Preissuchmaschinen, Vergleichsportale, Schnäppchenapps und Co. – Das Geschäft der Empfehlungsportale boomt

Ob Reisen, Autos oder Kleidung, wer etwas kauft, will möglichst den niedrigsten Preis bezahlen. Von diesem Wunsch profitieren Preissuchmaschinen und Vergleichsportale mit ihren Schnäppchenapps. Sie nutzen Algorithmen, um individuelle Angebote oder möglichst günstige Preise zu finden. Die Digitalisierung hat unsere Art zu shoppen also grundlegend verändert. Aber ist sie hierdurch auch besser geworden? Das hängt davon ab, wie unabhängig der gewählte Anbieter ist.

Die Digitalisierung hilft bei der Preisfindung

Preisfindung mit PreispiratenWer früher Preise und Produkte vergleichen wollte, musste von Laden zu Laden gehen. Diese Zeiten sind mit der Digitalisierung endgültig vorbei. Heutzutage bieten Preissuchmaschinen, Vergleichsportale und Schnäppchenapps die Möglichkeit, bequem von zu Hause aus die Angebote und Preise verschiedener Anbieter miteinander zu vergleichen. Über das Smartphone sind Preisvergleiche sogar unterwegs möglich. Das spart eine Menge Zeit und Energie.

Außerdem gewinnen die Nutzerinnen und Nutzer solcher Portale und Maschinen eine größtmögliche Freiheit. Sie sind nicht mehr an Ladenöffnungszeiten gebunden, wenn sie Preise vergleichen oder ein Produkt kaufen wollen. Zudem sehen sie auf einen Blick, ob ein Anbieter einen bestimmten Artikel im Sortiment hat oder nicht. Zudem müssen sie nicht jeden einzelnen Onlineshop abgrasen, sondern können diese Aufgabe getrost in die Hände von Algorithmen legen, die deutlich schneller vergleichen als es jeder Mensch könnte.

Die Aufgabe von Preissuchmaschinen, Vergleichsportalen und Schnäppchenapps

Mobile Shopping
Pixabay.de © Biljana Jovanovic CCO Public Domain
Mobile Shopping mit Schnäppchenapps wird immer beliebter.

In den meisten Fällen ist die Hauptaufgabe von Preissuchmaschinen, Vergleichsportalen und Schnäppchenapps, Angebote miteinander zu vergleichen und den besten Preis zu ermitteln. Denn unterschiedliche Anbieter verlangen für ihre Dienstleistungen gelegentlich teils stark voneinander abweichende Preise. Das geht zum Beispiel bei Reisen manchmal soweit, dass ein und dasselbe Hotelzimmer auf einem Portal um bis zu 50% günstiger ist als auf einem anderen.

Geht es bei den Preissuchmaschinen vorrangig um den Preis von Angeboten, so stehen bei Vergleichsportalen noch andere Kriterien im Fokus. Hier können Nutzerinnen und Nutzer zum Beispiel gezielt nach Reisen mit Hund oder nach Kinderkleidung für ein bestimmtes Alter suchen. Hierdurch fallen bei der Suche zahlreiche Angebote weg, die uninteressant sind und nicht zu den eigenen Wünschen passen. Somit wird der Vergleich deutlich übersichtlicher und gelingt schneller.

Die Unabhängigkeit der Anbieter ist ein hohes Gut

Für Nutzerinnen und Nutzer von Preissuchmaschinen, Vergleichsportalen und Schnäppchenapps ist es wichtig, dass die jeweiligen Anbieter unabhängig sind. Das bedeutet unter anderem, dass alle Angebote und Preise gleichberechtigt miteinander verglichen und tatsächlich nur die besten Angebote angezeigt werden. Das ist nicht der Fall, wenn die jeweiligen Portale und Maschinen mit einer bestimmten Webseite oder einem Anbieter kooperieren. In diesem Fall werden deren Angebote bevorzugt gezeigt, selbst wenn andere Dienstleister eventuell günstiger wären.

