Bayern will bis 2025 Gigabit-Ausbau abgeschlossen haben

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Übersicht:

Der Freistaat Bayern ist in Sachen Digitalisierung und Breitbandausbau immer schon vorangeschritten. Nun sollen alle Haushalte innerhalb der nächsten fünf Jahre Gigabit-Anschlüsse bekommen. Hierbei treten aber gerade in kleinen Gemeinden immer wieder Schwierigkeiten auf. So haben einige Telekommunikationsanbieter kein Interesse am Ausbau der Gigabit-Leitungen oder arbeiten mit unzuverlässigen Subunternehmen zusammen. Einige Gemeinden gehen jetzt Partnerschaften ein, um solche Probleme in den Griff zu bekommen.

Bayern rüstet auf Gigabit-Anschlüsse um

Bereits in der Vergangenheit hat sich Bayern in Sachen Digitalisierung als Vorreiter erwiesen und seine Haushalte mit schnellem Internet ausgestattet. Hierunter verstand der Freistaat Anschlüsse mit mindestens 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Insgesamt 53.000 km Kabel wurden verlegt, was deutlich mehr als einer Erdumrundung am Äquator entspricht. 96% aller bayerischen Haushalte sind bereits mit entsprechenden Leitungen versorgt, sodass es kaum noch weiße Flecken auf der digitalen Landkarte gibt.

Im Rahmen der Corona-Krise hat der Bedarf an schnellem Internet jedoch massiv zugenommen. Viele Menschen arbeiten mittlerweile im Homeoffice und sind somit auf schnelle Leitungen angewiesen. Mit 30 Mbit/s ist es aber nicht getan, wenn parallel andere Familienmitglieder Webradio hören, Filme streamen oder Video-Chats nutzen wollen. Deswegen baut Bayern die bestehenden Leitungen aus und investiert in Gigabit-Anschlüsse.

So geht Bayern bei der Digitalisierung vor

Die bayerische Landesregierung hat einen sogenannten „Höfebonus“ ins Leben gerufen, mit dem selbst abgelegene Regionen und Bauernhöfe an das Glasfaser-Netz angeschlossen werden sollten. Das Ziel war und ist es, die „weißen Flecken“ der Digitalisierung endgültig zu beseitigen. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen ist es aber nötig, von Kupfer- auf Glasfaserkabel umzusteigen, um Gigabits statt Megabits bereitstellen zu können. Das bedeutet, dass die bereits verlegten Leitungen häufig erneuert werden müssen. Hierfür wurde ein eigenes Förderprogramm ins Leben gerufen.

Die Opposition kritisiert, dass schon wieder Steuergelder in die Aufrüstung investiert werden müssen. Statt von Anfang an in die zukunftsträchtigen Glasfaserkabel zu investieren, habe die Regierung deren Verlegung systematisch verhindert. Nun zeige sich, dass mehr als 100 Mbit/s benötigt würden, was nur über Glasfaserkabel zu erreichen sei. Das erklärte Ziel der Regierung ist es nun, dieses Versäumnis auszugleichen und bis zum Jahr 2025 allen Regionen, Gemeinden und Höfen einen Zugang zum Gigabitnetz zu ermöglichen.

Probleme bei der Digitalisierung in Bayern

Grundsätzlich wäre es für viele Gemeinden kein Problem, mit dem Ausbau der digitalen Infrastruktur zu beginnen. Hierbei zeigen sich jedoch verschiedene Schwierigkeiten. So haben einige Telekommunikationsunternehmen kein Interesse daran, Glasfaserkabel zu verlegen. Gerade in kleinen Gemeinden, bei denen 30-40 Anschlüsse zu verlegen wären, sind solche Projekte kaum rentabel, berichtet schwaebische.de. Deswegen orientieren sich viele in Richtung bundesweiter Projekte. Bei diesen sind deutlich mehr Anschlüsse zu verlegen, was erheblich mehr Geld bringt. Immerhin ist es auch das erklärte Ziel des Bundes, bis 2025 einen flächendeckenden Zugang zum Gigabitnetz zu ermöglichen.

Einige Gemeinden schließen sich bereits zu kommunalen Allianzen zusammen, um dieses Problem in den Griff zu bekommen. Zudem wenden sie sich gezielt an Telekommunikationsanbieter, die sich auf den ländlichen Raum spezialisiert haben. Mit diesen ist es möglich, den Haushalten FTTH (Fiber to the home) anzubieten, wodurch schnelles Internet erreicht wird. Damit sich das lohnt, mussten mindestens 40% der Haushalte bereit sein, einen Glasfaseranschluss zu erstehen.

Ein weiteres Problem beim Ausbau der Gigabit-Anschlüsse besteht darin, dass viele Telekommunikationsunternehmen mit Subunternehmen zusammenarbeiten. Diese stammen meist aus dem europäischen Ausland, was die Kommunikation mit den Kunden und Gemeinden massiv erschwert. Hinzu kommt, dass die Arbeiten teilweise nicht sauber erledigt wurden. Gelegentlich blieben nach den Verlegungsarbeiten Straßen aufgerissen zurück und mussten von den Gemeinden auf eigene Kosten repariert werden. Die Gemeinden müssen die Arbeiten daher überwachen, um solche Probleme zu vermeiden. Bis überall schnelle Gigabit-Anschlüsse zur Verfügung stehen, dürfte daher noch einige Zeit ins Land streichen.

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