Vorreiter bei der Digitalisierung – Bahn digitalisiert den Bahnknoten Stuttgart

Die Bahn möchte die Digitalisierung nutzen, um Züge pünktlicher und effizienter fahren zu lassen. Ambitionierte Pläne gehen davon aus, dass bis in die Mitte der 30er Jahre das komplette Schienennetz digitalisiert sein könnte. Hierfür muss Geld in die Hand genommen werden, das in großen Teilen vom Bund kommen soll. Ein Pilotprojekt ist hierbei der Bahnknoten Stuttgart. Stuttgart 21 soll neue, digitale Technologien bekommen, um auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet zu sein.

Die Digitalisierung finanzieren

Die Bahn durchläuft aktuell eine digitale Transformation. An deren Ende sollen weniger Zugverspätungen, mehr Züge auf dem vorhandenen Schienennetz und eine Reduzierung der Betriebsstörungen zu verzeichnen sein. Kontinuierlich soll das gesamte Schienennetz digitalisiert werden. Momentan gehen die Verantwortlichen davon aus, dass dieser Prozess in der Mitte der 30er Jahre abgeschlossen sein könnte. Das setzt allerdings voraus, dass die Finanzierung klar geregelt ist.

Aus diesem Grund haben der Bund und die Bahn eine Finanzierungsvereinbarung für digitale Bahnprojekte unterzeichnet. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer nannte die Vereinbarung einen „Modernisierungsschub“, berichtet volksstimme.de. Das Geld wird gezielt in Digitalisierungsprojekte gesteckt, zu denen etwa die Digitalisierung des Bahnknotens Stuttgart gehört. Allein für dieses Projekt rechnet die Bahn mit Kosten in Höhe von 462,5 Millionen Euro.

Pilotprojekt „Bahnknoten Stuttgart“

Der Bahnknoten Stuttgart zählt zu einem von drei Pilotprojekten der Bahn, bei denen die Digitalisierung vorangetrieben werden soll. Ab Dezember 2025 soll hier ein voll digitalisiertes Netz zur Verfügung stehen, das dann von Regional-, Fern- und S-Bahnen genutzt wird. Zu den neuen Technologien gehören unter anderem digitale Stellwerke, die Leit- und Sicherungstechnik ETCS, ein automatisierter Fahrbetrieb und einiges mehr. Diese Neuerungen finden zunächst auf Strecken mit mehr als 100 km Länge statt und sollen eine Produktivitätssteigerung von 20% mit sich bringen.

Neben dem Bahnknoten Stuttgart werden die Strecke Köln/Rhein-Main sowie die transeuropäische Strecke Skandinavien-Mittelmeer mit der neuen Digitaltechnik ausgestattet. Sie bilden zusammen das „Starterpaket Digitale Schiene Deutschland“ und sind als erster Schritt hin zu einer digitalen Arbeitsweise der Bahn zu verstehen. Insgesamt hat der Bund bereits 4 Milliarden Euro in Digitalisierungsprojekte der Bahn investiert.

Neue Technik für Stuttgart 21

Für das Projekt Stuttgart 21 sind sowohl die Bahn als auch das Land, die Stadt und die Region verantwortlich. Gemeinsam haben sie sich im April darauf geeinigt, die modernste Zugsteuerungstechnik bei Stuttgart 21 zu verwenden. Hierdurch wurde es nötig, den Finanzierungsvertrag auf die neuen Gegebenheiten anzupassen. Mehrkosten für das Projekt sollen durch diesen Schritt nicht entstehen. Die neue Rahmenfinanzierungsvereinbarung macht es zudem möglich, Investitionen in den Digitalausbau effizient zu gestalten.

Matthias Gastel, Bahnexperte der Grünen, sieht in der Ausstattung von Stuttgart 21 mit moderner Digitaltechnik einen sinnvollen Schritt, er hat allerdings auch Bedenken. Er kritisiert, dass Deutschland im internationalen Vergleich in Sachen Digitalisierung längst nicht so weit sei, wie das der Fall sein müsste. Es bestünden daher große Risiken, dass bei einer schnellen Umstellung zu einer Digitaltechnik Fehler aufträten.

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