Andere Länder, andere Sitten – mit einer interkulturellen Marketingstrategie auch im Ausland Erfolg haben

Ein Gastbeitrag von Jana Schrieb

Sie haben bereits Ihre Webseite in Ihrem Heimatland erfolgreich etabliert? Nun möchten Sie Ihre Homepage auch in anderen Ländern platzieren und Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung an den Mann bringen? Auf einem fremden Markt Fuß zu fassen birgt immer Fallstricke. Fehlendes Hintergrundwissen über das Zielland, eine unpassende Kommunikationsstrategie oder mangelnde Sprachkenntnisse gehören zu den häufigsten Stolpersteinen. 

In diesem Artikel finden Sie drei hilfreiche Schritte, die es Ihnen erleichtern sich im Ausland durchzusetzen. Exemplarisch nehmen wir uns dazu den US-amerikanischen Markt vor. Sie können die Hinweise in diesem Artikel aber in abgewandelter Form natürlich auch auf andere Länder anwenden.

Die USA sind für Unternehmen aus anderen Ländern ein schwieriger Markt: was der Amerikaner konsumiert, ist stark abhängig von Moden. Er verfügt über eine starke Loyalität gegenüber vertrauten Lieferanten und Händlern. Wichtig ist auch, dass neue Technologien nicht zu komplex konstruiert sein sollten, da das Personal möglicherweise oft wechselt oder weniger gut ausgebildet ist.

Die Vorteile der Präsenz auf dem amerikanischen Markt liegen aber auf der Hand. Die USA verfügen über eine der größten Volkswirtschaften der Welt. Das bedeutet: viele potenzielle Kunden, große Kaufkraft, gute technische Infrastruktur, Affinität zu innovativen Lösungen und damit verbunden natürlich Prestige.

Drei Schritte, die es Ihnen erleichtern Ihre Homepage oder Ihre Dienstleistung erfolgreich in den USA zu platzieren

Im Folgenden erfahren Sie, welche Schritte Sie unternehmen können, um sich auf dem US-amerikanischen Markt bestmöglich zu präsentieren, wie Sie amerikanische Kunden von Ihrer Kompetenz überzeugen und wie Sie sich und Ihr Produkt, Ihre Homepage oder Ihre Dienstleistung erfolgreich in den USA platzieren.

Schritt 1: Bringen Sie Ihre Webseite technisch auf Vordermann 

Diese technischen Änderungen sollten Sie auf Ihrer englischsprachigen Webseite vornehmen: 

  • Legen Sie sich eine .com-Adresse zu, um in den USA Erfolg zu haben. Es hat sich gezeigt, dass andere URL-Endungen, wie zum Beispiel .net, von Amerikanern als zweitklassig, fremd empfunden werden und eher abschreckend wirken.
  • Im gleichen Zuge sollten Sie auch dafür sorgen, dass Ihre Homepage auf einem amerikanischen Server gehostet wird. Das optimiert die Ladezeiten der Webseite, aber auch sonst sollte die Seite auf Schnelligkeit beim Laden ausgerichtet werden. Das heißt, komprimieren Sie die Datenmengen, minimieren Sie Scripte und Codes im Quelltext und verwenden Sie keine zu großen Bilder. Eine so optimierte Ladezeit sorgt auch für ein besseres Ranking in den Google Suchergebnissen. Die Schnelligkeit beim Aufbau einer Webseite ist für Google einer der wichtigsten Rankingfaktoren. Einerseits wird die Nutzererfahrung positiv beeinflusst, andererseits spart Google Geld, wenn Webseiten schnell laden und somit effizienter vom Suchmaschinen-Bot durchsucht werden können.
  • Ein weiterer Ranking-Faktor ist für Google die Verfügbarkeit einer Webseite in unterschiedlichen Sprachen. Beim Einrichten der englischsprachigen Homepage können Sie über das hreflang-Link-Attribut Google anzeigen, dass Ihre Homepage auch in anderen Sprachen verfügbar ist.
  • Falls Sie einen Webshop betreiben, achten Sie beim Einrichten der Bezahlmöglichkeiten darauf, dass PayPal in den USA sehr beliebt und dementsprechend verbreitet ist. PayPal sollte deshalb in der Liste der unterschiedlichen Bezahlmethoden als erstes erscheinen.
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Schritt 2: Sprechen Sie die Sprache Ihrer Kunden

Natürlich spielt auch der Content eine enorm wichtige Rolle, Sie wollen ja potenzielle Kunden informieren und überzeugen, aber die Form der Inhalte ist mindestens genauso wichtig!

Englisch ist Verkehrssprache Nummer Eins in unserer vernetzten Welt. Auf dem globalen Markt ist daher eine englischsprachige Webseite Pflicht, auch wenn Sie Ihre Ziele vielleicht nicht primär auf den US-amerikanischen Markt ausrichten.

Das Englisch aber muss einwandfrei sein. Es darf sich für den Rezipienten nicht nach einer Übersetzung anfühlen. Des Weiteren sollten unbedingt kulturelle Gepflogenheiten, zum Beispiel die Ansprache des Lesers, und Besonderheiten in der Sprache miteinbezogen werden. Dies steigert beim amerikanischen Kunden den “Wohlfühlfaktor” und das Vertrauen. So kann die Sprache der deutschen Webseite gerne in nüchternem, neutralen Ton gehalten sein. Die englischsprachige Homepage aber darf ruhig einen etwas emotionaleren, positiveren Ton anschlagen. Investieren Sie daher unbedingt in Englisch-Muttersprachler, die wissen, welche Ausdrucksweise die Kunden gewohnt sind.

