New Work – an vier Tagen pro Woche arbeiten reicht

New Work bezeichnet alle Maßnahmen für ein verändertes und verbessertes Arbeiten. Eine Idee besteht darin, nur noch an vier Tagen in der Woche zu arbeiten. Hierdurch steigt die Produktivität der Beschäftigten und es kommt nicht so häufig zu krankheitsbedingten Ausfällen. Außerdem werden Fehler aufgrund fehlender Konzentration vermieden und spezialisierte Fachkräfte gewonnen. Immer mehr Unternehmen testen die 4-Tage-Woche bereits aus und machen gute Erfahrungen damit. Allerdings ist das Konzept nicht für alle Branchen geeignet.

Mehr Produktivität im Unternehmen

Das Konzept der 4-Tage-Woche geht davon aus, dass Mitarbeiter in ihrer Arbeitszeit umso produktiver arbeiten, wenn sie dafür an drei Tagen frei haben. Die Konzentration steigt ebenso wie die Motivation, die Arbeit schnell und qualitativ hochwertig zu erledigen. Diese Effizienz ist das Hauptargument für die 4-Tage-Woche. Denn bloß, weil jemand 40 Stunden im Büro ist, bedeutet das noch nicht, dass er auch 40 Stunden effizient arbeitet. Meist ist das Gegenteil der Fall, da sich niemand acht Stunden am Stück konzentrieren kann. Da ist es sinnvoller, kürzer, dafür aber fokussierter zu arbeiten.

Australische Forscher haben erkannt, dass es vor allem Stress sei, der die Konzentration beim Arbeiten gefährde. Hinzu komme, dass sehr viele Zeitfresser von E-Mails über Kaffeepausen bis hin zu Teammeetings die Produktivität einschränkten. Deswegen ist es das Ziel der 4-Tage-Woche, ablenkende Faktoren auszuschalten und in der verkürzten Arbeitszeit effizient zu arbeiten und viel zu schaffen. Hierdurch profitiert einerseits das Unternehmen und andererseits fühlen sich die Beschäftigten deutlich wohler und arbeiten mit mehr Energie und Begeisterung.

Für welche Betriebe eignet sich die 4-Tage-Woche nicht?

Die 4-Tage-Woche eignet sich nur für bestimmte Betriebe. In der Pflegebranche bietet sie sich zum Beispiel nicht an. Patienten können nicht einfach schneller oder eben erst am Montag nach dem langen Wochenende versorgt werden. Ebenso können Fernbusfahrer nicht einfach schneller fahren oder den Rest der Fahrt auf den Beginn der nächsten Woche verschieben, nur um schneller in den Feierabend zu kommen. Es sind daher vor allem kreative Arbeiten und Bürojobs, bei denen die 4-Tage-Woche gute Erfolge mit sich bringt.

Ein weiteres Feld, in dem die 4-Tage-Woche schwer zu realisieren wäre, ist der Dienstleistungssektor. Hier ist es wichtig, dass die Unternehmen immer dann zur Verfügung stehen, wenn die Kunden einen bestimmten Service brauchen. Eine Verschiebung der Dienstleistung auf einen späteren Termin ist nicht zweckmäßig. Außerdem bietet sich die 4-Tage-Woche nicht in Berufen an, die auf Schnelligkeit ausgelegt sind. Ein Redaktionsteam, das aktuelle Nachrichten veröffentlicht, kann nicht bis Montag warten, um eine Nachricht vom Donnerstag zu publizieren. Bis dahin hat sich die Zielgruppe längst an anderer Stelle informiert.

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Diese Vorteile bringt die neue Art zu arbeiten mit sich

Neben der reinen Produktivität der Belegschaft bringt die 4-Tage-Woche noch viele weitere Vorteile mit sich. So zeigen sich durch diese Art des Arbeitens positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten. Sie sind weniger anfällig für Krankheiten und fallen statistisch deutlich seltener aus. Das ist ein wirtschaftlicher Vorteil für die Betriebe. Hinzu kommt, dass diese Form des Arbeitens eine hohe Flexibilität mit sich bringt. Die einzelnen Mitarbeiter haben in ihrer Art zu arbeiten größere Freiheiten. Das erhöht das kreative Potenzial, das abgerufen werden kann, und führt zu einer positiven Grundhaltung der Arbeit gegenüber.

Auch in Sachen Personalmanagement spricht viel für die 4-Tage-Woche. So berichten immer wieder Unternehmen davon, dass sie aufgrund dieses Arbeitskonzepts besonders hochqualifizierte Fachkräfte für sich gewinnen konnten, die sonst eine besser bezahlte Stelle in einem großen Konzern angenommen hätten. Vor allem KMU haben durch die 4-Tage-Woche somit die Möglichkeit, Expertise ins Team zu holen und professioneller zu arbeiten. Nicht zuletzt bleiben einzelne Mitarbeiter einem Betrieb mit einer 4-Tage-Woche besonders lange treu und arbeiten mit Leidenschaft für ihren Arbeitgeber. Auf diese Weise ist es nicht immer wieder nötig, nach neuen Kollegen zu suchen und zeitaufwendige Stellenausschreibungen durchzuführen.

