen und die digitalen Dienstleistungen verschiedener Unternehmen in Anspruch zu nehmen. Wenn ein solches Verhalten erst einmal zur Gewohnheit wird und sie den Onlinehandel als gleichwertige Alternative zum stationären Handel erkennen, dürfte dies langfristig positive Auswirkungen auf den E-Commerce und die Wirtschaftlichkeit der verschiedenen Firmen haben.

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Patrick Tarkowski
Patrick Tarkowski
Patrick Tarkowski ist studierter Germanist und Anglist und arbeitet bereits seit 2008 als Autor für Onlineshops und Unternehmen. Er ist in ganz unterschiedlichen Themengebieten beheimatet, kennt sich aber speziell in den Bereichen E-Commerce, Online Marketing, Familie und Erziehung sowie SEO aus. Neben Fachtexten schreibt er eigene E-Books, Theaterstücke und Romane und entwickelt Unterrichtsmaterialien.
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