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Die gleichen Maßnahmen gelten natürlich auch für andere Märkte in englischsprachigen Ländern, wie beispielsweise Großbritannien, die sich in Kultur und auch in der Sprache, zum Beispiel in der Schreibweise, von den USA unterscheiden.

Tipp: Viele Amerikaner haben Hemmungen eine Rufnummer mit unbekannter Vorwahl anzurufen. Diese Vorbehalte können Sie abbauen, indem Sie sich eine Vorwahl aus einem Ort in den USA besorgen. Das können Sie beispielsweise über Skype tun. Darüber richten Sie dann eine Weiterleitung auf Ihre Nummer in Deutschland ein.

Das Ziel dieser beiden ersten Schritte ist es, den amerikanischen Besuchern Ihrer Homepage das Gefühl zu vermitteln, dass sie sich auf einer amerikanischen Seite befinden (was sie ja technisch gesehen auch tun) und Vertrauen zu schaffen.  

Schritt 3: Betreiben Sie Content-Marketing

Von großer Bedeutung sind selbstverständlich auch Ihre Maßnahmen im Bereich PR, Online Marketing und SEO. Auch hier gilt: Interkulturelle Kompetenz in der Kommunikation ist das A und O!

Während Sie in Deutschland noch mit der klassischen PR-Arbeit Erfolge feiern können, geht es in den USA viel mehr darum Content-Marketing zu betreiben.

Werden Sie ein Experte in Ihrer Branche

Recherchieren Sie amerikanische Blogs und Seiten, die sich mit Themenbereichen Ihrer Branche beschäftigen. Machen Sie Personen ausfindig, wie Blogger oder Journalisten, die sich mit ähnlichen Inhalten bzw. Problemstellungen befassen. Erwerben Sie Expertenwissen und bieten Sie beispielsweise Gastartikel an. Nutzen Sie Foren wie Quora: quora.com (User können Experten Fragen stellen) und HARO: helpareporter.com  (Help A Reporter Out, Experten können Journalisten bei Recherchen helfen).

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Starten Sie einen eigenen Blog zu verwandten Themen aus Ihrem Spezialgebiet, auf dessen Artikel Sie hinweisen können und Backlinks sammeln. Wichtig ist dabei aber, dass diese tatsächlich relevanten und qualitativ hochwertigen Content enthalten. Posten und teilen Sie diese Artikel auch über Ihre Social-Media-Kanäle. Versuchen sie mit der Zeit alle relevanten Schlüsselwörter in ihren Artikeln abzudecken, um mit möglichst vielen dieser Beiträge im Google Ranking weit vorne zu landen.

Knüpfen Sie Kontakte

Mit Ihrem Produkt/Ihrer Webseite decken Sie ein bestimmtes Themengebiet ab. In den USA gibt es Blogger, Journalisten oder Spezialisten, die sich mit denselben Inhalten beschäftigen. Treten Sie mit diesen Personen in Kontakt. Wichtig ist es hierbei die richtige Annäherungsweise zu finden: Setzen Sie auch dazu Ihre englischsprachlichen Mitarbeiter ein.

Generell gilt aber für die USA: Nähern Sie sich langsam, folgen Sie der Person erst bei Twitter, liken, teilen und kommentieren Sie Beiträge bei Facebook, etc., machen Sie also behutsam auf sich und Ihr Produkt aufmerksam. Der Zweck dessen: Die Person soll Ihren Namen und Ihr Produkt schon kennen, wenn Sie ihr zum ersten Mal direkt schreiben.

Beim Formulieren einer Mail zur Kontaktaufnahme sollten Sie folgendes beachten: Gehen Sie auch hier nicht zu direkt vor. Suchen Sie nach einem Artikel oder Beitrag über eine Fragestellung aus ihrem Themengebiet und beziehen Sie sich auf diesen. Bauen Sie Kommunikationsfloskeln wie „How are you?“ ein. Kurz: fallen Sie nicht sofort mit der Tür ins Haus. Versuchen Sie eine Konversation zu beginnen. Um das Interesse aufrechtzuerhalten, reagieren Sie immer zügig auf Antworten.

Informieren Sie sich über Mitbewerber

Machen Sie sich kundig über Ihre größten Mitbewerber auf dem amerikanischen Markt. Analysieren Sie deren Webseiten, Marketing-Strategien und nehmen Sie sich ein Beispiel an Ihnen. Wenden Sie sich an Journalisten, Blogger oder Experten, die schon über Ihre Mitbewerber geschrieben haben und fragen Sie sie, ob sie Lust haben Ihr Produkt zu testen und einen Artikel darüber zu verfassen.

Noch ein Tipp zum Schluss: Hören Sie auf das Feedback Ihrer Kunden. Amerikaner haben eventuell andere Bedürfnisse oder Wünsche als Ihre deutschen Kunden. Entwickeln Sie Ihren Online-Auftritt, über den Sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung verkaufen, dementsprechend länderspezifisch weiter.

Viel Erfolg!

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Jana Schriebhttp://lookeen.de/
Jana Schrieb studierte Skandinavistik und Germanistik in Greifswald, Münster und Växjö (Schweden). Nach dem Abschluss Ihres Studiums absolvierte Sie ein Praktikum in Stockholm in der Tourismusbranche und ist derzeit PR-Mitarbeiterin beim Softwarehersteller Axonic aus Karlsruhe. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind Kommunikation & Sprache, interkulturelle Kompetenzen und Content Marketing. Sie spricht Englisch, Schwedisch, Norwegisch, Italienisch und Französisch.
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