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Immer mehr Firmen testen das neue Konzept

Die Idee der 4-Tage-Woche wird schon seit geraumer Zeit von einigen Unternehmen testweise umgesetzt. Viele berichten von sehr guten Effekten. Der aktuell größte Nutznießer ist wohl Microsoft. Der Tech-Gigant hat die 4-Tage-Woche in Japan ausprobiert. Das Ergebnis: Die Belegschaft arbeitete um 40% produktiver als bei klassischen Arbeitsmodellen, informiert Franca Quecke auf spiegel.de. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass es sich bei Microsoft um einen Extremfall handelt. Die Produktivität der Mitarbeiter erhöht sich durch die 4-Tage-Woche nicht automatisch so signifikant. Aber sehr viele Betriebe sind in der Lage, ihre Produktivität mit diesem Arbeitskonzept zumindest beizubehalten.

Ein weiteres Beispiel für eine erfolgreiche Umsetzung der 4-Tage-Woche ist das Fondsunternehmen Perpetual Guardian. Dieses hat das Konzept Mitte 2018 für zwei Monate testweise ausprobiert und dann beschlossen, es dauerhaft umzusetzen. In Deutschland stößt die New Work vor allem bei Start-ups auf Interesse. Klassischen Unternehmen fällt es hingegen noch schwer, sich von Altbewährtem zu lösen und neue Formen des Arbeitens auszuprobieren. Das gilt allerdings nicht für die Steuerkanzlei Rose und Partner, die mit dem neuen Arbeitsmodell durchweg positive Erfahrungen gemacht hat und es weiterhin nutzt.

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Die 4-Tage-Woche erfordert Engagement und Finanzmittel

Die 5-Tage-Woche ist so in den Köpfen der Menschen etabliert, dass sie sich den Erfolg einer 4-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich nicht vorstellen können. Dabei zeigen nahezu alle Testläufe, dass durch dieses neue Arbeitsmodell die Produktivität in den meisten Fällen zumindest gleich bleibt und in diversen Unternehmen sogar angestiegen ist. Das setzt jedoch ein hohes Organisationstalent voraus. Es muss sichergestellt sein, dass trotz einer 4-Tage-Woche das Arbeitspensum erledigt wird und immer genügend Mitarbeiter zur Verfügung stehen.

Zudem ist die 4-Tage-Woche zunächst mit Kosten verbunden. Immerhin muss der volle Lohnausgleich bei verminderter Arbeitszeit erst einmal finanziert werden. Außerdem ist es gelegentlich nötig, die Zahl der Mitarbeiter zu erhöhen, um die anfallenden Aufgaben bewältigen zu können. Dafür wird zum Beispiel dadurch Geld gespart, dass die Belegschaft gesünder ist und weniger oft krankheitsbedingt ausfällt. Zudem ist die 4-Tage-Woche ein Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz, wenn es um die Gewinnung kompetenter Mitarbeiter geht.

Die Kunden akzeptieren die neue Arbeitsweise in der Regel

Viele Unternehmen haben Angst, ihre Kunden zu vergraulen, wenn sie nur noch an vier Tagen in der Woche für sie erreichbar sind. Auch diese Angst hat sich in den verschiedenen Testläufen nicht bestätigt. Im Gegenteil akzeptieren die Kunden die neuen Arbeitsformen sehr gut und stellen sich auf diese ein. Sie erkennen die Vorteile, die sich aus der 4-Tage-Woche ergeben und sind dankbar, es mit gut erholten, konzentrierten und motivierten Mitarbeitern zu tun zu haben. Außerdem entstehen durch das fokussierte Arbeiten nicht so leicht Fehler, was die Kundenzufriedenheit ebenfalls erhöht.

Damit das funktioniert, müssen die Kunden bei der Einführung der 4-Tage-Woche mit ins Boot geholt werden. Das bedeutet unter anderem, sie rechtzeitig auf die neuen Gegebenheiten vorzubereiten. Wenn die 4-Tage-Woche einfach von einem Tag auf den anderen eingeführt wird, reagieren die Kunden meist unzufrieden darauf. Wenn sie hingegen frühzeitig informiert und auf die Umstellung vorbereitet werden, stellen sie sich darauf ein und haben kein Problem damit.

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Patrick Tarkowski
Patrick Tarkowski
Patrick Tarkowski ist studierter Germanist und Anglist und arbeitet bereits seit 2008 als Autor für Onlineshops und Unternehmen. Er ist in ganz unterschiedlichen Themengebieten beheimatet, kennt sich aber speziell in den Bereichen E-Commerce, Online Marketing, Familie und Erziehung sowie SEO aus. Neben Fachtexten schreibt er eigene E-Books, Theaterstücke und Romane und entwickelt Unterrichtsmaterialien.
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