Umsatzwachstum bei IT-Beratungen in Deutschland nimmt ab

Umsatzwachstum bei IT-Beratungen in Deutschland nimmt ab
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Das Jahr 2018 war für Unternehmen, die IT-Beratungen und IT-Dienstleistungen in Deutschland anbieten, ein goldenes Jahr. Mit den beeindruckenden Wachstumszahlen von 2018 wird das laufende Jahr kaum mithalten können. Zu diesem Ergebnis kommt die diesjährige Lünendonk-Studie. Als Ursachen werden unter anderem der Fachkräftemangel und das politisch unsichere Klima benannt. Dennoch rechnen die Top 25 IT-Dienstleister mit hohen Umsätzen in 2019 und einem Anstieg der Nachfrage nach IT-Beratungen und IT-Dienstleistungen für 2020.

Zielsetzungen der Lünendonk-Studie

Die Lünendonk-Studie trägt den etwas sperrigen Namen „Führende IT-Beratungs- und IT-Service-Unternehmen in Deutschland – mit Sonderkapitel zum IT-Mittelstand“. Hierhinter verbirgt sich das Ziel, Kennzahlen und umfassende Informationen rund um die IT-Beratungen und IT-Dienstleistungen in Deutschland zu gewinnen. Diese können große Konzerne ebenso wie kleine und mittelständische Unternehmen nutzen, um für die Zukunft zu planen und ihr Geschäftsfeld auszubauen. Zu diesem Zweck wurden einerseits 80 Anbieterunternehmen sowie 150 IT-Verantwortliche aus dem gehobenen Mittelstand, Großunternehmen und Konzernen befragt. Hierbei spielten die Erkenntnisse aus dem Vorjahr ebenso eine Rolle wie die Erwartungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr.

Diese Erkenntnisse fördert die Studie zutage

Im Jahr 2018 haben die 25 führenden IT-Beratungs- und IT-Dienstleistungs-Unternehmen ein Umsatzwachstum von durchschnittlich 12,3% erzielt, informiert Lünendonk. Das bedeutet, dass sie in diesem Jahr Umsätze von 14,1 Milliarden Euro erwirtschaftet haben. Sieben Unternehmen ist es sogar gelungen, ein Wachstum von mehr als 15% zu erreichen. Hieran zeigt sich, dass die Unternehmen die Zielsetzungen für das vergangene Jahr präzise erreicht haben. Mario Zillmann von Lünendonk & Hossenfelder erklärt sich diese Entwicklung mit dem hohen Konkurrenzdruck der Branche. Unternehmen sähen sich in der Pflicht, ihre digitale Transformation aktiv voranzubringen und sich für die Zukunft zu rüsten. Um dieses Ziel zu erreichen, griffen viele von ihnen auf externe Beratungen und Dienstleistungen zurück.

Hierbei interessieren die investierenden Firmen vor allem vier Themenfelder: Data Analytics, Cloud-Services, Softwarelösungen und IT-Backend. Im großen und Ganzen geht es darum, die digitalen Angebote so zu gestalten, dass eine bestmögliche Customer Experience erreicht wird. Kundinnen und Kunden sollen sich für die Angebote begeistern und zu einem Kauf animiert werden. Die hierfür notwendigen Technologien und Maßnahmen fragen viele Betriebe bei IT-Beratungsfirmen nach. Hierdurch lassen sich Zillmann zufolge die steigenden Umsätze in diesem Segment erklären.

Ursachen für den Rückgang der Nachfrage nach IT-Beratungen

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Nachfrage nach IT-Beratungen nach wie vor sehr hoch ist. Viele Unternehmen befinden sich mitten in einer digitalen Umbruchphase und setzen hierbei auf die Unterstützung externer Dienstleister. Die Branche rechnet daher auch für 2019 mit einem beeindruckenden Wachstum, das allerdings nicht an die Werte von 2018 heranreichen wird. Aktuell gehen die Top 25 Unternehmen von einem Umsatzwachstum von durchschnittlich 11,2% für 2019 und von 11,5% für 2020 aus. IT-Beratungen und IT-Dienstleistungen haben für die Betriebe somit nach wie vor eine hohe Relevanz, sie sind allerdings bei ihren Investitionen etwas zurückhaltender.

Erwartete Nachfragethemen für die digitale Transformation
Quelle: Lünendonk®-Studie 2019: Der Markt für IT-Beratung und IT-Service in Deutschland, Juli 2019

Das liegt zum einen am nach wie vor vorherrschenden Fachkräftemangel in Deutschland. Die Unternehmen entwickeln zwar sukzessive eine Digitalagenda und setzen diese effizient um, doch es fällt ihnen immer wieder schwer, geeignete Fachleute für einige Stellen und Einsatzgebiete zu bekommen. Entsprechend investieren sie langsamer in den Ausbau einer digitalen Infrastruktur, weil sie befürchten, diese anschließend nicht mit Leben füllen zu können. Zum anderen ist die globale Konjunkturentwicklung etwas eingetrübt. Das liegt unter anderem daran, dass die politische Lage aktuell sehr unsicher ist und es den Betrieben an Planungssicherheit fehlt. Auch das ist ein Grund dafür, dass sie sich bei Investitionen und der digitalen Transformation aktuell etwas zurückhalten.

Der Mangel an Fachkräften wirkt sich auf Geschäftsentwicklung aus
Quelle: Lünendonk®-Studie 2019: Der Markt für IT-Beratung und IT-Service in Deutschland, Juli 2019

IT-Beratungsunternehmen machen Umsätze in Milliardenhöhe

Trotz des etwas niedrigeren Wachstums erzielen die Top 25 IT-Beratungs- und IT-Dienstleistungs-Unternehmen nach wie vor Milliardenumsätze. Branchenprimus ist nach wie vor Accenture mit einem Jahresumsatz von etwa 2,25 Milliarden Euro. Der Abstand zum Zweitplatzierten T-Systems, der immerhin noch 1,5 Milliarden Umsatz erwirtschaftete, ist somit beachtlich. Auf Platz drei landet IBM mit 1,4 Milliarden Euro. Besonders nachgefragt sind Dienstleistungen im Rechenzentrum sowie Cloud-Dienste. Aber auch Capgemini legt beeindruckende Wachstumszahlen vor und hat die Marke von Umsätzen in Höhe von 1 Milliarde in Deutschland geknackt. Auch die anderen Unternehmen im Top 25 Ranking machen Jahresumsätze von mehreren hundert Millionen Euro. Das zeigt, dass die Branche sehr aktiv und lebendig ist und die Unternehmen einen sehr hohen Bedarf an IT-Dienstleistungen haben.

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