Wenn Vergleichsportale unabhängig sind, bekommen sie kein Geld von Kooperationspartnern. Das bedeutet, dass sie sich anders finanzieren müssen, um wirtschaftlich zu sein. Eine legitime Möglichkeit besteht darin, Werbung zu schalten, die klar als solche erkennbar ist. In diesem Fall sehen die Nutzerinnen und Nutzer die Angebote der Werbepartner der Webseite, ohne dass deren Produkte und Dienstleistungen aber Einfluss auf das eigentliche Suchergebnis nehmen.

In einigen Fällen entscheiden sich Portale jedoch dafür, persönliche Daten ihrer Nutzerinnen und Nutzer weiterzugeben. Denn für Unternehmen ist es extrem wichtig, dass sie ihre Zielgruppe möglichst gut kennen. Deswegen sind sie durchaus bereit, für personalisierte Suchanfragen und Interessen gutes Geld zu bezahlen. Das kann aber kaum in Sinne der Anwenderinnen und Anwender sein. Deswegen sollten diese von Anfang an auf Suchmaschinen und Portale setzen, denen Datenschutz wichtig ist.

Für die Firmen sind Empfehlungsangebote ein exzellentes Geschäft

Preissuchmaschinen und Vergleichsportale machen mit ihrem Geschäftsmodell richtig viel Geld. Das liegt vor allem an den hohen Nutzerzahlen. Allein in Deutschland nutzen 70% aller Menschen solche Portale, Maschinen und Apps mehr oder weniger regelmäßig. Entsprechend ist Deutschland bei Anbietern von Empfehlungsangeboten sehr beliebt. Rund 80% aller Anbieter haben hier ihren Sitz. Allein in 2017 haben die verschiedenen Unternehmen einen Umsatz von insgesamt 3,9 Milliarden Euro erwirtschaftet, Tendenz steigend.

Einige Portale machen ihr Geld mit Provisionen. Das bedeutet, dass sie immer dann Geld bekommen, wenn die Nutzerinnen und Nutzer direkt über sie ein Angebot kaufen. Das tun immerhin 34% der Nutzerinnen und Nutzer. Schwierig wird es bloß, wenn eine Provision bereits für das Anzeigen eines bestimmten Angebots gezahlt wird. Immerhin leidet hierunter die Neutralität des Portals oder der Suchmaschine.

Immer mehr Anbieterinnen und Anbieter stellen ihre Webseiten zudem so um, dass sie ohne Schwierigkeiten mobil genutzt werden können. Portale und Webseiten, die das bereits getan haben, genießen enorme Wettbewerbsvorteile. Denn immer mehr Menschen nutzen das Smartphone, um online Preise zu vergleichen oder direkt Verträge bei den Vergleichsportalen abzuschließen. In diesem Zusammenhang sind Schnäppchenapps eine große Hilfe.

Fazit

Insgesamt herrscht eine sinnvolle Symbiose zwischen Nutzerinnen und Nutzern auf der einen und den Preissuchmaschinen und Vergleichsportalen auf der anderen Seite. Anwenderinnen und Anwender finden besonders einfach möglichst günstige Preise und sparen eine Menge Geld. Die Anbieter von Empfehlungsangeboten bekommen auf der anderen Seite Provisionen oder finanzieren sich über Werbeinhalte. Im Idealfall profitieren also beide Seiten von der Zusammenarbeit.

Für die Maschinen und Portale gilt das in jedem Fall. Ihre Umsätze sind wirklich beeindruckend und werden in Zukunft noch weiter ansteigen. Die Vorteile von Nutzerinnen und Nutzern hängen davon ab, ob die von ihnen ausgewählten Anbieterinnen und Anbieter neutral und unabhängig sind. Nur dann bekommen sie wirklich die günstigsten Preise angezeigt und nicht diejenigen, für die das Vergleichsportal das meiste Geld bekommen hat.

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Alexander Noack
Online-Marketer, ausgebildeter Fachmann für Online-Kommunikation und Experte für Content-Marketing am Zentrum für innovatives Marketing Berlin/Brandenburg, ZIM-BB. Außerdem Mitbegründer der Online-Marketing-Agentur CLICKHERO GmbH und der Audiostruct GmbH aus Eberswalde bei Berlin.
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