Die Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft

Die Immobilienbranche ist derzeit stark im Wandel. Immer mehr Unternehmen investieren in die Digitalisierung und bringen ihre digitale Transformation voran. Das zeigt sich unter anderem an automatisierten Prozessen, digitalen Kommunikationswegen und einer verstärkten Elektromobilität. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit, sich auf den digitalen Wandel einzulassen, ist da. Jetzt müssen aus den Ansätzen für konkrete Maßnahmen ausführliche Digitalkonzepte werden. 

Digitalisierungsstudie zeigt: Unternehmen setzen den digitalen Wandel um

Bereits zum dritten Mal führen der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) und EY Real Estate eine Studie zur Digitalisierung in der Immobilienbranche durch. In dieser dritten Digitalisierungsstudie zeigen sich deutliche Veränderungen zur vorherigen Untersuchung. Im Rahmen der Studie wurden 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von privaten und öffentlichen Unternehmen befragt. Sie sollten die Bedeutung und Umsetzung der Digitalisierung in ihrem Betrieb einschätzen. In einem weiteren Schritt wurden über 3.000 Büroangestellte branchenübergreifend befragt. Das Ziel war es, herauszufinden, welche Bedeutung die Digitalisierung im Büroalltag bereits einnimmt. 

Ein Ergebnis der Studie ist, dass Unternehmen reichlich Geld in die Hand nehmen, um die eigene Digitalisierung voranzutreiben. 4% der befragten Unternehmen investieren bereits 20% ihres Umsatzes in die digitale Transformation. Bei weiteren 10% sind es immerhin 5-20% des Umsatzes. Die Player der Branche erkennen die Bedeutung der Digitalisierung an und sind bereit, sie in ihre langfristig angelegten Digitalisierungskonzepte einzugliedern. Das gilt sowohl für neue Technologien als auch für kompetentes Fachpersonal. Allerdings bestätigen 74% der Studienteilnehmer, dass gerade der wichtige Bereich Personalressourcen noch ausbaufähig ist. 

Die Immobilienbranche steht bei der Digitalisierung noch am Anfang 

In der Immobilienbranche ist ein Bewusstsein für die Bedeutung der Digitalisierung vorhanden. Das zeigen die Zahlen der Studie deutlich. Besonders bei der Planung der Zukunft innerstädtischer Architektur ist die Digitalisierung ein wichtiges Thema geworden. So sind sich die Befragten bewusst, dass die Digitalisierung und damit verbundene neue Technologien und Arbeitsweisen bereits heute relevant sind und immer mehr und schneller an Bedeutung gewinnnen. Außerdem haben sie erkannt, dass Digitalisierung mehr meint, als analoge Prozesse zu digitalisieren. Vielmehr sind mit der digitalen Transformation ganz neue Aufgabenfelder und Methoden verbunden. Diese müssen aufgegriffen, verstanden und in das Unternehmenskonzept eingegliedert werden.

Dieses Bewusstsein ist der Grundstein für alle weiteren Maßnahmen. In der vorherigen Digitalisierungsstudie waren sich gerade einmal 39% der Befragten dieser Tatsache bewusst. In der aktuellen Studie sind es 91%. Die Befragten sind also deutlich offener und realistischer als sie es im letzten Untersuchungszeitraum waren. Dennoch ist erst der Anfang der digitalen Transformation erledigt. Jetzt geht es darum, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, diese umzusetzen und die Digitalisierung zum festen Bestandteil aller Unternehmensbereiche und -prozesse zu machen. 

Diese digitalen Maßnahmen werden von der Immobilienbranche ergriffen 

Kommunikation und Konnektivität sind zwei wesentliche Elemente der Digitalisierung. Entsprechend große Bedeutung wird ihnen von den Befragten der Studie zugemessen. 81,3% der Büronutzer gaben an, dass für die Digitalisierung die Telefon-, LAN- und WLAN-Verbindungen wichtig seien. Bei den Befragten der Immobilienbranche sind es sogar 91%. Für ein Drittel der Büronutzer ist zudem ein modern eingerichteter Arbeitsplatz für die erfolgreiche Umsetzung der Digitalisierung entscheidend. Hierzu gehören unter anderem Telefonkabinen und Kreativräume. Eine Einschätzung der künstlichen Intelligenz fällt vielen noch schwer. Sie wird als bedeutsam erkannt, jedoch noch skeptisch betrachtet. 

Ebenfalls hohe Relevanz hat für die Befragten aus der Immobilienbranche die Elektromobilität. Sie sehen in ihr eine Zukunftstechnologie, auf die sie sich einstellen wollen und müssen. In diesem Bereich weicht die Einschätzung von derjenigen der Büroangestellten ab. Diese nutzen in der Regel kaum Elektroautos, weswegen für sie kein dringender Bedarf für Ladestationen besteht. Die Entscheider der Branche legen hingegen großen Wert auf Ladestationen und eine für die Elektromobilität geeignete Infrastruktur. 

Für die Immobilienbranche steht bei allen Digitalisierungsmaßnahmen der Nutzer im Zentrum. Digitale Transformationsprozesse dürfen nicht um ihrer selbst Willen durchgeführt werden, sondern müssen einen praktischen Nutzen haben. Es geht also nicht allein um das technisch Mögliche, sondern um das für die Immobilienbranche Relevante. Hierzu zählen zum Beispiel ein intelligentes und digitales Workplace-Management sowie Smart Metering. 

Datenschutz in der Immobilienbranche 

Moderne Digitalisierungsstrategien funktionieren nur mit ausreichend geeigneten Daten. Diese müssen gesammelt, ausgewertet und gespeichert werden. Deswegen spielt der Datenschutz für Unternehmen aus der Immobilienbranche eine große Rolle. Gerade durch die Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist bei vielen ein Bewusstsein für die Relevanz dieses Themas entstanden. 57% der Befragten gaben an, dass der Datenschutz für sie von sehr großer Bedeutung sei. Hierbei ist deutlich zu sehen, dass Nutzer im Büroumfeld viel sensibler mit Daten umgehen als im Privatbereich. Diese Haltung gilt es auszubauen, um sowohl bei den Mitarbeitern als auch den Kunden Vertrauen in die neuen Technologien und die Digitalisierung zu schaffen.

Immobilienbranche investiert in Digitalisierung – Bewusstsein schaffen und Maßnahmen ergreifen
5 (100%) 8 votes

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here