Abteilung für Digitalisierung – die Stadt Goch bringt die digitale Transformation voran

Der Stadtrat von Goch hat eine neue Abteilung mit dem Namen „Organisation und Digitalisierung“ geschaffen. Diese soll die dringenden Aufgaben der digitalen Transformation in Angriff nehmen und Goch in den kommenden Jahren digital voranbringen. Zu diesem Zweck wurden vier neue Stellen geschaffen, die für unterschiedliche Bereiche innerhalb dieser Abteilung zuständig sind. Diese kosten der Stadt etwa 350.000-390.000 Euro pro Jahr. Diese Entscheidung wurde gegen den ausdrücklichen Willen der CDU getroffen.

Für die Stadt Goch ist es Zeit, digital zu werden

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Andere Städte und Gemeinden der Region haben bereits vorgemacht, wie eine erfolgreiche Digitalisierung aussehen kann. Jetzt zieht auch die Stadt Goch in Nordrhein-Westfalen nach und schafft eine eigene Abteilung „Organisation und Digitalisierung“. Hierfür investiert der Stadtrat 350.000-390.000 Euro pro Jahr. In diesen Kosten enthalten sind die vier Planstellen, die dafür sorgen sollen, dass die neue Abteilung handlungsstark und effizient arbeiten kann. Neben einer Führungs- und Leitungskraft werden drei Sachbearbeiter in der Abteilung tätig sein.

Für die CDU-Fraktion im Stadtrat sind diese Stellen zu viel des Guten. Sie war der Meinung, dass für die neue Abteilung auch zwei Stellen ausreichen würden, und hat geschlossen gegen den Antrag gestimmt. Die FDP-Fraktion war sich ebenfalls unsicher, ob die Kosten im Verhältnis zum Nutzen stehen und hat sich daher bei der Abstimmung enthalten. Mit den Stimmen von BFG (BürgerForum Goch), SPD, Grünen und ZIG (Zukunft in Goch) kam der Beschluss somit durch, sodass die neue Abteilung ihre Arbeit möglichst bald wird aufnehmen können, schreibt Julia Lörcks, stellvertretende Leitende Regionalredakteurin auf RP-Online.dede.

Hintergrundinformationen zur Entstehung der neuen Abteilung

Das Institut für kooperative Systeme (IKS) hat sich im Auftrag der Stadt Goch mit dem Thema „Digitale Stadt“ auseinandergesetzt. In diesem Rahmen entstand eine Handlungsempfehlung, die dabei helfen möchte, die digitale Transformation von Goch effizient zu gestalten und möglichst schnell umzusetzen. Außerdem hat das Institut festgestellt, dass das vorhandene Personal im Rathaus der Stadt für eine erfolgreiche Digitalisierung nicht ausreicht.

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Deswegen rät es dazu, neue Stellen für diese wichtige Aufgabe zu schaffen. Immerhin handele es sich bei der Digitalisierung nicht um eine rein technische Aufgabe, bei der die IT-Abteilung lediglich neue Technologien implementieren und zum Laufen bringen müsste. Vielmehr handele es sich bei der Digitalisierung um einen kontinuierlichen Prozess, für den dauerhaft konkrete Mitarbeiter zuständig sein sollten. Das Institut empfiehlt hierbei genau die vier Stellen, für die sich der Stadtrat jetzt entschieden hat.

Diese Aufgaben übernimmt die neue Abteilung

Teil der Empfehlung des IKS sind zehn Punkte, die das Institut als unverzichtbar für eine erfolgreiche Digitalisierung ansieht. Hierzu gehören die Themen Bildung, Datenplattformen, Energie und Umwelt, Gesellschaft, Gesundheit, Handel, Telekommunikation, Sicherheit, Verkehr und Verwaltung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der neuen Abteilung werden sich mit diesen Themenbereichen auseinandersetzen müssen. Hierbei geht es nicht um eine reine Digitalisierung analoger Daten.

Vielmehr müssen digitale Strukturen geschaffen werden, mit denen die Aufgaben dieser Themenfelder dauerhaft bewältigt werden können. Es genügt also nicht, fleißige Laien als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen, sondern Expertinnen und Experten für die Digitalisierung sollten sich langfristig mit den Themenfeldern auseinandersetzen.

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Neben diesen Oberthemen wird die Arbeit der vier neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus in verschiedene Themenblöcke aufgeteilt. Diese tragen die Namen „gestaltende Organisationsarbeit“, „Digitalisierung und E-Government“, „Digitalisierungslotse“, „Organisationsentwicklung“ und „verwaltende Organisationsarbeit“.

Die einzelnen Blöcke werden separat behandelt, jedoch soll durch Kontaktpunkte und eine enge Zusammenarbeit dafür gesorgt werden, dass die einzelnen Bereiche ineinander greifen. Inseldenken ist gerade im Bereich der Digitalisierung nicht gefragt, sondern Kooperationen sollen Synergien freisetzen und die Verwirklichung einer großen, ganzen Digitalisierungsidee ermöglichen.

Visionen für die Zukunft sind gefragt

Gerade bei der Digitalisierung ist kein Platz für Furcht und Kleingeisterei. Wer nur ein Pflichtprogramm abarbeitet, wird den Möglichkeiten nicht gerecht, die die digitale Transformation bietet. Deswegen ist auch davon abzuraten, dass die einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur ihr eigenes Süppchen kochen und ihren Blick nicht über Goch hinausrichten.

Stattdessen wäre es wünschenswert, dass sich die einzelnen Städte und Gemeinden zusammenschließen und ihre Digitalkonzepte aufeinander abstimmen. Durch eine enge Zusammenarbeit lassen sich Doppelungen bei Arbeitsschritten vermeiden und alle Beteiligten hätten auf alle relevanten Daten stets Zugriff.

Viele Menschen beklagen sich wie Helmut Rother aus Goch in seinem Beitrag für lokalkompass.de darüber, dass die Mitglieder des Stadtrats in der Digitalisierung häufig noch ein „nice to have“ statt ein „must have“ sehen. Gerade für die CDU ist die Digitalisierung eher ein Bonus für die Stadtverwaltung, als ein unverzichtbares Tool.

Die Wichtigkeit der digitalen Transformation wird von vielen also nach wie vor unterschätzt. Es bleibt zu hoffen, dass sich dieser Geist nicht in der Arbeit der neuen Abteilung im Rathaus widerspiegelt. Hoffentlich werden ausgewiesene Digitalisierungsexperten für die Stellen gesucht und nicht irgendwelche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genommen, die sich lediglich profilieren wollen. Hoffnung macht die Tatsache, dass die Stellen nicht nur intern, sondern auch extern ausgeschrieben werden.

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